1 zargiger Ableger wie erweitern???

  • Hallo zusammen,


    ich brauche die berüchtigten 4 Meinungen der 3 Imker. Also einfach alles schreiben, ich sammle.


    Mein 1 zargiger Ableger muss nun langsam erweitert werden. Daher gleich die erste Frage, wann würdet Ihr das machen. Er macht bis dato einen guten Eindruck, so weit ich das beurteilen kann.


    Er soll auf 1,5 Zander im Naturbau erweitert werden. Ich habe Dreieckleisten in die Rähmchen eingefügt.


    Wie mache ich das nun? Was wird besser angenommen? Auf oder untersetzen?


    Ich freue mich auf diverse Tipps und Erfahrungen Eurerseits.


    Gruß

  • Oh, habe ich mich falsch ausgedrückt. Er sitzt auf einer Standartzanderzarge und muss doch erweitert werden, oder?

    Wieso «muss»? Quillt er bereits hoffnungslos über? Ich befinde mich in derselben Situation und werde den Bienen noch etwas Ruhe gönnen (die Futtersituation passt), d.h. ich werde erst bei Trachtbeginn mit Absperrgitter und einem Honigraum erweitern.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Der Garagendachimker will die Mädels vom 1,0 auf 1,5 umziehen, wenn ich das richtig verstehe, oder?

    Damit kann er doch noch zuwarten. Ich will meine Bienen auch umziehen, werde das aber erst Ende Juni machen, im Zuge der Vermehrung. Das Frühjahr ist doch für solche Projekte eher ungeeignet, nicht?

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • BaarImker hat mich richtig verstanden. So ist es geplant.


    Wenn ich Euch richtig verstehe, könnte / sollte ich auf einer Zarge bleiben?


    Ich hatte mir das so vorgestellt. Ich packe die 1,5 Zarge drunter und die Bienen können dann in Ruhe nach unten bauen. Wenn genug ausgebaut ist und die Königin unten ist, würde ich die obere Zarge per Absperrgitter für die Königin sperren. Da hätte ich dann die aktuelle Zarge als Honigraum. Bis dato ist es mir auch erst einmal egal ob die Waben schon bebrütet sind. Wenn der Honig nicht schmecken sollte, kann ich das ja für das nächste Jahr ändern. Würde das funktionieren oder bauen die Bienen zu langsam nach unten und ich müsste noch einen 1,0 Honigraum oben aufsetzen?

  • meine Zander-Ableger bekommen die kommenden 3-4 Wochen sicher noch keine Erweiterung (Honigraum- oder Brutraumzarge). Die 1-zarger sind ja fast leer und haben jetzt jede Menge Platz und draußen gibt es hier nichts - außer Wasser. Man sagt ja, zur Kirschblüte, also Mitte April, erweitern. Nur evtl. 1-2 Wochen vorher.

    Und so ganz traue ich dem Wetter nicht: es mag jetzt warm werden, aaaber ... ein kleiner Raum ist bei Kühle etwas besser.

  • Die nächsten Wochen nimmt die Volksstärke noch mehr ab als zu, da viele Völker erst mit dem Ende der Frostphase das Brutgeschäft (wieder) aufgenommen haben. Da muss jetzt nichts erweitert werden, sondern ein enger Sitz erleichtert den Wärmehaushalt.


    Meiner Erfahrung ist, das untergesetzte Bruträume nur zögerlich ausgebaut und bestiftet werden. Wenn du im Frühjahr unbedingt den Formatwechsel durchführen willst, dann aufsetzen und nach den ersten Stiften die Königin mittels Absperrgitter in den oberen Brutraum sperren. Honigraum nicht vergessen. Weitere drei Wochen später ist der untere BR leer und kann weg.

    Das kostet dir aber vermutlich die Frühtrachternte und mit erhöhtem Schwarmdusel würde ich rechnen.


    Einfacher ist der Formatwechsel im Juli - Stichwort TBE.

    Kostet keinen Honig, kann sogar noch was zusätzlich bringen und die Varroabehandlung ist auch meistens erledigt. Die Brutscheune kann auch zur Vermehrung genutzt werden - abhängig von der Varroabelastung.

  • BaarImker hat mich richtig verstanden. So ist es geplant.


    Wenn ich Euch richtig verstehe, könnte / sollte ich auf einer Zarge bleiben?


    Ich hatte mir das so vorgestellt. Ich packe die 1,5 Zarge drunter und die Bienen können dann in Ruhe nach unten bauen. Wenn genug ausgebaut ist und die Königin unten ist, würde ich die obere Zarge per Absperrgitter für die Königin sperren. Da hätte ich dann die aktuelle Zarge als Honigraum. Bis dato ist es mir auch erst einmal egal ob die Waben schon bebrütet sind. Wenn der Honig nicht schmecken sollte, kann ich das ja für das nächste Jahr ändern. Würde das funktionieren oder bauen die Bienen zu langsam nach unten und ich müsste noch einen 1,0 Honigraum oben aufsetzen?

    Möglich ist sicher vieles. Gleichzeitig auf- und untersetzen dürfte aber schief gehen. Wenn Du unten ausbauen lassen willst, darfst Du sie nicht gleichzeitig nach oben locken.


    Ich werde es so handhaben: Jetzt lasse ich meine Völker in Ruhe. Im Sommer, Ende Juni werde ich die vom Immenreiner beschriebene Flugling-/Brutling-Methode anwenden: Der Flugling wird in den neuen, grösseren Zargen erstellt, ich habe dann also so viele Völker wie jetzt in der neuen Zarge. Gleichzeitig kann ich gegen die Varroamilbe behandeln; Bauerneuerung ist auch inklusive. Die Brutlinge sind dann halt noch in den alten Zargen, aber die haben wir ja eh noch. Schlimmstenfalls entledigen wir uns ihrer im nächsten Jahr. Du kannst die Waben aber auch ausschneiden und in die grösseren Rähmchen basteln. Das funktioniert durchaus; ich habe schon mal Bienenkisten-Waben in Magazinrähmchen eingepasst. Der Wabenbau ist relativ weich und lässt sich in die Drähte drücken (mit Gefühl!). Dann bindest du Drähte rundherum oder fixierst mit Gummis. Nach wenigen Tagen sind die Waben fest ins Rähmchen eingebaut, wenn alles rund läuft.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Wenn man untersetzt, wird entweder nicht ausgebaut oder die obere Zarge verhonigt.

    Wenn man aufsetzt, wird typischerweise gut ausgebaut. Dann sollte die Königin auf die neuen Waben gesetzt werden und zwischen die alte und neue Zarge ein Absperrgitter gelegt werden. Sowie die Brut unten ausgelaufen ist, müssen die alte Zarge und das zwischengelegte Abperrgitter entfernt werden, damit die Drohnen freie Fahrt bekommen.

    Aufsetzen sollte man erst, wenn die alte Zarge mit Bienen gut gefüllt ist.

    In jedem Fall kostet das Umwohnen zum jetzigen Zeitpunkt Honig. Wenn man das dagegen nach der letzten Tracht macht, kostet es nur Winterfutter.

    Gruß Ralph