Neue Technologien in der Landwirtschaft

  • Böse Zungen vermuten schon lange, dass man die Bauern nur noch am Leben erhält , um diese Bereiche bedienen zu können.

    Mmh, das geht aber jetzt ziemlich weit - man könnte es neuerdings als Verschwörungstheorie bezeichnen:wink:.

    Welchen Anteil hat die Lebensmittelerzeugung in Deutschland/EU am BIP ? Waren das 2 % oder weniger ??

    Auch die Agrartechnik in Erzeugung und Verarbeitung verkauft sich deutlich glaubwürdiger, wenn

    auch im eigenen Land Anwender für die Produktoptimierung zur Verfügung stehen.

    Wenn diese Haltung dahinter stünde (Konjunktiv!), wäre eine krakeelende Imkerschaft doch eher zwergenaufständisch (wie Hr. D. es bezeichnete) und gar nicht so wichtig mit ihren störenden Argumenten.


    Ich versuche es zu verstehen....


    Rainer

  • Der Ersatz heißt Gyfosylat (Basta) und ist schon lange in Gebrauch.

    Meinst Du Gluphosinat? Das ist in Breitbandherbiziden seit langem drin (Basta, Liberty). Vom BMVEL als reproduktionstoxisxch eingestuft und seit 30.9.17 EU-weit nicht mehr zugelassen. Bayer hat die Zulassung für Basta in D am 31.12.15 auslaufen lassen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Glufosinat

    Diesen Konkurrenten des amerikanischen Glyphosat kann Min. Schmidt nicht gemeint haben.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat

  • Meinst Du Gluphosinat?

    Ja, das meinte ich - sorry, für die schludrige Bezeichnung. Korrekt, es ist von Bayer aus dem Handel genommen worden und die Zulassung ist in der EU offensichtlich auch ausgelaufen. Aber gilt das außer für Deutschland auch für alle anderen EU-Länder ? Ich bin wohl nicht auf dem akt. Stand.


    Wie auch immer - es wird sich schon etwas anderes finden... - aber das benötigt ja Zeit, wie wir vom geschäftsführenden Minister gelernt haben. Und bis dahin kann ja Glyphosat noch eingesetzt werden.


    Ist das aus landwirtschaftlicher Sicht notwendig - es spart ja eine Menge Arbeit, oder ?


    Beste Grüße


    Rainer

  • Als Hersteller von Alufolie kann ich nur sagen, Hut ab!, äh, auf!!! Auf natürlich!!!


    :)

    mein Sensor ortet da offenbar in der gleichen Richtung... ;)

  • Ich versuche es zu verstehen....


    Neuerdings inflationär aufgestellte Denktabus in Gestalt von " Verschwörungstheorie" Vokabeln dürften diesen Prozeß m.E. eher behindern. Persönlich halte ich es da mit einer schulisch erworbenen

    Grundsatzüberlegung :

    WER , sagt WANN , WAS aus welchem Interesse ?

    Nebenbei ein Grundsatz, der der Meinungsbildung einer demokratisch verfassten Zivilgesellschaft gut

    zu Gesichte stünde.

    In Bezug auf das Deutschland Funk Interview mit Landwirtschaftsminister Schmidt stellst Du die Frage, ob es neuer Technologien in der Landwirtschaft bedarf.

    Aus Sicht der deutschen ökologischen Landwirtschaft ganz klar : NEIN .

    Seit Jahrzehnten ! ist der Weg aufgezeigt : von einer derzeit real existierenden, industrialisierten Landwirtschaft mit bedenklichem Anteil technologisch aufgerüsteter Groß / Unternehmen hin zu einer

    ökologisch verträglicheren Landwirtschaft bäuerlicher Prägung. Alles niedergelegt in den Umstellungsrichtlinien der anerkannt ökologischen Anbauverbände. Alles seit Jahrzehnten möglich,

    tatsächlich praktiziert - hier in Deutschland , in der EU , weltweit ( gemäß EU-Bio Richtlinien ).

    In Deutschland allerdings in meiner Meinung nach skandalös geringem Umfang.

    Neben fundiert betriebener Lobby Arbeit diverser Interessengruppen, dürfte auch Herr Landwirtschaftsminister Schmidt seinen Beitrag geleistet haben zu dieser gerade auch für uns Imker verheerenden Entwicklung. Unter eklatanter Umgehung etablierter parlamentarischer Praktiken, bahnte er dem Glyphosat erneut seinen lebenszerstörerischen Weg.

    Selbstverständlich wird die chemisch- synthetische Agrochemikalie Glyphosat im Bedarfsfall ersetzt

    durch eine andere, weitere Agrochemikalie in anderer Konfiguration.

    Das ist ja das " praktische" am System der industrialisierten Landwirtschaft : für die Probleme , die

    sie erst hervorbringt, liefert sie hernach gleich auch noch die Mittel zu deren vermeintlicher Beseitigung.


    CUI BONO ? ( Wem zum Nutzen ) fragt der Lateiner


    HONI SOIT QUI MAL Y PENSE ! ( Ein Schuft, wer Böses dabei denkt ! )


    mit imkerlichen Grüßen aus der Südpfalz

  • An die Landwirte im IF

    Mit Verlaub, habe mich mit knapp 40 Jahren Berufserfahrung im ökologischen Garten- / Landbau,

    einfach frech zu den angesprochenen Landwirten und damit "Meinungs berechtigt " gerechnet.

    Die Erkenntnisse und Einsichten, wenn man so will , sind sozusagen auf dem Acker gewachsen,

    ganz natürlich.

    Übrigens sind auch die von mir zitierten " bösen Zungen " weder im Kreise der Stammtisch Jungs aus

    der Dorfkneipe, noch im Umfeld der üblichen Verdächtigen / Verschwörungstheoretiker / Polit-

    Neurotiker verortet. Möglicherweise ist Dir das auch schon begegnet.... Die aufschlussreichsten Informationen erhältst Du von den EMERITIERTEN - aus nachvollziehbaren Gründen. Auch da gibt

    es natürlicherweise ergiebigere und weniger ergiebige Quellen unter den Doktores und Professores.;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von 08022019 ()

  • ...Du die Frage, ob es neuer Technologien in der Landwirtschaft bedarf.

    Aus Sicht der deutschen ökologischen Landwirtschaft ganz klar : NEIN .

    Tja, dann hat der geschäftsführende Minister es wohl völlig anders interpretiert bzw. auslegen müssen, weil ihm die Lobby im Nacken sitzt.

    ...dürfte auch Herr Landwirtschaftsminister Schmidt seinen Beitrag geleistet haben zu dieser gerade auch für uns Imker verheerenden Entwicklung. Unter eklatanter Umgehung etablierter parlamentarischer Praktiken, bahnte er dem Glyphosat erneut seinen lebenszerstörerischen Weg.

    Das ist momentan Realität und die, welche das alles finanzieren, werde am Nasenring durch die Manege geführt. Manche merken es, die Meisten sind nur bedingt interessiert daran. Wir gehen herausfordernden Zeiten entgegen...

    ... Möglicherweise ist Dir das auch schon begegnet....

    Ja, es begegnet mir immer mehr und - ehrlich gesagt - es bestätigt mich und ist der letzte Funke Hoffnung, an dem ich mich orientiere. Man muss Geduld haben; die Zyklen sind länger als so eine Politikerkarriere dauert - zum Glück ! Wir wissen halt nur nicht, welchen Schaden innerhalb der Kurzzykler angerichtet werden kann.


    Vielen Dank für Deine Ausführungen


    Rainer

  • Vielen Dank für Deine Ausführungen


    Gern geschehen !

    Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen Imker zu verstehen, in welchem landwirtschaftlichen Umfeld

    er sich bewegt, dessen Teil er ja auch ist. Kenntnis der Lage der Landwirte könnte der Kommunikation zwischen Imkern und Landwirten jedenfalls zu Gute kommen.

    Vor Ort wird sich möglicherweise manche "marktwirtschaftliche Konfliktlösung" anbahnen.




    Hallo zusammen,

    Wir haben das Glück, das der größere unserer Landwirte, seinen Betrieb vor drei Jahren auf Bio umgestellt hat. Diese ca. 600 ha sind für Bienen und Insekten ein kleines Paradies geworden. Es werden neben Getreide auch Saatvermehrung von Klee und Grassorten angebaut.

    Dieses Foto ist von einem Kleefeld ...

    Gruß aus dem Harz

    Franz

    Wenn, wie Franz schreibt, ein Bio Landwirt 600 ha Fläche (für uns Blühfläche :)) bewirtschaftet, muss ein Imker nicht mehr zähneknirschend in Pestizid belastete Raps Schläge wandern. Er hat ja dann die Wahl.

    Ich kenne genug sogenannte "konventionelle " Landwirte, die liebend gerne Grundwasser , Boden und Luft schonender sprich ökologisch- nachhaltiger wirtschaften würden.

    Wenn - ja wenn nur die Rahmenbedingungen hinreichend gesetzt wären von der Politik.

    Für die derzeitige und künftige Bundesregierung gilt da wohl eher :

    Die Botschaft hören wir wohl, allein uns fehlt der politische Wille !

    Da ändern auch die 30.000 Bürger nichts, die vergangenen Samstag in Berlin dem Aufruf eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses gefolgt sind, um für eine Wende in der Agrarpolitik zu demonstrieren.

    DIE waren auch für unsere Bienen und uns Imker dort . DANKE !

  • Hallo,

    die richtigen Rahmenbedingungen, ja welche denn?

    Wenn Politik was ändern kann, ja, was? Ich wiederhole mich: Nur über Preise ab Hof! Alle Zuschüsse und ähnliche Hebel hebeln nur die schonende Bewirtschaftung der Acker- und sonstigen Nutzflächen aus.

    Wenn wir in Deutschland nicht mit der Biolandwirtschaft vorankommen, dann liegt das an den nicht dem Aufwand entsprechenden Preisen der Produkte.

    Ein weiterer Punkt ist die Zersplitterung des BIO-Sektors. Es gibt X Verbände und obendrauf der Euro-Standart. Das führt zu der zuverlässig wirkenden Uneinigkeit im Auftrten, bei der Vermarktung und Solitarität.

    Bisher hat die Politik in der EU und in Deutschland mit Überregulierung nur Schaden angerichtet.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo,

    die richtigen Rahmenbedingungen, ja welche denn?

    Wenn Politik was ändern kann, ja, was? Ich wiederhole mich: Nur über Preise ab Hof! Alle Zuschüsse und ähnliche Hebel hebeln nur die schonende Bewirtschaftung der Acker- und sonstigen Nutzflächen aus.

    Wenn wir in Deutschland nicht mit der Biolandwirtschaft vorankommen, dann liegt das an den nicht dem Aufwand entsprechenden Preisen der Produkte.

    ...höhere Agrar-Erzeugerpreise führen ja wohl eher zu noch höherer Intensität in der Produktion, nicht zu niedrigerer.

    Wenn man National keinen Bio-Standard durchsetzen kann oder will, wäre z.B. ein Weg eine Besteuerung auf Pflanzenschutzmittel einzuführen. Diese wäre dadurch zu rechtfertigen, dass der PSM-Einsatz volkswirtschaftliche Schäden und gesellschaftliche Kosten verursacht (Grundwasserkontamination, Artensterben, Rückstände, Krebsrisiko....), die nicht vom Hersteller und Anwender der PSM getragen werden. Die Steuer würde das korrigieren. Jeder Bauer könnte weiterhin zwischen konventionell und Bio wählen.

    kelte

  • kelte , Dein hoher moralischer Ansatz in Ehren - es wäre tatsächlich wirksam, weil nur über Geldgewinn bzw. -Verlust ließe sich etwas steuern - aber welche (geschäftsführende) Regierung sollte das denn realisieren ??


    Wenn ein geschäftsführender LW-Minister sich einen Deubel darum schert, welchen Auftrag er seitens der Ministerkollegen zur Abstimmung hat, dann wird mit solchen "Volksvertretern" das von Dir vorgeschlagene Modell eher nicht wahr werden.


    Nix für Ungut


    Rainer