Steuernummer auf Rechnung ja/nein?

  • Eine ESt-Nummer gibt es nicht,

    Anscheinend doch, da ich ja eine solche mitgeteilt bekommen habe.


    Hab jetzt zwei Steuernummern, die sich nur in den beiden letzten Ziffern unterscheiden und eine Identifikationsnummer.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Hab jetzt zwei Steuernummern, die sich nur in den beiden letzten Ziffern unterscheiden und eine Identifikationsnummer.

    Ich fürchte, da führt das Finanzamt Dich jetzt doppelt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hier ist doch zu unterschieden, ob es sich um eine USt- oder um eine ESt-Nummer handelt?

    Eine ESt-Nummer gibt es nicht, es gibt nur die persönliche Steuer-Identifikationsnummer und die Steuernummer für den Betrieb, die auch umsatzsteuerlich gilt.

    Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer braucht man nur im EU-Binnenverkehr.


    Wolfgang

    Eine ESt-Nummer gibt es nicht,

    Anscheinend doch, da ich ja eine solche mitgeteilt bekommen habe.


    Hab jetzt zwei Steuernummern, die sich nur in den beiden letzten Ziffern unterscheiden und eine Identifikationsnummer.

    Dafür kann es zwei Gründe geben:

    1. Eine Möglichkeit ist die von Wolfgang beschriebene, dass es zu einer doppelten Erfassung gekommen. ist.

    2. Die andere Alternative ist, dass es kann durchaus 2 Steuernummern geben kann. Die Steuernummern sind normalerweise keine reinen Einkommensteuer- oder Umsatzsteuernummern sondern halt "Steuernummern" wo beide Arten abgewickelt werden. (Eine Umsatzsteueridentifikationsnummer hat ist was ganz anderes und Wolfgang zutreffend erläutert, dass diese nur im Binnenmarkt benötigt wird)

    Sofern sowohl der Ehemann als auch die Ehefrau ein Unternehmen haben, wird eine zweite Steuernummer für den zweiten Betrieb benötigt.

    Dies ist meist der Betrieb der Ehefrau.

    Dies liegt daran, dass unter einer Steuernummer nur die Umsatzsteuer für einen Betrieb abgewickelt werden kann. Daher gibt es in derartigen Fällen eine zweite Steuernummer für den zweiten Betrieb, die nur für die Umsatzsteuer gilt. Klarstellen möchte ich zu letzt noch, dass es wirklich die Kombination sein muss, dass beide Eheleute einen Betrieb haben.

  • Puh, nun habe ich knappe zwei Stunden diesen und einige weitere Fäden zum Thema gelesen und so langsam brummt mir der Schädel. Leider ist die Frage, die ich mir stelle aber für mich noch nicht ganz klar. Vermutlich ist das auch schon abgehandelt worden, nur leider nicht ganz von mir verstanden worden. Sollte dem so sein: Sorry!


    Bislang konnte ich meinen Honig komplett über meine SB-Boxen absetzen. Langsam wirds dafür aber zuviel und in Kürze werden ich daher zusätzlich einen Hofladen beliefern. Dank der vielen Erläuterungen vor allem von WFLP und der Beispielrechnung von Kleingartendrohn in #54 (Top, danke euch!) bleiben da auch recht wenig Fragen. Angepeilt ist ein Glaspreis von 6,50 €, den ich in 10,7 % (0,70 €) USt und 89,3 % netto Warenpreis (5,80 €) aufteilen möchte. So wird es für den Einkäufer 10,7 % günstiger, da er sich die Steuer wiederholen kann und für mich bleibt es bei meinem Zielpreis von 6,50 € da ich die Umsatzsteuer dank der Pauschalisierung nicht abführen muss. Soweit, so klar (zumindest vermeintlich).


    Nun zur eigentlichen Frage: Da ich ab 2021 mit meinem Gewerbe der Kleinunternehmerregelung entwachse (sprich in 2020 die Umsatzgrenze überschreite) werde ich im Rahmen meines Gewerbes umsatzsteuerpflichtig. Hier wurde zwar mehrfach darauf hingewiesen, dass die Kleinunternehmer-regelung nicht für den Honigverkauf relevant ist (habe es zumindest so verstanden), doch liegt der Fall hier ja etwas anders. Berührt meine Umsatzsteuerpflicht ab 2021 auch den Honigverkauf? Sprich, muss ich hier ab 2021 dann ebenfalls die 10,7 % USt abführen oder wird dies als landwirtschaftliches Urprodukt weiterhin pauschalisiert und ich kann diese 10,7 % weiterhin erheben ohne sie abzuführen?


    Es wäre mir doch recht ärgerlich, wenn meine Einnahmen dann um 10,7 % sänken, daher möchte ich dies vorab evaluieren und ggf. den Netto-Preis anpassen, falls ich die USt abführen müsste. Da mein Honig aber so oder schon der Teuerste dort angebotene Honig sein wird (es sind bereits zwei Imker vertreten) wist der Spielraum dafür leider recht begrenzt. Falls jemand diesen Fall schon mal hatte wäre ich hier über einen Hinweis froh. Danke!

  • Oha.

    Erste Frage in der Prozentrechnung: Was sind 100%?

    Wenn du einen Nettowarenwert (100%) von 5,80€ hast, dann ergibt das brutto (110,7%) 6,42€.

    Ein Bruttowarenwert (110,7%) von 6,50€ bedeutet einen Nettowert (100%) von 5,87€.


    Zur eigentlichen Frage:

    Umsatzsteuerlich gilt man mit seinen unterschiedlichen Gewerbebetrieben und Einkommensquellen zwar als eine Person, trotzdem kannst du für Produkte der landwirtschaftlichen Urproduktion weiterhin die 10,7%-Regel anwenden, auch wenn ein anderes Gewerbe regulär besteuert wird.

    Meine Honig läuft auch so mit 10,7%, während in meinem Haupterwerbsbetrieb, einer Tischlerei (wo natürlich vollkommen andere Umsätze erwirtschaftet werden), und bei meiner PV-Anlage die Umsatzsteuer regulär abgeführt wird.

  • steht in §24 Abs. 3 UStG


    (3) Führt der Unternehmer neben den in Absatz 1 bezeichneten Umsätzen auch andere Umsätze aus, so ist der land- und forstwirtschaftliche Betrieb als ein in der Gliederung des Unternehmens gesondert geführter Betrieb zu behandeln.


    Landwirtschaft 10,7% USt darfst du behalten.

  • Oha.

    Erste Frage in der Prozentrechnung: Was sind 100%?

    Wenn du einen Nettowarenwert (100%) von 5,80€ hast, dann ergibt das brutto (110,7%) 6,42€.

    Ein Bruttowarenwert (110,7%) von 6,50€ bedeutet einen Nettowert (100%) von 5,87€.

    Oje, da bin ich selbst bei Mathe für Dummies durchgefallen... Danke für den Hinweis! Und natürlich auch für deine Antwort und die von R4lph auf die eigentliche Frage. Das hilft mir sehr.

  • ...Angepeilt ist ein Glaspreis von 6,50 €, den ich in 10,7 % (0,70 €) USt und 89,3 % netto Warenpreis (5,80 €) aufteilen möchte. So wird es für den Einkäufer 10,7 % günstiger, da er sich die Steuer wiederholen kann und für mich bleibt es bei meinem Zielpreis von 6,50 € da ich die Umsatzsteuer dank der Pauschalisierung nicht abführen muss. Soweit, so...

    Hallo, wenn ich dich richtig verstehe, soll dein Wiederverkäufer den Honig bei dir für 6,50€ brutto kaufen und auch dafür brutto wieder verkaufen, er soll dann die Steuer als seinen Gewinn betrachten, richtig?


    Wenn dem so ist, (so verstehe ich deinen Text) hast du vergessen, dass der Wiederverkäufer den Honig auch versteuern muss (mit 7% bzw. aktuell 5%).

    Kleine Nebenrechnung:

    Vk brutto von dir 6,50€

    Vk netto von dir 5,87€

    Steuer 0,63€


    Vk brutto WiederV 6,50€

    Vk netto (bei 5%) 6,19€

    Steuer 0,31€


    Heißt am Ende verdient der WiederV bei jedem verkauften Glas 0,32€, dass macht für ihn 5,1% Spanne. Ich glaube nicht, dass du einen Einzelhändler findest, der das zu den Konditionen macht.


    Sollte ich dich falsch verstanden haben, ist das natürlich alles hinfällig 😉

    Beste Grüße

    Nils

  • Hallo Nils, da habe ich mich nur unklar ausgedrückt, sorry. Mir war nur wichtig, dass von den 6,50 am Ende auch 6,50 bei mir bleiben. Dem Wiederverkäufer mache ich keine Vorgaben, weiß auch nicht wo der Preis dann landen wird. Ich schätze mal eher Richtung 8 - 8,50, so dass er auch seine Mark machen wird. Danke dir aber, dass du mein Problem durchdacht hast :)

  • Nein, zumindest für die Urproduktion (also zB Honig)

    muss man die 10,7 % doch abgeben, oder?

    hat das nix mit der Kleinunternehme-Grenze zu tun, sondern mit der Durchschnittssatz-Besteuerung (§25 UStG).
    Die Kleinunternehmerregelung (§19 UStG) gilt nicht bei der Durchschnittsatzbesteuerung.
    Nochmal ein Dank an WFLP für die anschauliche Erklärung.