Hohe Varroabelastung im Januar

  • laß es jetzt einfach laufen und mach früh im Juli eine TBE, setz die Damen dabei komplett auf MW und sprüh (zB. OS). Da passiert bis dahin nix. Wenn es vorher doch zu arg wird, halt vorher. Aber nicht 'einfach so', 'aus dem Bauch heraus' oder aus Angst. Beobachten, dann konsequent handeln, nicht rumeiern.


    Ich drücke die Daumen. Berichte mal wie's läuft.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Las dich am besten mal von unabhängigen Quellen inspirieren (z.B. hier im Forum), dann klappt`s auch mit den Bienen.


    Neben den offiziellen Lehrbüchern habe ich mir inzwischen ein persönliches Lehrbuch zusammengestellt, das auf mich und meine Situation vor Ort zurecht geschnitten ist.

    Vorwiegend mit den Beiträgen hier aus dem Imker Forum - mit der Zeit kommt da ganz schön was

    zusammen - ein richtiger Schatz !

    Kann ich als Ergänzung nur empfehlen.

  • Hast mal geschaut wieviel Bienentotenfall da am Boden liegt? Fallen die Milben durch den "Bienen-Teppich" durch oder bleiben die da drauf liegen? Bleiben die Milben eventuell auch in sehr dichten Wintertrauben hängen und fallen erst später ab?


    Das Milbenzählen nach der OS-Behandlung im Winter - da kannst auch würfeln. Dein Volk wird das Frühjahr erleben, wenn es jetzt auf 6 Gassen sitzt und nicht mehr verhungert. Mit 50 ml hast du trotzdem ordentlich überdosiert, hätte höchstens 35 gegeben.


    Kein Volk das jetzt noch so dasteht, geht vor Juli/August an der Milbe ein.

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Kann den der Apotheker selbst ad.us.vet. herstellen?

    Trotz den ordnungsgemäßigen Spätsommer-Behandlungen mit Ameisensäure

    Wann ?

    Unmittelbar nach der Honigernte im Juni sowie September, je mit Nassenheider-Verdunster-Professional.

    Wieso schon im Juni? Habt ihr danach keine Tracht mehr, oder war der Milbendruck schon so hoch?


    Es wäre schön, wenn dein Profil etwas mehr Angaben hergeben würde. Da könnte man die Infos besser einordnen.


    Interessant wäre aber trotzdem schon, wieviele Milben direkt im Anschluss an die Winterbehandlung gefallen sind. Auch wenn das keine Kontrolle ist, wieviele Milben sich noch im Volk befinden.

    Vielleicht war es ja auch länger kalt und durch das Auflösen der Wintertraube fallen viele Milben erst jetzt?

    Wie oben schon gesagt, kannst du jetzt erst mal nix mehr tun.

  • Steht da eben leider nicht....zumindest nicht das, was für die Beantwortung Deiner Fragen erforderlich gewesen wäre denn womöglich basieren die eben schon auf falschen Schlüssen.


    DIe Kontrolle, ob eine Behandlung erstmal funktioniert hat, mache zumindest ich vier Tage nach dem Träufeln/Sprühen. Häufen sich die Milben, dann weiss ich erstmal dass die Lösung per se funktioniert hat. Da hätte mich interessiert zu erfahren, wie viele überhaupt gefallen sind um zu erfahren ob der Apotheker und Anwender alles richtig gemacht haben. Außerdem gibt es mir etwas Hinweis auf die allgemeine Milbenbelastung - die lag bei meinen Völkern trotz (oder wegen?) TBE in diesem Jahr wesentlich höher als im Winter zuvor.


    Nach vier Wochen liegt zumindest bei meinen Völkern derart viel auf der Windel dass ein ordentliches Auszählen/Bewerten kaum möglich ist.


    Und dann hätte ich Dir gesagt, dass Du die drei-Tages-Kontrolle 6 Wochen nach der Behandlung noch mal machen solltest denn ich hatte diesen Schreckmoment in diesem Jahr ganz genauso - drei Wochen nach der Behandlung einen erschreckend hohen Milbenabfall von 4-5 Milben am Tag und damit viel zu hoch. Erneut geprüft nach 6 Wochen und plötzlich alles in Butter; bei allen unter 1 Milbe/Tag.


    Meine Lehre: Die Oxalsäure wirkt länger als erwartet; der Abfall der Milben "normalisiert" sich eben erst nach über einem Monat Wartezeit. Ich werde das im nächsten Winter mal genauer prüfen und täglich zählen - das ist dann Fleissarbeit aber wird mir diese Fragte ausreichend beantworten.


    Daher würde ich in Deinem Fall noch mal prüfen. TBE & Co. kannst Du dann immer noch machen.


    M.

  • Habe am 7.12. OS-Behandlung gemacht. Innerhalb 5 bis 6 Tagen nach der Behandlung fielen zwischen etwa 40 und über 500 Varroen je Volk. Etwa 3 Wochen nach der Behandlung lag der "natürliche" Varroafall bei einigen Völkern immer noch höher als kurz vor der Behandlung; wie schon von anderen geschrieben, ist dieser von vielen Faktoren abhängig; 3 Wochen Abstand waren wohl zu kurz ...

    Gestern lebten meine 14 Völker noch alle; die meisten machten auf mich subjektiv einen recht vitalen Eindruck.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • 3 Tage Zähldauer im Winter halte ich für eine zu kurze Augenblicksaufnahme, um allein daraus den natürlichen Milbenfall bzw. die Zahl der im Volk verbliebenen Milben abzuschätzen.

    Die Aktivität des Bienenvolkes schwankt bes. im Winter: feste Traube -> gelegentliches Aufheizen, Putzaktivitäten, beginnendes Brutgeschäft etc. Prof. Tautz hat seine dataillierten Beobachtungen bspw. in "Phänomen Honigbiene" beschrieben bzw. Meßwerte im HOBOS-Projekt online gestellt.

  • Darf ich fragen, ob du im Juni vor der Behandlung auch den Milbenfall kontrolliert hast? Wenn ja, hat die AS Behandlung ausreichend Milben gezeigt? Wie viele Milben fallen jetzt?

    Ja, hatte ich, war im Rahmen, also unter der Hemmschwelle (genaue Milbenzahl kann ich leider nicht sagen, da ich im Sommer noch keine so detaillierte Aufzeichnung führte).

    Seit der Winterbehandlung hat sich dies nun geändert.

    Milben sind bei der Behandlung mE ausreichend gefallen. Musste AS sogar bei einem Volk nachfüllen und Docht anpassen, da die Menge sonst für die Behandlungszeit nicht durchgängig gereicht hätte.


    Habe heute kontrolliert, da die letzten Tage halbwegs einheitlicher Temperaturverlauf war. Nach 4 Tagen fielen nun 11 Milben = ca. 3 pro Tag.




    Vielen Dank für Deinen Beitrag!

    Eben weil ich nicht überstürzt handeln wollte, schrieb ich diesen Beitrag. Und vielleicht bin ich ja auch hier nicht der einzige mit dem Problem. (Von der stillen Dunkelziffer ganz zu schweigen).




    Ich habe mir auch einen eigenen Leitfaden aus verschiedenen Lehrbüchern, Fachartikeln und aus Lehrstunden mit anderen Imkern zusammen geschrieben.

    Dennoch schaffen es die Bienen immer wieder auf's Neue, mich vor die Wand zu stellen.



    Hast mal geschaut wieviel Bienentotenfall da am Boden liegt? Fallen die Milben durch den "Bienen-Teppich" durch oder bleiben die da drauf liegen? Bleiben die Milben eventuell auch in sehr dichten Wintertrauben hängen und fallen erst später ab?


    Das Milbenzählen nach der OS-Behandlung im Winter - da kannst auch würfeln. Dein Volk wird das Frühjahr erleben, wenn es jetzt auf 6 Gassen sitzt und nicht mehr verhungert. Mit 50 ml hast du trotzdem ordentlich überdosiert, hätte höchstens 35 gegeben.


    Kein Volk das jetzt noch so dasteht, geht vor Juli/August an der Milbe ein.

    Vielen Dank für den Beitrag!
    Bienentotenfall hatte ich nun vor der jüngsten Kontrolle über die letzten 3 Tage entfernt. Da lagen einige, aber nicht bodenbedeckend.

    Danke auch für Deine Einschätzung hinsichtlich des Milbenzählens im Winter!

    Wie bestimmst Du dann deine Milbenbelastung während des Winters?



    Erste AS-Behandlung im Sommer erfolgte natürlich im Juli, nach der Ernte der Sommertracht. Vertippt, sorry.


    Den Aspekt, dass der Milbenfall bei/nach der Behandlung je nach Bienensitz in der Traube variiert, hatte ich bisher so noch nicht bedacht. Wird bei den Erfolgskontroll-geschichten so auch nie, als zu berücksichtigender Faktor angemerkt.

    Zukünftig, wie bei der letzten Windeleinlage (wie bis heute), werde ich dies zu berücksichtigen versuchen, danke.


    Wieso vermutest Du, dass "gerade wegen" TBE die Belastung dieses jahr höher war?

    Dass es dir mit dem "ersten Schreckmoment" scheinbra ja genauso ging, ist schonmal eine der Rückmeldungen, die ich hier als Anstoß zu einer möglichen Diskussion über die Ursachen/Faktoren haben wollte, danke.

    Und wie das heutige Ergebnis zeigt, ist der Milbenfall jetzt auch nochmal um ein Drittel gesunken im Vergleich zu jenem vor gut 2 Wochen.



    3 Tage Zähldauer im Winter halte ich für eine zu kurze Augenblicksaufnahme, um allein daraus den natürlichen Milbenfall bzw. die Zahl der im Volk verbliebenen Milben abzuschätzen.

    Die Aktivität des Bienenvolkes schwankt bes. im Winter: feste Traube -> gelegentliches Aufheizen, Putzaktivitäten, beginnendes Brutgeschäft etc. Prof. Tautz hat seine dataillierten Beobachtungen bspw. in "Phänomen Honigbiene" beschrieben bzw. Meßwerte im HOBOS-Projekt online gestellt.

    Welche Waartezeit/Zähldauer würdest Du empfehlen?

    Ja, dieses "Traubenverhalten" scheint ein beachtlicher Faktor zu sein, der vll aufgrund halbwegs beständiger Witterung in den letzten Jahren nicht so nachdrücklich zu Buche schlug. Dieses Jahr ist die Witterung deutlich unbeständiger und schwankt stark.

  • Wie bestimmst Du dann deine Milbenbelastung während des Winters?

    Gar nicht, ich versuche nur eine Behandlung bei Brutfreiheit zu machen. Es werden alle Waben gezogen und dieses Jahr erstmals OS gesprüht.

    Was da nachher noch drin ist, interessiert mich ehrlich gesagt nicht. Die Völker werden definitiv vor Juli nächsten Jahres kein Problem haben.

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Zitat

    Wieso vermutest Du, dass "gerade wegen" TBE die Belastung dieses jahr höher war?

    Dass es dir mit dem "ersten Schreckmoment" scheinbra ja genauso ging, ist schonmal eine der Rückmeldungen, die ich hier als Anstoß zu einer möglichen Diskussion über die Ursachen/Faktoren haben wollte, danke.

    Und wie das heutige Ergebnis zeigt, ist der Milbenfall jetzt auch nochmal um ein Drittel gesunken im Vergleich zu jenem vor gut 2 Wochen.

    Tja, korrekt, gefallen ist sie, die Belastung. Aber der initiale Fall bei der Winterbehandlung war einfach astronomisch hoch verglichen mit den Vorjahren. Und das wundert mich eben - warum überhaupt so viele bei der Winterbehandlung noch gefallen sind.


    TBE ist da eben der einzige Eingriff, den ich bei allen Völkern gleichermassen gemacht habe und der nun zu den Erfahrungswerten der Vorjahre abweicht - daher die Vermutung. Werde das aber weiter verfolgen und prüfen!


    M.