Die Wachsmotte und der alte Zopf

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    Hallo Forianer und Frühjahrsstarter!


    Insbesondere nochmal an Erst-Erleber und Neueinsteiger oder solche, die es werden wollen.

    Nicht jeder hat bereits Waben zum Einlagern oder imkert in kleinen Stückzahlen und irgendwann kommt halt das Thema.

    Dazu findet sich auch sehr viel, das Netz spuckt eine Menge aus: schon bei Wiki steht unter Wachsmotte nachlesbar:


    "...Larven ernähren sich von Pollenresten und den zurückgelassenen Kokons von bebrüteten Zellen der Waben....Teilweise fressen die Wachsmottenlarven auch den Wabeninhalt samt den enthaltenen Eiern oder Larven....Von reinem Wachs können sich die Larven allerdings nicht ernähren..."


    Und zur Wabenhygiene gibt es auch gute und immer noch ratsame Zusammenfassungen wie z.B. diese hier


    Jedoch auch dort steht:

    "...Werden bebrütete Waben eingelagert, muss –falls eine dauerhafte Lagertemperatur< 10 Grad nicht gewährleistet ist –eine Bekämpfung der Wachsmotten erfolgen, da

    sonst das Wabenwerk und die Holzteile zerfressen werden..."


    Tja, somit gibt sich der nun pseudo-informierte Ersteinlagerer der Illusion hin, da sind nur Leerwaben oder gar lediglich bereits eingelötete MW in den Rähmchen. Da ist alles gut. Keine Behandlung.


    Leider haben die Viecher das alles nicht nachgelesen - tun die Bienen ja auch oft nicht, gelle?


    Und dann sieht es so aus wie das hier. OK, das ist gegen das Tagewerk in echten bebrüteten Waben mit Aufessen von allem, was da im Wabenlager drin war plus Maden und oder verpuppten Motten oder sonstigen Ergebnissen noch harmlos.

    Aber ärgerlich.


    Also besser was machen :thumbup:

    Ich wusste um die Effekte, wollte immer, und irgendwie ist dann der Oktober so schnell rum, der November auch, usw. :S


    imkerforum.de/attachment/9554/

  • Hatte ich auch schon!


    Ich habe es auf meine Schlamperei beim Abkratzen der ausschmolzenen Waben im Dampfwachschmelze geschoben!

    In diesen blöden Rillen im Unter- und Oberträger waren immer noch wenig Reste vom ausschmelzen drinne. Somit war das evtl. schon wieder atraktiv für Wachsmotten dort ihre Eier abzulegen!


    Hattest du das auch in neuen Rähmchen? Auf den Bildern sind das gebrauchte, oder?


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Richtig, das ist in gebrauchten Rähmchen.

    Den Effekt hatte ich bereits des öfteren - nur bin ich`s diese Saison selbst schuld, weil verbummelt.


    Aber die Rede ist offiziell eben immer bloß von bebrüteten oder unbebrüteten Waben.

    Wer MW in gebrauchte Rähmchen lötet, denkt also doch an sowas erstmal nicht und macht erst gar nix.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Gerade kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass sie sich auf der Suche nach Futter durch die Waben nagen und dann verhungern. Weiss bloss nicht mehr, wo das war. Klang aber nachvollziehbar.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • ...auf meine Schlamperei beim Abkratzen der ausschmolzenen Waben im Dampfwachschmelze geschoben!


    In diesen blöden Rillen im Unter- und Oberträger

    Mit entsprechender Hitze- oder Kältebehandlung sind alle Stadien der Wachsmotte incl. Eiern abtötbar, z.B. für Große Wachsmotte:

    http://www.schaedlingskunde.de…e-Galleria-mellonella.htm


    Die erforderlichen Temperaturen sollten beim Ausschmelzen erreicht werden, so daß die Rä. als wachsmottenfrei gelten könnten. Die Wachsmotte muß also später, nach dem Ausschmelzen ihre Eier abgelegt haben, resp. es muß erwachsene Tiere nach dem Ausschmelzen geben haben oder die MW waren bestiftet.

    Daß Spalten und Nuten zur Eiablage bevorzugt werden, ist nur natürlich. M.W. ist Bienenweber der einzige, der seit Jahren gegen die Nuten in den Rä. propagiert und nutfreie Rä. bzw. wenigstens mit nutfreiem UT anbietet.

  • Ich mag Nuten 8)


    die könn jetzt auch nix dafür, dass die Viecher da drin sind

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Das sieht zwar nicht hübsch aus, finde ich aber undramatisch. Über eine halbe Generation kommen diese mangelernährten Wachsmotten bestimmt nicht hinaus. Wenn die den alten Restschmodder aus den Ritzen fressen, soll es mir recht sein. Unsere Damen bringen das schon in Ordnung, wenn die neuen MW erst mal in der Beute sind. Dann liegen diese Gespinstreste ein paar Tage später auf dem Gitterboden.


    Ganz entspannt

    Kikibee

  • M.W. ist Bienenweber der einzige, der seit Jahren gegen die Nuten in den Rä. propagiert und nutfreie Rä. bzw. wenigstens mit nutfreiem UT anbietet.

    Bei uns in Berlin verkauft der "Imkereifachhandel Jesse" Rähmchen ohne Nuten, evtl. sogar ausschließlich.


    Meine Rähmchen (Dadant Honigraum i.T.) von Bienenweber haben Nuten. Bisher wollte ich es auch lieber mit Nut, aber angesichts des drohenden Beutenkäfers überlege ich auch, ob es nicht ohne Nut besser wäre. Doch das beißt sich mit dem Wunsch nach ungedrahteten Honigrähmchen...




    Von wegen die Wachsmottenlarven bräuchten über 10°C für ihre Entwicklung - die Mistviecher sind ähnlich wie die Bienen dazu in der Lage, ihre Kolonietemperatur über die Umgebungstemperatur zu heben. Soll heißen: wenn da ein paar hundert Wachsmottenlarven im Wabenschrank toben, dann können die sich auch bei kaltem Wetter noch wunderbar entwickeln, weil sie es sich selbst kuschelig warm aufheizen.



    Kann man eigentlich jetzt nach diesem kalten Februar damit rechnen, dass im ungeheizten Gartenschuppen alle Wachsmotten und Wachsmottenpuppen tot sind? Vermutlich auch eher nicht...

  • Nach den Angaben des Institutes für Schädlingskunde (s. Link in #6) dürften nach den zweistelligen Minustemperaturen im Schuppen alle Stadien abgetötet sein. Der restliche Inhalt des Wabenschrankes wird jedoch sehr bald Wachsmotten aus der übrigen Umgebung zur erneuten Eiablage anziehen, das ist ebenso sicher. In den Bienenstöcken bspw. leben den ganzen Winter über einige Larven und fressen so vor sich hin. Jedenfalls zeigen das einschlägige Gemüllanalysen.

  • Hi Kiki,


    huäää - ich hab die paar mit in den Schmelzer geschmissen heute.

    Dann bin ich eben pingelig :P;)


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • :lol::lol: ja, ja, jaaaa.... isch weiß


    man kann sie auch beim Essen HÖREN :eek:

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    Hans Kasper