Unterscheidung Rasse / Zuchtrichtung im Schutzgebiet einer Belegstelle

  • Hallo zusammen,


    Ich lebe in Bayern im Schutzgebiet einer Belegstelle. In den letzten Jahren wurden bei mir einige alte Bäume gefällt, dadurch sind anscheinend die Wohnmöglichkeiten für Schwärme so schlecht geworden, dass ich im Winter schon tote Bienenvölker in Steinkautzröhren entdeckt habe. Diesen Schwärmen würde ich gerne eine bessere Bleibe anbieten und ihnen helfen, leichter zu überleben. Dazu habe ich mich in den letzten Wochen schon ein wenig belesen.


    An vielen Stellen im Internet, von einem Imkervorstand und auch auf der Infoseite dieser Belegstelle ist immer nur von Bienenrasse die Rede.

    Im Bayrischen Tierzuchtgesetz § 13 Bienen und auch in der Verordnung über den Vollzug des Tierzuchtrechts § 4 ist aber von der Zuchtrichtung die Rede.


    Meiner Meinung nach ist die Zuchtrichtung eine größere Einschränkung als die Rasse. In einer Rasse können ja viele Zuchtrichtungen verfolgt werden.

    Nach meinem Verständnis dürfte es nicht reichen, nur die Rasse eines Schwarms festzustellen. Einen Schwarm ohne Information seiner Herkunft müsst im Schutzgebiet immer mit einer Königin aus der Zuchtrichtung umgeweiselt werden.


    Bevor ich irgendwelche schlafenden Hunde durch genaueres Nachfragen wecke, würde ich gerne eure Meinung und Erfahrung zu diesem Thema hören?



    Hans


  • Hallo Hans,

    Grundsätzlich siehst du es richtig, dass die Zuchtrichtung eine engere Einschränkung darstellt, als die der Rasse.

    Es kommt deshalb auf die Art der Belegstelle an. Wenn es sich um eine Rassebelegstelle handelt, (Bei vielen Landbelegstellen durchaus üblich) reicht die Rassezugehörigkeit der Bienen. (Bei Carnica wird das durch Körung festgestellt, (oder durch bekannte Abstammung)).

    Handelt es sich um eine Linienbelegstelle, greift die Einschränkung auf die Zuchtrichtung. Schwärme unbekannter Herkunft zu halten, ist in diesem Fall unmöglich, bei einer Rassebelegstelle wird es immer noch schwierig sein (=> Körung).

    Sprich einfach mit dem Belegstellenleiter.

    Gruß

    Ludger

  • Hallo Ludger,


    vielen Dank für deinen schnellen und kompetenten Beitrag.

    Ich habe inzwischen den Belegstellenleiter angemailt und auch prompt eine sehr nette und positive Antwort erhalten.

    Es wird anscheinend immer noch nicht so heiß gegessen, wie's gekocht wird . . .

    Dann werde ich mir mal die ersten Guckzargen zusammennageln . . .


    Allen viel Erfolg mit den Damen wünscht


    Hans

  • Hi Hans,


    Du kennst die Untersuchungen von Seeley zu der Größe und Ausstattung von bevorzugten Bienenbehausungen für Schwärme?
    Viel Glück beim Schwarmfang!

    auch
    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Servus Hans,


    ich hab das Buch "Bienendemokratie" von Seeley in dem er in einem etwas grobem Raster auf 40 l für eine bevorzugte Bienenbehausung kommt.

    Ich denke aber, diese Details sollten wir in einem anderem Faden beleuchten . . . ;-)


    Allen viel Erfolg mit den Damen wünscht


    Hans

  • Ich möchte Anmerken das es hier um eine Belegstelle geht.

    Du bekommst immer kostenlos Zuchtstoff bzw. auch Königinnen zum umweiseln, wenn du in einem Schutzkreis imkerst.

    Du kannst ja gerne alle Schwärme verwerten und dann im Herbst eben umweiseln.

    Auf Belegstellen fahren Züchter/Imker die sich einen Haufen Arbeit machen.

    Ein Schutzkreis eignet sich nicht zum Ecolo Bobo Imkern.


    Grüße,


    May