Ungerührten Honig nachträglich cremig rühren.

  • Hallo habe noch zwei Eimer Honig vom letzten Juli. Diesen habe ich ungerührt eingelagert. Wie kann ich diesen Honig nachträglich noch cremig bringen?


    Kann ich ihn einfach auftauen und dann rühren?

  • Kann ich ihn einfach auftauen und dann rühren?

    Genau so!

    Bisschen genauer will SvenBin das glaub schon wissen...


    Also ich würde folgendermaßen vorgehen: Erst mal am noch festen Honig oben den Schaum abkratzen, dann würde ich den Honig nur antauen, also bei ca. 30-33° nicht höher, sonst wird er ganz flüssig und du mußt warten bis sich wieder Kristalle bilden, dann Rühren und noch warm abfüllen, weil er so besser ins Glas läuft.


    Gruß Franz

  • Genau dafür ist der Rapido-Rührer gedacht. So gut wie in dem Werbevideo bekomme ich es aber nicht hin...

    Neulich habe ein paar Eimer im Wasserbad erwärmt, durchgerührt, nochmal abgeschäumt, abgefüllt. Nach dem Abfüllen raus in den kalten Schuppen gestellt. Meiner Meinung nach hat das der Konsistenz gut getan.

  • Ich find das fies. Entweder feincremig im Eimer fest werden lassen, leicht erwärmen und abfüllen, oder ganz(!) verflüssigen (Melitherm, Spitzsieb mit Heizung, whatever) behandeln wie frisch aus der Schleuder und dann ins Glas. Grob kristallisierten Honig weich rühren gibt Schleim mit Knirsch.


    Meine Meinung. Gibt aber genug Freunde von Schleim, ALDI sei Dank. Letztlich isses Geschmackssache (und guter Geschmack macht einsam!).


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...Grob kristallisierten Honig weich rühren gibt Schleim mit Knirsch.


    Meine Meinung.

    Auch meine ... Die Neukristallisation, ggf. durch feincremigen Impfhonig unterstützt, führt zu einem homogenen Produkt.


    Aber jeder wie er mag!


    Rainer

  • Moin zusammen,

    ich habe auch schon alles mögliche ausprobiert und damit auch schon alle möglichen Ergebnisse erzielt...

    Einfach auftauen und durchrühren ist das Einfachste. Waldseeer die 33°C halte ich nicht für ausreichend. Nach meinen Erfahrungen wird er dann wirklich stellenweise überrührt und daneben gibts noch Klumpen. Mit knapp 40°, einem Weck-Einkochautomat und meinem Billig-Rapido klappt es meistens.

    Der Hinweis vom rase kann auch gut klappen, braucht aber ein Melitherm. Im Normalfall halte ich das für zu aufwendig.

    In letzten Jahr hatte ich auch Probleme mit etwas widerspenstigen Honigen. Die Frühtracht wollte sich partout nicht feincremig rühren lassen. Ich glaube das hängt vor allem mit dem (erhöhten) Wassergehalt zusammen.


    Gruß Jörg

  • Ich glaube das hängt vor allem mit dem (erhöhten) Wassergehalt zusammen.

    Jörg, das hattest Du schon mal erwähnt. Wie stellt sich das dar ? - Einfacher Zusammenhang wie z.B. geringer WG wird feinkristallin bzw. cremig und höherer WG wird grobkristallin oder gibt es keine eindeutige Korrelation ? Ist dies bei Frühjahrshonig ebenso wie bei Sommerhonig ?


    Ich mache die Erfahrung, dass FJ-Honig eher feinkristallin darzustellen ist, mein Sommerhonig (Mix von allem) jedoch eher grob kristallisiert


    Besten Dank für Deine Erfahrungen


    Rainer

  • Wenn man Honig umkristallisieren will, muss man ihn vorher gänzlich verflüssigen, d.h., alle Kristalle müssen komplett aufgelöst werden. Der Honig muss klar sein wie nach der Schleuderung! Das gelingt nur bei Temperaturen oberhalb von 50°C.

    Um die enthaltenen Enzyme nicht zu zerstören und den HMF-Gehalt niedrig zu halten, muss die Erwärmung möglichst kurz gehalten werden. Das gelingt nur mit Durchflussgeräten wie Melitherm oder ähnlichen Apparaturen.

    Der klare Honig wird 1 Tag lang gelagert, dann abgeschäumt und mit einem feincremigen Honig geimpft. Danach zweimal gut durchrühren und und abfüllen. Der Rest passiert dann im Glas. Das ergibt einen feinsteifen Honig.

    Gruß Ralph


  • Ich mache die Erfahrung, dass FJ-Honig eher feinkristallin darzustellen ist, mein Sommerhonig (Mix von allem) jedoch eher grob kristallisier

    So ist es. Frühjahrshonig mit Raps wird sofort gerührt und kristallisiert dann fein, selbst bei einem Wassergehalt über 19%. Sommerhonig aus Robinie und Linde (Mix) dagegen kristallisiert langsam und grobkörnig, auch bei einem Wassergehalt unter 16%. Eine feine Kristallisation lässt sich nur durch Impfen erreichen.

    Der Wassergehalt hatte bei mir bisher nur einen Einfluss auf die Stabilität: Honig mit höherem Wassergehalt, der anfangs feinsteif ist, wird schneller breiig, entmischt sich schneller und fängt leichter an zu gären. Entsprechend passe ich das MHD an.

    Gruß Ralph


  • Ich mache die Erfahrung, dass FJ-Honig eher feinkristallin darzustellen ist, mein Sommerhonig (Mix von allem) jedoch eher grob kristallisier

    So ist es. Frühjahrshonig mit Raps wird sofort gerührt und kristallisiert dann fein...

    Ja, das Ziel Raps=möglichst feincremig ("zartschmelzend" ohne jegliche spürbare Kristalle auf der Zunge) und Sommertracht streichfähig, teilweise grobkristallin.


    Das mit dem Wassergehalt als Grund ist leider nur mein Gefühl... Ich hatte bis vor ein paar Jahren nie Probleme mit der Feincremigkeit. Einfach angetaut, kurz gerührt - feddich!

    Jetzt hatte ich eher einen höheren Wassergehalt in der Frühtracht und besonders vom letzten Jahr diesem groben Rapshonig. Nach einer testweisen maschinellen Trocknung war es dann deutlich besser.


    Gruß Jörg


    Nachtrag:

    Das mit dem Impfen direkt nach der Ernte habe ich bisher zeitlich noch nie geschafft.

  • Wenn man Honig umkristallisieren will, muss man ihn vorher gänzlich verflüssigen, d.h., alle Kristalle müssen komplett aufgelöst werden. Der Honig muss klar sein wie nach der Schleuderung! Das gelingt nur bei Temperaturen oberhalb von 50°C.

    Um die enthaltenen Enzyme nicht zu zerstören und den HMF-Gehalt niedrig zu halten, muss die Erwärmung möglichst kurz gehalten werden. Das gelingt nur mit Durchflussgeräten wie Melitherm oder ähnlichen Apparaturen.

    Der klare Honig wird 1 Tag lang gelagert, dann abgeschäumt und mit einem feincremigen Honig geimpft. Danach zweimal gut durchrühren und und abfüllen. Der Rest passiert dann im Glas. Das ergibt einen feinsteifen Honig.

    Gruß Ralph

    Nun ja, wenn ich meinen Sommerhonig 2 Tage im Wasserbad bei ca 38° lasse, wird er auch flüssig - dann haue ich ihn nochmals durch ein Spitzsieb und impfe dann.

    Klappte bisher prima ohne Überhitzung.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Nun ja, wenn ich meinen Sommerhonig 2 Tage im Wasserbad bei ca 38° lasse, wird er auch flüssig ............................

    Klappte bisher prima ohne Überhitzung.

    So dachte ich auch mal.


    Nach der Faktenlage ist es für den Honig aber wohl besser, kurz höher temperiert zu werden, als über einen langen Zeitraum nicht so hoch.


    Wer also ganz verflüssigen will, um dann zu impfen, sollte sich ein Melitherm o.ä. zulegen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿