Hohe Varroabelastung im Januar

  • Gar nichts.


    Man braucht im Frühjahr keine Behandlung mit irgendetwas, wenn die Behandlung im Vorjahr richtig gemacht wurde. Und so groß können die Fehler nicht gewesen sein, wenn Deine Bienen jetzt noch existieren.

    Moinsen,

    das kann man so nicht sagen. Es soll Imker geben, die lassen ihren Völkern die Drohnen und schröpfen sogar auch nicht. Wenn diese Imker dann noch Spättrachten wie Waldhonig oder gar Heide nutzen möchten, kann es mit einer reinen Winterbehandlung schon eng werden - nicht bei allen Völkern, aber schon bei einem größeren Teil.


    Ich z. B. schneide auch keine Drohnen und schröpfe auch nicht. Ab Mitte Juni schaue ich mir aber genau die Völker bzw. den Milbenfall an. Von meinen 10 - 15 Völkern hab ich dann immer eines, welches aus der Reihe tanzt und vor Ende der Tracht frühzeitig behandelt werden muss. Da aber nach der Linde ab Anfang Juli bei mir Ende ist, geht das gut ohne Varromed. Wenn ich also noch auf Spättrachten setzen würde, würde ich Varromed in Betracht ziehen!


    Gruß

    Frank

  • Naja, es ging ja um eine Frühjahrsbehandlung mit VarroMed. Wenn Du ab Mitte Juni den Varroabefall kontrollierst und dann ggf. behandelst, hat das ja Frühjahrsbehandlung nichts zu tun. Das machst Du dann sicher richtig und kontrolliert. Das fällt bei mir aber schon unter Sommerbehandlung, wenn auch vorgezogen.


    Ziel jedes Varroakonzeptes sollte es doch sein zwischen Januar und Juli ohne chem. Varroabekämpfung auszukommen. Wenn das nicht gelingt, muss man mal über das Konzept nachdenken und nicht noch frühzeitig irgendwas ins Volk schütten. Obwohl, vielleicht gibt VarroMed ja einen guten Sortenhonig oder gar Hustensaft?

  • So war das ja auch nicht gemeint. Ich kann halt, da ich keine Spättrachten hab, ab Juli behandeln. Für mich ist daher eine Frühjahrsbehandlung (z. B. beim einengen im März) nicht so wichtig.


    Wenn ich jedoch erst Ende Juli / Anfang August abschleudern würde, würde das ggf. anders aussehen. Dann hätte die Milbe ja ein bis zwei Brutzyklen länger zeit zum vermehren.


    Man kann das halt nicht pauschalisieren.

  • Würdest Du ernsthaft Deine Bienen im März mit VarroMed behandeln? Da ist AS und OS drin. Das will man doch nicht im Honig haben.


    Und was soll es denn bringen? Völker die das Frühjahr erleben können so stark vermilbt nicht sein, sonst wären sie tot. Haben sie also überlebt, hängen sie doch die Milben erst einmal durch ihre rasante Entwicklung ab. Vor Juni sollte man doch da, egal wie, nicht behandeln müssen.

  • Das ist ja ein interessanter Beitrag, aber ich würde meinen Bienen eine Frühjahrsbehandlung nicht antun.

    Also ich habe Bienen, seit es die Varroa in Deutschland gibt und ich habe noch nicht erlebt das ein Volk das gut durch den Winter gekommen ist, Probleme mit Milben hatte. Bei Versäumnissen setzten die Völkerzusammenbrüche erst im September ein.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • http://www.imkerbw.de/fileadmi…_Fru_hlingsbehandlung.pdf


    Hatte dies hier gelesen, deshalb die Frage an Euch....

    Hallo Jungimkertegernsee,


    danke für den Link. Aber, wie Drobi schon sagte, es gibt keinen Grund die Bienen im Frühjahr zu behandeln. Eine "kritische Behandlungslücke" gibt es im Frühjahr schon gar nicht. Die Lücke ist nicht "kritisch", sondern erwünscht. Das der Herr von VarroMed da anderer Meinung ist, liegt ein bisschen in der Natur der Sache. Er lebt vom Verkauf des Zeugs.

  • http://www.imkerbw.de/fileadmi…_Fru_hlingsbehandlung.pdf


    Hatte dies hier gelesen, deshalb die Frage an Euch....

    Eigenartig solche Empfehlungen...

    Wenn ich das richtig lese, ist in VarroMed nichts anderes als Ameisensäure und Oxalsäuredyhidrat drin. Wenn man das im Frühjahr über die Völker kippt, sollte man von den Völkern keinen Honig ernten... Zumindest nicht für den Verkauf...

  • Auf den ersten Blick - wohlklingende Werbung.

    Dem zweiten Blick offenbaren sich dann schon eigenartige logische Widersprüche:


    - Wenn die Winterbehandlung uneffektiv war wegen vorhandener Restbrut, dann kann eine Frühjahrsbehandlung - im Februar oder gar im März (wenn die Durchlenzung richtig anlaufen soll) - erst recht nicht effektiv sein, denn es heißt ja immer: Über 90% der Varroen sitzen in der Brut, nicht auf den erwachsenen Bienen. Die 5 mg/ml Ameisensäure wirken m.E. nicht in die verdeckelte Brut hinein, um Milben dort abzutöten.


    - Bedenken hätte ich auch - abgesehen von der Rückstandsproblematik - bei Mehrfachanwendung. Diese wurde bei OX-Präparaten in Zuckerlösung bisher als schlecht bienenverträglich eingestuft mit entsprechenden validierten Testreihen.


    - Die Warnhinweise des Präparates beschreiben selbst bei sachgerechter Anwendung: "Bienen mit hervorstehendem Rüssel". Man erklärt das als Folge von Wassermangel (Verdursten zu deutsch) - ein typisches Phänomen, wenn man Bienen gegen ihre Natur zwingt, OX aufzunehmen, indem man sie mit OX-befrachtetem Sirup übergießt, den sie nicht anders als durch gegenseitiges Abschlecken wieder loswerden.


    - Ferner "wird empfohlen, regelmäßig zu überprüfen, ob die Königin da ist." Als Grund wird angegeben: "negative Auswirkungen des Tierarzneimittels auf Bienenköniginnen oder die

    Entwicklung des Volks ...können nicht ausgeschlossen werden." Eine Nebenwirkung, die v.a. aus der Anwenderpraxis von AS bekannt sein dürfte.


    http://www.ema.europa.eu/docs/…ry/002723/WC500225542.pdf


    => Ich würde das meinen Bienen nicht zumuten wollen. Man muß eben die Völker engmaschig beobachten und muß dann, wenn die Vermehrungsrate der Bienen gegenüber der der Milben absinkt - also ab Bienen-Silvester (24.6.) gegen zu hohen Varroabefall einschreiten, um die Aufzucht gesunder Pflege- und Winterbienen zu ermöglichen. Allen Werbeaussagen, die nachträgliche Heilung imkerlicher Fehler dabei bzw. bei der Restentmilbung versprechen, würde ich mißtrauen.

  • Nur mal so als Denkansatz:


    Temperaturen im Dezember im schnitt: 5 - 10 Grad plus

    Temperaturen im Februar / März - Nachts Dauerfrost, seit über einer Woche tiefe Minusgrade.


    Was glaubt ihr, wann die Behandlung besser funktioniert bzgl. Restbrut? Man kann nicht nach dem Kalender behandeln.


    Außerdem glaube ich nicht, dass im Honig noch etwas zu finden ist, wenn ich Anfang / Mitte März 10 ml. OS drauf gebe und über einen Monat später die Honigräume. Im Übrigen wird bei Varromed in Summe ähnlich viel OS ins Volk gebracht wie mit der klassischen Methode - nur halt in mehreren Schritten.


    Übrigens ist Varroamed nichts anderes (also vom Effekt auf die Milbe) wie Drohnenschneiden. Es werden teilweise Milben entnommen, damit sich diese nicht mehr ex potential vermehren können. Bei dem Drohnenrahmen halt die in der Brut - aber nur die auf den Drohnen - und bei Varromed die auf ALLEN Bienen.


    Überlegt mal, wie viele gesunde Drohnen ihr dem Volk grundlos entnehmt bzw. tötet. Was das dem Volk gerade im Frühling an Kraft kostet, die Waben plus die Drohnen wieder neu zu erstellen. Daher der Ansatz von Varromed.


    Aber wie gesagt, ich mache das nicht, da ich schon Anfang Juli behandeln werden bzw. kann. Wer aber Spättracht nutzt, für den ist das eine Option.