Zander einzargig - Humbug oder wirklich sinnvoll ?

  • Hallo,


    Ja, da ist Fingerspritzengefühl/Erfahrung notwendig...


    Faustformeln:

    • Wenn die Bienen täglich ausfliegen und Pollen eintragen, besteht keine Gefahr - dann kann man überflüssige Pollenbretter bedenkenlos entnehmen.
    • Wenn das Wetter sehr wechselhaft ist, aber keine größeren Kälteeinbrüche mehr zu erwarten sind, dann kann man die Pollenbretter wegrücken vom Brutnest, aber nicht entnehmen, einfach auf beiden Seiten des Brutnestes eine Leerwabe haben/setzen, dann die/das Pollenbrett(er) auf einer Seite des Brutnestes und auf der anderen Seite eine Futterwabe (nach der Leerwabe)
    • Wenn ein größerer Kälteeinbruch noch zu erwarten ist oder unmittelbar bevor steht, Pollenbrett nicht entnehmen aber von Brutnest wegrücken, eine Leerwabe dazwischen, auf der anderen Seite des Brutnestes direkt eine möglichst offene Futterwabe(n)

    Unabhängig davon, wenn ein Volk sehr stark ist, dann verbrüten die im Frühjahr diese Pollenbretter innerhalb von zwei Wochen und dann sind diese auch nicht überflüssig... ;-)



    Gruß

    Franz


    P.S.: Das sind Faustformeln, naturgemäß gibt es dazu auch Varianten und/oder Ausnahmen...

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  • Unabhängig davon, wenn ein Volk sehr stark ist, dann verbrüten die im Frühjahr diese Pollenbretter innerhalb von zwei Wochen und dann sind diese auch nicht überflüssig..

    Die Diskussionen dazu im IF sind mannigfaltig - was ist zuviel und was ist zu alt usw.


    Man kann beobachten,

    - dass alter Pollen aus dem Herbst des VJ's verbraucht wird, wenn dieser konserviert ist (mit einer Honigschicht überzogen) und es aufgrund von Kälteperioden keinen Nachschub gibt;

    - dass Pollen mitten ins Brutnest eingelagert wird und dieser dann auch sehr schnell verbraucht wird (in der Aufwärtsentwicklung);

    - dass überschüssiger Pollen grundsätzlich an den kältesten Stellen "eingelagert" wird (Außenwaben, sog. Pollenbretter);

    - dass überflüssige Pollenvorräte nicht abgebaut werden; volksabhängig kann es zu enormen Speichern kommen.


    Es ist eben ein dynamisches Geschehen und man muss m.E. darauf achten, dass die Einlagerung dem Verbrauch entspricht und da kommt es, je nach Gegend, schon mal im April zu Übervorräten, die dann die Schwärmerei begünstigen. Das ist aus Bienensicht völlig i.O.; denn nach dem Schwärmen fehlen die Sammlerinnen und man hat gut vorgesorgt.


    Insofern die Faustregel - nach den Eisheiligen kommt der überflüssige Pollen (Pollenbretter am Rand) raus; denn da liefert die Natur ausreichend Nachschub.


    Meine Meinung


    Rainer

  • Hallo, ich schreibe es auch immer wieder gerne, in den 80igern des letzen Jahrhunderts wurde im Westerwald 1 Zargig auf Freudenstein das ganze Jahr Völker erfolgreich geführt.

    Bis bald

    Marcus

    PS: braucht noch einer einen Marburger Feglingskasten in Freundenstein :O)

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Sehr interessante Beiträge!

    Und jetzt sammeln wir alle guten Ratschläge und Verfahrensregeln und machen daraus ein

    "1-zargiges Imkern für Anfänger! :)

    Genau, dass es Einzargig funktioniert will ich ja nicht ausschließen, aber für einen Anfänger ist es doch sehr schwierig.


    Rechnen wir mal...

    eine gute Kö legt ca. 2000 Eier am Tag, also in zwei Tagen dürfte eine Wabe bestiftet sein, das macht in 21 Tagen rund 10 Rähmchen voll Arbeiterbrut, ohne Drohnen, dann brauchen sie noch Pollen und etwas Futter, zudem sind die Randwaben nie ganz gefüllt, egal mit was... da komme ich locker auf 12-14 Rähmchen

    Mir ist das einfach zu viel Arbeit, bzw. für mein Gefühl keine Artgerechte Bienenhaltung dauernd zu schröpfen und Pollenbretter zu entnehmen und den Futterstand im Auge zu behalten.

    Ich imkere auf zwei Zargen und bin mit meiner Honigernte mehr als zufrieden, ein Nachteil ist natürlich die Schwarmkontrolle, aber diese Zeit ist absehbar.

    Meine Betriebsweise bleibt erst mal Zweizargig, wobei ich mit Zadant oder Zander 1,5 Liebäugele.


    Gruß Franz

  • Du kannst natürlich imkern, wie Du willst, aber es gibt hier keine Not, dafür falsche Argumente zu suchen.

    10 Zander Brutwaben reichen völlig aus. Die Königin, die da nicht genug Platz zum Stiften findet, möchte ich sehen.

    Bienen haben auch im Honigraum Platz, man muss nicht ständig schröpfen. Auch Pollenwaben sind kein spezielles Problem des einzargigen Brutraums (sogar eher nicht). Futterkontrolle ist nur bei der Honigernte ein Thema und da ist sie nun wirklich sehr einfach.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Warum soll das schwieriger sein als 2-zargiges Imkern?
    Ich hab immer eher den Eindruck, dass gerade Anfänger sich da deutlich leichter tun, als diejenigen die schon einige Jahre 2-zargig auf dem Buckel haben.
    Probier's einfach mal aus und du wirst sehe, dass du damit deutlich weniger Arbeit hast als jetzt.
    Was dabei nicht artgerecht sein soll, versteh ich auch nicht.
    Pollenwaben entnehme ich 1mal im Frühjahr.
    Und eine Futterkontrolle ist auch nicht notwendig. siehe #36

  • Du kannst natürlich imkern, wie Du willst, aber es gibt hier keine Not, dafür falsche Argumente zu suchen.

    @ Wolfgang... ich habe nur meine Bedenken geäußert, speziell für einen Anfänger, habe dazu eine einfache Rechnung in den Raum gestellt, lass uns doch über meine vermeintlich falschen Argumente Diskutieren... anstatt Tod zu schlagen.

    Ich lerne gerne dazu.


    Gruß Franz

  • Gut Franz, rechnen wir - einfach, aber diesmal etwas präziser und ohne Aufrundungen im Frühstadium des Rechenweges:


    2.000 Eier/Tag (nur in der Hochsaison) x (21 Tage + 1 Tag Reserve) = 44.000 Zellen


    6.700 Arbeiterinnenzellen/ZanderRä x 10 Rä/1,0 Za.Zarge = 67.000 Zellen, also mehr als 50% zuviel als 44.000!

    http://www.bienen-lutz.de/zand…che-doble-double-colmena/


    Reicht das nicht als Reserve für die zugegebenermaßen etwas größeren Drohnenzellen und Pollen und sogar noch etwas Honig?

  • Lieber Franz, wenn Du rechnest, bitte die Basis nennen:


    1 DNM-Wabe, voll ausgebaut, hat ca. 5.500 Zellen. Eine Kö', die im Durchschnitt (!) 2.000 Eier /Tag legt, musst erst mal haben. Die benötigt pro Zyklus 42.000 Zellen inkl. Drohnen. Daraus errechnen sich dann 7,6 DNM-Rähmchen; 11 passen rein - da können sie noch schöne Speckwaben und einen ansehnlichen Pollenvorrat anlegen.


    Gerade für den Anfänger ist das m.E. die (!) Betriebsweise. Probier's aus, dann weißt Du die Vorteile zu schätzen...


    Rainer


    Gottfried war schneller!

  • Das Thema lautet... Zander einzargig - Humbug oder wirklich sinnvoll ?


    Es ist wie mit dem Beutensystem, es muß zu dem Mensch hinter der Kiste passen, ich imkere überwiegend Traditionell Zweizargig, habe aber auch schon Einzargig, bzw. mit Flachzargen drüber drunter, oder nur mit Flachzargen Geimkert, ich passe den Raum der Entwicklung an, am liebsten habe ich sie auf zwei Zargen, selbst mit meinen Ablegern gelingt mir das meistens.


    Mir persönlich gefällt das Zweizargige eben besser, komme damit besser zurecht... wollte ich einfach sagen.


    Gruß Franz

  • Gut Franz, rechnen wir - einfach, aber diesmal etwas präziser und ohne Aufrundungen im Frühstadium des Rechenweges:


    2.000 Eier/Tag (nur in der Hochsaison) x (21 Tage + 1 Tag Reserve) = 44.000 Zellen


    6.700 Arbeiterinnenzellen/ZanderRä x 10 Rä/1,0 Za.Zarge = 67.000 Zellen, also mehr als 50% zuviel als 44.000!

    http://www.bienen-lutz.de/zand…che-doble-double-colmena/

    Danke ribes für die exakten Zahlen...


    Wenn man es aus dieser Sicht betrachtet dürfte es ja ohne weiteres funktionieren, ich werde das dieses Jahr nochmal testen, aber Zweizargig in den Winter möchte ich dann trotzdem...


    Gruß Franz

  • ich habe nur meine Bedenken geäußert, speziell für einen Anfänger,

    Gerade Änfängern empfehle ich den einzargigen Brutraum bei Zander/DNM. Es gibt keine Probleme mit der Annahme des Honigraums. Anders als bei Großraumbeuten, muss man nicht schieden. Man kann von Anfang an gute Honigernten erzielen. Die Schwarmkontrolle ist einfacher.

    Auch die Überwinterung ist kein Thema und die Frühjahrsentwicklung in einer Zarge besser.

    Wir haben aktuell bei unseren Anfängern rund 40 Völker mit der Betriebsweise am Laufen. Bisher gab es keine Winterverluste.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,


    ich halte Zander einzargig nicht für Humbug, aber volgende Argumente halten mich bisher davon ab.


    Leichtere Schwarmkontrolle. Ist ein Argument, definitiv. OK.


    Wabenhygiene. Durch den knappen Brutraum, werden die Waben schnell dunkel. Ohne es zu wissen, kann ich mir vorstellen, dass die Waben bereits nach einer Saisong schwarz sind. Der Magazinweise Wechsel der Waben ist hier nicht möglich. Die gleiche Kunstgriff wie bei Dadant nöitg. Dann doch gleich Dadant oder Zadant.


    Was ich nicht akzeptieren kann, ist das virtuelle Brutnest, das ja oft positiv bewertet wird. So zusagen als Kontrolle, dass alles richtig gemacht wurde. Es geht IMHO völlig am Streben des Bien vorbei sein Brutnest so zu gestalten, wie er es für richtig hällt. Sie räumen den Platz, richten die Zellen her, dass die Königin nur noch kommen muss. Man lässt sie nicht gewähren. Statt dessen wird der Bien gezwungen in die Breite zu brüten. Mann muss kein "Artgerecht-Fundi" sein um sich daran zu stoßen, aber in diesem Zusammenhang auch noch von angepassten Brutraum zu sprechen halte ich für widersprüchlich. Denn hier muss sich der Bien bzw. die Königin anpassen und das sehr.


    Meine Völker sind recht gut über den Winter gekommen. Ich werde mit einem Volk zander einzargig ausprobieren. Sodas ich selbst die Erfahrung machen kann, bin aber sehr sketptisch.


    Meine Gedanken.