Amerikanische Faulbrut durch Import-Honig

  • ...(ok, das ist extrem schwammig, ich kann jedenfalls bisher meistens nicht erkennen, warum ein Brutbild im Einzelfall lückig ist)...

    ... so wird seit über zwanzig Jahren u.a. an dem Varroatoleranzmerkmal öffnen/ausräumen von Brutzellen geforscht, was nun mal gelegentlich nicht zu den verherrlichten geschlossenen Brutbildern auf den BW führt.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • ...(ok, das ist extrem schwammig, ich kann jedenfalls bisher meistens nicht erkennen, warum ein Brutbild im Einzelfall lückig ist)...

    ... so wird seit über zwanzig Jahren u.a. an dem Varroatoleranzmerkmal öffnen/ausräumen von Brutzellen geforscht, was nun mal gelegentlich nicht zu den verherrlichten geschlossenen Brutbildern auf den BW führt.

    Ja, u.a. daran dachte ich auch, als ich den Hinweis auf ausgeräumte Brut relativiert habe. Ich wollte andererseits aber nicht den Eindruck erwecken, dass ein klinischer Ausbruch von Faulbrut zwangsläufig immer mit eingesunkenen Zelldeckeln und fadenziehender Masse einhergeht.

    Es gibt halt verschiedene Stämme von Faulbrut, einer davon tötet die Brut schneller als der andere, so dass die Larven noch vor der Verdeckelung absterben und von den Bienen ausgeräumt werden. Deshalb ist er von den Imkern schlechter zu erkennen.


    Lückige Brut kann sehr viele Ursachen haben.

  • Sanierung erfolgt im AFB Fall ausschließlich nach Anweisung der Veterinärbehörde und nie im Alleingang!

    In Schleswig-Holstein ist bei niedriger Sporenbelastung der Amts-Vet. zwar sofort im Spiel, aber es werden folgende Ratschläge gegeben:

    - möglichst vollständige Futterentnahme

    - mit Sporen belastetes Futter bzw. Honig nicht an andere Völker verfüttern

    - Bauerneuerung im Brutnestbereich durchführen

    - Beuten und Betriebsmittel reinigen

    - Räuberei unterbinden

    - auf erste Anzeichen der Amerikanischen Faulbrut achten

    Bei hoher Sporenbelastung kommt der Amts-Vet. automatisch, was ich bei niedrieger Sporenbelastung nicht so erkennen kann: Ermessensbereich des Amts-Vet.?

  • Im Grunde gibt es diese Sporen in jedem Bienenvolk und trotzden geht nicht jedes Volk daran ein.

    Das hört man oft, aber dafür hätte ich gerne mal Belege. Denn soweit ich das mitbekommen habe sieht das die Faulbrutspezialistin Frau Genersch an unserem Bieneninstitut anders.

    Belege sind Aufgabe der Institute und nicht die der Kursteilnehmer :S
    Ich habe es so im Honigkurs und einem TBE-Kurs von Guido Eich "gelernt" und auf einem allg. Vortrag über Bienenkrankheiten im speziellen AFB-Teil von W. v.d.O. nochmal in anderer Präsentation zu hören bekommen.


    Gruß Andreas

  • Eine kurze Suche ergab (Beispiele):


    Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. + Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

    Merkblatt zur Untersuchung von Futterkranzproben (Amerikanische Faulbrut)

    Zitat: "Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Sporen der AFB in Deutschland bei Weitem nicht in jedem Bienenvolk oder jeder Imkerei vorhanden."


    Arbeitsgruppe Bienenpathologie (Österreichische Ministerien und Universitäten)
    Richtlinien zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut der Bienen in Österreich

    Zitat: "Entgegen älterer Lehrmeinung ist der Erreger nicht ubiquitär verbreitet!"


    Das Bieneninstitut Celle informiert (63), Dr. Werner von der Ohe

    Amerikanische Faulbrut – Bekämpfungsstrategie in Niedersachsen
    Zitat: "P. larvae ist in Norddeutschland, bezogen auf das Untersuchungs- und Nachweisverfahren, nicht ubiquitär - also nicht in jedem Bienenvolk bzw. jeder Imkerei vorhanden."


    Herr von der Ohe selbst schreibt also mittlerweile, dass Faulbrutsporen nicht überall vorhanden sind, zugegebenermaßen mit der Relativierung "bezogen auf das Untersuchungs- und Nachweisverfahren". Damit hält er sich ein Türchen offen: falls man also einen kompletten Bienenstock untersuchen würde, dann würde man vielleicht doch eine oder mehrere Sporen finden. Vielleicht aber auch nicht...


    Meiner Meinung nach ist das auf der Ebene, auf der wir damit zu tun haben, egal. Wenn man jahrelang alle seine Völker jedes Jahr beproben kann, ohne einen positiven Befund zu bekommen, dann ist es in meinen Augen sinnlos und evtl sogar schädlich (weil manche Leute das falsch verstehen) darauf zu beharren, dass in jedem Volk Sporen vorhanden wären.


    Damit bleibt es für mich dabei: man sollte diese Legende von den immer vorhandenen Sporen endlich aussterben lassen, sie hilft eh nicht weiter.



    Edit: im gleichen Dokument aus Celle findet sich aber auch:

    "Nahezu 3⁄4 aller untersuchten Importhonige aus Supermärkten weisen P.-larvae-Sporen auf, über 60 % liegen in der Kategorie hoch."


    Deshalb würde ich immer davon ausgehen, dass Importhonig tatsächlich verseucht ist. Es ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.



  • Belege sind Aufgabe der Institute und nicht die der Kursteilnehmer :S
    Ich habe es so im Honigkurs und einem TBE-Kurs von Guido Eich "gelernt" und auf einem allg. Vortrag über Bienenkrankheiten im speziellen AFB-Teil von W. v.d.O. nochmal in anderer Präsentation zu hören bekommen.


    Gruß Andreas

    Hallo Andreas,


    vor 2 Jahren habe ich bei den beiden gelernt das eben nicht in jedem Volk Sporen zu finden sind.


    Auch Dr. Böcking war derselben Meinung. Bei meinen FKP steht auf jeden Fall bei Sporen eine 0.


    Ermessensbereich des Amts-Vet.?

    Bei einer reinen Sporenbelastung hat der Veterinär Spielraum.


    Da erfolgt noch eine Unterscheidung vom Labor wie stark die Belastung eingeschätzt wird.


    Die Am. Faulbrut gilt erst als augebrochen, wenn klinische Anzeichen vorliegen.


    Erst dann muss er tätig werden. Bei hoher Sporenbelastung kann er tätig werden.


    Gruss Joachim

  • Ich habe geschrieben "im Grunde gibt es diese Sporen in jedem Bienenvolk..."

    Ist das nun völlig gegensätzlich zu von der Ohe?

    *Im Grunde* ist es die Aussage, die hier zweimal bestätigt wurde. Nicht im Detail und auch nicht im Speziellen. "Immer" stammt im Kontext nicht von mir und wird von mir nicht anstelle von "im Grunde" verwendet.


    Gruß Andreas

  • Hallo Neuimker!

    Wenn Du vor einer Woche deine Bienen so gefüttert hast, und der Honig hatte Faulbrutsporen, würde ich sofort alle Brut entfernen. Zur Infektion durch Faulbrut genügen bei jungen Eiern und Larven in den ersten Tagen ganz wenige Sporen, je älter eine Made wird um so mehr Sporen sind notwendig zu einer Infektion.


    Gruß

    BSV Kuno

  • Diese 60g Honigteig sind längst vernascht; mal was anderes als Apiinvert.

    Elk

    Das Volk war hungrig.

    was macht es jetzt mit dem Futter.

    1. Es frißt sich erst mal selbst satt. Keine Gefahr.

    2. Es erzeugt Futtersaft und füttert die Jungbrut. Gefahr!

    3. Es lagert das Futter ein. Sehr unwahrscheinlich bei hungrigen Volk.


    Gruß

    Kuno

  • Guido Eich vertritt die Auffassung, dass man für eine Infektion durch fremden Honig mindestens 3 Gläser (1,5 kg) braucht.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo zusammen,


    wie versprochen, nach einiger Zeit von mir hierzu ein Update:


    Meine beiden Völker hatten sich gut entwickelt und bisher keine Anzeichen von Faulbrut gezeigt. Ich habe dann am 20. Mai selbst eine Futterkranzprobe von dem betroffenen Volk gemacht und heute kam das Ergebnis: negativ. Mir ist erstmal ein Stein vom Herzen gefallen und jetzt kann ich beruhigt hoffentlich in diesem Jahr noch Honig ernten und (aber da muss ich mich jetzt erst noch einmal einlesen) evtl. noch einen Ableger machen. Ich werde die Völker weiter beobachten und dann ggf. im Herbst noch einmal eine Probe einschicken.


    Vielen Dank für Eure Tipps!