Honiguntersuchung auf Pestizide?

  • Liebe Imker und Imkerinnen,

    gestern hatte ich zum ersten Mal eine kritische Honigkonsumentin an der Tür. Sie isst gerne und viel Honig (500 g pro Woche) und wollte nun mal meinen probieren. Beim Raps war sie sich aber unsicher wegen möglicher Rückstände und tatsächlich untersucht unser Länderinstitut ja nun viel aber ein Check auf Pestizide bekomme ich da nicht.

    Daher mal die Frage in die Runde wo man das zu halbwegs vernünftigen finanziellen Bedingungen machen lassen kann - gerne auch per PN damit es auch ja keine Werbung wird!


    Danke!


    Melanie

  • Habe mich im Herbst durchgerungen, eine Rückstellprobe von einer Frühtracht mit Raps (statt dem erhofften Löwenzahn) in Hohenheim auf Pestizide aus der Rapsblütenspritzung untersuchen zu lassen. Leider wurden zwei Fungizide in Konzentrationen gefunden, die mich veranlassen, für dieses Frühjahr Standplätze >3km (besser 5km) von Raps zu suchen, zumal ich aktuell auch ein neues Rapsfeld nur ca. 1,5km von zu Hause habe. Dr. Wallner sagte mündlich, solche Funde seien 2017 nicht ungewöhnlich gewesen. Ich bin gespannt auf den für März erwarteten Jahresbericht aus Hohenheim.

    Karl

    P.S.: Ich hatte auch im www vergeblich nach deutlich billigeren Privatlaboren gesucht. Das schließt aber nicht aus, dass es solche doch gibt.

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Hallo Melanie, hallo zusammen,


    unser Landesverband Rheinlandpfalz hat neulich eine EMail an die Vereine geschickt, in der es um die Förderung der Droplegtechnologie ging. RLP hat sich aufgrund der Rückstandsbelastung im Rapshonig dazu entschlossen Landwirte da finanziell zu unterstützen.


    In diesem Schreiben (an die Imker) stand eben auch dass "das was man in der Presse liest, nur die Spitze vom Eisberg sei" und dass Honige aus dem Verkehr genommen werden mussten.


    Da der Imker verantwortlich für seinen Honig sei, sei es tatsächlich angebracht Analysen machen zu lassen.


    Wenn man nicht auf Thymol oder Wachsmottenmittel untersuchen lässt (ich benutz die nicht, also brauch ich das auch nicht untersuchen) kommt die Analyse auf ...steht auf der HP von Hohenheim


    Ich mit meinen wenigen Gläsern Honig werde das wahrscheinlich machen, da Raps meine Haupttracht ist.

    Aber da stellt sich schon die nächste Frage: leg ich die Kosten um???


    Ich habe bereits eine Anfrage an den Landesverband laufen, ob man Förderung bekommen kann - und was passiert, wenn der Honig nicht verkehrsfähig sein sollte. Ist das ein Versicherungsfall?


    Schlimm genug!

    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Aber da stellt sich schon die nächste Frage: leg ich die Kosten um???

    Selbstverständlich legt man das um!


    Der Kunde ist der Verbraucher ist der Bürger dieser unserer Gesellsschaft und ist auch der Wähler und damit sowohl der Konsument mit Anspruch auf gute Lebensmittel, als auch gleichzeitig der Verantwortliche für die Rahmenbedingungen, unter denenen diese Lebensmittel hergestellt werden.


    Damit ist er in meinen Augen auch genau derjenige, der die Suppe auslöffeln muss, die er sich selbst eingebrockt hat.

    Man hat bei uns die Wahl und sollte daher immer das bekommen, was man bezahlt.

    Wer billig will, muss billig bekommen, auch im übertagenen Sinn - aber eben auch umgekehrt.


    Werden Kosten immer nur auf Dritte (hier: die Imker) umgelegt, nicht aber auf die Verursacher (=Konsument mit Ansprüchen = Wähler mit Gestaltungspotenzial), dann wird sich auch NIE was ändern. Siehe Atom-und Kohlestrom, Autoindustrie, Flugverkehr und unzählige weitere Beispiele, wo Kosten auf unbeteiligte Dritte umgelegt werden und damit die Produkte scheinbar billig angeboten werden und damit vermeintlich kein Grund besteht, etwas zu ändern.


    Da der Bürger bei uns heute billige Lebensmittel haben will, will er auch industrielle Landwirtschaft mit allen Folgen wie in diesem Falle eben den Pestiziden. Wer die nicht will, muss logischerweise den erhöhten Aufwand bezahlen, der bei uns deswegen nötig ist, um Produkte ohne Pestizide zu produzieren - das ist in meinen Augen doch sonnenklar!