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    Hallo zusammen,


    wollte mich mal erkundigen, wer von Euch mit Ligustica arbeitet und was für Erfahrungen er/sie so gemacht hat.


    Habe wie in einem anderen Thread beschrieben im letzten Spätsommer eine Ligustica-VSH-Königin in einen Kunstschwarm eingeschlagen, einfach weil ich diese Bienenrasse mal ausprobieren wollte. Habe sie natürlich noch nicht in einem Sommer erlebt, aber im Winter scheinen sie mir deutlich kälteempfindlicher als meine Buckfast zu sein. Während die Buckfast spätestens bei 10° zu fliegen anfangen, ist bei den Ligustica noch überhaupt nichts los am Flugloch. Die Wintertraube sitzt heute (12°C) noch dicht zusammen und keine einzige Bienen fliegt.

    Habt Ihr diese Erfahrung mit Ligustica auch machen können?


    LG aus Dresden!

  • Aus meinem Buchwissen kann ich dir sagen, das die Italiener Biene ihre Winterpause sehr zeitig beendet und das kann im Frühjahr zu Bienenverlusten führen. Ist sie angepasst dann verhält sie sich ähnlich wie die ortsansässigen Bienen. Sie ist sehr sanftmütig, bei Kreuzungen mit anderen Rassen entstehen oft Stecher. Meine persönliche Erfahrung mit der Italiener Biene ist das sie stark räubern kann.

    Zu deiner Frage warum sie noch nicht bei 12°C fliegt, ist ganz einfach sie hat es nicht nötig. Meine reineren Carnica machen es ebenso, die kommen erst raus wenn es richtig schön ist. Das ist auch ein Zeichen dafür das sie oft noch keine Brut haben. Aber wenn es dann losgeht, dann sind sie nicht mehr zu bremsen und da können dann die erwähnten Flugbienenverluste bei ungünstigem Wetter auftreten. Also alles OK.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Mir scheint auch, dass das ein nicht wirklich belegtes Standardargument von Reinzüchtern ist.

    Bei mir mischen sich Buckfast und Carnica bunt durcheinander und ich hatte bisher keine Probleme mit Stechern.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich habe mal ein Versuch mit mehreren Kö's dieser Rasse von unterschiedlichen Züchtern gestartet. Nach zwei Jahren Beobachtung kann ich sagen das sie grundsätzlich ein wenig aggessiver sind als die Carnicas, aber sonst unterschieden sie sich nicht zu anderen Rassen.

  • Habe wie in einem anderen Thread beschrieben im letzten Spätsommer eine Ligustica-VSH-Königin in einen Kunstschwarm eingeschlagen, einfach weil ich diese Bienenrasse mal ausprobieren wollte.

    Wie schon in dem anderen Thread geschrieben: auf der Prenzyna-Webseite habe ich keine Ligustica-VSH-Köngin (also Ligustica-Reinzucht mit VSH-Eigenschaften) gefunden. Was es dort gibt ist "SMR x US-Ligustica" (privat belegstellenbegattet).


    Falls ich das richtig verstehe, sind es Nachkommen einer Reinzuchtkönigin aus dem SMR-Programm (mittlerweile wohl als VSH bezeichnet) in den USA, die mit Drohnen von US-Ligusticas begattet wurden. Die SMR bzw. VSH-Zuchtlinie wiederum wurde wohl aus US-Landbienen ausgelesen.


    Demnach sind die Königinnen, die Prenzyna anbietet, keine Ligusticas. Es ist Landbienenauslese x Ligustica.


    Was mir bisher noch nicht klar ist: hat Prenzyna nun SMR(bzw.VSH)-Reinzucht inportiert und diese hier an vierschiedenen Ständen stehen, einmal mit Primorsky, einmal mit Ligustica und einmal mit Carnica? Oder hat er SMRxPrimorsky, SMRxLigustica und SMRxCarnica importiert und verkauft davon nun standbegattete bzw. 'priv. Belegstellen'-begattete Nachzuchten? Die Frage ist also: verkauft er nun F1 oder F2-Nachzuchten von SMR/VSH-Königinnen?

    Ich glaube letzteres, also F2, denn anders kann ich mir sein Angebot nicht erklären, bei denen immer 'US-Carnica', 'US-Primorsky' und 'US-Ligustica' steht, jeweils entweder standbegattet oder 'priv. belegstellenbegattet'.


    Dann stellt sich allerdings die Frage, womit die auf der privaten Belegstelle begattet wurden. Hat er einen abgelegenen Stand (='priv. Belegstelle'), auf dem er Nachzuchten der importierten SMR-Ligustica stehen hat, einen weiteren abgelegenen Stand (='priv. Belegstelle'), auf der die Nachkommen der SMR-Primorsky stehen etc.?


    Also: er importiert (SMR x US-Ligustica). Davon zieht er nach, um eine 'private Belegstelle' zu bestücken. Womit die angepaart werden ist erstmal egal, denn die Drohnen tragen ja eh nur das Erbgut der Mutter.

    Dann zieht er für den Verkauf nochmal von der importierten (SMR x US-Ligustica) nach und lässt diese Prinzessinnen auf der 'privaten Belegstelle' begattet werden. Im Prinzip paart er damit die Töchter mit der Mutter (Drohnen = fliegendes Sperma der Königin), falls er nur eine (SMR x US-Ligustica) aus den USA importiert hätte.

    Dann wäre das, was man da bei ihm einer Ligustica am nächsten kommend bekommt in Wirklichkeit eine (SMR x US-Ligustica) x (SMR x US-Ligustica). Man kann nur hoffen, dass er mehrere Königin jeder 'Sorte' importiert hat und auch in seinem Genpool erhalten konnte.


    In jedem Fall wäre das was er verkauft (falls alle meine Überlegungen stimmen) bestenfalls eine F2, sowohl von VSH als auch von Ligustica. Kann alles mögliche sein, von 'überwiegend das Erbgut der VSH-Linie' bis hin zu 'überwiegend das Erbgut der Ligustica-Linie', oder?


    Die Original-importierten-SMR/VSH-Königinnen dürften aber höchstens drei, maximal vier Jahre für Nachzuchten zur Verfügung stehen. Importiert er alle zwei Jahre neu? Oder werden da mittlerweile oder bald F3, F4 etc. verkauft? Betreibt er eigene, strenge Auslese, um die gewünschten Eigenschaften (VSH) zu erhalten? Wie groß ist sein Zuchtpool?


    Warum schreibt er darüber nichts?

    Oder habe ich es nur übersehen?


    Grüße,

    Robert

  • Mir scheint auch, dass das ein nicht wirklich belegtes Standardargument von Reinzüchtern ist.

    Bei mir mischen sich Buckfast und Carnica bunt durcheinander und ich hatte bisher keine Probleme mit Stechern.

    Ich meine mich zu erinnern, dass in einem Kurs in Hohen Neuendorf von Kaspar Bienefeld mal erwähnt wurde, dass es auch von der Linie abhängen kann. Dass also die eine Carnica-Linie bei Begattung durch Buckfast-Drohnen Stecher produziert und eine andere Linie nicht. Dafür möglicherweise bei der anderen Linie umgekehrt...

    Ist jetzt ein paar Jahre her, muss ihn bei Gelegenheit nochmal danach fragen.

  • Hallo Anni


    Die Aussage, bezieht sich auf, auf Josef Lüftenegger in seinem Buch, "Die Grundlagen der Bienenzucht",

    Innsbruck 1920. Kann natürlich sein das die Rassen heute so vermischt sind, das das keine Rolle mehr spielt.


    Bei der Kreuzung Carnica-Buckfast ist mir davon nichts bekannt und es kommen oft bei der F1 sehr gute Königinnen raus.

    Kreuzt man Carnica Troiseck mit anderen Carnica-Linien, weis ich, das da sehr oft Stecher entstehen.


    Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, das die Möglichkeit, das Stecher entstehen, sehr hoch ist. Das ist keine endgültige Aussage.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Mir scheint auch, dass das ein nicht wirklich belegtes Standardargument von Reinzüchtern ist.

    Bei mir mischen sich Buckfast und Carnica bunt durcheinander und ich hatte bisher keine Probleme mit Stechern.

    Ich meine mich zu erinnern, dass in einem Kurs in Hohen Neuendorf von Kaspar Bienefeld mal erwähnt wurde, dass es auch von der Linie abhängen kann. Dass also die eine Carnica-Linie bei Begattung durch Buckfast-Drohnen Stecher produziert und eine andere Linie nicht. Dafür möglicherweise bei der anderen Linie umgekehrt...

    Ist jetzt ein paar Jahre her, muss ihn bei Gelegenheit nochmal danach fragen.

    Das ist m.E. 100% Propaganda!

  • SMR-Programm (mittlerweile wohl als VSH bezeichnet)

    OT:

    Das sind schon zwei unterschiedliche Dinge.
    Bei SMR geht es um die Unterdrückung der Milbenreproduktion und bei VSH werden die Zellen ausgeräumt. Näheres z.B. hier: https://articles.extension.org…lonies-without-the-use-of

    Das nur am Rande - gehört eigentlich nicht in diesen Faden, wollte ich nur nicht unkommentiert stehen lassen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Das sind schon zwei unterschiedliche Dinge.
    Bei SMR geht es um die Unterdrückung der Milbenreproduktion und bei VSH werden die Zellen ausgeräumt. Näheres z.B. hier: https://articles.extension.org…lonies-without-the-use-of

    Das nur am Rande - gehört eigentlich nicht in diesen Faden, wollte ich nur nicht unkommentiert stehen lassen.


    So wie du dachte ich auch bis vor kurzem. Aber in letzter Zeit las ich auf mehreren Webseiten, dass Raider jetzt Twix ist... ähm ich meine: die SMR-Eigenschaft würde jetzt als VSH bezeichnet werden...


    Beispiele:


    http://www.glenn-apiaries.com/vsh.html#anchor107505

    "The trait for suppressed mite reproduction SMR, now called VSH, was shown to be the most promising,[...]"


    http://www.apis-brausse.de/var…as-verstehen-wir-darunter

    "[...]Hat ein Bienenvolk diese Eigenschaft, dann können wir sagen dieses Volk hat Varroa sensible Hygenik (VSH). Dies wiederum ist eine Variante, des SMR (Suppressed Mite Reproduction oder übersetzt, gebremste Fortpflanzung der Varroamilbe)."


    http://scientificbeekeeping.co…eding-mite-fighting-bees/

    "Due to an initial misinterpretation of their mode of action in fighting varroa, they labeled them SMR, but now refer to them as VSH (varroa-sensitive hygiene) bees."



    Insbesondere das letzte Beispiel, von Randy Oliver:

    "...sie nannten sie SMR, bezeichnen sie aber jetzt als VSH Bienen."


    Auf der Prenzyna-Seite lese ich nur 'SMR', aber sebDD schreibt von VSH, deshalb habe ich beide Bezeichnungen verwendet.

  • Hallo,


    bei Carnica gekreuzt mit Buckfast sind mir noch nie Stecher entstanden egal wie rum - und ich hatte früher schon mit mehreren Carnica Herkünften gearbeitet...


    Innsbruck 1920. Kann natürlich sein das die Rassen heute so vermischt sind

    Das war ja ungefähr die Zeit wo die Carnica die Dunkle Bienen angefangen hat zu verdrängen, bei diesen Kreuzungen sind oft sehr massive Stecher entstanden die dich auch über 100m verfolgt haben - das habe ich auch noch erlebt, das war bei uns bis weit in die 70er Jahre rein zu beobachten - dann wurden die Restbestände der Dunklen wirklich schnell weniger...


    Die US-SMR Bienen waren reine Primorski, die über fast 10 Jahre im ARS der USDA auf varroatoleranz ausgelesen wurden, dann wurde das Ergebnis an Bienenzüchter übergeben um sie bei den vorhandenen Bienenrassen einzukreuzen um lokal angepasste Bienenstämme zu erhalten.

    Leider sind viele Webseiten dazu von der USDA site verschwunden, aber Veröffentlichungen wie "https://www.ars.usda.gov/resea…lication/?seqNo115=109484", "https://agresearchmag.ars.usda.gov/2004/may/bees" oder "https://www.ars.usda.gov/resea…lication/?seqNo115=238760" gibt es noch.

    Noch interessant, ein Zitat aus USA zu den verfügbaren Königinvarianten: "...VSH Italian (Allegro), VSH Carniolan (Spartan) and the Pol-line. Pol-line queens replace the "Pure VSH" queen offering" - Die "Pure VSH" war die ursprüngliche Bezeichnung aus dem USDA ARS Program, soweit ich weis. Nachzulesen z.B. bei "http://vpqueenbees.com/vp-breeding-program/breeding-strains" - auch ist interessant das die dabei von "Italian phenotype" und "Carnolian phenotype" sprechen, wer weis wieviel Ligustica oder Carnica da noch drin ist.


    Mit diesem Beitrag möchte ich NICHT zum wilden Import anregen! Gesetze müssen beachtet werden - und aus USA Bienen zu importieren muss vom Amt genehmigt werden und ist beim Zoll vor dem Import anzuzeigen!!


    Also der Beitrag ist nur zur Info und zum schmökern... - das sind natürlich nur ein paar Links zum Einstieg...


    Gruß

    Franz

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  • Die US-SMR Bienen waren reine Primorski, die über fast 10 Jahre im ARS der USDA auf varroatoleranz ausgelesen wurden, [...]

    Das hatte ich bisher anders gelesen, z.B. hier:

    http://www.glenn-apiaries.com/vsh.html#anchor107505

    "Are VSH bees related to the USDA Russian bees?

    No. Though coming out of the same USDA ARS research laboratory as the Russians, they are not related. VSH bees are not imported, they originated from domestic American colonies."


    Demnach gab es an dem Institut zwei voneinander unabhängige Zuchtprogramme: einmal das mit 'Russischen Bienen' und dann eines mit amerikanischen Überlebensvölkern.