Vortrag Torben Schiffer zu "artgerechten Beuten" am 7.3.2018 - kleines Resumée

  • Ich habe auch dieses Jahr in meinen 4-Etagern HBB Bücherskorpione gesehen, aber wer da glaubt, das dadurch die Milben in den Völkern so reduziert werden und die Völker ohne Behandlung nicht eingehen der träumt. Es ist unbestreitbar das das Beutenklima für die Völker lebenswichtig sind.

    Drobi da stimmt dann einfach im Setup was nicht, sonst würden die Pseudoskorpione da richtig Party feiern. Unmöglich wäre es, wenn du hier so hochgelobte "Pseudowissenschaftler" mit ihren Aussagen in Frage stellen würdest ;)8)

    Aber vermutlich liegt es dann eben an deinem Standort oder sie finden im Gemüll einfach das was sie gewohnt sind dort zu fressen, nämlich Kleinstmilben die darin leben. Eine Beute mit geschlossenem Boden beherbergt garantiert ein vielfaches an Mitbewohnen wie eine mit offenem Gitterboden.

    Ob aber nun der Bien das ausgerechnet benötigt oder ob es ihm egal ist lass ich mal offen. In unserem Nest gibt es auch allerlei Kleinsgetier, Kleinstmilben, Hausstaubmilben und ob wir die da wirklich benötigen ist die andere Frage, unabhängig davon wird der Bücherskorpion garantiert auch im ein oder anderen Haus zu finden sein. Besonders in schönen Altbauten wo es noch viel Holz gibt. Muss man nun dort auch die Varroa auswildern damit er was zu fressen hat?

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Der Bücherskorpion hört sich toll an, aber es gibt viele Ungereimtheiten: Die Hohenheimer z.B. bezweifeln, dass er aktiv auf Jagt nach der lebenden Varroa geht. Dann ist zu bezweifeln ob er genügend fressen kann. Einer davon frist angeblich ca. 4 Milben/Tag. Da bräuchte man schon ne Menge Bücherskorpione. Hört sich für mich eher als zusätzliche, unterstützende Möglichkeit an, wie z.B. Drohenrahmenschneiden. Allerdings überleben die Bücherskorpion die AS Behandlung im Stock nicht, somit wäre die Unterstüzung von begrenzter Dauer ...

  • Herje, wer hat denn behauptet der Bücherskorpion wäre nun das allglückseelig machende und würde das Varroaproblem beseitigen?

    Davon habe ich ja noch nie etwas gelesen.

    Das kommt für mich doch gleich vor oder nach dem Lithiumclorid.


    Irgendwelche Ansätze, die dann durch wen auch immer gehypt werden (hausgemachtes Imkerumfeldproblem).


    Liebe Grüße Bernd

  • Danke,


    sehr interessanter Beitrag: immer wieder beeindruckend was man alles erforschen kann.


    Für mich als praktischen Imker sind die Erkenntnisse allerdings nicht wirklich relevant, denn ich denke nicht, dass die Beute ein wesentliches Problem in der heutigen Imkerei darstellt. Da gibt es ganz andere Themen, vor allem die Schädigung des Lebensraumes außerhalb der Beute, die mir sehr viel bedrohlicher scheinen. Oder anders ausgedrückt: 1 Weide zu pflanzen, ist in meinen Augen viel wichtiger, als sich mit Spielereien wie Stirnholzdeckel und Mulmwanne (da wirds dann auch eklig) zu beschäftigen.

    Hallo,

    und wielange reichen deine Erfahrungen mit einem anderen Deckel als den sonst üblichen und mit der „Mulmwanne“zurück?

    Große Worte, die Du da in den Mund nimmst.

    Ein paar Jahre machen und dann hier nochmal melden!

    Was ich begriffen habe ist,dass die Varrosbekämpfung nicht nur gegen diese sondern auch gegen alle in der Beute lebenden Organismen wirkt.

    Wer rundweg behauptet, dass die verbreitet angewendeten Beuten ein für Bienen ideales Klima bereitstellt, hat eine rosarote Brille auf.

    Einfach mal hier suchen. Er wird manche Sorgenfalte zwischen den Zeilen entdecken!

    Aber was will man denn mit den Beuten machen? Benutzen.

    Viele haben einfach nicht das Geld für einen Neuanfang oder nicht den Mumm.

    Ich finde kreatives Nachdenken produktiver als abfällige Ergüsse. Die sind ebensowenig „wissenschaftlich“ fundiert wie das über was man sich in der Weise auslässt.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • wenn man die Höhlen/Beuten sieht - ist der Bein flexibel, weil er muß sie nehmen wie sie sind ! Der Bien braucht keine Bücherskorpione, den ich bisher nur am Flugloch am Keilzwischenraum beobachtet habe , aber nicht in der Beute. Besondere Deckel u.a. können mit Brutpausen wie sie bei Schwärmen oder Hitze oder Kältezeiten eingelegt werden, fast keine Wirkung zeigen! Der Bien ist flexibler als die Beutenerfinder.

    Doppelwandige Deckel u.a. zur Kopfisolation sind bei allen Beutentypen zu finden, die Normbeuten wärmten sich im Block gegenseitig, obendrauf kam zusätzliche Isolation. Das passierte unabhängig von der Seitenwandstärke


    gruß Fred

  • Ein paar Jahre machen und dann hier nochmal melden!

    Da hast du dir ja genau den Richtigen zum Dampf-ablassen ausgesucht.

    Tom imkert in der ERB, ist also außen vor, wenn man den klassischen Magazinimker ins Visier nehmen möchte.

    Und natürlich hat er recht: Was nutzt der beste diffusionsoffene Stirnholzdeckel, wenn es draußen nichts Vielfältiges zu fressen gibt?

    Genau...

  • Es ging nicht ums Dampf ablassen. Es ging um die sehr geringe Akzeptanz.

    Ich hab wenig Akzeptanz für Völker, die ideologisch motiviert verrecken. Sei es aus dem eigenen Antrieb des Imkers, oder weil irgendeine Koryphäe eine neue Sau durchs Dorf getrieben hat. Ein rechtes Elend ist das.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das eine ist ohne das andere nichts!

    Das stimmt einfach nicht.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Das eine ist ohne das andere nichts!

    Weiß ich nicht, klingt aber nicht überzeugend.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass das Beutenklima, der Stirnholzdeckel, was auch immer, das Wohlbefinden des Biens in seiner Behausung steigern kann, ich glaube aber nicht, dass das irgendein fundamentales Problem löst - weder bei der Varroamilbe, bei Krankheiten allgemein noch was die Umwelt betrifft.


    Was aber auf jeden Fall funktioniert, und ich meine das völlig wertneutral: Man kann damit als gefragter Gastredner durch den DACH Raum tingeln und Vorträge halten, und vermutlich werden die sogar bezahlt. Und wenn's richtig gut läuft und man fleissig ist, hat man ein Buch am Start und vertickt das auch noch kräftig.

    Finde ich voll ok.


    Nicht OK: Wenn die Jünger der neuesten Lehre Anfänger dazu verleiten (und ich wiederhole mich hier zum 100. Mal), esoterische Bienenbeuten-doppelwandig-Bücherskorpoin-behandlungsfreie-Diffusionsdeckel Stunts mit Bienenvölkern zu machen, und immer dann, wenn das Volk doch verreckt, auf die Landwirte zu zeigen und "PSM! PSM!" zu krakelen.


    Grüße

    Ralf

  • sorry, ich kann den Quatsch von so jemanden einfach nicht für voll nehmen. Tut mir Leid keinimker, bring mal deine Erfahrung und Belege hier ein weshalb dies oder jenes funktionieren soll. Logisch haben wir zu 99% keine Optimal für die Bienen, aber willst du vielleicht so freundlich sein und uns erklären was denn das Optimal ist und weshalb genau deine Sichtweise auch das richtige für die Bienen ist?


    Bis dahin bleiben diese Pseudoskopionwissenschaftler in meinen Augen moderne Scharlatane die bisher noch nix neues erfunden/gefunden haben und nur auf alten Tatsachen herum reiten um sich zu profilieren.


    Nicht OK: Wenn die Jünger der neuesten Lehre Anfänger dazu verleiten (und ich wiederhole mich hier zum 100. Mal), esoterische Bienenbeuten-doppelwandig-Bücherskorpoin-behandlungsfreie-Diffusionsdeckel Stunts mit Bienenvölkern zu machen, und immer dann, wenn das Volk doch verreckt, auf die Landwirte zu zeigen und "PSM! PSM!" zu krakelen.

    :thumbup:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Einfach mal eine Probe machen.

    Kauf einen Geräteschuppen, etwa 3x3m, begehbar.

    Setze ihn auf Betonsteine, lass den Boden weg, stell in die Mitte einen Hocker, hänge ein Plastikzelt drüber und setz dich bei -10 Grad darein.

    Vergiss nicht ein paar Kilo Zucker!

    Und nicht das Zittern unterdrücken. Das erzeugt Wärme.🤣

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Dir ist bewusst, dass der Bien im Wabenbau lebt? Hat der Ferdinand Gerstung schon erklärt, vor gut 100 Jahren … :/

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).