Zander einzargig - Humbug oder wirklich sinnvoll ?

  • Das mit der Wabenerneuerung kann man ziemlich einfach (aber materialaufwändig) mit einer TBE erledigen.

    Du kannst auch zur Auffütterung einen HR aufsetzen und das so machen, wie bei Liebigs "Wabenhygiene mit System", das Volk 2 zargig über den Winter führen und im Frühjahr die untere Zarge weg nehmen, wenn das Volk nach oben gezogen ist. Das macht der Liebig ja alles vor, nur dass du dann keinen 2. BR mehr aufsetzt.

    Ja, genau so plane ich es dieses Jahr auch!


    Wer nicht mitspielt, sind meine Bienen. Bei der Durchsicht in de warme Periode vor ca. 2 Wochen zeigte sich, dass die begonnen haben, auch in der unteren Zarge zu brüten.

    Im Moment hoffe ich, dass die sich noch nach oben verziehen und ich dann echt die untere Zarge wegnehmen kann.


    Aber was wenn nicht?

  • Aber was wenn nicht?

    Dann fragst du den Dr. L.;)

    Also ich arbeite ja seit meinem 2. Imkerjahr nur einräumig.

    Ich würde die untere Zarge wegnehmen.

    Wenn wirklich noch etwas Brut drin ist, würde ich die 2 Waben über das AG hängen und die Brut auslaufen lassen.

    Wenn es dir nicht´s ausmacht, kannst du sie als Honigwaben drin lassen, oder dann austauschen.

  • Für die Wabenerneuerung gibt es ja doch einige Methoden oder Abwandlungen die gut funktionieren.


    Spontan fällt mir jetzt der Flugling ein:

    Zur Schwarmzeit, Muttervolk wie einen Flugling behandeln, sprich, an einem schönen Flugwettertag, alle Waben aus dem Brutraum raus (oder eine offene Brutwabe lassen), Königin drauf setzen, Mittelwände rein und fertig.

    Mit den entnommenen, bienenbesetzten Waben kann man ja an einem Ablegerstand weiter arbeiten, und mit Hilfe von Fangwaben oder KS-Bildung die dunklen Waben rausbekommen.


    Da gäbe es noch viele Möglichkeiten... es muss halt einem zusagen und gut passen.

    Am Einfachsten wäre es natürlich, wenn man nur mit einem Maß arbeitet, aber ich verstehe gut, warum man zur Flachzarge greift!

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Aber was wenn nicht?

    Ich habe so einen Fall auch, und mache dann den Dirk Unger und spiele - in diesem Ausnahmefall - Wabentetris: Ich nehme die genannten zwei Brutwaben und stecke die neben die anderen Brutwaben in den BR.

    Das heilige BN ist damit zwar in Unordnung gebracht, aber ich schätze, dass die Nebenwirkungen überschaubar sind.


    Oder ich würde eine Abwandlung von Blütenbiene machen: ASG zwischen beide BR, ausgehend davon, dass die Königin oben ist.
    Dann Brut unten auslaufen lassen und den unteren BR entnehmen. Da könnte ich dann gleichzeitig schon meine Flachzarge als HR drauf setzen.

  • Moin,


    ein bisschen etwas möchte ich auch zur Diskussion beitragen.


    Überwinterung und Futtervorrat

    Hier ist die einzargige Führung mitunter etwas hakelig, was hauptsächlich am begrenzten Platz für Futter liegt. Meiner Erfahrung nach ist man mit 15 Kg eingelagertem Winterfutter Ende September aber gut bedient, und kann auch bei schwierigem Winter- bzw. Frühlingsverlauf aus jedem Volk Futterwaben entnehmen. Völker mit 14-15 Kg Futter musste ich in den letzten drei Wintern nicht nachfüttern. Auf zusätzlich Zargen für Winterfutter verzichte ich.


    Durchsicht, Drohnenrahmen und Honigräume.

    Ich ziehe bei einer Durchsicht den Drohnenrahmen, und zwei Brutwaben. Ist dabei alles unauffällig war es das auch schon. Mit dem Erstarken der Völker kommt es zum bereits angesprochenen "Quellen" der Bienen beim Wabenziehen - was mit etwas Fingerspitzengefühl aber kein Problem ist. Ich verwende immer nur einen Drohnenrahmen, den ich pro Volk etwa dreimal verdeckelt entnehme. Die Völker erhalten früh (um die Weidenblüte) ihren ersten Honigraum, bei mir sind das Halbzargen, danach kommen Ganzzargen. In den Honigräumen setze ich 2/3 Honigwaben, und 1/3 halbe Mittelwände ein. Nach dem Abschleudern werden ältere Honigwaben, oder solche mit viel Pollen eingeschmolzen.


    Wachs

    All mein Wachs stammt aus Drohnenwaben oder ausgebauten Honigwaben (aus halben Mittelwänden), ich kaufe keins hinzu. Die einräumige Führung ermöglicht es, jedes Volk alle zwei Jahre mit Eigenwachs einer TBE zu unterziehen.


    Abschleudern

    Mit der letzten Schleuderung werden die Honigräume abgenommen. Die Völker werden dadurch spürbar gestaucht. Allerdings sind zu diesem Zeitpunkt (bei mir meist Mitte Juli) die Völker schon in der Abwärtsbewegung, Platz ist genug in der Hütte.


    Varroabehandlung und Wabenhygiene

    Ich behandle mit Schwammtuch meist dreimal nach dem Abschleudern. Bei der ersten Anwendung lasse ich das Flugloch noch weit geöffnet, da ich bei der sehr vollen Kiste damit erhöhten Totenfall hatte. Im Spätsommer lege ich als zweite Behandlungsrunde nach dem ersten Füttern im August Thymovar auf. Die einzargige Führung ist hier ein echter Kostenvorteil !


    So, etwas nach Stichworten, nicht ganz sortiert. Lesbar ist es hoffentlich trotzdem :)


    Für mich ist die einräumige Führung eine Betriebsweise, mit der ich gut leben kann. Und meine Bienen scheinen auch damit klar zu kommen.


    Beste Grüße


    Peter

  • Überwinterung und Futtervorrat

    Hier ist die einzargige Führung mitunter etwas hakelig, was hauptsächlich am begrenzten Platz für Futter liegt.

    Einzargiger Brutraum heißt aber nicht zugleich einzargiges Überwintern. Starken Völkern lasse ich einen Honigraum und füttere zweizargig ein.

    Im Frühjahr wird dann auf eine Zarge eingeengt.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Einzargiger Brutraum heißt aber nicht zugleich einzargiges Überwintern. Starken Völkern lasse ich einen Honigraum und füttere zweizargig ein.

    Im Frühjahr wird dann auf eine Zarge eingeengt.

    Hallo WFLP,

    wie machst Du das, wenn sich das Brutnest bei der Einengung über die zwei Zargen verteilt? Behältst Du grundsätzlich die obere (z.B. wg. Wabenerneuerung)? Oder bleiben solche Völker übers Jahr auf zwei Brutzargen?

  • wie machst Du das, wenn sich das Brutnest bei der Einengung über die zwei Zargen verteilt?

    Ich packe dann die bebrüteten Waben aus der oberen Zarge nach unten (bzw, umgekehrt, wenn die Brut überwiegend oben ist).

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Da gehen wohl die Meinungen auseinander, aber auf eine Zarge Zander überwintert ein Volk wunderbar, sogar auf nur acht Waben recht gut, sollte die Futtertasche noch drinnen bleiben.

    Kommt natürlich sicher auf die Region an, sollte schon begünstigtes Flachland sein.

    Auch die Erfahrung, dass die AS-Behandlung auf einer Zarge mehr Erfolge bringt als auf zwei Zargen, lenkt ja schon in diese Richtung.

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • (...)

    Einzargiger Brutraum heißt aber nicht zugleich einzargiges Überwintern.

    Moin,


    da will ich nicht widersprechen :)


    Mit einer Halbzarge aufgesetzt für mehr Platz hatte ich das auch einmal angedacht, habe mich dann aber auch gefragt, warum ich nicht gleich DN 1.5, Dadant, Zadant etc. verwende. Nun bleibe ich bewusst bei einer Segeberger Zarge, auch bei den sehr starken Völkern, so haben die Bienen auch noch etwas länger Ruhe vor mir.


    (...)

    Auch die Erfahrung, dass die AS-Behandlung auf einer Zarge mehr Erfolge bringt als auf zwei Zargen, lenkt ja schon in diese Richtung.

    Interessant, hast du dazu eine Quelle ?



    Beste Grüße


    Peter

  • So gesehen ist von zweizargigem Winterbetrieb auf einzargig Sommerbetrieb zu wechseln "Schieden für DNM/Zander 1.0".


    Somit ist die schon oben angeklungene Frage nach der Großwabe gar nicht so absurd.


    Großwabe ist allerdings kein muss und mein Imkerpate lernte mir auch diese einräumige Betriebsweise im Zusammenhang mit Brutdistanzierung nach Demaree.

    Fand und finde ich jetzt auch noch sehr stimmig und durchdacht.


    Wie schon so oft, es gibt keine beste Betriebsweise, das ist alles eine Frage wie gefällt es dem Imker am besten, gekoppelt an seinen organisatorisch, körperlich, räumlichen ...... Bedingungen und Bedürfnissen.


    Liebe Grüße Bernd

  • Hallo,

    Wie behandelst du deine Ableger?

    Nur mit Milchsäure?

    Ich konnte beobachten, dass meine Ableger nach der Sch. Tuchbehandlung direkt aus der Brut sind.

    Gibt es da was schonenderes?



    Varroabehandlung und Wabenhygiene

    Ich behandle mit Schwammtuch meist dreimal nach dem Abschleudern. Bei der ersten Anwendung lasse ich das Flugloch noch weit geöffnet, da ich bei der sehr vollen Kiste damit erhöhten Totenfall hatte. Im Spätsommer lege ich als zweite Behandlungsrunde nach dem ersten Füttern im August Thymovar auf. Die einzargige Führung ist hier ein echter Kostenvorteil !

    Jungimker

    Zander und Zadant, Einräumig

    Rheinland-Pfalz

    Donnersbergkreis