Anzahl der Rähmchen bei DNM

  • ...sondern ob eine Kompaktbeute zu wenig Platz bietet?

    Liebe Andi_Sonne,


    Platz wofür? Rechnen ist eine Grundfertigkeit, die man zum Imkern braucht -> Also: 2000 Eier legt die Kö. täglich in der Hochsaison x (21 Tage Larvenentwicklungszeit + 1 Tag Reserve für das Putzen/Neutapezieren der Brutzelle nach dem Schlupf) = 44.000 Zellen, was bei 5864 Zellen/Rä. bequem auf 8 Rä. passen würde.

    Jedenfalls, wenn man die Zahlen der Variobeute zugrunde legt, die Dir mglw. vorschwebt:

    http://www.bienen-lutz.de/zand…che-doble-double-colmena/

    Noch ein Rä. für Pollen und eines für Futter -> 10 DN-Rä für den Brutraum sollte da ausreichen. Bei Zellmaßen kleiner als 5,4mm ergeben sich noch höhere Zellzahlen.

    Wenn Du allerdings noch mehr Raumgreifendes als nur das Brutgeschäft im BR planst, könnte es mglw. knapp werden.

    Sich auf die praktische, erfahrungsgestützte Vernunft v.a. der benachbarten Imkerkollgen zu verlassen, erspart v.a. am Anfang viel Lehrgeld...


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

  • Hallo,

    für einen Brutraum sind mir 10 Rähmchen etwas zu eng, obwohl ich auch damit geimkert habe. Hatte mal eine Buckfastkönigin, die hat 9 Rähmchen fast lückenlos bestiftet und vorne war noch eine saubere Pollenwabe. Musste die ganze Saisson über fast nichts an dem Volk machen, ein Traum!

    11 kommt gut hin, wenn man ab und zu Pollenwaben rausnimmt und ich habe mir manchmal 12 gewünscht, um noch eine Futter/Pollenwabe mehr unterzubekommen. Die Honigzargen werden dann aber verdammt schwer!

    Da 11 so verbreitet sind, empfehle ich, dabei zu bleiben.

    Gruss,

    Jan

  • Ich habe mich für das DNM entschieden, weil es hier gängig ist und mein zukünfitger Imkerpate auch damit arbeitet.

    Für das erste Volk ok, falls man es vom Paten bekommt. Sonst in meinen Augen der schlechteste Grund, sich für ein System zu entscheiden. Wenn man das konsequent so getan hätte, dann müssten ja alle mit dem System imkern, welches an ihrem Ort vor hundert Jahren üblich war...



    Ich war früher, ganz am Anfang, auch immer auf der Suche nach Bauplänen. Es hat Jahre gedauert, bis mir klar wurde, dass sich die Maße von Beutenteilen quasi von alleine festlegen, man muss sich nur für ein paar Vorbedingungen entscheiden.


    Durchaus sinnvoll könnte es z.B. sein, sich am System der kompatiblen Beuten der Arbeitsgemeinschaft Magazinimker zu orientieren, weil man dann ziemlich problemlos zugekaufte Teile einsetzen kann, z.B. Böden, Deckel, Absperrgitter...

    Ich habe mir am Anfang gemerkt: Außenmaße Magazinimker: 425mm x 515 mm

    (Die Maße variieren ein wenig von Hersteller zu Hersteller, abhängig auch von der Materialstärke.)


    Oder aber man entscheidet sich für eine quadratische Beute, was durchaus auch vorteilhaft sein kann, weil man Zargen um 90° drehen kann.


    Fest gegeben ist der Beespace (ca. 8mm +/- 2mm, also 6-10mm). Auch vorgegeben ist der Wabenabstand: 35-37mm, falls man Kleinzellenimker werden möchte evtl. auch 32-33mm.

    Falls man kein eigenes Rähmchenmaß kreieren möchte sind auch die gängigsten Rähmchen vorgegeben (Breite ohne Ohren):

    DNM: 370mm

    Zander: 420mm

    Langstroth: 448mm


    Innenmaße berechnen:

    Länge: Breite des Rähmchens (ohne Ohren) + 2 * Beespace

    Beispiel DNM: 370 mm + 2 * 10 mm = 390 mm

    (Hier verwende ich einen Beespace, der an der oberen Toleranz liegt, weil Holz gerne arbeitet und ein Millimeter zuviel weniger Probleme macht als ein Millimeter zuwenig.)

    Falls man eine quadratische Beute haben möchte, dann wäre das auch das Innenmaß in der Breite. Daraus würde sich die Anzahl der Rähmchen ergeben: 390/35= 11,14

    Daher kommen also die 11 Rähmchen bei den meistverbreiteten DNM-Zargen, sie ergeben sich von ganz alleine, wenn man sich für eine quadratische Zarge entscheidet!

    Doch Vorsicht, der Rähmchenabstand bleibt im Einsatz eher nicht bei den 35mm. Bei manchen Beuten ist man den ganzen Sommer über am Ringen mit den Rähmchen, die festklemmen. Normalerweise sollte man etwas mehr Spielraum einplanen. Ich finde den Platz für 11 Rähmchen in dem oben genannten Beispiel etwas knapp. Evtl. sollte man nur 10 Rähmchen reintun, plus Schied.

    (Welche Innenmaße haben eigentlich die käuflichen quadratischen DNM-Zargen?)


    Bei den Magazinimkern war die ursprüngliche Vorgabe: 10 Rähmchen Langstroth sollen reinpassen. Griffmulden an allen vier Seiten, deshalb etwas dickeres Holz, z.B. 24 mm. Bei Langstroth ergibt sich die Innenlänge: 448 + 2 * 10 = 468 mm.

    Und die Außenlänge: Innenlänge plus doppelte Holzstärke: 468 + 2 * 24 = 516 mm


    Bei quadratischen Beuten der Langstrothfamilie, zu der auch die Dadantbeute nach Ries gehört, ist das das Außenmaß in Länge und Breite. Je nach Materialstärke und genauer Auslegung des Beespace evtl. ein paar Millimeter mehr oder weniger.


    Bei der Einfachbeute für Zander wollte man keine Griffmulden. Die langen Ohren erlauben es, mit 20 mm starkem Holz eine Zarge zu bauen, bei der man für die Rähmchenauflage nicht fräsen muss.

    Innenlänge: 420 mm + 2 * 10 mm = 440 mm.

    (Hm, die Rähmchen hätten allerdings in Längsrichtung keinerlei Spiel und würden klemmen. Da müsste man evtl. doch nochmal zwei Millimeter zugeben...)

    Außenlänge: Innenlänge plus doppelte Wandstärke plus doppelte Griffleistenstärke.

    Also: 440 mm + 2 * 20 mm + 2 * 20 mm = 520 mm


    Innenbreite: in den USA rechnet man als Rähmchenbreite soweit ich weiß eher mit 37-38mm.

    Die Magazinimkerbeute für 10 Rähmchen kam daher auf:

    10 * 37 mm + 2 * 24 mm = 418mm, sagen wir mal rund 420 mm Außenmaß. Und weil es noch etwas Rangierplatz braucht dürfen es ruhig 5 mm mehr sein, also 425 mm Außenbreite.


    Bei der Zanderzarge hat man, aufgrund der geringeren Holzstärke, ein größeres Innenmaß in der Breite. Und wenn man noch ein paar Millimeter dazugibt, dann ist man auch schon bei den knapp 390 mm für DNM und kann DNM-Rähmchen quer reinhängen. So kommt man zur Magazinimkerzarge für DNM-Rähmchen, in die man der Länge nach auch Zanderrähmchen hängen kann (weil sich DNM und Zander in der Höhe nur um 3mm unterscheiden). Und die Anzahl der DNM-Rähmchen ergibt sich automatisch zu 12 Stück.



    Man könnte das ganze auch umgekehrt aufziehen und sich überlegen, wie breit ein Rähmchen sein sollte, wenn man eine quadratische Beute für zehn Rähmchen haben will. Ich würde von 36mm Wabenabstand ausgehen. (Neue Rähmchen 35mm, aber im Betrieb wird es immer etwas mehr). Und dann noch 10 mm extra, Rangierplatz:

    10 * 36 mm + 10 mm = 370 mm Innenmaß für eine quadratische 10er Zarge. DNM ist dafür zu breit. Das französische Voirnot passt perfekt dazu. Und ich glaube, es gibt Schweizer Maße und auch etwas niederländisches, was in diese Richtung geht.


    Andererseits: niemand zwingt einen dazu, in die quadratische DNM-Beute 11 Rähmchen zu hängen. Ich bin mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass ich in jeder Beute einen Schied haben will, weil die Rähmchen sonst entweder irgendwann klemmen oder aber zum Rand hin Dickwaben entstehen.



    So, und nun, nach dieser langen und trotzdem in mancher Hinsicht stark verkürzten Betrachtung zu Beutenmaßen und Rähmchenzahlen:

    was spricht für die 10er DNM-Kompaktbeute, wenn sie weder quadratisch ist noch kompatibel zum Material der Magazinimker-AG?

    In meinen Augen gar nichts.


    Nimm entweder eine quadratische oder eine mit den Magazinimkern kompatible Beute. Und regle das Zargengewicht über die Rähmchenhöhe.



    Grüße,

    Robert

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Re-Mark ()

  • Ist schon eine Weile her, dass ich Zargen für DNM gebaut habe. Deshalb hatte ich vergessen, wie irre kurz die Ohren bei DNM-Rähmchen sind (12mm). Daher sollte man wohl doch eher nicht mit 10 mm Beespace, also 390mm Innenmaß rechnen, sonst hat man zuwenig Rähmchenauflage.

    Ok, Auflageschienen gibt es ja auch noch...


    Diese kurzen Ohren sind einer der Gründe, weshalb ich ich DNM nicht so besonders mag...


    Und wenn schon ein einheitliches Maß für Brut- und Honigraum, dann würde ich Flachzarge nehmen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Re-Mark ()

  • Aus Freude am Tischlern?

    Falls es das ist, hier noch ein interessanter Link:

    Einfachbeute 3D in Sketchup variabel

    Lippsson war so nett seine frei anpassbare Sketchup-Einfach-Beute hier einzustellen. Da könntest du nochmal dickeres Holz zumindest theoretisch ausprobieren.


    Bin mir nicht sicher aber ich glaube hier mal irgendwo was von 16 cm Holzdicke gelesen zu haben, um den gleichen Isolationswert zu erreichen, den die Segeberger Beute hat. Kann das hier mal jemand untermauern oder korregieren? Ich finde da jetzt nirgends was dazu. Danke!

  • Wärmeleitwert Holz 0,13-0,18 (Weichholz eher beim niedrigen Wert)

    dto. Polystyrol 0,035-0,05 (Segeberger eher harte Ausführung, somit eher 0,05)


    Ergibt einen Faktor von 2,6 den die Holzbeute dicker sein muss.


    5 cm (der Segeberger) x 2,6 = 13 cm

    Man kann es aber auch so berechnen, dass 16 cm rauskommt, wenn man gerne da hin kommen möchte, vielleicht auch noch etwas dicker.


    Die wesentliche Frage zur Eröffnung des Fadens ist, ob man mit einem oder zwei Bruträumen arbeiten möchte. Ein Brutraum 10 x DNM ist in er Praxis verdammt klein. Sondermaße sind bei der Materialbeschaffung immer Murks. Die hier vom Fragesteller beschriebene Version ist unüblich und deshalb nicht zu empfehlen. Nimm irgendwas gängiges, es gibt genug.

  • Hallo,


    Ich habe auch mit DNM angefangen und habe es heute noch neben Zander laufen.

    Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen die Beuten so zu bauen das 12 DNM Rähmchen im Warmbau reingehen, und falls die Entscheidung mal fällt auf Zander umzusteigen 10 Zander im Kaltbau reinpassen. Wie zum Beispiel bei der Liebigbeute. Dann sind alle Wege offen.

    Bei starken Völkern sind 12 Rähmchen auf einem Brutraum voll besetzt.

    Und du kannst auch noch auf die 1,5 Variante für DNM und Zander Kisten bauen. Was mit Sicherheit auch irgendwann im Raum steht.😀

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten, besonders für die sehr ausführliche Antwort von Re-Mark .

    Du beschreibst hier genau das, was mich an der quadratischen 11er Beute zweifeln lässt. Nehmen wir mal an, man nimmt 11 Hoffmann-Rähmchen mit einer Breite von 35 mm. Dann hätte man ja schon 385 mm wenn man die Rähmchen exakt rein bekommt. Ich denke mal, dass man da noch einige Millimeter benötigt um vernüftig arbeiten zu können. Wenn jetzt ein Rähmchen längsseitig direkt an die Beutewand rutscht hätten wir 370 mm + 12 mm Ohren (382 mm), was dazu führen würde, dass das Rähmchen abrutscht.

    Man man, gar nicht so einfach... Am Montag steht mein erstes Treffen beim Imkerverein an. Da werde ich die Kollegen mal ausfragen. :)

  • Hallo Andi,


    Bitte kauf dir deine ersten Beuten!

    Kauf dir Beuten, die dein Imkerpate auch hat - Im Verein üblich ist - mit denen dein Anfängerkurs läuft.

    Lerne erst und entscheide dich mit mehr "Erfahrung" für dein System. Gerade an Anfang bist du auf Hilfe vor Ort angewiesen.


    Gruß Christian

    Nur wenn Du weißt was Du willst, kannst Du tun was Du willst. (Moshe Feldenkrais)