Neue Technologien in der Landwirtschaft

  • An die Landwirte im IF:


    Hr. Schmidt, geschäftsführender Landwirtschaftsminister heute Morgen im DLF Interview wird nach Möglichkeiten zum Glyphosatersatz (als Ergebnis Bestandteil der sog. Sondierungen und mit dem Hinweis auf Aussagen anderer Länder in der EU) gefragt und beantwortet das sinngemäß wie folgt:


    Das muss zuerst mit den Bauern abgestimmt werden. Da müssen neue Technologien entwickelt werden, die so etwas zulassen...., das geht nicht so schnell.

    Ich kann es leider nicht exakt zitieren, nur aus der Erinnerung nach bestem Wissen.

    Früher war der Pflug ein wichtiges Werkzeug gg. sog. Unkräuter. In USA durfte ich vor 15 Jahren miterleben wie dort ein Farmer das machte - alles Unkraut oberirdisch kleinhacken, Sojabohnensamen rein und einmal darübergespritzt; wachsen lassen...


    Aus einigen Aussagen hier im IF entnehme ich, dass es in D / der EU zwischenzeitlich ganz ähnlich abläuft. Die Begründung der Erhaltung der Bodenmikroben als begünstigend für die wachsenden Pflanzen meine ich schon gelesen zu haben. Eine Aussage lautete auch, der Bio-Bauer, der nicht pflügt, um diesen Sachverhalt zu nutzen, sei ein Experte schlechthin.


    Als Nicht-Landwirt mit einigen wenigen Informationen nun mal die Frage: Was muss da technologisch neu entwickelt werden ?


    Vielen Dank für die Aufklärung und beste Grüße


    Rainer

  • Nix. Der Biobauer nimmt als "Untersaat" Klee mit zu der eigentlichen Saat. Dieser unterdrückt dann das Wachstum von "Unkräutern". Man hört auch immer wieder das Klee das Roundup des Biobauern ist.


    Gruß Andreas

  • Andreas DAS klingt so toll. Ein traum würde wahr werden. Man würde Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten mal wieder zu Gesicht bekommen. Ich stelle mir das gerade bildlich vor, wie um mich herum auf den Feldern alles so schön summt. Naja, träumen darf ja man ja gottseidank noch. ;)

  • Hallo zusammen,

    Wir haben das Glück, das der größere unserer Landwirte, seinen Betrieb vor drei Jahren auf Bio umgestellt hat. Diese ca. 600 ha sind für Bienen und Insekten ein kleines Paradies geworden. Es werden neben Getreide auch Saatvermehrung von Klee und Grassorten angebaut.

    Dieses Foto ist von einem Kleefeld ...

    Gruß aus dem Harz

    Franz

  • Hallo,

    richtig ist, dass auch Biobauern die Ackerunkräuter "kurzhalten" müssen. Aber sie sind auch toleranter als alle anderen Bauern. Es gibt ja mittlerer Weile eine Bauerngeneration, die immer die kleinen Helferchen zur Verfügung hatte. Auch sicher in der Ausbildung wenig von Alternativen gehört haben. Aber ich spreche ihnen nicht die Lernfähigkeit ab.


    Klee als Untersaat in Getreide oder andere Druschfrüchte ist üblich. Es kommt dabei auf die Bestandesdichte und auf die Bestandsentwicklung an - Niederschlagsmenge und -verteilung, ob der Klee auch alles andere was da wächst / wachsen will unterdrückt.


    Außerdem sind die Biobauern angewiesen, die Flächen über Winter begrünt zu lassen. Die Kleebestände sind auch eine Art "Grünbrache" zur Regeneration des Bodens über wenigstenz ein Jahr und es ist die einzige Stickstoffquelle bei reinen Ackerbaubetrieben.

    Und die Insekten haben eine langanhaltende Nektarquelle.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • In alten Zeiten wurde doch vielfach nach der Getreideernte ins Stoppelfeld Klee gesät - wohl aus dem Grund Stickstoffdüngung und Limitierung von sog. Beikräutern.

    Mal abgesehen davon, dass Biobauern es so oder ähnlich machen, ist doch keine andere Technologie, oder ??


    Rainer

  • In alten Zeiten wurde doch vielfach nach der Getreideernte ins Stoppelfeld Klee gesät - wohl aus dem Grund Stickstoffdüngung und Limitierung von sog. Beikräutern.

    Mal abgesehen davon, dass Biobauern es so oder ähnlich machen, ist doch keine andere Technologie, oder ??

    Nee, haben die Bauern zu Zeiten der 3-Felderwirtschaft schon so gemacht.

    Doch heute könnte das doch für manchen neu sein.

    Warum was neues erfinden wenn es schon etwas gibt was von Nutzen sein könnte.

    Dann warte ich mal auf neue Technologien.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Man hört auch immer wieder das Klee das Roundup des Biobauern ist.

    Das ist aber mal ein Roundup, dass den Imker freut. Der Weißklee honigt zwar nicht leicht, ist aber eine hervorragende Pollentracht - und zwar gerade im Spätsommer, wo es sonst wenig gibt, Weißkleepollen soll übrigens für die Bienen ganz besonders wertvoll sein.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Nochmal zum Ausgangspunkt: Ich hab den Herrn Schmidt heute im DLF eher so verstanden, dass er einen chemischen Ersatz fürs Glyphosat abwarten will (den gibts bestimmt schon). Also nix mit Zeitenwende...

    Der Ersatz heißt Gyfosylat (Basta) und ist schon lange in Gebrauch. Wie auch immer, mein Eindruck ist, da will sich einer rausreden und hat gar kein Interesse an einer schnellen Lösung. Und so werden "neue Technologien" bemüht, die natürlich erst in Jahren bereitstehen könnten.


    Das nennt man Hinhaltetaktik...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ja, und was will uns der geschäftsführende Minister damit sagen ?

    Vielleicht , dass er sehr wohl um die Positionierung der entsprechenden Lobbyisten in Politik und

    Wirtschaft weiss ?

    Vielleicht, dass in Deutschland, als Export Wirtschaftsnation, Chemie und Maschinen-/ Anlagenbau

    auf den vorderen Rängen rangieren, was das Volumen sprich Umsatz sprich Geld sprich money,

    money betrifft.

    Böse Zungen vermuten schon lange, dass man die Bauern nur noch am Leben erhält , um diese Bereiche bedienen zu können.

    Marketing technisch soll es sich nicht so geschickt machen, wenn die Agrarchemikalien , die man weltweit exportiert, im eigenen Land nicht erprobt und angewandt werden.

    Auch die Agrartechnik in Erzeugung und Verarbeitung verkauft sich deutlich glaubwürdiger, wenn

    auch im eigenen Land Anwender für die Produktoptimierung zur Verfügung stehen.