Neonicotinoide: Risiken für Bienen bestätigt

  • Und zur Wahrheit gehört auch, wie Beeklopter schon schrieb: der PSM Einsatz im Mais ist vergleichbar gering . Der Einsatz von Insektiziden und Fungiziden in die stehende Kultur ist (noch zumindest) nahe Null.

    Nicht nur das.

    In eine Wintergetreide- und/oder Rapsfruchtfolge integriert kann er den PSM-Einsatz in den anderen Kulturen mehr reduzieren als der Mais selber braucht.

    Versteht der dümmste Bauer.

    Für die selbsternannten Spezialisten aber noch zu hoch.

    Da ich das auch gerne verstehen würde und erneut nicht mit den Zahlen vom Industrieverband Agrar e.V. zusammenbringe muss ich nachfragen warum die Absatzmenge von Pflanzenschutzmitteln auf einem Level geblieben sind, denn das würde Deiner These widersprechen?

    Sofern Du einen eigenen Betrieb hast und dies bei Dir funktioniert ist das löblich und erfreulich, nur offenbar nicht auf die breite Masse der Landwirtschaft zu übertragen und hier müsste hinterfragt werden, wer Deine Einsparung verpulvert hat?

    Selbst aus der Landwirtschaft wird teilweise Kritik an den Praktiken laut und dies werte ich nicht als reine PR Maßnahme, ich nehme das durchaus ernst.

  • Nicht nur das.

    In eine Wintergetreide- und/oder Rapsfruchtfolge integriert kann er den PSM-Einsatz in den anderen Kulturen mehr reduzieren als der Mais selber braucht.

    Versteht der dümmste Bauer.

    Für die selbsternannten Spezialisten aber noch zu hoch.

    Richtig: Für selbsternannte Spezialisten und Industrieverband Agrar-Hörige ist hier einiges zu hoch.


    Wie "gesund" der Mais auf Wintergetreide wirkt, sieht man z.B. in diesem vieljährigen Monitoring:

    https://www.lfl.bayern.de/mam/…ateien/don_vorfr_0815.pdf


    ==> Höchster Mykotoxingehalt im Winterweizen nach Mais


    Ferner gehören die in Mais eingesetzten Herbizid-Wirkstoffen zu den persistentesten selektiven Herbiziden und gelangen durch die späte Bedeckung dieser Kultur in die Oberflächengewässer und ins Grundwasser.


    Konventionell angebauten Mais als Gesundungsfrucht zu verkaufen - nur was für die dümmsten Bauern.


    kelte




  • Nun, also zum einen könnte jemand sich auf den Standpunkt stellen, er sei Bauer und erzeuge Lebens- oder Futtermittel und tierische Produkte... Man muss nicht alles tun, wofür einem jemand was zahlen würde.

    Zum anderen ist der Mais im Vergleich zu einer alten Dauerweide auf der selben Fläche durchaus insektizid wirksam, indem den dort vorher lebenden Arten hierzu dann die Grundlage fehlt. Der Wirkstoff jedoch ist eines der Totalherbizide. Die kommen dann auf der Fläche noch jahrelang regelmäßig zum Einsatz.


    Weiter ist die durch Maisanbau dringlicher gewordene neue Düngeverordnung Grund dafür, dass Klee im Grünland nicht mehr als Stickstoffbinder begrüßt und geschont wird, sondern als belastend für die Entsorgungssituation aus dem Grünland herausgespritzt wird...

    -


    David ist, soweit ich weiß, Bauer.


    Gruß Clas


    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • obi11 schau Dir Deine Statistiken doch mal genauer an!


    Sind 1500 g/ha Glyhphos schädlicher oder besser wie 5 g/ha einen Sulfos ?!?

    Die „Menge“ sagt da garnix über die Umweltverträglichkeit aus.

    Solche Statistiken sind für den Arsch!


    Solche Statistiken sind einfach nur lächerliche Propaganda!

    Ziehen aber leider auf BILD-Niveau. Nachdenken und Hinterfragen tut keine Sau; würde ja auch etwas mehr fordern als nur dienliche Hirnwäsch über sich ergehen zu lasse ...

  • ... die Zahlen zur Entwicklung der Maisanbauflächen...

    Da gibt es nichts zu bezweifeln und Biogasanlagen als Ursache sind unbestritten. Die Entwicklung ist eine Folge dirigistischen staatlichen Eingriffs. Biogasanlagen sollen (sollten) als Teil der "Energiewende" als ökologischer Gewinn verkauft werden.

    Sauerländer, könnte es eventuell an den systemisch wirkenden Beizmitteln liegen das im Maisanbau keine weiteren Behandlungen nötig sind? ...

    Ich lass mich da gern eines besseren belehren.

    Dich zu belehren läge mir fern;) - aber dass der Mais (fast) keine Behandlung erfordert, liegt daran, dass es (noch) kaum wirtschaftlich relevante Schädlinge gibt


    Hallo Sauerländer,

    sicher ist verbrennen eine Möglichkeit für verputztes Getreide. Mutterkorn und Weizen?

    Der konkrete Grund: Holz ist teuerer als Weizen.

    Ich hatte die Stossrichtung Deines Beitrages in der Tat fehlinterpretiert. Ich vermutete Du wolltest zum Ausdruck bringen, dass Bauern Brotgetreide im Ofen verheizen...

    Weizen wird- wie viele Süßgräser- auch von Mutterkorn befallen. Der Befall von Roggen ist natürlich bekannter.


    Um mal kurz zum Thema zurück zu kehren:


    Beekloppter hat in diesem Thread mit Beitrag Nr. 22 fachlich fundiert ein wesentliches Problem des Verbotes geschildert:


    Das künftige fehlen dieser Präparate kann zu erhöhten Aufwandmengen und häufigeren Anwendungen anderer Wirkstoffe führen.

    Ob es bei diesem Verbot irgendwelche Gewinner gibt, ist noch lange nicht ausgemacht...


    Ein bisschen OT: das gleiche Problem wird es mit dem anstehenden Glyphosatverbot geben.

  • ....Man muss nicht alles tun, wofür einem jemand was zahlen würde...

    Bin ich bei Dir- und nach meiner Überzeugung auch die ganz überwiegende Mehrheit der Bauern

    ...alten Dauerweide...

    Ja, die alte Dauerweide hat es in der Tat schwer in einer wirtschaftlich optimierten Welt mit Milchpreisen unterhalb von Mineralwasser


    ...dass Klee im Grünland nicht mehr als Stickstoffbinder begrüßt und geschont wird, sondern als belastend für die Entsorgungssituation aus dem Grünland herausgespritzt wird...

    Das ist mir neu. Gibt es dafür seriöse Belege ?

  • Moin, moin,

    irgendwo habe ich es noch ausführlicher gefunden, aber hier ist es auch ersichtlich: https://www.landwirtschaftskam…rordnung/duev-kompakt.htm .


    guck mal in die zulässigen Mengen N pro ha im Grünland. Zu berücksichtigen ist die N-Bindung durch Leguminosen. Da zeigt sich, dass Klee mindernd wirkt. Die Verordnung ist in dieser Frage hohlhirnig. Zumindest ist sie zu stark nur auf Grundwasserschutz fokussiert und verliert den Natur- und Lebensraumschutz dabei aus dem Auge.


    Früher hat man bei unerwünschten Zweikeimblättrigen immer noch Kleeschonung im Blick gehabt und dem gegenüber abgewogen; das ist offenbar vorbei und Simplex das Mittel der Wahl...

    Ein Indikator für solche Flächen ist im Sommer der Aufwuchs von welschem Weidelgras, das ist in der Saatmischung offenbar mit drin, mit der die Lücken nach dem Spritzen abgedeckt werden sollen. Flächen mit einer gut gemischten, kräuterreichen Narbe werden selten.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

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  • Das künftige fehlen dieser Präparate kann zu erhöhten Aufwandmengen und häufigeren Anwendungen anderer Wirkstoffe führen.

    Es kann aber auch dazu führen, dass manche Aktion etwas besser überdacht und in Frage gestellt wird. Da ist noch (ich glaube sogar reichlich) Potential.


    Bis vor einigen Jahren wurden Neonicotinoide als Beizmittel gegen Insektenbefall im Mais verwandt. Da hatte der Landwirt gar keine Wahl, ob er das Mittel einsetzten wollte. Jetzt stellst du es so dar, als wäre diese Beizung in den meisten Fällen überflüssig gewesen? Kommt das den Landwirten als Entscheider entgegen?


    Die Ausbildung und die Anforderungen in der Landwirtschaft sind sehr umfangreich geworden. Leider bekomme ich trotzdem noch zu oft mit, dass die Rückstandsproblematik von Schadstoffen dabei offensichtlich in jeglicher Hinsicht einen zu geringen Stellenwert bekommt. Viele fangen erst jetzt an nachzudenken, wo sich der Druck erhöht. Man hätte auch früher damit beginnen können. Ein großer Teil der Landwirte hat das auch gemacht, zumindest versucht. Ein einziges "vergiftetes" Feld im Flugkreis der Bienen reicht aber aus, um meine Völker zu schädigen oder die Verkehrsfähigkeit von Honig und Pollen zu verlieren. Wobei es grundsätzlich schon etwas komisch ist, dass Giftstoffe ausgebracht werden, die dann später die Verkehrsfähigkeit von Honig verhindern können.


    Leider bedarf es sehr oft der Verbote um dem menschlichen Verstand etwas auf die Sprünge zu helfen. Das gilt für viele Bereiche und ich bin der letzte, der sich dabei ausschließen würde.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...