Frage zu Manukahonig

  • Ich hatte gerade Kunden aus Saudiarabien da.

    Sie kauften meinen Honig und sagten, das sie wissen, das es Zuckerplürre ist, weil sonst wäre er deutlich teuer. Daheim kaufen sie nur den Sidr Honig aus dem Jemen und der kostet 150€ für 500g.

    Der soll wohl auch richtig gut schmecken, Hat von euch schom mal jemand Sidr Honig probiert?

    Da ich stolz auf meinen Honig bin, finde ich solche Kunden seltsam.

  • Moin Elk,
    solche Kunden braucht man nicht seltsam finden - wenn man sich mit den Kaufgepflogenheiten gewisser orientalischer Kreise mal auseinander gesetzt hat.

    Das ist ein sehr breit gefächertes Gebiet und alle Branchen die arabische Kundschaft haben, könnten Bücher darüber schreiben.
    Sehr oft wird der Wert einer Ware da einfach am Preis festgemacht. Bezahlen kann man ja leicht jede geforderte Summe.
    Versehe deinen Honig mit etwas Blattgold und setze einen Preis an, der den Gesellschaftsschichten "angemessen" ist und du wirst sehen, du hast dankbare Abnehmer und auch Folgeaufträge.

    Meine Erfahrungen damit habe ich aus der Hotelerie wie auch anderen Branchen gewinnen können.
    Kann eine spannend lukrative Angelegenheit sein, ist aber mit Sicherheit für unsere Kulturkreise eine sehr Anstrengende.

    Gruß
    Bernhard

  • Moin Bernhard

    Hmmm, also separat teurere Gläser und goldene Etiketten verwenden und als Luxusprodukt anbieten.

    Sadr Honig hat einen spezifischen Geschmack und die Saudis sehen nur diesen als wahren Honig. Um mitzuhalten, müsste ich dann schon den Jemen anwandern.

    Nachdem sie 3 Kisten gekauft hatten, wollten sie ein Glas umsonst dazu, was ich abgelehnt habe.

    Der Dolmetscher meinte, das das ein Fehler war und ich nun einen Grosskunden verloren hätte.

    Hmmm, bin da sehr strikt und verschenke grundsätzlich keinen Honig, egal, wie viel jemand kauft.

    Vielleicht sollte ich da spielerischer mit umgehen, jedoch bekomme ich meine jährliche Tonne an Honig so oder so gut verkauft, weil er einfach klasse ist.

    Nun, das war der saudische Botschafter, der mich in einer dicken Limo abgeholt hatte, um auch gleich meine ärmliche Imkerei im Wald zu besichtigen.

    Vermutlich habe ich das Klischee des typisch grimmigen Deutschen gut bedient.

    Gruss, Elk

  • Vermutlich habe ich das Klischee des typisch grimmigen Deutschen gut bedient.

    Gruss, Elk

    Da isser wieder, der kleine grimmige Zwerg mit seiner Klischeehaftigkeit....

    Hättest ihm - orientalisch - zwei Kisten zum Sonderpreis € 240 angeboten und noch 2 kleine Gläser Sortenhonig mitgegeben. Alle wären glücklich!

    Vertrieb ist immer einfach, wenn der Kunde gleich richtig eingeschätzt werden kann. Jetzt gehen Dir 100e von Kilos Verkaufsmenge an einen Kunden verloren ;)

  • Hallo Elk,

    den geschäftlich lukrativen Umgang mit "arabischen Kunden" kann man in keinem Schulbuch/Lehrgang lernen, sondern beruht auf Erfahrungswerte. (Erfahrung ist die Sammlung der gemachten Fehler!)

    Das dein Honig klasse ist, weißt du und das ist gut so. Ob du deinen Honig auch mal "verschenken" kannst, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich verkaufe keine Tonne Honig/Jahr. Ich halte immer meinen Preis und werde nicht billiger, weil der Markt es so will. Jedoch gebe ich, wenn ich es für richtig und förderlich halte auch schon mal ein Glas völlig ohne Geld ab.

    Dein arabischer Kunde hat deinen Honig alleine vom Preisgefüge als nicht so hochwertig eingeschätzt. Zumal wissen Völker aus anderen Kulturkreisen genau, dass Honig gepanscht werden kann und auch wird. Daher ist in diesen Kreisen oft der Wabenhonig als einzig nicht gepanschter Honig angesehen.

    Die Erwartung nach einem Glas Honig ohne Bezahlung war nicht als "schnorren" zu werten sondern eher als eine besondere Aufmerksamkeit für den Käufer, weil dieser Honig so "rar und damit so wertvoll" ist, dass er nicht und zu keinem Preis verkauft werden kann, sondern als das Besondere, ausschließlich nur für "gute Freunde" als Geste der besonderen "Wertschätzung" reserviert ist.

    Mach dir jetzt keinen Kopf darum, ob du die Erwartungen des Botschafters erfüllt hast oder nicht. Ändern oder beeinflussen kannst du das sowieso nicht mehr, diese Leute spielen ihre Spiele in einer anderen Liga.
    Beeindrucken kann man diese Leute lediglich mit einer überzogenen stolzen Haltung aber gleichzeitig mit dargestellter Demut, um diese Verhaltensweisen geschäftlich zu nutzen.

    Ich habe geschrieben, lukrative Geschäfte mit Arabern sind spannend aber für uns auch immer anstrengend.

    Über diese Praktiken könnte ich stundenlang aus dem Nähkästchen plaudern. Dieser Umgang mit diesen Kunden/Gästen liegt nicht jedem, aber wer damit umgehen kann, kann sich damit auch heute noch eine "goldene Nase" verdienen, denn Geld spielt für diese Leute eine völlig untergeordnete Rolle.

    Ich wünsche dir viel Glück, vielleicht gibt es ja doch noch einen Folgeauftrag.
    Gruß
    Bernhard

  • weil dieser Honig so "rar und damit so wertvoll" ist, dass er nicht und zu keinem Preis verkauft werden kann

    Er hat doch grad 3 Karton gekauft von dem ach so raren Honig. Das ist Basargefeilsche. Wenn man Rabatte gibt, muss man die vorher aufgeschlagen haben.

    Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsere nicht achten. (vom guten alten Goethe)


  • Sie kauften meinen Honig und sagten, das sie wissen, das es Zuckerplürre ist, weil sonst wäre er deutlich teuer. Daheim kaufen sie nur den Sidr Honig aus dem Jemen und der kostet 150€ für 500g.

    Nun, Ungläubigen kann man Gutachten geben. Ohne Ruf sinkt freilich der Preis:

    https://www.biomielandco.com/d…o-sidr-analysiert-86.html


    Auch hierzulande kann der Zidr-Baum gedeihen. Manche sagen: nur in Gebieten mit Weinbauklima, Andere wieder meinen: Frosthart bis -27 Grad. Mit der Fruchtreifung wird es wohl bei zu kurzer Vegetaionszeit nix, deshalb vermute ich die Empfehlung zum Weinbauklima:

    https://pflanzenspezl.de/pages…he-dattel-kulturanleitung

    Wenn das diplomatische Personal erst einmal den Sidr-Baum erkennt am Bienenstand, kann auch der Preis steigen getreu dem Gesetz der Wüste: Nur der Stärkste darf überleben, Schwache verdienen nicht nur den Untergang, er ist nötig, damit die wenigen Starken überleben können. Wirklich eine anderes Grundgesetz des Wirtschaftsverkehrs als in den Ländern der Aufklärung und der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit...