Asiatische Hornisse

  • Moin, moin,


    mir ging es um die Beobachtung, dass deren Königinnen um Nistplätze kämpfen (sollen) und den Schluss, dass es dabei zur Auslese der Stärksten käme.

    Nach meiner mitgeteilten Beobachtung tun sie das nicht zwingend, und ich wollte zu bedenken geben, dass vielleicht auch die Beobachtungen bei der V. velutina gerade in den Frühstadien noch lückenhaft sein könnten, und ein unter bestimmten Rahmenbedingungen beobachtetes Verhalten irrig als allgemeingültig beschreiben.

    Dass die V. crabro für Bienenvölker in der Regel kein Problem darstellt, außer vielleicht bei voll offenen Fluglöchern, Futternot und sehr vielen Hornissen in sehr großer Nähe.... Zwei Nester unter 400 m führten zu gelegentlichen Besuchen am Bienenstand, aber räubernde Bienen und Wespen waren, in dieser Reihenfolge, weitaus problematischer. Interessanterwese sahen das die Bienen auch so, und wehrten mit erster Priorität Bienen ab. Erst als da der Räuberdruck aufhörte, haben sie sich un Wespen gekümmert.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Gerade las ich im Greenpeace Magazin 2.19, dass man im Nationalen Institut für Agronomieforschung INRA in Bordeaux eingefangene Vespa velutina betäubt, mit 0,28g schweren Sendern versehen und per Funkpeilung zu ihren versteckten Nestern verfolgt hat. Ob das mehr als Forschung ist, vermag ich nicht zu berteilen.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Gerade las ich im Greenpeace Magazin 2.19, dass man im Nationalen Institut für Agronomieforschung INRA in Bordeaux eingefangene Vespa velutina betäubt, mit 0,28g schweren Sendern versehen und per Funkpeilung zu ihren versteckten Nestern verfolgt hat. Ob das mehr als Forschung ist, vermag ich nicht zu berteilen.

    Karl

    Hi Karl,


    Der Sender arbeitet kurzzeitig, einmal und ist teuer (150€?). Der Empfänger kostet ein paar tausend Euro.


    Grüße

    Patrick

  • Gerade las ich im Greenpeace Magazin 2.19, dass man im Nationalen Institut für Agronomieforschung INRA in Bordeaux eingefangene Vespa velutina betäubt, mit 0,28g schweren Sendern versehen und per Funkpeilung zu ihren versteckten Nestern verfolgt hat. Ob das mehr als Forschung ist, vermag ich nicht zu berteilen.

    Karl

    Sieh hier:

    Searching for nests of the invasive Asian hornet (Vespa velutina) using radio-telemetry

  • Gerade las ich im Greenpeace Magazin 2.19, dass man im Nationalen Institut für Agronomieforschung INRA in Bordeaux eingefangene Vespa velutina betäubt, mit 0,28g schweren Sendern versehen und per Funkpeilung zu ihren versteckten Nestern verfolgt hat. Ob das mehr als Forschung ist, vermag ich nicht zu berteilen.

    Karl

    Sieh hier:

    Searching for nests of the invasive Asian hornet (Vespa velutina) using radio-telemetry

    Keeling et al.18 prognostizieren, dass es innerhalb von 10 Jahren über 50.000 Nester in ganz England und Wales geben wird und in 20 Jahren die Tragfähigkeit erreichen wird.


    42. Monceau, K. & Thiery, D. Vespa velutina nest distribution at a local scale: an 8-year survey of the invasive honeybee predator. Insect Sci. 24, 663–674 (2017).


    …3 km−2 within 10 years42 (although this included embryo nests which subsequently may not have reached maturity) and, with no control, Keeling et al.18 predict that there will be over 50,000 nests across England and Wales within 10 years, reaching carrying capacity in 20 years…


    Grüße

    Patrick


  • Hallo zusammen!


    Könnte die Vespa velutina mit Bakterium thuringensis bekämpft werden?


    Anfang der neunziger Jahre erlebte ich, wie der Schwammspinner die umliegenden Wälder leer fraß. Das Schmatzgeräusch der Raupen war zu hören, fürchterlich! Mit einem Häutungshemmer, vom Hubschrauber gespritzt, wurde versucht, die Wälder zu retten.

    Sie drangen in die Dorfgärten ein. Ich konnte unseren Apfelbaum mit Spritzungen von Bakterium thuringensis (Durchfall bei jungen Raupen).


    Laut Wikipedia gibt es verschiedene Thuringesis-Linien. Siehe den Artikel dort.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_thuringiensis


    Reagiert das Bakterium auch bei fleischverarbeitenden Velutina?


    Dann könnte ja eine "Futterstation" mit Einfluglöcher gebaut werden, die zu klein für unsere einheimische Hornisse sind.

    Wie groß müssten die Einflugöffnungen sein, um der Velutina den Zutritt zu ermöglichen, der Crapo aber zu verwehren?


    Unsere Hornisse habe ich inzwischen als Gesundheitspolizei für "serbelnde" Ableger (Kümmerlinge) zu schätzen gelernt. Obwohl ein Crapo-Nest 80 Meter entfernt war, strotzten die Völker vor Vitalität (Vielleicht deswegen? Kranke Bienen wurden verfüttert?)


    Melanie ("Hymenoptera") wüsste wahrscheinlich am Ehesten Bescheid. Sie wird natürlich unsere geschützten Wespen im Blick haben.

    Gehen diese auch ran?

    Die Mittlere Wespe hat doch anscheinend nur Fliegen im Visier. Um die Deutsche Wespe und die Gewöhnliche Wespe müssten wir uns vermutlich keine Sorgen machen.


    Wenn die Karlsruher Imker eine Versuchsreihe starten würden, wüssten wir mehr.

    Ich hoffe, ich muss solche Versuche dieses Jahr nicht machen. Die Sichtung der Velutina in Neulingen-Nussbaum (Enzkreis) ist Luftlinie nur ein paar Kilometer entfernt.

    Herzliche Grüße

    Andreas


    Gruß an Patrick, bei dem es bei seinem Standort in Brackenheim vermutlich auch nicht mehr lange dauern wird, bis er unerwünschten Besuch bekommt.

  • Es gibt bisher keine selektive Falle und der Grössenunterschied ist zu gering um das über Öffnungen zu regeln. Auch angeblich selektive Fallen versagten und sowohl VC als auch viele kleinere Arten gehen darin zugrunde. Dr. Höcherl von Bee Warned betonte das ausdrücklich in ihrem Vortrag und in der 8-Jahres-Studie konnte kein Effekt der Fallen nachgewiesen werden.

    Fallen funktionieren einfach nicht, da beisst die Maus keinen Faden ab....


    M.

  • Hallo!

    Ich meine keine Falle, sondern eine Futterstation für die Velutina mit fleischlichem Angebot, versetzt mit Thuringensis.

    Dass mit dem geringen Größenunterschied in Melanies Post (#110) ist wirklich schade.

    Auf die Idee mit Thuringensis kam ich, da Vögel, die die geschädigten Velutinanester plündern, nicht geschädigt werden.


    Andreas

  • In Frankreich sind sie ja mit der ganzen Geschichte schon etwas weiter als wir. Hier wurde zumindest schon ein (bzw. 2) natürliche Feinde ausgemacht.


    Zum einen Blasenkopffliegen. Hierbei wurden 12 Kolonien über 3 Monate (in 2013) beobachtet, davon haben sich allerdings nur 3 an den zuerst gesichteten Orten entwickelt. Von 2 der restlichen 9 Kolonien konnten die toten Königinnen "gefunden" werden. Beide waren von dem genannten Parasiten befallen und daran verendet. (Quelle)


    Als zweites wurde auch schon ein Wespenbussard gesichtet, der sich eine VV erbeutet hat. (Quelle)


    Ich denke zurückdrängen wird es die VV nicht, aber hoffentlich wird sich früher oder später ein Gleichgewicht einstellen.

  • ...Futterstation für die Velutina mit fleischlichem Angebot, versetzt mit Bac. Thuringensis.

    Dazu muß man aber erwähnen, daß - sollten Bienen in Kontakt zu Bac. Thur. kommen - die Futterkranzproben aus solchen Völkern für lange Zeit (Prof. Genersch: 10 Jahre!) entwertet sind, da Sporen des Bac. Thur. in der Anzuchtprobe im Labor viel schneller wachsen als von Paenibac. Larvae (AFB) und somit die AFB-Kultur überwuchern.

  • ...Futterstation für die Velutina mit fleischlichem Angebot, versetzt mit Bac. Thuringensis.

    Dazu muß man aber erwähnen, daß - sollten Bienen in Kontakt zu Bac. Thur. kommen - die Futterkranzproben aus solchen Völkern für lange Zeit (Prof. Genersch: 10 Jahre!) entwertet sind, da Sporen des Bac. Thur. in der Anzuchtprobe im Labor viel schneller wachsen als von Paenibac. Larvae (AFB) und somit die AFB-Kultur überwuchern.

    Das ist interessant ribes

    Kann das auch passieren, wenn man seine Waben mit B401 einsprüht?

    Sorry für´s OT