Beuten umstellen kurz vor dem Reinigungsflug?

  • Hallo in die Runde! :)


    Ich konnte mir vor kurzem einen zweiten Standplatz für meine Bienen sichern (der leider nicht ganz 3km, sondern nur etwa 2,75km entfernt liegt). Nun möchte ich einige meiner Völker dorthin bewegen. Ich dachte mir, dass die Zeit kurz vor dem Reinigungsflug dafür ideal sein dürfte, bin mir dabei aber mittlerweile nicht mehr so sicher. Der Januar war bei uns nämlich aussergewöhnlich warm und die Bienen sind mehrmals kurz ausgeflogen, um abzukoten und Wasser zu sammeln. Erfahrungsgemäss dürften die Temperaturen im Februar wieder winterlicher werden, aber nichts Genaues weiss man ja nicht.


    Wie würdet Ihr vorgehen? Als relativ ahnungsloser Anfänger denke ich an diese beiden Möglichkeiten:


    a) Möglichst bald umstellen, bei Temperaturen von 5–10°C und Aussichten auf mindestens ebenso hohe Temperaturen am Folgetag oder an den Folgetagen; natürlich möglichst sanfter Transport, damit die Wintertraube komplett bleibt.


    b) Plan verwerfen, Völker am Erststand belassen und erst im Sommer umsiedeln. Ich plane übrigens im Juni eine Vermehrung mittels der von Immenreiner beschriebenen Flugling/Brutling-Methode und könnte mir vorstellen, den Umzug damit zu verbinden …


    Ach, übrigens: Der Wetterbericht sagt für heute und die kommenden Tage Temperaturen im Bereich von 5–10°C an, vorwiegend Sonnenschein, morgen und übermorgen etwas Regen und bedeckt.


    Danke für Eure Ratschläge!

    Tobias


    PS: Im Forum habe ich nichts gefunden, das strikt gegen eine Umstellung vor dem Reinigungsflug sprechen würde, aber Antworten auf meine spezifische Fragen habe ich nicht gefunden …

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Hallo Tobias,

    ich hätte keine Probleme bei dieser Entfernung jetzt umzustellen. Wobei die Geologie zwischen den beiden Standorten sicher auch noch eine Rolle spielt.

    Um ganz sicher zu gehen helfen auch zusätzlich einige Zweige vor dem Flugloch.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ich hätte prinzipiell ein Problem jetzt umzustellen. Das bekommt der Wintertaube nicht so gut durchgerüttelt zu werden.

    Ob 3km oder nur 2,75km spielt dagegen wohl kaum eine Rolle zu dieser Jahreszeit. Der Flugradius der Winterbienen ist bestimmt nicht so weit gewesen und die Spättrachtsammlerinnen mit Fernerfahrung sind tot.

  • Ich hätte prinzipiell ein Problem jetzt umzustellen. Das bekommt der Wintertaube nicht so gut durchgerüttelt zu werden.

    Ob 3km oder nur 2,75km spielt dagegen wohl kaum eine Rolle zu dieser Jahreszeit. Der Flugradius der Winterbienen ist bestimmt nicht so weit gewesen und die Spättrachtsammlerinnen mit Fernerfahrung sind tot.

    Ja, das sind auch meine Bedenken und «Nicht-Bedenken». Nur zum Verständnis: Ich will die Beuten einzeln jeweils zusammen mit einem starken Helfer tragen. So weit, so gut. Wir müssen aber einige Höhenmeter mit mehreren Treppen überwinden. Dann müssen die Beuten ins Auto. Vom Auto muss ich sie dann nochmals ein Stück über eine Wiese an einen Waldrand tragen. Müsste ich die Beuten nur rasch ins Auto hieven, auf einer geraden Strasse einige hundert Meter fahren und die Beuten dann auf die Böcke hieven, hätte ich nicht gefragt. Aber ganz ohne Rütteln wird es wohl trotz aller Vorsicht nicht abgehen.


    Eisvogel , Hymenoptera , bleibt Ihr trotzdem bei Eurer Unbedenklichkeitserklärung? :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ja!

    Die Bienentraube sitzt bei den z.Zt. herrschenden Temperaturen nicht so dicht und kompakt.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Danke Euch! Ich werde es riskieren und dann berichten. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Wenn Du eh vermehren willst, solltest Du abwägen, dass ein separater Ablegerstand mit weniger Räubereigefahr durch die Spender/Wirtschaftsvölker natürlich auch eine feine Sache ist!


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Wenn Du eh vermehren willst, solltest Du abwägen, dass ein separater Ablegerstand mit weniger Räubereigefahr durch die Spender/Wirtschaftsvölker natürlich auch eine feine Sache ist!

    Danke für diesen Hinweis. Ich kann ihn nur nicht so recht zum Thema zuordnen. :/ Willst Du damit andeuten, dass ich die Völker lassen soll, wo sie sind, und die Ableger dann dorthin stellen, wohin ich die Völker jetzt stellen will? Das will ich eben nicht, weil ich den Ablegerstand bei mir im Garten und die Vollvölker dort haben will, wo das Trachtangebot besser sein sollte. Und ich will halt dieses Jahr schon Honig ernten, wofür ich einen Teil der Völker eben am neuen Ort haben will.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Danke Euch! Ich werde es riskieren und dann berichten. :)


    Ich habe es schon mehrfach im Februar bei Temperaturen 0 bis 5 Grad veranstaltet: Im Transporter über die AB 400 km gefahren, hingestellt und fertig. Natürlich ruckelt das und bringt etwas Unruhe.

    Die Wintertraube wird ggf. gestört, jedoch fangen die nicht an und fliegen durch die Gegend, sondern rücken wieder zusammen. So war es jedenfalls mehrfach bei meinen Bienen zu beobachten.


    Viel Erfolg


    Rainer

  • Bei mehr als 2,5 km und den aktuellen Temperaturen sehe ich auch nicht so das Problem. Glaube nicht, dass die Bienen in den letzten oder in den nächsten drei Wochen kilometerweit fliegen.


    Für einige meiner eigenen Bienen sieht es da wohl schlechter aus: ich habe Anfang Januar zwei Völker an meinem entferntesten Stand (kann da nicht jede Woche zum gucken hin) um drei Meter verstellt und dabei auch um 180° gedreht. (Standen an Grenze zum Nachbarn, der will möglicherweise dort dieses Jahr Bauarbeiten durchführen lassen und bat mich, die Einflugschneise zu verlegen...)

    Ich hatte Anfang Januar nicht damit gerechnet, dass Mitte Januar schon wieder Flugwetter herrscht... :-(


    Grüße,

    Robert

  • Die müssen ja nicht wie die wilden geflogen sein, es reicht ja, dass sie überhaupt immer wieder fliegen konnten. Meine Befürchtung ist, dass ein paar hundert Bienen bei dem warmen Wetter am MIttwoch ausgeflogen und zum alten Platz zurückgeflogen sind, dort dann abends bis nachts verklammt und umgekommen.