Warum ist mein gekaufter Honig oben ganz weiß

  • Es gibt Themen im Verein über die spricht man nicht laut und weiße Schicht auf dem Honig im Glas gehört dazu!

    Ich begam unter der Hand dann den Rat mit einem Fön die oberste Schicht zu erwärmen, danach wäre der weiße Schaum weg!

    Keine Ahnung, ob das funktioniert. Ich habe es nicht ausprobiert!


    Ich mache mir die Mühe und erkläre das meinen Kunden!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Das sehe ich alles nicht ganz so locker. Schaum ist zwar nicht giftig und entsteht je nach Sorte (vor allem Frühtracht!) zwangsläufig mehr oder weniger stark im Herstellungsprozess, aber er gehört einfach nicht in den Honig als Endprodukt.

    Das, was entsteht, sollte dann wenigstens abgeschäumt werden. Denn Schaum sind Luftblasen und die setzen die Haltbarkeit des Honigs herab.


    So eine Schicht zeigt mir also, der Imker hat schlampig abgefüllt (oder kann es nicht) und hat dann nicht abgeschäumt - warum auch immer.

    Das ist zunächst nur ein optischer Makel, aber eben völlig unnötig. Es ist vergleichbar mit einem 50.000 EUR-Neuwagen, der mir vom Autohaus ungewaschen und mit versifften Sitzbezügen angeboten wird. Sonst technisch vielleicht ok, sagt es dennoch viel aus über die Arbeitsweise und Haltung des Autohauses seinen Kunden, also mir gegenüber. Beim Honig ist es genau so, nur dass ich da der Imker, also das "Autohaus" bin.


    Ich weiß, dass es viele Imker gibt, die so ein Bild trotzdem für ok halten. Sieht man ja auch hier wieder.

    Doch da es ohne viel Aufwand auch anders ginge, ist so ein Bild für mich immer ein dicker Minuspunkt. Denn Schaum ist keineswegs Ausdruck eines naturbelassenen Naturproduktes wie etwa ein krummer Apfel, sondern Ausdruck der Arbeitsweise des Imkers. Im original belassenen Honig ist schließlich auch kein Schaum - den hat der Imker da rein gemurkst!


    Und wenn die dunklen Punkte wirklich Wachs- oder gar andere Partikel sind, wären es sogar zwei Minuspunkte.


    Gruß

    hornet

  • Ausdruck eines naturbelassenen Naturproduktes wie etwa ein krummer Apfel,

    Man kann den Schaum einfach und effektiv verhindern, wenn man nicht rührt. Dann hätte man das naturbelassene Naturprodukt. Verkauft sich mit den groben Kristallen aber noch erheblich schlechter als mit einer dünnen Schaumschicht. Und sooo einfach ist das verhindern des Schaums in meinen Augen nicht, wenn man denn rührt.

  • Moin moin,


    es gibt Honige, die bilden eine sehr deutliche Blüte. Besonders bei kalter Lagerung. Das angefragte Bild halte ich genau dafür, nicht für Schaum.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Weil der Honig an der Stelle gern mal Wssser zieht. Aus Erfahrung (im Eimer).


    Harten Honig vor dem Abfüllen weich zu rühren ist halt Murks. Das dann als 'natürlich' zu deklarieren und meinen sauberen Honig als Langnese-Industrie-Klon abzutun find ich irgendwie gut. Es geht nämlich schon auch anders, ohne weiße Schicht. Ist auch kein Hexenwerk, bloß etwas Mehraufwand.


    :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin Ralf,


    nee, nee, nix mit Wasser und nix hart und dann auch nix mit weichgerührt. Frühtracht mit Löwenzahn, Blaubeere und noch etwas Faulbaum. Geschleudert, 1 bis 2 Wochen abgeschäumt, 2 Wochen gerührt und täglich abgeschäumt und dann mit Perlmuttglanz abgefüllt. Wird erstmal eher fest und stand im Winter kalt, richtig kalt. Außen plus 1 bis 5, je nach Wind. Dann zieht sich das, was flüssig ist, nach innen in den Klotz zurück, der Honig löst sich vom Glas und es entsteht diese extreme Honigblume. Die bleibt auch hell.

    Gibt aber Imker, die haben keinen Naturfrost im Honiglager, sondern die haben die gleichmäßigen 13 oder 14 Grad, und da passiert das nicht, oder weitaus weniger.

    Die kennen das dann nicht, und halten das für Schaum oder Wachs, jedenfalls für einen Fehler. Gemessen am im ideal temperierten Honiglager honiggelagerten Honig, ist es ja auch einer. Aber wirklich nichts schlimmes, und auch nicht Folge einer imkerlichen Inkompetenz, sondern höchstens eines ausbaufähigen Honiglagers, bei angestrebter Feinsteife des Honigs.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Ralf,


    Badehose! Bei dem Wetter! Wo es doch genau das Wetter ist, und der selbe Honig, nach dem Abfüllen im Kühlschrank bei gleichmäßiger Temperatur aufbewahrt, das Phänomen kaum zeigt.


    Aber wer an Badehosen oder Abschäummängel glaubt, dem ist nicht zu helfen...

    Und nein, der abgebildete Honig ist nicht meiner, aber ich hatte solchen schon und weiß, was ich damit gemacht habe. Und ich weiß, dass das Phänomen erst im (späten) Herbst und Winter auftrat. Bis dahin schimmerte der mattgolden im Glase, bis oben hin.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Stehen lassen und Abschäumen ist ja schon der erste Schritt, hilft aber wenig, wenn man den Honig zu weit vom Abfüllbehälter einfüllt - dann erzeugt man wieder Bläschen

    Zudem kann so was bei den zuletzt abgefüllten Gläsern auch oft entstehen.

    In den Kühlschrank gestellt, haben oft die klitzekleinen Luftbläschen nicht mehr die Chance hochzusteigen.

    Im Sommer, wenn es warm ist, haben sie alle Zeit der Welt hochzusteigen und können oben noch platzen.

    Ob es sich auf dem hier gezeigten Bild tatsächlich um Bläschen handelt (welche übrigens kaum die Qualität des Honigs beeinflussen) oder doch eher um feine Blütenbildung, kann ich vom Foto her nur mutmaßen. Was ich sehe: es wurde kein Spitzsieb verwendet :-)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Was ich sehe: es wurde kein Spitzsieb verwendet

    Ich hab erst mal über den Bildschirm gewischt...:)


    Und das von Clas beschriebene Phänomen der Blütenbildung tritt bei den Umständen durchaus auf, aber hier sind am Rand Bläschen zu sehen. Bläschen gibt es bei der Blütenbildung eher nicht. Außerdem scheint der obere Glasrand unbetroffen zu sein, was auch eher für Schaum spricht.

  • Was mich nachdenken lässt , ist, dass sich die "Schicht" auch nach unten zieht - was eher gegen Schaum sprechen KÖNNTE


    Letztendlich: nix Schlimmes, wie meine Vorredner schon schrieben.

    Vermeidbar? Mag ich in diesem Fall nicht urteilen ( alles ist vermeidbar, aber nicht zwanghaft nötig)

    Beseitigen mit Fön? Das macht man nicht!

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Moin Anni,


    Einfüllbläschen sind aber deutlich größer, zeichnen beim Aufsteigen eine Spur und bleiben entweder stecken oder nicht. Hängt an der erreichten Einfüllreife. Wenn der Honig vor dem Abfüllen noch mal gerührt werden muss, weil er sonst schon steht, gibt es die, und auch noch welche aus eingerührter Luft, die nicht entweicht. Wenn das Raps ist, kann man die dann nicht mehr vermeiden, weil der ja unterm Abfüllen dann schon wieder fest wird. Und ja, es hilft, den Honig nicht so tief fallen zu lassen. Eine Abfüllmaschine ist wahrscheinlich noch mal besser.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich denke der Schaum ist beim Entnehmen nach unten gestrichen worden.

    Überrührt, zu schnelle Maschine, Wartezeit nicht eingehalten.

    Wenn das Malheur passiert ist, sofort nach dem Abfüllen kalt stellen. Je kälter desto besser.

    Hilft aber nicht beim überrührten Honig. Der stockt nicht, bleibt immer Brei. (Würde Ralf sagen)


    Gruss

    Ulrich