"Alte" Honigwaben mit kristalisierten Honigresten im Honigraum integrieren? Geht das?

  • Moin Moin,


    ich habe mal ne blöde Frage, zumal ich partou nichts dazu finden kann - habe gesucht.


    Ich habe heute beim aufräumen diverse "alte" Honigwaben aus dem letzten Jahr gefunden ( hatte die total vergessen ), welche noch kristalisierte Honigreste ( 1/4 - 1/3 gefüllt, nicht verdeckelt ) enthalten. Und zwar sind das Honigwaben, welche ich nicht ausschleudern konnte, da zuerst die Schleuder nicht wollte und danach diese vergessen wurden beim abschleudern.


    Nun bin ich gerade dabei die Honigräume für die neue Saison vorzubereiten. Nun meine Frage, kann ich diese Waben mit integrieren? Der kristalisierte Honig ist nicht gärig und geschmacklich einwandfrei - Wassergehalt liegt bei unter 14 % - habe eine Wabe geopfert und Honigreste rausgekratzt und per Refraktometer getestet ( Waben wurden kühl, trocken und dunkel gelagert ). Die Waben wurden letztes Jahr frisch ausgebaut und waren nur im Honigraum. Mir sind die irgendwie zu Schade um wegzuschmeißen ( zu viele ) und daher meine Frage, ob man diese in den Honigraum als "ausgebaute Waben" einhängen kann? Arbeiten die Bienen den "alten" Honig bei Tracht wieder um oder füllen die nur auf und der kristalisierte Honig bleibt drin....? Oder holen die Damen sich den Honig so raus, sprich putzen die Waben? Für den Brutraum taugen die leider nichts, da Flachwaben ( Also DNM Flachzarge ).


    LG


    Northlight

  • Hallo,


    häng die doch im Frühjahr als Futterwaben in Deine neuen Ableger... - oder wie viele solcher Waben hast Du denn? Natürlich kannst Du diese aufgeritzt auch in den BR hängen als Futterwaben, falls notwendig. Das diese Waben nicht die gleiche höhe haben ist doch sekundär...


    Gruß

    Franz

  • Moin, es sind weit über 40 Waben - für Ableger sind es definitiv zu viele :( - wiegesagt, die Zellen sind nicht komplett gefüllt und auch nicht verdeckelt. Sie sind max zu 1/4 - 1/3 gefüllt ( in der Höhe ), auch nicht vollflächig, sondern nur teilweise ( viele Zellen sind komplett leer ). Wären es volle Waben, wäre es indiskutabel, aber diese sind nur teilweise gefüllt und weder zum zufüttern noch anfüttern zu gebrauchen......... daher die Frage ob man die "Reaktivieren" kann.

  • Hallo,

    So ähnlich ging es mir auch, ich habe eine Futterzarge aufgesetzt, darüber eine Zarge mit den Rähmchen. Dann eine klare Abdeckung, damit licht in die Zarge fällt. Die Bienen haben alles ungetragen und die Waben geputzt, darnach konnten sie wieder im Honigraum eingesetzt werden.

    Gruß Franz

  • Wie viele Völker hast Du denn und auf wie viel Zargen überwinterst Du? Man kann auch im zeitigen Frühjahr Flachzargen mit den Futterwaben unter den BR setzen - bei einer BR Zarge, dann werde diese Futterwaben ausgetragen... - Solltest Du auf zwei Zagen überwintern, dann wirst Du wahrscheinlich im zeitigen Frühjahr sowieso den unteren BR wegnehmen und dann kannst Du im gleichen Schritt die Flachzarge drunter setzen. Bis zum Aufsetzen sollte die Flachzarge dann leer von Futter sein, so das Du sie dann wieder wegnehmen kannst...

  • Ok.... klappt das im Frühjahr? Weil jetzt will ich das nicht riskieren ( Ist arg kalt gerade ) und wenn es warm wird, setzt hier in der Regel schnell Tracht ein - Obstblüte und viele Gärten mit blühendem allerlei?! Die Damen sind schon bei 6 Grad und Sonne wie dumm geflogen und haben die Krokusse und Märzenbecher besucht die überall stehen.


    Würde es primär gehen, sobald ich die Honigräume aufsetze, dass ich die Waben mit Wasser einsprühe und dass die Damen dann noch umtragen - aufarbeiten? Sind blöde Fragen ich weiß, aber sowas hatte ich noch nicht.... und ganz ehrlich, die über 40 Rähmchen stellen über die Hälfte meiner ausgebauten Flachzargen Rämchen dar ( letztes Jahr erst umgestellt auf Flachzarge ) und die würde ich gerne irgendwie möglich nutzen - mit der nötigen Sicherheit.


    LG


    Northlight

  • OK, 40 Waben bei 7 Völkern ist nicht zu viel da kannst Du bei jedem Volk ein paar Waben drunter setzen. Natürlich kenn ich das Wetter bei Euch nicht so genau. Bei uns kann man erste Eingriffe so ab ca. Mitte März machen und erst ab Mitte April kommt mehr Futter rein als die Bienen selber benötigen - das heißt die haben ein paar Wochen Zeit dazu - bei aufgeritzten Waben und mit Wasser besprüht hilft das, das umtragen zu beschleunigen, ruft aber auch Räuber auf die Spur - also abwägen...


    Jetzt würde ich definitiv keinen Eingriff machen, warte bis das Wetter entsprechend ist. Ob das bei Dir klappt kann ich nicht versprechen, aber probieren kannst Du es ja. Auch gehe ich davon aus das bei 1,5 DNM Du ein Schied irgendwann im Frühjahr verwenden wirst, dann kannst Du ja untersetzen und einige (nicht alle) Futterwaben aus dem BR rausnehmen und mit dem Futter in den Flachzargen sollte dann genügend, nicht all zu viel, insgesamt vorhanden sein... - Du wirst wahrscheinlich sowieso 3-5 Flachzargen für den HR für jedes Volk benötigen und es reicht wenn die erste HR Zarge ausgebaute Waben hat, die anderen kannst Du mit Mittelwänden ausstatten.


    Gruß

    Franz

  • Also ich habe letztes Jahr die Waben einfach aufgesetzt, wichtig ist so früh wie möglich, ich drahte meine Halbrähmchen nicht und arbeite nur mit Anfangsstreifen, wenn die Waben (Dickwaben) nicht komplett ausgebaut sind kann ich sie nicht schleudern, deshalb waren sie halbvoll übrig. Den Brutraum (DN anderthalb) decke ich mit Folie ab, nur einige Zentimeter freilassen damit sie hochkommen - ist auch gut für den Wärmehaushalt. Die Waben werden komplett ausgeräumt.


    Grüße aus Werder wo wir wahrscheinlich bald Schlittschuh laufen können auf der Havel

  • @FranzXR

    Letztes Jahr kam hier das erste Massenfutter Mitte März rein - milder Nordwesten halt - nie wirklich Winter, aber auch nie wirklich Sommer. So ne Kältewelle wie jetzt ( obwohl heute waren es nochmals 5 Grad im Schatten ), haben wir eher selten, eher milder Schmuddelwinter. Hier blühen die ersten Narzissen - Krokusse und Schneeglöckchen sind in einigen Ecken ( volle Südsonne ) durch.


    Das hat aber auch zum Nachteil, dass ich letzte Woche 2 Völker Notfüttern mußte, da die trocken waren. Hatten im Herbst wie irre gebrütet und waren jetzt leer. Haben das Futter aber angenommen. Daher überflüssige Waben wegnehmen ist hier eher weniger - die anderen kommen just so mit dem Futter zurecht.


    Letztes Jahr kamen beim schieden Mitte März die ersten Honigräume drauf, wie es dieses Jahr läuft, mal abwarten.


    CharlyBaum


    OK, Danke. Mit der Folie, dass kenn ich.

    Ich werde schauen wie ich dass dann mache. Mir ging es primär drum, dass ich die Waben nicht vernichten muss und ich noch was "retten" kann.


    Viele Grüße


    Northlight

  • Northlight - wenn das so ist dann musst Du früher, baldmöglichst untersetzen, aber bei passenden Temperaturen. Wenn die so knapp mit Futter sind dann wird auch umgetragen bzw. aufgebraucht. Aufsetzen wie beschrieben geht auch, aber beim Untersetzen wird auch bei niedrigeren Temperaturen umgetragen bzw. gezehrt. Das nächste mal wenn du solche Futterwaben hast, kannst Du die bereits im Herbst zur Einfütterung untersetzen. Untersetzen hat auch noch den Vorteil das sie Platz haben sollte im späteren Herbst noch eine Tracht kommen.

  • Also ich würde da nichts untersetzten, sondern wenn es Zeit ist die HR drauf und die etwas gefüllten Waben direkt über das Brutnest. Der Honigraum wird in kürzester Zeit angenommen, die Waben werden sauber geputzt und du hast gleichzeitig eine Frühjahrsreizfütterung. Einen besseren Start kannst du deinen Bienen zum Trachtbeginn nicht geben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Oben oder unten - es geht beides. Ich würde untersetzen, sobald es wieder oberhalb 0 °C ist (ASG brauchst Du nicht). Die sitzen jetzt schön ruhig in der Traube und werden sich nicht regen. Sobald es wieder wärmer wird, tragen Sie wieder Futter in Richtung Zentrum. Mit Wasser besprühen hilft, wenn's kristallisiert ist - nur nicht zu viel...


    Viel Erfolg

  • Untersetzen ist wärmehaltiger während der Überwinterung.

    Wärme steigt nach oben und der Brutraum muss mit dem aufgesetzten Honigraum zusätzlich geheizt werden. Unten passiert das weniger. Da ist die Wärme schön mollig warm oben drauf und wenn es mal passt, dann holen sich die Mädels das alte Zeugs von unten und verheizen das.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)