Zander 1,5 mit Zander 1,0 Mittelwänden

  • Hallo zusammen,


    ich imkere seit einiger Zeit bereits auf ZA1,5 und werde dieses Jahr auf Biowachs (wg. ökologischer Erzeugung) umstellen.

    Bei reinem Naturbau auf allen BR Rähmchen würde ich vermuten, dass es (je nach Jahreszeit) durch die Bank sehr viel Drohnen-Kuddelmuddel geben wird. Nun ist die Frage, ob es einfacher ist, komplette 1,5er MW + DW (wie bisher) zu nehmen, oder 1,0er, die dann im unteren Bereich gebaut werden dürfen, wie die Damen es für nötig halten.

    Die Umstellung an sich mache ich über Erweiterung. D.h. im Frühling die unbesetzten Waben raus, mit BioMW erweitern. Im nächsten Frühjahr fliegt dann spätestens der Rest raus.

    Was denkt ihr, irgendjemand Erfahrung damit? Bedenke ich irgendein Problem nicht?


    Danke und Grüße


    Der Leberkas

  • Kannst Du so machen.


    Alternative: am Ende der Saison TBE, hier gleich Totale Bauerneuerung. Entweder 2 Wochen vor Trachtende oder nach dem Abernten (und dann gleich füttern) das ganze Volk als Kunstschwarm auf Anfangsstreifen oder was auch immer für MWs Du willst setzen. Fertig.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Wie Jörg schon schreibt, eignet sich eine totale Brutentnahme sehr gut für die Umstellung. Ich selbst mache das auch schon mal im FJ (Mai). Das kostet zwar Honig, erspart andererseits meistens die Schwarmlust der Bienen. Je nach Verhältnisse vor Ort - ob Früh- oder Sommertracht lastig - macht sich der Verlust an Honig weniger oder mehr bemerkbar.


    Zusätzlich hast Du noch eine sehr wirksame Varroareduktion und eine Brutnestarchitektur, die der natürlichen Anordnung entgegen kommt: Drohnenbrut sitzt am unteren Brutnestrand, wenn die TBE zeitig im Mai mit 1,0 MW in 1,5 Rähmchen vollzogen wird. Da kannst Du Dir den Baurahmen schenken und die Drohnenbrut zur Varroaminderung ausschneiden brauchst Du auch nicht mehr; denn die fiesen Milben sitzen ja in der entnommenen Brut. Diese solltest Du nicht weiter verwenden.


    Meine Meinung


    Rainer

  • Hallo zusammen,


    zu diesem Vorhaben fällt mir ein:


    Wenn die Bienen unten im Brutraum bauen, hab ich die Baubienen unten und nicht im Honigraum. Der Brutraum verhonigt und der Schwarmtrieb bildet sich stärker aus. Weniger Honig oder evtl. gar kein Honig. Bin auch für Umstellung über TBE.


    Warum sollte ich die Brut im Mai verwerfen? So stark sollte die nicht belastet sein. Evtl. brutfrei behandeln?


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Die Biens wissen schon, wo es zu Bauen gilt - oben und unten gleichzeitig. Das machen die ja auch, wenn's den Baurahmen gibt...


    Wie stark die Brut durch Milben belastet ist, hängt im FJ nahezu ausschließlich von der Winterbehandlung ab. War diese erfolgreich im brutfreien Zustand, kann man die Brut auch noch nutzen, z. B. zur Kö-Vermehrung...


    Rainer

  • Hallo Leberkäs


    wenn ich dich richtig verstanden habe wolltest du wissen, ob die 1,0 MW gut für die 1,5 Rähmchen sind, ich sage nein, das kannst du maximal mit einem Kunstschwarm oder einem Nachschwarm machen. Im laufenden Betrieb würde ich 1,5 MW verwenden um ordentliche Waben zu bekommen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...durch die Bank sehr viel Drohnen-Kuddelmuddel geben wird...

    Und sowas kommt von nur halbherzigen Imkeraktionen.


    Gruß Jörg

    inwiefern?


    Wie bereits geschrieben, möchte ich beim Erweitern die ersten BioMW reinhängen. Der Brutraum würde sowieso erweitert werden. Setze ich im Mai nur einen Anfangsstreifen, wird das sicher Drohnenbrut werden, setze ich im Juni den nächsten, wird das wohl auch Drohnenbrut werden. usw.


    -TBE ist eine gute Idee, ich will sowieso nochmal Völker vermehren. Daher mache ich im Juni/Juli Kunstschwärme und Sammelbrutableger, vornehmlich mit den zuvor ausgebauten BioMW. Die konventionellen Brutrahmen lasse ich dabei auslaufen und schmelze sie ein. Das Vernichten von Brut steht der Umstellung zum Bioimker entgegen. Trotzdem werden die Sammelbrutableger vorübergehend Brutfrei und können gut behandelt werden.


    -Die Baubienen habe ich auch dann im Brutraum, wenn ich wie bisher eine konventionelle MW gebe, oder einen Drohnenrahmen...



    Zurück zu meiner eigentlichen Frage:


    Ist es ein Problem, wenn ausgerechnet das untere Drittel Naturbau wird? Könnte es mit Pollen zugekleistert werden? Bauen sie es nicht gut aus? Oder wäre es z.B. besser, das obere Drittel in Naturbau zu machen? Oder einen seitlichen Streifen? Ich will verhindern, dass die Sammelbrutableger dann aus 10 Drohnenrahmen bestehen ;)


    Biowachs ist mit 40-50€/kg ziemlich teuer. Es soll daran zwar nicht scheitern, aber wenn ich einerseits (auf Kosten von Honig) 1/3 beim Wachs spare und auf der anderen Seite mehr Naturbau zulasse (was gefordert ist), kommt das dem doch entgegen?!


    Drobi: Ich habe Deine Antwort erst nach dem Erstellen dieser Antwort gelesen.

  • Leberkas Wieso verwendest Du nicht gleich bloss Anfangsstreifen? Was ich so gelesen habe, ist eine Mischung aus Mittelwänden und Naturbau die denkbar schlechteste Wahl. Entweder Mittelwände oder Naturbau, nicht halbe-halbe. Du kannst doch im Brutraum gleich aufs Ganze gehen. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • und werde dieses Jahr auf Biowachs (wg. ökologischer Erzeugung) umstellen.

    Und das ist so machbar? Schrittweise Umstellung, wo nachher kein Mensch nachvollziehen, was ist neu und was alt?

    Dachte bisher immer, dass bei Umstellung ein Komplett-Austausch des Wachses notwendig sei.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • und werde dieses Jahr auf Biowachs (wg. ökologischer Erzeugung) umstellen.

    Und das ist so machbar? Schrittweise Umstellung, wo nachher kein Mensch nachvollziehen, was ist neu und was alt?

    Dachte bisher immer, dass bei Umstellung ein Komplett-Austausch des Wachses notwendig sei.

    Bei der Bioland-Umstellung kann auch im Laufe von 12 Monaten sukzessive umgestellt werden. Allerdings darf der Honig erst nach vollständiger Umstellung mit Bioland-Label verkauft werden.


    Wichtig ist: erst den Vertrag machen, dann beginnt die Umstellung.


    Leberkas : in oben verlinkten PDF steht auch drin: "Naturwabenbau muss auf mehreren Waben ermöglicht werden."


    Je später im Jahr Du die Völker als Kunstschwarm auf Anfangsstreifen setzt, desto geringer wird der Anteil an Drohnenbrutzellen sein. Konnte ich so sehr schön beim Verkunstschwarmen des Sammelbrutablegers einer TBE nach Kleingartendrohn  nach Trachtende beobachten.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • und werde dieses Jahr auf Biowachs (wg. ökologischer Erzeugung) umstellen.

    Und das ist so machbar? Schrittweise Umstellung, wo nachher kein Mensch nachvollziehen, was ist neu und was alt?

    Dachte bisher immer, dass bei Umstellung ein Komplett-Austausch des Wachses notwendig sei.

    Ja das muss komplett ausgetauscht werden. Die Umstellungsdauer ist immer min. 12 Monate. Der Honig aus der Umstellung ist auch kein Biohonig.

    Nä. Jahr muss vor dem ersten Nektareintrag dann alles komplett umgestellt sein!