Hohe Varroabelastung im Januar

  • 1. Temperaturen im Februar / März - Nachts Dauerfrost, seit über einer Woche tiefe Minusgrade.

    Was glaubt ihr, wann die Behandlung besser funktioniert bzgl. Restbrut? Man kann nicht nach dem Kalender behandeln.


    2. Übrigens ist Varroamed nichts anderes (also vom Effekt auf die Milbe) wie Drohnenschneiden.

    Zu 1. Die Anwendungsbeschreibung aber propagiert gerade die Anwendung nach Kalender und erwähnt nicht nur nichts von Brutfreiheit, sondern verspricht sogar Wunderheilung von unwirksamer Restentmilbung, die wegen Restbrut nicht ausreichend funktionierte! Unabhängig davon glaube ich nicht, daß meine Völker derzeit zuverlässig brutfrei sind. Das entspricht allegemeiner imkerlicher Erfahrung in unseren Landstrichen.

    Meine Bienen waren vor 2 Wochen eifrig am Pollensammeln, wenn tags die Sonne schien. Das bis dahin angelegte Brutnest bzw. die damals gelegten Eier schlüpfen erst 3 Wochen später. Ab So. wird das Wetter milder -> Ich rechne damit, daß meine Bienen sofort im Lenz-Modus weiterfahren bzw. erneut durchstarten. Wir wissen mittlerweile, daß die Milben nicht erst "kurz vor der Verdeckelung" in Brutzellen absteigen, sondern bereits dann, wenn sich Futtersaft in den Zellen befindet - jedenfalls die fitten Milben. In den Futtersaft bzw. unter die Bienenlarve kommt man weder mit OX, noch mit den 5 mg AS/ml an solche Milben heran.


    Zu 2. Es gibt neben anderen einen ganz wesentlichen Unterschied: Varromed liest wie alle TAM die besten Milben zur Weitervermehrung aus - nur die überleben, die sich rechtzeitig in den Futtersaft flüchten bzw. gewisse Doses des TAM´s aushalten.

    Biotechnische Methoden dagegen wählen die schlechtesten, trägesten Milben aus (TBE) oder treffen gar keine Auswahl, entfernen also den ganz normalen "Durchschnitt" (Drohnenschneiden).

  • Temperaturen im Dezember im schnitt: 5 - 10 Grad plus

    Temperaturen im Februar / März - Nachts Dauerfrost, seit über einer Woche tiefe Minusgrade.

    Dann noch mal ein anderer Denkansatz:

    Durchschnittstemperaturen spielen kaum eine Rolle. Der wesentliche Trigger im Spätherbst zur Brutfreiheit scheint eher die eine oder andere Frostnacht zu sein, als irgend ein Temperaturdurchschnitt.

    Demgegenüber steht eben die Wintersonnenwende, nach deren auftreten es eben viel schwieriger ist, brutfreie Völker anzutreffen. Sehe ich auch grad bei mir:

    Trotz des vielen Frosts und der unglaublich tiefen Temperaturen: 1 Volk hat deutliches "Schwitzwasser". Die brüten also bei in den, in den letzten Tagen -15 °C.


    Außerdem glaube ich nicht, dass im Honig noch etwas zu finden ist, wenn ich Anfang / Mitte März 10 ml. OS drauf gebe und über einen Monat später die Honigräume. Im Übrigen wird bei Varromed in Summe ähnlich viel OS ins Volk gebracht wie mit der klassischen Methode - nur halt in mehreren Schritten.

    Doch, genau dann hast du Restrückstände.. Natürlich, mit ziemlicher Sicherheit werden diese Rückstände unterhalb der Grenzwerte sein, aber, man wird sie messen können.

    Ein ähnliches Experiment hat man bei mir hier in der Region im Jahr 2013 (glaube ich...:/) gemacht, als der Wald einfach nicht aufhören wollte, zu honigen. Ging bis in den September. Ein Imkerkollege, welcher nach der ersten Sommerbehandlung, also etwa eine Woche danache, seine Honigräume wieder aufgesetzt hatte, liess den daraus gewonnen Honig untersuchen. Die erhöhte Ameisensäure war eindeutig zu messen. Und wenn auch unter den zugelassenen Werten, solcher Honig sollte nur zum Eigengebrauch verwendet werden. Insbesondere wenn man sich der Qualität verschreibt. Bei Oxalsäure würde ich die Rückstandproblematik sogar noch schärfer sehen, da es sich in kristalliner Form an den Flächen ablagert und nicht so flüchtig ist, wie die Ameisensäure.

  • Moin Vivajohn,


    ich habe letztes Jahr im März die Schiede gesetzt. Da hatten wir im Februar auch winterliche Temperaturen - ähnlich wie dieses Jahr. Nur war der März dann schön warm und ich habe nach einer Flugwoche die Schiede gesetzt. Ergebnis: Stifte auf zwei / drei Waben. Die waren grade erst ein paar Tage in Brut. Dann im April der Kälteeinbruch. Ergebnis: Alle Völker sind aus der Brut gegangen. Trotz Buckfast, trotz April! Die Bienen richten sich also nach Außentemperaturen.


    Rückstände: Es ist was anders, ob man 100 - 200 ml 65 oder gar 85%tige Ameisensäure ins Volk kippt und dann zwei Wochen später die HR aufsetzt oder 10 ml 3,5%tige Oxalsäure und dann einen Monat später die HR aufsetzt. Oder meinst du nicht?


    Gruß

    Frank

  • Hallo Hobbit,

    probier es doch und lasse den Honig hinterher analysieren.

    Alles Andere ist Glaskugelgucken.

    Viele Grüße aus der Westlausitz


    "Was tausend Wichte sagen, bekommt Gewicht" - Johann Nepomuk Nestroy

  • Ne, wenn er jetzt behandeln würde und später Honig erntet.

    Ging es nicht darum, oder habe ich was falsch verstanden?:/

    Viele Grüße aus der Westlausitz


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  • Frank

    :daumen:

    Die, die wegen Milben schlecht überwintert haben, kannst du so in der Belastung schnell und sicher runterholen. Das sind meines Erachtens nicht gerde die wenigsten:oops:

    Machst du nix sind die im Juli schon dermaßen vermilbt das du ein Kreuz drauf machen kannst.

    Dohnenschneiden bringt in dem Fall nix weil zu geringe Wirkung, und schon dem meuscheln wegen.

    Der leider kürzlich verstorbene Hans Beer hat das schon immer gepredigt.....

    Staunt mal was Völker bringen die nicht von Milben malträtiert sind...


    Die Dosis macht das Gift

    LG

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


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  • Die Bienen richten sich also nach Außentemperaturen.

    Natürlich richten sich Bienen an Aussentemperaturen, was anderes sag ich nicht. Aber eben irgendwelche Durchschnittstemperaturen interessieren sie halt nicht.

    Bei deinem Beispiel wäre indess interesant, ob letztes Jahr beispielsweise deine Völker überhaupt im Januar angefangen haben zu brüten. Dieses Jahr war das hier klar der Fall, die Hasel blühte ab Beginn Januar.

    Oder mal anders:

    Seit jeher sind bei mir hier der Januar und Februar die durchschnittlich kältesten Monate. Dennoch sind die Völker meist im Dezember zuverlässig brutfrei. Und danach wirds eben immer schwieriger. Das Zeitfenster ist kurz, so die Meinung...



    Rückstände: Es ist was anders, ob man 100 - 200 ml 65 oder gar 85%tige Ameisensäure ins Volk kippt und dann zwei Wochen später die HR aufsetzt oder 10 ml 3,5%tige Oxalsäure und dann einen Monat später die HR aufsetzt. Oder meinst du nicht?

    Zuerst muss man die Stoffe differenzieren: Oxalsäure und Ameisensäure...

    Ameisensäure verdunstet eben bei Raumtemperatur, deshalb gilt sie als sehr flüchtig. Oxalsäure nicht. Ablagerungen von Oxalsäure müssen durch die Bienen beseitigt werden. Deshalb lässt sich die Konzentration kaum vergleichen.

    Zumindest laut diesem Leitfaden, ist eine Kontaminierung mit Ameisensäure, auch wenn 5 Wochen vor der Tracht, nachher im Honig nachweisbar. Siehe Beispiel Zwischentrachtbehandlung. Interessant in diesem Dokument ist die Grafik, ab wann die versch. Mittel zu geschmacklich merkbaren Veränderungen führen. Gerade bei Oxalsäure:

    Natürlicher Gehalt ist zwischen 5-25 g/kg Honig.

    Irgendwo bei 50-200 mg/kg gibts dann bereits eine sensorische Veränderung. Da ist nicht so viel Spielraum...

  • Hallo alle miteinander!

    Es scheint, als würde die Diskussion nun zum Mediakament "VarroMed" überzugehen. Das ist nicht schlimm, sollte aber mE einen eigenen Thread (auch unter diesem Titel) erhalten, da dieses Mittel bzw die Behandlung wie schon angeklungen, durchaus diskussionsbedürftig ist.




    Zu meiner "Problematik":
    Ich habe kürzlich wieder eine Gemülldiagnose gemacht und muss zugeben: Alle Völker liegen nunmehr bei unter 1 Milbe pro Tag.

    Gleichzeitig habe ich die Beuten gewogen und musste einen unterschiedlichen Futterverbrauch von etwa 6 kg bis hin zu 17 kg bisher feststellen. Erstaunlicherweise korreliert dies mE mit der vermeintlichen Milbenbelastung: also das stark befallene Volk hat deutlich mehr Futter verbraucht, als das schwächere. (Ich würde daraus den Schluss ziehen, dass aufgrund der deutlcih größeren Volksstärke einfach an sich mehr Milben im Stock waren ...?)



    Außerdem konnte ich in einer Diskussion im Verein noch einen weiteren Ansatz mitnehmen: Nicht jede Milbe muss für die Biene schädlich sein; vielmehr kommt es auf den gesamten Gesundheitszustand des Biens an und wie "verseucht" die Milben sind, denn die Milben allein - ohne Viren und Erreger - könnten (so einzelne Ansichten) den Bienen gar nich so sehr schaden, was die Wirt-Parasit-Beziehung aus anderen Ländern zeigt.




    Von meiner Seite her, wäre diese Debatte damit durch und kann gerne von einem Moderator geschlossen werden.:?::!:

    Möchte mich aber auch nochmal für die vielen Rückmeldungen und Anregungen bedanken!:thumbup:


    Was ich für mich mitnehme ist neben einer noch engmaschigeren Kontrolle und Aufzeichnung des Milbenfalls auch die stärkere Berücksichtigung von Bienensitz, Temperaturverlauf während der Kontrolle und weitere äußere Umstände.



    Vielen Dank und eine erfolgreiche Auswinterung!! :thumbup:

  • Ne, wenn er jetzt behandeln würde und später Honig erntet.

    Ging es nicht darum, oder habe ich was falsch verstanden?:/

    Entschuldige meine Antwort im Rase´schen Stil. Ich meinte: AS/OX-Reste im Futter verschwinden dort nicht von selbst. Sie können jedoch u.U. während der Monate März/April durch entsprechende Betriebsweise vom Bien nahezu restlos verbraucht werden. Das ist aber für den Imker tricky und für die betroffenen Bienen riskant, denn man muß dazu die Futtervorräte an die Nullgrenze fahren, bevor die erste Tracht im HoR eingelagert wird.

  • denn man muß dazu die Futtervorräte an die Nullgrenze fahren, bevor die erste Tracht im HoR eingelagert wird.

    Nö, Futterteig auflegen.

    Die Völker die das nötig haben bringen mindestens keine Frühtracht,

    Militante Schönimker lassen allerdings gerne sterben:(

    Ich weisel die bei nächster Gelegenheit um und trage sorge das die Drohnen keinen Schaden anrichten ( wegstellen!)

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  • Das meine ich ja mit "an der Nullgrenze fahren" - Imker weiß ja nie rechtzeitig vorher, wann die große Tracht im HoR ankommt und dort für ihn zur späteren Gewinnung verbleibt (resp. nicht doch noch zum Eigenverbrauch des Bien dient). Ist die Nullgrenze schon vor Eintritt der erhofften Tracht erreicht, muß Imker freilich notfüttern. Das ist keine Normallösung, auch nicht tricky, sondern das. was das Wort bezeichnet: eine Not-Lösung.


    Vivajohn: Wohin flüchtet AS? Nicht auch in hygroskopisch anziehende, offenstehende Futtervorräte? Hast Du mal eine FKP nach AS-Gabe gekostet, hat Dich das an Sauerdrops erinnert?