Winterbienen, wann?

  • Ende September letzten Jahres habe ich, bei der allgemeinen Umweiselung, ein in der Farbe sehr einheitlich graues Carnicavolk in Buckfast umgeweiselt.:)

    Das C-Volk besetzte gut eine 10er Zanderzarge plus eine untergesetzte Halbzarge Winterfutter , hatte keinen auffälligen Milben/Virenbefall, kurz es stand nicht schlecht da.

    Nun die Überrasschung, bei einer kurzen Kontrolle ende Januar fand sich KEINE graue Biene.

    Alles Lederbraun, Volksstärke normal. (es gibt kein Zweifel, es war die einzigste Zanderkiste weit und breit)

    Was denkt ihr?

    LG

  • Soviel ich weiß, werden Winterbienen ab ca. September erbrütet, insofern also nicht überraschend.

    Forum-auf-und-ab liest man eigentlich, Winterbienen werden ab Mitte Juli erbrütet und deswegen sei ein frühe Varroabehandlung unumgänglich.


    Meine Beobachtung ist, dass es auch mit der Art und Weise der Fütterung zusammenhängt.


    Seit ich über einen längeren Zeitraum dünn (Zuckerwasser 1:1) füttere, habe ich stärker in den Winter gehende Völker, da hier 1. länger gefüttert wird (z.T. bis in den September hinein) und 2. dabei noch große Brutflächen angelegt werden.
    Bei dreimaliger Gabe von Fertigfutter konnte ich so etwas nicht beobachten.


    Wie und wann hattest du gefüttert, Dieter?

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Was denkt ihr?

    Winterbienen sollen ab Juni entstehen. Wann jetzt genau der Hauptteil der Wintermannschaft schlüpft, ist, so denke ich, völlig abhängig von verschiedenen Faktoren. Die Volksentwicklung spielt da z.B mit, aber auch andere, externe Einflüsse wie Spättracht, Standort oder Wetter machen da Unterschiede.


    Erschwerend kommt hinzu, dass der Bien, für sich, auch dynamisch auf solche Einflüsse reagiert.

    Selbst die einzelne Biene hat, scheinbar, noch Steuermechanismen in Bezug auf die Lebenserwartung.


    mfg Vivajohn

  • Seit ich über einen längeren Zeitraum dünn (Zuckerwasser 1:1) füttere, habe ich stärker in den Winter gehende Völker, da hier 1. länger gefüttert wird (z.T. bis in den September hinein)

    Da ist es meines Erachtens wieder eine Begrifflichkeit. Eine derartige Fütterung ist eine Reizfütterung im Herbst und eigentlich keine Einfütterung. Die eigentliche Einfütterung wird Ende August bis September durchgeführt. Auch mit anderer Zuckerkonzentration.

    Die Antivarroabehandlung im Juli entfernt die Belastung der, für die für die Winterbrut zuständigen, Ammen.

    Jelle

  • Hallo Wasi,

    wir imkern ungefähr im gleichen Klimabereich. Bei mir war noch richtig dick Brut in den Völkern bis in den November. Wundert mich also nicht.

    Komischerweise waren viele im September kurz brutfrei, das hatte ich sonst noch nicht gesehen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • viele im September kurz brutfrei, das hatte ich sonst noch nicht gesehen

    Jepp Michael,

    hier auch, dauerte so 2 Wochen in etwa, übrigens auch die meisten Jungweisel.

    So hab ich das auch noch nicht gesehen.

    Bemerkenswert finde ich, das absolut "keine"! Graue im besagten Volk vorhanden ist.

    Mit ein Paar bis Viele hatte ich gerechnet, aber meine Bienen halten sich so gar nicht ans Geschriebene.

    Die sollen ja bis zum Frühjahr......:)

    Hier sind die im Juli/August/September geschlüpfte Bienen keine Winterbienen, trotz Pflegepause. Zumindest in diesem Fall und in dieser Situation nicht.

    Mich interessiert nun schon, wie das sich auf die Milbenpopulation in diesem Volk auswirkt.

    Bei der Winterbehandlung waren die unauffällig.

    LG

    Dieter

  • zu Winterbienen, wann meint :



    BernhardHeuvel
    Gast

    Es ist eher umgekehrt: Dauerbienen werden genau dann erzeugt, wenn kein Pollen mehr reinkommt. Jetzt aber kommt Pollen ohne Ende rein. Wird dieser glänzend überzogen, wird er zu Dauerpollen als Reserve eingelagert. Bleibt er matt und verteilt im Brutnest, werden sie jetzt noch einen Satz Brut anlegen.


    "Winterbienen" sind "Dauerbienen". Also Bienen mit längerer Lebensdauer. Bienen leben länger mit einem gefüllten Fettkörper - hier im Schnitt links eine dürre kurzlebige Biene und rechts eine fette langlebige Biene.


    http://scientificbeekeeping.com/scibeeimages/fat-bodies.png

    http://scientificbeekeeping.com/fat-bees-part-1/


    Der Fettkörper wird in den ersten fünf Lebenstagen der gerade geschlüpften Jungbiene aufgebaut.


    Über einen Doppel-Mechanismus, in dem das Juvenilhormon und das Vitellogenin (und ein Sammlerinnenpheromon) eine Rolle spielen, wird ein Verhalten ausgelöst, das bei Einstellen des Trachtfluges und vor allem bei Pollenmangel eintritt. Die junge Brut wird kannibalisiert, sprich: aufgefressen.


    "...die Honigbiene besitzt etwas, was man als starke epigenetischen Regulation des Alterns bezeichnen kann"


    "double repressor hypothesis".


    Der Regelmechanismus über das Juvenilhormon (externe Faktoren) und Vitellogenin (interne Faktoren) auf das Nervensystem, genauer: der corpora allata! Mit diesem doppelten Regelmechanismus wird der Einklang von Innen- zur Außenwelt erzeugt.


    Beitrag von Bernhard Heuvel aus " Schied setzen bei Dadant ab wann sinnvoll "