Zander einzargig - Humbug oder wirklich sinnvoll ?

  • Wenn ich die Bewegung der Bienen in den Zargen im Herbst beobachte und sich die Traube im Frühwinter der Wärme folgend oben ansiedelt, dort über den Winter bleibt und schließlich im Spätwinter das neue BN dort entsteht, ist die Antwort klar. Die Biens richten sich da ein, wo die Wärmeisolierung am Besten ist - oben.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Wobei sich mir dann die Frage stellt, was besser ist für die Überwinterung - (beim Auffüttern ist es ja klar) -Honigraum AUF oder UNTER dem Volk?


    Gruß Bettina

    Hallo Bettina!


    Josef Koller schreibt genau:


    "Die Völker werden mit einem Brutraum und einem untergesetzten Honigraum überwintert. Bei den eingeschneiten Kästen ist der untergesetzte Honigraum kaum mehr zu erkennen.

    An warmen Tagen im März werden die untergesetzten Honigräume entfernt. Durch das Abheben des Brutraums wird der Futtervorrat geschätzt und ggf. ergänzt und auf Weiselrichtigkeit kontrolliert.

    Die Honigräume werden vor die Kästen gestellt oder an die Kästen gelehnt. Ansitzende Bienen fliegen ab.

    Zur Kirschblüte bekommen alle Völker, die mindestens 8 Waben im Brutraum besetzen einen Honigraum über dem Absperrgitter aufgesetzt..."


    Das Untersetzen ist bei einem einheitlichen Wabenmaß in Brut- und Honigraum nicht nötig!


    Nur wenn man - wie man das immer machen sollte - keine bebrüteten Waben schleudern will, dann sollte man eben bei unterschiedlichem Wabenmaß untersetzen, bei gleichem Wabenmaß in HR und BR ist aufsetzen die bessere Wahl.


    Aber wichtig ist dabei: Das einengen des Brutnest mit Schied im DADANT machen Zandereinraumimker mit der ganzen Zarge, indem sie diese Zarge bei der ersten Futterkontrolle im Frühjahr wegnehmen und dann das Volk warm sitzt.


    Ansonsten: Futter immer das ganze Jahr aufpassen. Egal ob Dadant oder Zander.

    Das gilt für alle Betriebsweisen der Bienenhaltung und für alle Rassen/Unterarten und auch für alle Beutensysteme. Das ist wichtig, dass man das begreift als Imker!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Jetzt macht das Sinn, mit dem Blickwinkel auf unterschiedliche Zargenmaße.

    Danke!

    "Futter immer aufpassen" -dazu muss ich sagen, dass es ( vom letzten Jahr mit dem kalten April/Mai mal abgesehen, in dem ich den meisten 2 Zargern einen Honigraum mit Futterwabe aufgesetzt habe ) sonst nie Grund zur Beunruhigung gab bei 2 Zargern. Die hatten immer genug Futter drin, da ging es dann eher darum, aufzupassen, dass sie nicht zu viel dort einlagern trotz HR und dann schwärmen wollten.


    Gruß Bettina

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • wollte ich erst mal so das geballte Wissen des Forums auf die schnelle Befragen

    auf die schnelle .... :D :D :D

    Danke , selten so gelacht .


    Soapp Hab´ Dir ja nicht grundlos " Einfach Imkern " verkauft ;).


    Meine Gründe für 1 Raum ( Dadant ) Keine Kippkontrolle - mein Rücken + Halswirbelsäule danken es nach 38 Jahren Gartenbau. Kein Zargenbewegen , außer HR. Gute Übersicht im Brutraum , da ich nicht unbedingt Waben ziehen muss, um mir einen Überblick zu verschaffen. Außerdem : neben dem Großteil Zander Vereinsbienenstand Völkern , auch Dadant Völker, so dass es hierfür Unterstützung und Austausch im Verein gibt ." Beuten Religionskriege " gibts bei uns nicht , alles ganz

    entspannt.

    Da Du Jürgen Binder erwähnst , war ´mal auf einem seiner Seminare. ER kolportiert ja gerne zu

    Beginn , dass ALLE IMKER ANFÄNGER zu ALLEN ZEITEN meinen das IMKER RAD NEU ERFINDEN zu müssen . Sich selbst nimmt er da nicht aus und erzählt dann...

    Manches Mal, wenn ich mich gerade ´mal wieder in zuviel Info und Recherche verheddert habe,

    rufe ich mir das in Erinnerung.

    Soapp passt schon + wird schon - Gruß !

  • Ich betreue Völker in Trogbeuten, Segebergern, Uni-Magazinen aus den letzten 60 Jahren- im Brutraum 11-13 Waben DNM, 20% mit 1,16 DNM.

    2017 auch 6 Kunstschwärme in 10er Dadant/Langstroth eingewintert, da kommen DNM-Honigräume drauf.


    Mit Angepaßtem Brutraum spart man kein Material! Man braucht eher mehr Honigräume! Wenn entsprechende Tracht am Stand oder durch Wandern erreicht wird, brauchen meine Bienen mindestens 3,5-4 Zargen DNM/Volk.

    Letztendlich sind es auch 2 Bruträume- der 2. enthält aber nur das virtuelle Brutnest+Pollen und Futterkranz und bleibt als Vorrat drauf.

    Im ersten Brutraum ist bei Warmbau maximal an der 1. Wabe außen Pollenflächen, sonst nur Bienenbrut und 1 bzw 2 Drohnenbau-Rahmen. Ansonsten bleibt das Schied drin.

    Bei den 14 Tagen Kontrollen sehe ich nur nach Drohnenrahmen und der folgenden Brutwabe, nur bei erkennbaren Schwarmanzeigern wie Zipfelbau, Spielnäpfchen mit Futtersaft werden weitere Waben gezogen.

    2017 habe ich nur Drohnen von Völkern geschnitten, die ich nicht bei der Standbegattung dabei sein sollten.

    Ich habe überwiegend F1-Weiseln (Carnica & Buckfast) in den Völkern. Mehr als 50% einjährige Königinnen.

    Ich schröpfe nur für Sammelbrutableger Brutwaben bzw Bienen für Begattungskästen. Ansonsten erfolgt die Regulierung über die Honigräume.

    Die Vermehrung erfolgte überwiegend über Kunstschwärme nach der Linde.


    Außer Betrieb gesetzt wurden in den letzten 4 Jahren

    - Normbeuten- lange Bearbeitungszeit, zu kleines Volumen, schlechte Sicht;

    - Kuntzsch-Magazine (seitlicher Beespace wegen Miniohren, verschlissene Eigenbau-Zargen, Maßbereinigung)

    - Zweizargiger Brutraum mit Segebergern/Unimagazinen- idR 6-7 Pollenbretter im Frühjahr, bei Einsetzen von Rapstracht zu schwarmfreudig

    - Freistände/Wagen, in denen die Höhe nur für einen Honigraum auf dem

    Brutraum reichte


    Gruß Fred




  • BSV bin ich manchmal erschüttert über den Futtervorrat, welche manche Imker ihren Völkern gönnen.

    ja, da gebe ich Dir vollkommen recht. Oft wird das vernachlässigt. Gerade beim ich nenn es mal "Extrem-Schieden" sollte man nicht alle Honigräume runterreißen. Für Anfänger aus meiner Sicht auch nicht zu empfehlen, dort verhungert das ein oder andere Volk mal schnell. Durch das hochdrücken des Brutnestes (virtuell in den Honigraum) bleibt unten fast nichts. Letztes Jahr hatte ich ca. 7 Völker die bis fast in den Ecken brüteten (ca. 3 cm in den Ecken waren nicht bebrütet). Also die währen bei kompletter Entnahme oder fehlen von Futter im Honigraum bei Trachtlücken Tod oder zu Räuber am Stand mutiert. Ich komme bislang mit der Betriebsweise gut zurecht und die Völker sind in meinen Augen stark. Kontrolle/Pflege ist hier wichtig. Gierig nach Honig sollte aber nicht Sinn der Übung sein.



    grüße Stefan

  • Bisher hatte ich 3 Vollzargen ohne ASG. Letztes Jahr stellte ich meine Betriebsweise aufgrund einer schweren Rückenverletzung auf 1 Brutraum Zander um. Für den HR verwende ich Halbzargen, also: 1 BR, ASG und 2-3 Halbzargen Zander als HR.


    Eine Vollzarge HR abheben für die Schwarmkontrollen war/ist mir nicht möglich, das ist viel zu schwer. Und auch einen 2ten BR abheben würde mir mein Kreuz nicht danken. Also wählte ich diese Betriebsweise, obwohl ich ASG überhaupt nicht gerne mag...


    Mein Resümee des ersten Jahres:

    Ich bin erschrocken über die enorme Menge Honig, die man auf diese Weise bekommt. So viel möchte ich ja gar nicht! Aber mit 2erlei Rähmchenmaß muß man beim Abräumen fast alles schleudern was im HR ist. Und das gefällt mir nicht so gut: ich kann den Bienen nicht so viel Honig lassen wie ich es gerne möchte...

    Vielleicht lag es aber auch daran, daß wir in diesem Jahr so viel Honig hatten wie noch nie seit ich Bienen habe?


    Die Schwarmkontrollen gehen mit nur 10 Rähmchen wesentlich schneller und auch gründlicher als bisher. Da mußte ich fast immer 30 Rähmchen durchschauen!


    Die Bauerneuerung ist ein Problem: wie krieg ich die alten Schwarten raus? In den HR hängen, wie es von Kollegen gemacht wird, geht ja nicht mit unterschieldichen Rähmchengrößen.


    Das Einfüttern auf 1 Zarge braucht Fingerspitzengefühl - und jetzt im Frühling ist es gut, die Kofferwaage mal öfters raus zu holen...


    Aber dafür mich ich nun im Frühling nicht mehr auf 1 Zarge einengen, wie ich es bisher tat. Lediglich gammelige Randwaben austauschen, fertig! Schon kann der HR drauf :)


    Insgesamt ist es für mich wohl die (einzig mögliche) Betriebsweise geworden, die mir durchaus gut gefällt, bis auf die erwähnten Schwächen. Doch dafür wird die Zeit und Erfahrung auch eine Lösung bringen...


    Servus,


    Alex

  • ähm... hallo...

    Wo ist denn das Problem?

    Ich hatte zwar DNM und bin nun bei Dadant gelandet, aber das Prinzip ist das gleiche...


    Ja, ich schiede sehr eng. Bei mir ist in den Völkern normalerweise fast nur Brut im BR. Kleine Ecken vom beginnenden Futterkranz gibt es... Aber im Idealfall Brut von Holz bis Holz und auch kaum Pollen.

    Und ja, ich habe so wenig Schwarmstimmung in diesen Völkern wie nie zuvor bei 2-zargiger Führung.

    2-zargig macht nicht mehr Schwarmstimmung, aber eng geschiedete Völker bzw. die mit einem DNM BR hatten und haben bei mir deutlich weniger Ambitionen mich zu verlassen.


    Der HR direkt über dem BR kommt da im Frühjahr drauf und bleibt dort, bis zum letzten Schleudern. Kommt er im Spätsommer runter gebe ich im gleichen Zug Leerrähmchen und setzte direkt den Fütterer mit der ersten Sirupportion auf.


    Mir geht's dabei nicht darum den letzen Tropfen Honig rauszuholen, aber es ist nun mal einfach so, dass ich mir den Völkern so deutlich weniger Arbeit habe und die Völker so stark sind, dass die ganz Kiste überquillt, wenn ich Sie öffne. Und diese Völker bringen mehr Honig nach Hause.
    Ich hatte letztes Jahr bis zu 5-6 HR auf einem Volk, komplett mir Bienen besetzt. Das hatte ich bei den 2-zargigen DNM-Beuten so überhaupt nie. Die Völker werden mit dieser Betriebsweise einfach viel, viel stärker... Offenbar passt es dem Bien also ganz gut, wie ich das mache.


    Irgendwie kann man auch "Einfach Imkern". Ich mache das aber trotzdem lieber wirklich einfach.

    Gruss David

  • Hallo Alex

    Schön beschrieben.

    Was die Honigräume betrifft, nutze ich Zander Ganzzargen.

    Beim Ernten entnehme ich soviele Honigrähmchen, wie ich gut tragen kann.

    Zum Transport Dieser nutze ich Taunus Styroporzargen, weil so schön leicht sind.

    Bienenfluchten nutze ich nicht, weil dann der Honig unnötig kalt ist, wenn ich direkt abschleudere.

    Noch was:

    Du kannst die 2/3 Honigrähmchen im Brutraum nutzen. Damit ersparst du dir Baurahmen, weil die Bienen das letzte Drittel dann eh für Drohnen nutzen.

    Elk

  • anten:

    Hallo Alex,


    deine "Probleme" hier sind exakt einige der Gründe, warum mich auf mit Zander-flach (159 mm) auf ein einziges Rähmchenmaß festgelegt habe.:


    Ich versuche Völker immer auf zwei (Flach-)Zargen einzuwintern. Zur Kirschblüte gibt es für mich dann zwei Varianten:

    Völker, die stark genug sind beide Zargen zu bewohnen, bekommen über ASG einen normalen Honigraum aufgesetzt. Hier kann ich bei der Ernte später auch problemlos alle Honigräume runter nehmen, da in hier in den Seitenwaben beider Zargen stets einige Kilo Futter verbleiben.


    Den Völkern, die gerade so die oberste Zarge füllen, nehme ich den untersten Raum weg, um diesen dann über ASG als ersten Honigraum aufzusetzen. Dieser muss dann aber unbedingt immer auf dem Volk bleiben, wird nicht gerntet!

    Zur Einwinterung brauche ich dann hier lediglich das ASG wegnehmen und auf´s Endgewicht auffüttern.


    Einen schönen Wochenstart wünscht

    DOMMY

  • Bienenhummel  


    es gibt auch Zanderzargen, die senkrecht geteilt sind!

    Du hast dann 2 Zargen nebeneinand mit jeweils 5 Zanderrähmchen und schon ist dein Problem mit der Wabenhygiene gelöst, gleiches Maß im Brutraum und Honigraum!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Wie sichert ihr den Futterstand bei Einzargern, wenn es zu Trachtpausen kommt?

    Insbesondere, wenn alles voll Brut ist und ihr die vollen Honigräume bereits gegen Leere ausgetauscht habt.

    Elk