IGE Antikörper bei Bienengiftallergie - Verständnisfrage

  • Hallo Profis,



    immer wieder lese ich, dass Imker durch langjährige Exposition mit dem Bienengift Antikörper gegen das Gift

    bilden und somit weniger empfindlich dagegen werden.


    Zurzeit beschäftige ich mit mit der Bienengiftallergie, da ich bei youtube ein paar Videos von betroffenen Imkern angeschaut habe.


    Jetzt lese ich gerade, dass diese Allergie DURCH die Bildung von IGE Antikörper und damit der Sensibilisierung des Körpers auf das

    Bienengift entsteht.


    Was stimmt nun genau ?


    Wann werden Antikörper gebildet ?


    DANKE

  • Das hier erklärt es ganz gut finde ich: https://m.apotheken-umschau.de…von-Parasiten-164037.html


    Ich habe vor Beginn der Imkerei einen Allergietest machen lassen. Dabei kam heraus dass ich keine entsprechenden Antikörper habe, ergo keine Allergie auf Bienengift.


    Das Problem ist aber, dass sich die Antikörper durch Bienenstiche bilden können, bzw. auf das Gift trainiert werden. Bei nächsten Stich schlagen die dann Alarm, weitere Zellen schütten Histamin aus und im schlimmstenfall kommt's zum Schock.


    Funktioniert wie bei Heuschnupfen. Dagegen hilft, abgesehen von nicht stechen lassen, Antihistaminika. Markennamen sind Sachen wie Citerizin und Telfast.


    Quelle: Jahrelange Erfahrung mit Pollenallergie die sich inzwischen zu allergischem Asthma ausgeweitet hat.

  • Was stimmt nun genau ?

    Ganz kurz gehalten, Diese deiner Ausführungen ist näher an der Wahrheit:


    Jetzt lese ich gerade, dass diese Allergie DURCH die Bildung von IGE Antikörper und damit der Sensibilisierung des Körpers auf das

    Bienengift entsteht.



    Ansonsten kurz etwas Laienhaft zusammengefasst:

    Gegen Bienengift gibts ansonsten im wesentlichen keine "Antikörper". Bienengift ist kein eigentliches, spezifisch wirkendes Gift, vielmehr ist es ein Art Cocktail aus verschiedenen Proteinen, welche eine Reaktion (unspezifische Immunantwort) des Immunsystems provozieren. Durch diese eigentliche Reaktion kommt es dann zur grossflächigen Entzündung der Einstichstelle. Wenn sich das Immunsystem mit der Zeit an die verschiedenen Proteine "gewöhnt", kann es dann so kommen, dass es immer weniger darauf reagiert. Das ist aber separat von der Allergie zu betrachten! Allergien sind noch mal ein anderes Thema.

  • Allergien entstehen bei Überempfindlichkeiten des Immunsystems gegen bestimmte Stoffe, vorzugsweise Eiweiße und deren Gemische.


    Die erste unspezifische Reaktion des Körpers besteht in einer Ausschüttung von Histamin ins Gewebe (örtlich - Bienenstich) - es bilden sich Quaddeln und es juckt. Bei bestimmter Exposition bildet der Körper vermehrt IgE-Antikörper gegen das fremde Agenz, was die üblichen all. Reaktionen verursacht.


    Bitte lies dazu einmal


    https://de.wikipedia.org/wiki/Allergie


    Das ist ein guter Überblick.


    Mit der Sache ist nicht zu spaßen - insofern sollte man sehr vorsichtig sein. Es gibt keinen dauerhaften 100%igen Schutz; man kann noch nach 'zig Jahren problemlosen Umgang mit Bienenstichen plötzlich eine Allergie entwickeln.


    Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste


    Rainer

  • Hallo,


    es ist vielleicht oben im Eingangspost missverständlich fomuliert bzw der Hintergrund auch missverstanden worden.


    Die Allergie an sich wird nicht durch die spezifischen IgE ausgelöst - hm, na ja, eigentlich wird schon was ausgelöst, sagen wir besser: es findet eine Reaktion statt. Denn ohne IgE keine allergische Reaktion vom Soforttyp.


    Jedoch ist es eher so zu verstehen, dass die IgE-Bildung gegen Bienengift auf dem Boden der Allergie überhaupt erst zustande kommt, daher auch zur Messbarkeit herangezogen wird. Hier richten sich die IgE gegen eine konkretes Allergen/Stoff, in diesem Falle Bienengift. Geht auch gegen Erdbeeren, geht auch gegen.... usw

    Dass der Körper das Bienengift als besonders zu bekämpfenden Erzfeind ansieht und gegen diesesen so einen Hype veranstaltet, ist das eigentliche Problem - die IgEs nur messbarer Ausdruck davon.


    Capice?


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Guten Morgen Marion!


    Schön, dass Du uns wieder mit tollen sachlichen und fachlichen Beiträgen dabei bist.

    Ich hoffe die Imkerforums-Entziehungskur war erfolgreich?

    Was sind das für Antikörper, die sich jetzt hoffentlich abgebaut haben?

    Oder sind es genetische Trigger, die man deaktivieren muss?

    :lol:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Moin Luffi,


    ach - irgendiwe einfach bei maximalem Arbeitsaufkommen und aus sonstigen Anlässen zusätzlicher Schreib- und Reaktions-Unlust einfach raus und nach einer Weile nicht mehr Nachgucken, nicht mehr Mitlesen ist es dann einfach neue Routine ohne IF. Mehr nicht

    Vielleicht auch mal notwendig. Ist ja auch schon eine lange Zeit.

    Jedenfalls war es keine beabsichtige Sache, einfach so passiert.


    Völlig unallergische Grüße aus Schneeresten und Bodenfrost


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Zusammen,


    die IgE Antikörper sind der Typ der verschiedenen Antikörpertypen, die normalerweise für die Abwehr von Darmparasiten wie Würmern zuständig sind. IgA`s sind für die Schleimhäute zuständig und IgGs bei anderen Infektionen mit Viren und Bakterien. Beim Allergiker läuft das falsch und es wird viel IgE spezifisch für Proteine im Bienengift produziert. Nur IgE kann die Symptome einer Soforttypallergie auslösen.

    Bei einer erfolgreichen Hyposensibilisierung, wird dieser Prozess gestoppt bzw umgekehrt und der Körper produziert wieder IgG anstatt IgEs. Vereinfacht gesprochen.


    Viele Grüsse,

    Jan

  • Ich auch.

    Der Wirkstoff heißt Loratadin.

    Gibt es von mehreren Herstellern.

    1o mg pro Tablette.


    Das hat jetzt nicht direkt mit der Allergie-Diagnose zu tun, eher etwas mit der Zeit der Hyposensibilisierung.


    Gruß Doro

  • Ergänzend zum letzten post: Loratadin kann und darf bis zu 4 Tabletten pro Tag genommen werden. Insbesondere bei starken Erstbeschwerden,sprich über die ersten 1, 2, 3 Tage. Unbedenklich ist die Einnahme von 2 Tabletten dauerhaft, verteilt auf 2 Einzelgaben.

    Das ist derzeit aktueller Stand und Empfehlung der Allergologen. Im Beipackzettel steht deshalb aber nichts darüber, weil die Hersteller erneute Prüfungen (=Studien) durchführen müssten, um die neue Empfehlung beim BfArm zu beantragen.

    Das macht keine Firma, wenn der Patentschutz wie hier abgelaufen ist und nur noch über die "Masse" geringfügig verdient wird.

    Vielleicht auch für den einen oder anderen interessant zu lesen: ursprünglich wurde die Ursubstanz (bekannt unter Lisino von damals Essex) mal damit beworben, dass sie für die Piloten der USA entwickelt wurde, eben wegen genau der Müdigkeitsproblematik.