Asiatische Hornisse

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    Macht dann eine dauerhafte Verkleinerung der Fluglöcher im Sommer Sinn um den Bienen die Verteidigung zu erleichtern?


    Passt so eine Hornisse durch einen im Winter benutzten 6mm Mäuse-Fluglochkeil?

    zu 1. Nein

    zu 2. Ja

    Steht alles bereits in diesem Faden, mit Erfahrungsberichten aus Frankreich, z.B. von Norbert Jung .

  • Überfällt die velutina auch Wespen und Hummelnester?

    Ganz klar,


    Flug muskel ist am besten Quelle für Eiweiß. Alle Insekten mit Flug Muskeln sind dabei. Im Herbst wann andere Insekten haben gestorben, ist 85% von Honigbienen.


    Manche sagen das Vv und Vc dulden einander. Hmm?


    VG Patrick

  • Macht dann eine dauerhafte Verkleinerung der Fluglöcher im Sommer Sinn um den Bienen die Verteidigung zu erleichtern?


    Oder wie gehen die Imker in südlichen Gefilden damit um?


    Passt so eine Hornisse durch einen im Winter benutzten 6mm Mäuse-Fluglochkeil?

    Der Fluglöchkeil muss auf 5.5 mm. Drohnen kommen nicht durch.


    VG Patrick

  • Das Problem für die Bienen sind die vor dem Flugloch schwebenden Hornissen. Die "stehen" wie Hubschrauber in der Luft (mit dem Hintern zur Beute) und fangen die Heimkehrerinnen ab. Die in der Beute trauen sich nicht mehr raus. Mit zwei bis drei Velutinas vor der Beute kommen die Bienen wohl noch irgendwie zurecht, aber nicht mit 15.

    Richtig,


    Mit 15 Vv sind 80% der Flugverkehr eingestellt. Es dauert nicht lange bis die sind stark beschädigt. Meisten werden nicht durch kommen.


    Viele Grüße Patrick

  • Ich vermute mal, das die velutina auch nachts fliegen, wie die crabro.

    Die beste Zeit, um ein Nest zu zerstören, ist am späten Abend bis zum frühen Morgen. Das heißt, dass sie nicht fliegen oder nachts nicht viel fliegen.

    Es gibt noch viel, was nicht bekannt ist.


    Fliegen Wespen nachts? Sie sind alle die gleiche Familie. Vespa.


    VG Patrick

  • Hallo Imkerfreunde,


    ich stand mal in Südfrankreich in einem ausgedehnten Erika-Gebüsch, das ganz toll blühte und sehr gut von Honigbienen besucht war. Mir gelangen meine besten Makro-Aufnahmen aus den Hand.

    Dann hörte ich ein Brummen, ein anderes Fluggeräusch, und sah im Geäst zwei Exemplare der Vespa Velutina langsam hin und her fliegen. Sie waren ganz nah bei mir, setzten sich aber nicht ab. Ob sie eine Biene abfangen konnten, habe ich nicht gesehen.

    NUR: Innerhalb kürzester Zeit war alles Gefliege vorbei, keine Biene mehr zu sehen. Sie hatten blitzartig Reißaus genommen.

  • An meinem Heidestand im August letzten Jahres hatte ich auch Probleme mit Hornissen. Sie kam in einer Frequenz von 2-3 Minuten. Da kann man nichts machen, den Verlust haben meine 5 Völker verkraftet. Die Asiaten sind dagegen ein ganz anderes Kaliber, da kann man dann nicht einfach mehr zuschauen. VG

  • Nun mal langsam mit den jungen Pferden - zur Erinnerung: Die Vespa velutina (Asiatische Hornisse) ist seit 2014 - 5 Jahren - in Deutschland nachgewiesen.

    Bisher gab es keinen einzigen mir bekannten Fall, wo diese Tiere das in Ligurien oder Südfrankfreich dokumentierte "Hawking" von Bienenvölkern gezeigt hätten - der erste Nestfund überhaupt war an einem Bienenstand selbst und selbst der hatte kein Problem mit jagenden Tieren vor den Stöcken gehabt.

    Einem Fall, wo die Asiatische Hornisse als Schadensursache für Völkerverluste verantwortlich gemacht wurde, bin ich nachgegangen und das stellte sich eher nach Varroa-Schaden bei einem Alt-Imker heraus, bei dem sich einzelne Tiere im Nest offenbar an Honigresten bedienten...was unsere Wespen ja auch gerne machen.

    Eine Imkeranfängerin hielt das für einen "Überfall" der Hornissen und machte diese für die Völkerverluste verantwortlich; das Belagern vor den Fluglöchern wurde auch hier jedoch nie beobachtet.

    Selbst das Riesennest in Karlsruhe wurde erst im Herbst entdeckt, war im November noch aktiv aber kein Imker der Umgebung beklagte Hawking.


    Tatsache ist, dass Nester dieser Tiere gemeldet werden sollten (Untere Naturschutzbehörde) aber da sich die Bekämpfungspflicht aus EU-Rahmenbedingungen ergibt, sollte dann auch diese Behörde ggf. erforderliche Maßnahmen initiieren und bezahlen - Eigenaktionen an den meist sehr hoch liegenden Nestern sind praktisch nur bei einer anstehenden Baumfällung erforderlich.


    Unspezifischer Fallenfang mit "Wespenfanggläsern" ist in D. nicht erlaubt! Wenn damit jemand Monitoring betreiben will, dann muss das entsprechend von den lokal zuständigen Behörden genehmigt und überwacht werden.


    Meines Erachtens braucht es mehrere Parameter, die zusammen kommen müssen damit dieses massive Belagern von Bienenvölkern stattfindet: Sehr große Nester in der Region treffen auf schwachbrüstige Bienenvölker; ev. gepaart mit einem Mangel an alternativen Futterquellen und hoher Nestdichte. Reine Vermutung; freue mich über Austausch wenn jemand weitere Quellen aus dem Verbreitungsgebiet beisteuern kann.

    Ein generelles Problem für unsere Honigbienen & akuten Handlungsbedarf rein durch Anwesenheit der Art abzuleiten ist nach den bisherigen Erfahrungen nicht zu begründen.


    Leider spielt der Klimawandel dieser Art in die Hände; das "Insektensterben" auch so dass sich diese Situation langfristig tatsächlich ändern kann - nicht auszuschließen ist aber auch, dass die Art auch auf neue Gegner trifft oder sich neue Gegner macht. Das Fangen von Königinnen im Frühjahr wirkt sich jedoch *nicht* auf den Nestbestand in der Gegend aus (https://onlinelibrary.wiley.co…s/10.1111/1744-7917.12331)

    Bitte auch bedenken: Der Alarmismus auf Landes- und EU-Ebene öffnet auch entsprechende Geldhähne. Das eröffnet Geschäftsfelder und Rechtfertigungsbedarf neu eingerichteter Institutionen wie dieser französischen Truppe, die vor ein paar Jahren bundesweit in Ignoranz mit unseren Gesetzen zum Halali mit Wespenfanggläsern blies.

    Daher bitte nicht treiben lassen, sondern abwarten und beobachten. Wer Beobachtungen mit der Art teilen kann, der möge sie bitte hier teilen damit wir die Erkenntnisse für die eigene Imkerei bewerten können und entsprechende Forschungsansätze auf die Spur schicken. Das Imkerforum kann dafür ein tolles Instrument werden; das ist dann das Analog zu Citizen Science..."Beekepers Science"!


    Viel mehr Sorge hätte ich da vor der Ankunft des Beutenkäfers...die geringen Fundzahlen machen mir Sorge, daß da verdeckt gemauschelt wird und der Käfer allderweil auf Reisen geschickt wird.
    *Der* macht mir viel mehr Bedenken angesichts der ganzen alternativen Haltungspraktiken und der nur gering sensibilisierten Imkerschaft gerade bei uns in der Stadt...


    Die Velutina erwarte ich für 2024 in Berlin; ev auch etwas früher angesichts der wespenfreundlichen Sommer 2018 und 19.


    Grüße

    Melanie

  • Wir waren dort im Jahr 2018 in Karlsruhe. Wir haben persönlich mit Imkern gesprochen, die "Hawking" beschreiben, aber nur 5-7 Vv. Dem Stutensee Nest ist nur eines von vielen in der Region.


    Das größte Problem ist im späten Herbst, wenn andere Insekten verschwunden sind. Dann konzentrieren sie sich auf die Honigbienen. Die Reduzierung des Eingangs auf 5,5 mm verhindert, dass sie in den Bienenstock eindringen und die Traube angreifen.


    Fallen sind nicht illegal. Sie zielen nicht speziell auf geschützte Arten ab, weshalb die Behörden sie nicht mögen, aber nichts dagegen tun. Ich habe persönlich mit mehreren Behörden gesprochen.


    ABER, es gibt keinen Grund für den Einsatz von Fallen in den meisten Ländern, wenn nicht in ganz Deutschland. Die Verwendung von Fallen gegen das Vv als Ausrede, um Wespen abzufangen, ist kein guter Grund.


    Stark oder nicht so stark ist fraglich. Hier ist aus einer Studie, für mich zur Verfügung gestellt ist.


    Bild: P Schooler

    Quelle: Journal of Pest Science https://doi.org/10.1007/s10340-018-1063-0


    Viele Grüße

    Patrick

  • Das größte Problem ist im späten Herbst, wenn andere Insekten verschwunden sind. Dann konzentrieren sie sich auf die Honigbienen. Die Reduzierung des Eingangs auf 5,5 mm verhindert, dass sie in den Bienenstock eindringen und die Traube angreifen.

    Das Problem beginnt mglw. nicht erst im Herbst, sondern im Sommer. Ein Bienenvolk stellt sein Verhalten auf die Umwelt ein. Kommt Verfolgungsdruck durch die Vv auf, dann hat das Pollensammeln nicht mehr oberste Priorität, die Erträge sinken allein durch die Verhaltensumstellung des Bien. In einer Zeit, in der ohnehin die Pollenversorgung für gut genährte Ammen- und spätere Winterbienen in unseren tlw. sehr ausgeräumten Landschaften problematisch ist, kann eine zusätzliche Verhaltensumstellung des Bien den Pollenmangel im Volk entsprechend verstärken. Die Folgen mangelhafter Pollenversorgung sind uns ja hinreichend bekannt (Futtersaftunterversorgung -> früherer Start des Vermehrungszyklus der Muttermilbe in der verdeckelten Brutzelle -> erhöhte Vermehrungsrate der Milben; Einschränkung der Bruttätigkeit etc.). Letztlich werden die Milben des Volkes in der notgedrungen wenigen Brut konzentriert mit den entsprechenden Folgen für die darin zu erbrütenden Winterbienen. Bei oberflächlicher Betrachtung sieht das dann "nur" wie ein Varroaschaden aus.

    Erst in der Endphase des schon lange vorher begonnenen Niedergangs dringen dann Vv sogar in die Beuten ein.

  • Hallo Ribes,


    In Sommer dringt die Vv meistens nicht ein, aber das Volk stellt die Flugverkehr ein. Pollen und Nektar fehlen. Die haben Respekt für die Wächterbienen.


    Viele von der Maßnahme druckt die Bienen weiter von Fluglöch aber die sind immer noch da und warten.


    Die Fängen die Bienen das Fliegen zurück am Stock (langsam und beladen). Im Herbst wann die Bienen setzen fest und kann nicht fliegen oder verteidigen, dringen die Vv ein.


    Viele Grüße Patrick

  • Meines Erachtens braucht es mehrere Parameter, die zusammen kommen müssen damit dieses massive Belagern von Bienenvölkern stattfindet: Sehr große Nester in der Region treffen auf schwachbrüstige Bienenvölker; ev. gepaart mit einem Mangel an alternativen Futterquellen und hoher Nestdichte. Reine Vermutung; freue mich über Austausch wenn jemand weitere Quellen aus dem Verbreitungsgebiet beisteuern kann.

    Ein generelles Problem für unsere Honigbienen & akuten Handlungsbedarf rein durch Anwesenheit der Art abzuleiten ist nach den bisherigen Erfahrungen nicht zu begründen.

    So gelassen wie Du sehe ich die Situation mit der Vv nicht.

    Die Tochter meiner Freundin hat im Sommer 2018 bei einem Besuch in Spanien einen Bienenstand besucht. Der Großvater ihrer Gastgeberin wusste von ihren Imkerkontakten und wollte ihr seinen Bienenstand zeigen.

    Auf dem Weg dorthin zeigte er ihr mehrere, riesige Nester der Vv sehr hoch in den Bäumen. Am Stand teilte er mit, dass von seinen dortigen 58 Völkern nur noch 12 leben.

    Sie hat mir vom beeindruckenden Jagdverhalten der Vv und ihrem Desinteresse an Menschen berichtet.

    Leider kann ich keine Fotos präsentieren oder den genauen Ort des Imkerstandes nennen, die "Informantin" ist ständig irgendwo im Ausland unterwegs.

    Das Gesehene hat sie sehr beeindruckt, Ihr Bericht war glaubwürdig und kein Imkerlatein. Das dem spanischen Imker, der davon lebt, die Zukunft düster scheint, hat mit Sicherheit nicht mit schwachbrüstigen oder varroageschädigten Völkern zu tun.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...