Thymol Präparat ApiLife Var - Abbauzeit

  • Hallo zusammen,

    ich hab 2017 in der 2. Varroabehandlung im September das erste Mal ApiLife Var an sechs meiner Völker probiert. Hab die Streifen bis in den Dezember drin gelassen.

    Ein Teil wurde von den Bienen selber komplett entsorgt über Flugloch und Varroaschublade.

    Die Entmilbung hat wunderbar funktioniert und die Bienen sind gut durch den Winter gekommen und kommen mir jetzt schon recht stark vor.

    Ich hab diese Woche den Bodenschieber rausgezogen und das erste was mir aufgefallen ist, war der starke Thymol Geruch.

    Ist ja an sich nicht unangenehm - aber ich frage mich.... kann ich diese 6 Völker für die Tracht dieses Jahr verwenden?

    Thymol ist ja wasserlöslich. Hatte dieses Jahr über den Winter den Bodenschieber drin und daher war in den Beuten relativ viel Schwitzwasser.

    Vielleicht kommt daher der starke Geruch. Baut sich das "Thymol Aroma" über die nächsten Wochen selber ab?

    Mein Befürchtung ist, dass mit der bevorstehenden Einsetzenden Früh-Tracht im April... die natürlich dann auch das Thymol Aroma abbekommt.

    Wie lange braucht das Thymol bis das halbwegs abgebaut und aus dem Volk raus ist? Hilft da schon den Bodenschieber einfach komplett draussen zu lassen?

    Ist halt immer so ne Sache mit Dingen, die man neu ausprobiert - da kommt dann bei Ungereimtheiten schnell der Zweifel hoch.

    Danke für Eure Infos und Ratschläge.

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Ich zitiere mal kurz aus den Anweisungen die beim Serumwerk Bernburg zu finden sind:



  • Thymol ist als Mischung von hochkonzentrierten ätherischen Ölen nur sehr schwer wasserlöslich, dafür umso besser wachsgängig . Deshalb verbietet die Fachinformation für Thymol die Verwendung von Waben zur Honigproduktion, wenn diese im Vorjahr mit Thymol in Kontakt gekommen waren. Thymol darf höchstens 2 x jährlich angewendet werden, dabei jeweils 3 - 4 Wochen Einwirkzeit mit anschließender Entfernung der Streifen durch den Anwender, keinesfalls 4 Monate lang mit Entfernung durch die Bienen lt. Fachinformation des BVL:

    https://portal.dimdi.de/amis-l…nts-display#__DEFANCHOR__


    Mglw. ist das bei Produkten des Serumwerkes Bernburg anders geregelt.


    Unabhängig davon:

    Die Jahresberichte der Uni Hohenheim berichten immer wieder von Thymolrückständen in Bienenwachsproben. Auf Befragung erklärte Dr. Wallner, daß der Hobbyimker Thymol nur durch längeres Kochen des Wachses wieder reduzieren kann (Ausdünsten der ätherischen Öle).


    Auf die gestellte Frage hin würde ich Waben nicht einmal im BrR verwenden, solange sie nach Thymol riechen und der HoR aufgesetzt ist.

  • Auf Befragung erklärte Dr. Wallner, daß der Hobbyimker Thymol nur durch längeres Kochen des Wachses wieder reduzieren kann (Ausdünsten der ätherischen Öle).

    Dr. Wallner / Uni Hohenheim berichtet aber auch folgendes:

    "Nach der Auswinterung ist die Thymolbelastung im Wabenwerk hoch und sinkt dann aufgrund der zunehmenden Temperatur und der Ventilation der Bienenvölker allmählich ab. Die ersten, Anfang Mai analysierten Baurahmen zeigten Thymolgehalte im mittleren ppm-Bereich, aber bereits in der zweiten Serie waren die Gehalte unter 1 ppm gefallen und verringerten sich dann bei den folgenden sieben Serien weiter. Hohe Außentemperaturen scheinen einen Effekt auf die Thymolbelastung des Baurahmenwachses zu haben."

    Siehe hier: https://www.uni-hohenheim.de/o…-thymol-im-baurahmenwachs


    Auch Thymol belastete Mittelwände lassen sich durch offene luftige Lagerung durch Abdampfen des Thymols "entseuchen". Hohe Temperatur und Ventilation beschleunigen dies - wie im Bienenvolk auch.


    Grundsätzlich ist noch anzumerken, dass ein Belassen von Varroazid-Wirkstoffen im Volk über längeren Zeitraum Resistenzbildung fördert und daher bei jedem Wirkstoff vermieden werden muss.


    kelte

  • Na ja, nun ist es ja mal drin - im wesentlichen im Wachs. Es hilft erst mal nur lüften, denn die ätherischen Öle verflüchtigen sich ja nur bei erhöhter Temperatur über längere Zeit und bei entsprechender Luftzufuhr.


    Das besorgen die Bienen schon bei der Durchlenzung und spätestens im Mai sind, wie o.g. nur noch ppm drin, also quasi nix mehr.


    Da gibt es ganz andere Probleme...


    Rainer