Asiatische Hornisse

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    Lieber Patrick!

    Mit dem Eingang habe ich es so verstanden, dass die Höhe nicht mehr als 5,5 Millimeter haben darf, um das Eindringen der Vv zu verhindern.


    Gruß Andreas

  • Hallo zusammen!


    Da kann / soll / muss es Einem ja wirklich Angst und Bange um die Bienen werden bei den Voraussetzungen der Vespa velutina.

    Es scheint Stand heute keinerlei (effektive) Möglichkeit zu geben, die Vespa velutina an der weiteren Ausbreitung zu hindern, ihre Völker wirksam und ohne immensen Aufwand abzutöten oder deren Entwicklung im Anfangsstadium zu unterbinden.

    Die einzige, hier angedeutete Option des Bienenschutzes scheint

    6. Maximaler Eingang von 5,5 cm. Nur wenn es keine Drohnen mehr gibt.

    zu sein.

    Wobei sich mir die Frage stellt, wie die Völker

    a) während des Drohnenfluges, der ja einen erheblichen Teil des Sommers mehr oder minder stattfindet, geschützt werden sollen und

    b) ob die 5,5 mm nicht "nur" die Bienen in den Völkern schützen?

    Was wäre in dem Zusammenhang mit sämtlichen Flugbienen bzw. dem dennoch gegebenen, chronischen Stress des Gesamtvolkes durch die stetigen Einbruchsversuche und den anzunehmenden Nahrungsmangel in Form von zu wenig Pollen und ggfs. auch Nektar, hervorgerufen durch (zu) wenige Sammlerinnen?


    Schöne, gespannte Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hm, klingt für mich nicht praxistauglich. Wir reden hier ja nicht von einem temporären Zustand von ein paar Tagen. Das Thema macht mir echt mehr Angst als der ganze scheiß den wir eh schon da haben.


    Wie wird denn das Thema bei uns von öffentlicher Seite/ den Verbänden behandelt? Auch so wie geschildert in Frankreich?

  • Hallo Norbert Jung!


    Gibt es eine Chance die vor den Stöcken patroulierenden Velutina mit dem Staubsauger (mit vorgesetztem Trichter) abzufangen, wie ich es einmal am Flugloch mit der germanischen Wespe im Rolladenkasten gemacht habe.


    Oder ist sie dafür zu flink?


    Dann hätte ich wenigstens die Chance die Velutina zu schwächen.

    Wieso kommt mir jetzt der Uriahsbrief in den Sinn, was sicherlich illegal wäre.

    Der Notwehrparagraf dürfte aber gegeben sein, zumindest in Frankreich bei der Untätigkeit der Behörden.

    Das Karlsruher Regierungspräsidium hat ja auch noch keine Idee, die Artenvielfalt diesbezüglich zu schützen.

    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    V. velutina ist nicht allzu flink, wenn Du sie im sg.

    Stationärflug, ihrer Lauerstellung mit Bereitschaft zum Sturzflug, erwischen kannst. Daher auch die Erfolge von herumlaufenden Hühnern, die sie wohl zu schnappen wissen.

    Es gibt ja auch Imker die den ganzen lieben Tag damit verbringen können, sie mit Badmington -Schlägern zu Fall zu bringen und dann zu zertreten.

    Aber wie willst Du, auch mit Staubsaugermethode

    über Tage, Wochen, Monate durchhalten?

    Du beseitigst 10-20 VV, und am Tag darauf kommen sie zu 50 wieder. Ein aussichtloser Kampf der das Uebel nicht an seiner Wurzel, sprich dem Nest der Hornissen, packt.


    Was verstehst Du unter "Notwehrparagraf"?

    Ich suche nach etwaigen juristischen Möglichkeiten, den franz. Staat wegen einem direkt erlittenen geschätzten Schaden von 4800 €, in der Folge Verlust meines seit 2008 angemeldeten Imkerei-Betriebs, sowie Nichtbeseitigung einer Gefahr, (musste wegen einem VV-Stich den Arzt aufsuchen) zu verklagen.

    Dieses Mal ist das Fass übergelaufen.


    Trotzdem will ich sachlich bleiben und vor allem

    ohne Hass, am wenigsten gegen ein Tier das auf dem Seeweg ungewollt in unsere Breiten befördert wurde und nun den vorhandenen neuen Lebensraum voll ausnutzt.

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Haha, das Thema eignet sich perfekt für einen tollen Science-Fiction-Film:


    Die Vv arbeitet sich weiter nach Nordosten vor - sagen wir bis nach Berlin. Innerhalb von nur 2 Jahren erreicht sie eine volle Ausbreitung, die Voraussetzungen sind ideal: Berlin ist die Stadt mit der größten Bienendichte und reichlich Straßenbäumen. Schnell ist das Stadtgebiet überzogen mit Nestern, alle 200m ein Nest mit über 1.000 Individuen, die selbst nach Personalverdoppelung der Berliner Feuerwehr nicht flächendeckend abgeräumt werden können. Das Reservoir in den weitläufigen Wäldern Brandenburgs ist unerschöpflich. In randenburg schießt man nun nicht mehr Wölfe, sondern Velutina-Nester.

    Als erstes reagiert der Senat mit einem Verbot der Hobby-Imkerei in Berlin, nachdem 3 Fälle von Velutina-Stichen bei Imkern bekannt werden: einer führt zu einer Krankenhausaufnahme, ein 2. ereignet sich gegenüber einer Grundschule. Letzterer bringt das Fass zum überlaufen. Bienenstände von Hobbyimkern werden eindeutig als Velutina-Magnet identifizert - den meisten Hobbyimkern wird sowie ihr Hobby verleidet, denn Cafétrinken neben den Beuten verliert jede Gemütlichkeit angesichts der ständigen Kämpfe an den Fluglöchern und den Bildern von im Flug abgefangenen Pollensammlerinnen.

    Bereits im 2. Jahr unterlassen Berufsimker das Anwandern der Berliner Lindenblüte aus Angst vor massiven Völkerverlusten, denn die Berliner Velutina-Völker leiden nun erheblich unter der Bienenknappheit; Hummel- und Wespennester wurden den Sommer über schon nicht mehr gesehen.

    Derweil werden erste Berichte über massiven Beflug von Fleisch und Fischständen auf Wochenmärkten durch Velutina bekannt.

    Im Herbst des 2. Jahres beschließt der Berliner Senat dann, dass aus Sicherheitsgründen wegen der Velutina auf Freiluftveranstaltungen keine fleisch-, fisch- oder zuckerhaltigen Speisen mehr angebotenen werden dürfen. Die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036 muss zurück gezogen werden.

    Und der erste Herbststurm dieses grauen Novembertages fegt die Blätter von den Berliner Bäumen, in denen man nun die kugeligen Nester in den Zweigen hängen sieht, wie es früher nur von Misteln bekannt war ...


    Nichts regt die Phantasie besser an, als die Angst vor dem Unbekannten!


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Auf jeden Fall hört sich das alles nicht sehr positiv für die Zukunft an. Im Vergleich mit der VV ist die Varroa und der SHB da ja eher wie ein Kindergeburtstag.


    Ich kenne einige Imker die schon gesagt haben das sie beim Auftreten des SHB wohl die Segel streichen werden, da wußten die aber noch nix von der VV.


    Meiner Meinung nach ist das Schlimmste auch das man aktuell wirklich nichts dagegen tun kann. Soll es denn wirklich die Zukunft sein notfalls dann immer mit seinen Völkern aus dem Flugbereich der VV zu flüchten? Und wie groß wird die Lust und die Motivation sein wenn einem 3x in 5 Jahren 3/4 des Völkerbestandes dezimiert wurde dann immer wieder neu anzufangen?!


    Wahrscheinlich wird erst ein drastischer Einbruch der Völkerzahlen notwendig sein bevor Reaktionen von Politik und ähnl. komen werden bzw. das Thema auf die Tagesordnung kommt.

  • In Bayern gibt es nun Bee Warned ans Antwort auf die velutina und SHB. Guter Vortrag auf dem Apisticustag. Bis auf hohen Bewuchs vor den Fluglöchern und den Tipp, starke Völker zu halten, gibt es keine Lösung. Die Art kann grosse Nester zumindest unter den Bedingungen BaWü bilden aber bisher wurden scheinbar keine ausreichenden Nestdichten erreicht um das hawking vor Bienenvölkern auszulösen. Fallen werden klar abgelehnt da bisher keine spezifisch velutina-fangende Falle bekannt sei.

    Tolles Projekt, vor allem sammeln sie auch Meldungen der crabro um zu checken ob die velutina die crabro verdrängt...dazu gibt es bisher keine Erkenntnisse. Man kann dort auch visitenkarten-grosse Bestimmungshilfen bekommen damit man verdächtige Wespen/Käfer oder Larven bestimmen kann!


    M.

  • Auf jeden Fall hört sich das alles nicht sehr positiv für die Zukunft an. Im Vergleich mit der VV ist die Varroa und der SHB da ja eher wie ein Kindergeburtstag.

    Genau solche Sprüche ist jetzt das was die Imker brauchen. Wenn die Varrose für Dich ein Kindergeburtstag ist, dann sage gute Nacht Zukunft Imkerei.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Auf jeden Fall hört sich das alles nicht sehr positiv für die Zukunft an. Im Vergleich mit der VV ist die Varroa und der SHB da ja eher wie ein Kindergeburtstag.

    Ehrlich gesagt fände ich das genau anders rum: Der SHB wird mit dem Schlendrian mancher Imkereien richtig aufräumen - keine "mal-so-eben-abstellen"-Wabenlager in Garagen oder Bienenhäusern, umgehend zu verarbeitendes Deckelwachs, usw....wer sich daran dann nicht hält, wird mit einer gärenden Suppe bestraft da die SHB-Larven Hefepilze ausscheiden.

    Das gibt dann schon mancher Imkerei den Rest wenn man dan aufräumen muss!

    Zusammengebrochene Völker durch VV kennt man ja nun schon prinzipiell aus dem Varroa-Zeitalter und können im Folgejahr neu erworben werden - die wird vielleicht nur mit Konzepten wie dem Einwaben-Ableger aufräumen...mal sehen. Die VV sehe ich wirklich weniger als Problem als SHB; der macht ganz schön Mist...


    Doch insgesamt ist bisher weder in Frankreich, noch Nordamerika oder Italien die Imkerei wegen VV oder SHB zusammen gebrochen. Geht also doch - vielleicht nicht einfacher aber anders. Leichter wird´s nimmer...


    M.

  • Zitat

    Genau solche Sprüche ist jetzt das was die Imker brauchen. Wenn die Varrose für Dich ein Kindergeburtstag ist, dann sage gute Nacht Zukunft Imkerei.


    Gruß Eisvogel

    Was heißt hier Sprüche?! Ist ja nicht böse gemeint. Aber aktuell schaut es doch so aus das man mit guter imkerlicher Praxis die Varroa und (nach bekannten Erfahrungen aus den USA) SHB im Griff hat.


    Nach den Darstellungen hier sieht das bei der VV aber nicht so aus. Da hilft nur Notfalls mit den Bienen umziehen.


    Wenn jetzt aber schon so manche Imker mit der Varroa arg zu kämpfen haben, dann werden diese bei zusätzlich SHB und VV komplett kapitulieren.


    Wie schon geschrieben, Fehler werden dann wohl noch gnadenloser bestraft.

  • Noch ein Wort zu Hornissenfallen:

    Während der Saison verständlich,

    im zeitigen Frühjahr entgegen allen (falschen) Ratschlägen gar nicht zu empfehlen.

    Achtung: Die Meinung durch Abfangen der das Winterquartier verlassenden Jungköniginnen, noch bevor sie zu Nestgründerinnen werden, sei eine lobenswerte Initiative, ist nicht richtig !

    Besser gesagt: Käse.

    Die Fallenstellung im Frühling fördert das Überleben der Hornissen-Königinnen, also potentiellen Nestgründerinnen, indem sie ihnen erspart, gegen die -in welcher Falle auch immer- gefangenen Rivalinen den Kampf auf Leben und Tod führen zu müssen.

    Möglicherweise hat man eine starke Jungkönigin gefangen, die im Kampf um die Nestgründung jedoch ihrerseits 4 oder gar 5 Rivalinen beseitigt hätte.

    Erläuterungen: die meisten Jungköniginnen überleben den Winter nicht. Von denen, die im Frühjahr noch am Leben sind, sterben ihrerseits wieder die meisten im Einzelkampf mit ihren Schwestern und Kusinen.

    Sie versuchen sich das Nest anzueignen, dessen Vorbereitung bereits eine Rivalin begonnen hat und kämpfen dafür.

    Wieder ein System der natürlichen Regulierung: Je mehr Königinnen es gibt, desto höher ist deren Sterblichkeit. Wenn man also einige weggefangen hat, gibt man die Nestgründung für andere frei, die nicht einmal mehr kämpfen müssen.


    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Sorry, das ist eine pauschal formulierte unhaltbare Behauptung.

    Dazu müsste man wissen wieviel von 100 Jungköniginnen nach Variante A oder B überleben und erfolgreich Nester gründen könnten.


    Weiter ist Variante B Bestenauslese und nur die stärksten und vitalsten Überleben, was ja weniger gut ist, da sie sich augenscheinlich hervorragend an die neue Umgebung angepasst haben.


    Liebe Grüße Bernd