Woran starb dieses Volk?

  • Unabhängig davon verspielt man mit dem Einsatz von TAM einen systemischen Vorteil der TBE: Ohne TAM, mit bloßer TBE werden die Milben zur Weitervermehrung ausgelesen, die nicht fit genug waren, in die Brut zu flüchten (Jüngsten- und Schlechtestenauslese), mit TAM die Milben, die diese TAM-behandlung aushalten bzw. sich rechtzeitig vor ihr schützen können (Bestenauslese).

    (TAM = TierArzneiMittel).

    Ohne TAM würden die Milben, die die Behandlung aushalten bzw. ausgehalten hätten, auch im Volk bleiben. Zusätzlich zu denen, die die Behandlung nicht überlebt hätten.

    Mal davon abgesehen dass ich eher der Meinung bin, dass die Milben, die überleben, einfach nur Glück gehabt haben und keine "Supermilben" sind.

  • Das ist ein Mißverständnis: Es geht beim Vergleich TBE <-> TAM nicht um das nichts-tuende, rein beobachtende Nicht-Behandeln, sondern um 2 Behandlungsarten, die sich vom Wirk- und Selektionsprinzip her unterscheiden (s.a. Vorbemerkung von Kleingartendrohn zu seinem in #20 verlinkten TBE-Konzept, das - konsequent geführt - ohne TAM auskommt.

    Ich nehme die Berichte der alterfahrenen Imker ernst, die immer wieder sagen, daß der Aufwand zur Milbenbekämpfung langfristig tendenziell steigt bzw. die Varroabefallsschwelle mit den Jahren abzusinken scheint, die die Völker noch überleben können - in diesem Sinne von einer Tendenz zu "Supermilben" sprechen, ohne diese Vokabel zu verwenden. Dr. Büchler hat ja in Celle ebensolche Thesen vertreten, wenn auch mit anderen Schlußfolgerungen:

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    Aber wir kommen OT, diese Diskussion ist wohl u.a. hier zu führen:

    Weg der Bieneninstitute/-wissenschaft zur Varroaresistenz der Biens

  • rase: Das verstehe nun ich wiederum nicht: Nur die offene Brut wird entnommen, nicht die verdeckelte?

    Alle Brut raus und dann behandeln. Fangwabe ist Spielerei. Ich laß die drei Tage drin, damit damit das neue Brutnest da sitzt wo ich will, und ich nicht die ganze Kiste mit MW vollmachen muß. Das ist praktisch. Den therapeutischen Nutzen seh ich nicht. Danach fliegt die raus und es wird behandelt. Solche Völker hab ich noch nie verloren. Datei ist zu groß, sonst würd ich Bilder von gestern anhängen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Solche Völker hab ich noch nie verloren.

    Kenne ich auch so - wichtig ist die unmittelbare Behandlung - spätestens 6 Tage nach der vollständigen TBE (OXS) und die Separation der Brutsammler. Diese müssen bis zur Brutfreiheit kontinuierlich behandelt werden. Ich hatte früher auch mal eine Rückführung nach Behandlung vorgenommen - das ergab im Folgejahr aber eine deutlich größere Belastung; mache ich nicht mehr.

  • Ich glaube, dass die Fangwabe nicht unwichtig ist. Einmal um die Motivation etwas aufzufangen und dann wahrscheinlich auch um die "schnellabtauchenden Milben" garantiert rauszufischen.

    Bei mir hat sich seit der konsequenten TBE (2014) das Milbenproblem deutlich entschärft. Ob das vielleicht eine positive Auslese von mildgestimmteren Milben sein könnte?


    Gruß Jörg

  • ok, da ich bisher noch nie TBE gemacht habe, (nur TUB) nur noch mal schnell zum Abgleich, ob ich das alles richtig verstanden habe:

    rase und auch@beemax: Ihr lasst eine Fangwabe im Spender, die Ihr nach Verdeckelung entnehmt, behandelt aber trotzdem spätestens 6 Tage nach Beginn der TBE den Spender. Den Sammler verstellt Ihr und gebt ebenfalls eine Fangwabe , die ihr nach Verdeckelung entnehmt, und im brutfreien Zustand, bevor die neue Königin stiftet, behandelt Ihr den Sammler.


    Hab ich das jetzt richtig verstanden?

    @ ribes: du verfährst nach dem Prinzip, das Kleingartendrohn hier vorgestellt hat-das muss ich mir zum 3. Mal ganz in Ruhe durchlesen, denn bei den einzelnen Schritten im pdf kommen bei mir immer wieder Fragen auf.

    Ist jemand hier, der die Brut der Sammler komplett einschmilzt?

  • Ist jemand hier, der die Brut der Sammler komplett einschmilzt?

    Ich werde das machen, sobald ich dieses Verfahren anwenden werde, da ich nur eine sehr geringe Völkerzahl habe und deshalb keine «Sammler-Sammler» bilden kann. Meine Überlegung ist, dass ich mir bei so einem (aus meiner Sicht) massiven Eingriff keine Halbherzigkeit leisten will, die alles gefährden könnte.

  • Ihr lasst eine Fangwabe im Spender, die Ihr nach Verdeckelung entnehmt, behandelt aber trotzdem spätestens 6 Tage nach Beginn der TBE den Spender.

    Ich lasse eine Fangwabe mit mögl. viel junger, offener Brut mittig im Spender. Diese kommt nach 6 Tagen raus und wird in den Brutsammler gegeben. Dieser wird fortlaufend behandelt, bis alle Brut geschlüpft ist. Diese Einheiten werden bei mir mit Königin (zugesetzt oder selbstgezogen) überwintert.


    Der Spender wird unverzüglich nach Fangwaben Entnahme mit OXS behandelt. Zu dem Zeitpunkt ist keine geschlossene Brut vorhanden, sondern Stifte und ganz junge Larven. Da reichte bisher eine Behandlung.

  • honigbanane: OT - aber um Deine Frage kurz zu beantworten: Mein TBE-Verfahren ist das von Kleingartendrohn vorgestellte Konzept mit der Abwandlung, Fangwaben nicht zu vernichten, sondern im Sammler vom Sammler noch zu retten, was an gesunden bzw. wenigstens einige Zeit lebens-/arbeitsfähigen Bienen noch zu retten ist (PDF in #1 + # 148, 155, 160):

    TBE mit weiselrichtigem Brutsammler

    Besser wäre es, dort die Fragen zu diesem Konzept zu diskutieren.

  • Honey Bee was du hier zeigst und beschreibst ist ein viel zu kleines Volk, dessen kläglicher Rest zu tode geträufelt wurde. Die wären aber auch mit Sublimitation zur Winterbehandlung nicht mehr zu retten gewesen, jedenfalls ist das sehr unwahrscheinlich. Allerdings hätte eine Solche kurz nach der Brutentnahme (wie auch rase schon schrieb) für ein milbenfreies Volk gesorgt, und würde jetzt dicke dastehen. Der richtige Zeitpunkt ist alles.

    Hinzu kommt, das du mit der AS-Schwammtuchbehandlung auch die restlichen Bienen 1. nicht effektiv genug behandelt hast und 2. eine gute Aufzucht von Winterbienen unterdrückt hast.

    TBE kann man nur mit starken gesunden Völkern machen und dann aber auch gleich dabei vermehren.


    Wenn bei der TBE gleichzeitig eine neue Königin eingeweiselt werden soll muß alle Brut raus. Keine Fangwabe drin lassen! Da darf keine Möglichkeit zum Nachschaffen sein.

    Voriges Jahr habe ich das als spätesten Zeitpunkt noch am 5. August so gemacht. Zwei Tage später 1.x OX eine Woche später nochmal, ein Monat später ein drittes Mal, Silvester das 4. und letzte Mal.

    Das wars., reicht vollkommen aus, keine Blockbehandlung.

    Die ist allerdings für den anderen Teil des Volkes nötig, der aus allen Brutwaben mit wenig Bienen und der alten Königin besteht. Wenn da alles geschlüpft ist hat man wieder ein großes Volk und kann dort auch nochmal umweiseln, am besten mit einer Krabbelzelle, das gibt Superköniginnen.

    Einschmelzen kompletter Brutwaben, einfach um sicher zu gehen ist absolute Verschwendung, denn der größte Teil der Bienen ist normaler Weise völlig gesund. Jedenfalls bei guter Vorgeschichte.

  • rase und auch@beemax: Ihr lasst eine Fangwabe im Spender, die Ihr nach Verdeckelung entnehmt, behandelt aber trotzdem spätestens 6 Tage nach Beginn der TBE den Spender. Den Sammler verstellt Ihr und gebt ebenfalls eine Fangwabe , die ihr nach Verdeckelung entnehmt, und im brutfreien Zustand, bevor die neue Königin stiftet, behandelt Ihr den Sammler.


    Ich entnehme die 'Fangwabe' schon nach zwei, drei Tagen. Die dient mir nicht zum Fangen, sondern zur Orientierung der Bienen, wo das Brutnest hin soll. Brut- o. Fangwabe raus, behandeln, füttern, fertig. Ich weisel dabei auch nicht um! Wenn das neue Brutnest steht, geht der alten Königin aber manchmal die Puste aus. Dann schau ich mir bei guter Genetik still die stille Umweiselung an, oder ich tausche die Königin im September/Oktober.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die Auswaschprobe ergab soeben: 0 Milben auf den von mir von den Waben gefegten toten Bienen. Allerdings waren die ja auch schon mit Ox-Säre behandelt worden.

    Für mich ist es nach wie vor ein Rätsel - nicht, woran das Volk am Ende starb (geringe Größe/überdosierte Ox/Kälteperiode) - aber weshalb es zuvor so stark schrumpfte. Ich werde in diesem Jahr noch genauer den Milbenbefall kontrollieren und das TBE-Konzept verändern. Mit Sublimation möchte ich allerdings nicht arbeiten, da mir das eigene Gesundheitsrisiko zu hoch ist.

  • Warum sollte die Milbe auch auf einer toten Biene sitzen bleiben bis du sie auswäscht?


    Wie fast immer, wenn es an einem Milbenproblem liegt, hat man im Spätsommer zu wenig langlebige Bienen bekommen, also schrumpft das Volk im Winter massiv. Da kannst du dann behandeln was du willst. Der Kampf ist im Herbst schon verloren - selbst wenn du das Volk dann noch (fast) milbenfrei bekommst.

    Die Kälte oder lebensverkürzende OX-Träufelung erledigen dann den Rest. Da kannst du nichts mehr retten.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Zitat

    Mit Sublimation möchte ich allerdings nicht arbeiten, da mir das eigene Gesundheitsrisiko zu hoch ist.

    Das habe ich jetzt schon so oft gehört. Ich kenne keine schonendere Bienenbehandlung als die Sublimation( von Fangwabe mal abgesehen) . Ich arbeite mit Oxamat, aber ich kenne auch den Varrox und andere Methoden. Ich trete vom Volk weit genug zurück und gut ist.