Standort Feldrand

  • Hallo in die Runde!


    Ich bin momentan auf der Suche nach einem neuen Standplatz für meine Völker. Ich hätte einen Standort gefunden, der mir nahezu perfekt erscheint - bis auf einen Punkt: Der Standort liegt in nur etwa 5 m Entfernung zu einem bewirtschafteten Feld (meist Weizen, Mais, Raps, etc.)., dazwischen befindet sich eine Wiese.


    Ist diese Nähe zum Feld problematisch? Ich befürchte eine zusätzliche Beeinträchtigung der Bienen durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln "direkt vor der Haustüre" - insbesondere bei einem möglichen Sprühnebel. Wie nahe traut ihr euch mit euren Dauerständen an Felder?


    Mit dem Bauern werde ich natürlich vorab noch über meine Pläne sprechen. Zusätzlich würde ich mich aber über euren Rat freuen! Die Suche ergab leider wenig hilfreiche Information...


    Herzliche Grüße

    Wolfgang

  • Wenn du die Möglichkeit hast mit dem entsprechenden Landwirt zu reden, dann tue das unbedingt. Noch besser, wenn ihr den Spritzplan gemeinsam abstimmen könntet, dann kennst du die kritischen Zeiten. Ich habe meine Völker auch an einem Feldrand, eine abstimmung mit dem Landwirt ist leider nicht möglich. Und da ich vor 3 Jahren, als der Raps vor der "Haustür" stand, die größten Probleme mit meinen Völkern hatte, habe ich sie diesmal, wo wieder der Raps vor der Tür steht, schon weggenommen. Ich wil nicht wieder 80% Verlust riskieren. Hatte noch überlegt, ob ich ein Volk als "Bauernopfer" da lasse, um dann Nägel mit Köpfen machen zu können, aber ich habe es nicht fertiggebracht.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Danke Holmi und Manne für eure Antworten. Meine Befürchtungen scheinen also nicht unbegründet zu sein...


    holmi : Was heißt "den Spritzplan gemeinsam abstimmen"? Die Beuten vor dem Spritzen aus dem Gefahrenbereich bringen und danach wieder zurück? Das wäre mir zu umständlich...


    Manne : Welcher Abstand zum nächsten Feld / welche örtlichen Gegebenheiten erscheinen dir notwendig/sinnvoll?


    Wie haltet ihr das in der Praxis? Welchen Abstand zum nächsten Feld würdet ihr bei dauerhaften Standorten nicht unterschreiten, wenn nur eine Wiese dazwischen liegt?

  • Solange große Raps- und andere Flächen oder im Herbst große Zwischenfruchtblühflächen im Flugbereich liegen, ist die Gefahr für die Völker auch groß.
    Schon das systemische Grundrauschen im Boden spiegelt sich in den Völkern wider, bis sie besoffen ...

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Man muß differenzieren:


    Einmal geht es um direkte Einwirkung von Spritzungen bzw. Rangierraum für LW-Geräte auf den Bienenstock - also die Anwendung von PSM bzw. mechanische Einwirkungen/Erschütterungen im Nahbereich bis hin zum Flugloch. Da lassen sich Mindestentfernungen einfacher festlegen.


    Andererseits geht es um Einwirkungen von PSM, die indirekt in den Stock wirken - also vermittelt durch den Eintrag durch Sammelbienen (Pollen, Nektar, Wasser aus Wasserstellen/Pfützen - aber auch Guttationswasser, Propolis, PSM-Fracht im Haarkleid). Die Belastungsintensität v.a. in der zweiten Rubrik läßt sich nicht einfach mit der Entfernung korrelieren, weil es noch wesentliche weitere Faktoren gibt, die u.a. ganz wesentlich vom Sammelverhalten der Bienen abhängt. Berücksichtigen muß man auch, daß v.a. moderne PSM keine abschreckende Wirkung auf Bienen haben, z.T. sogar deren Sinneswahrnehmungen bspw. zur Attraktivität der angeflogenen Blütensorte ähnlich wie Suchtmittel überhöhen (bspw. Neonic`s in bestimmter Dosis) - s.a. hier #51:

    Flugkreisrechner

  • Nach meiner Erfahrung sollten die Bienen mindestens 100m Platz um die Beuten haben wo nicht gespritzt wird. Der Grund ist der, weil die Bienen oft Morgentau aus dem Gras holen Und würden dann vermehrt Gifte aufnehmen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Als bienenfreundlicher Imker meide ich die Nähe zur Erwerbslandwirtschaft und platziere meine Bienen (morgen) auf einer Streuobstwiese in Waldnähe, auch wenn sie 20 km entfernt ist. Meine Bienen haben unter Weinbau und Raps-/Maisfeldern gelitten, 2018 wandere ich erstmals alle Völker ab und nutze den Heimatstandort nur noch zum Einfüttern/Überwintern nach den letzten Weinbauspritzterminen.

    Gruß Steffen

  • Mit Spritzplan abstimmen meinte ich, dass der Landwirt dir seine Spritzplanung mitteilt und du so eine Chance hast, für Stunden das Flugloch zu schließen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Ja, Bienenhalten in Deutschland ist völlig sinnlos. Keine Chance! Überall Gift!

    Das solch ein Kommentar kommt ist ja mal wieder Sowas von vorhersehbar. :thumbdown:. Hier hat ein Imker berechtigte Bedenken und fragt nach Rat. Und nur zur Info, diese sollte man auch haben. Auf dem Land ist nun mal der Ackerbau vorrangig und dementsprechend wird auch verdammt viel PSM ausgebracht.

    Meine Völker stehen ungefähr 20 Meter vom Acker entfernt. Sie sind aber umgeben von einer grossen Tuja Hecke. Bietet Schutz vor Wind, aber nicht vor Abdrift. Bei mir in der Gegend wäre es egal, ob ich meine Völker woanders hinbringen würde, bewirtschaftete Felder gibt es bis vor den Toren Berlins einfach überall.