Lithiumchlorid

  • Ich habe jetzt den kompletten Thread durchgelesen (nicht aber den Zeitschriftenartikel und das Patent) und frage mich immer noch, was eigentlich der Fortschritt gegenüber AS/OS/MS (womit ich nie Probleme hatte) sein soll.

    Ein Vorteil wäre der Applikationsweg. Nach dem Abräumen muss man sowieso noch füttern. Da könnte man beim Füttern die benötigte Menge LiCl direkt beimischen. Das wäre ein grosser Vorteil gegenüber der Ameisensäure, welche bekanntlich auf die Verdunstung angewiesen ist. Das Verdunsten ist nicht trivial, da gibts Anwenderfehler, Wetterabhängigkeit, usw. Daneben führt AS sowieso zu einem erhöhten Totenfall, schädigt also auch die Bienen. Die ein oder andere Kö solls auch nicht überlebt haben. LiCl könnte das vielleicht besser, aber halt nur vielleicht... Da steht Brutschädigung halt im Raum...

  • Unabhängig von der Zulassung - sublimierte OXS hat m.E. wesentliche Vorteile gegenüber anderen org. Säuren:


    1. Sichere Wirksamkeit bei aufsitzenden (phoretischen) Milben; nicht zuletzt aufgrund der hohen Konzentration (100 % im Feststoff) und der 2-basigen Struktur der Säure;

    2. Jederzeit einsetzbar, unabhängig von Temperatur und Luftfeuchte (kein unwägbarer ext. Einfluss);

    3. Verteilung in den Beuten optimal, d.h., alle Bienen werden erreicht;

    4. Belastung der Bienen überschaubar (Brutschäden konnte ich noch nicht beobachten).


    Nachteilig dagegen ist


    1. Unwirksam in verdeckelte Brut;


    Möglw. auch weniger wirksam in unverdeckelter Brut, da Eiweiß-haltiger Futtersaft eine Pufferwirkung hat (pH-Absenkung wird gebremst, andererseits ist OXS eine 2-basige Säure mit höherer Säurekapazität als Ameisen- oder Milchsäure)


    2. Apparativer Aufwand


    Wer letzteres nicht scheut, wäre damit gut bedient, wenn man mit Sachverstand den wichtigsten Nachteil durch gesteuerte Brutpause umgeht. Und - ein wichtiger Umstand - das wirksame Agenz wird nicht über den Bienenorganismus appliziert, hat dort somit keine (Neben-)Wirkung.


    Meine Meinung


    Rainer

  • Liebe Leute,

    mein erster Versuch mit Lithium ging so aus:

    statt der 2. Ameisensäurebehandlung Ende August bekam ein Teil der Völker mit dem Winterfutter Li in Heilwasserkonzentration. Dabei bekamen die betreffenden Völker mit der Zuckerwasserlösung insgesamt 400mg LiCl d.h. ca 28 mg Lithium pro Volk. Es handelte sich um 5 Ableger und 5 Alt-Völker. Die Altvölker haben überlebt, von den Ablegern starben zwei. Die Verlustrate war bei der Gruppe der behandelten Völker mit 20% ungefähr genauso hoch wie bei den 2 mal mit Ameisensäure behandelten Völkern. (Sonstige Behandlungen: Drohnenbrutschnitt bei den Altvölkern, keine Winterbehandlung)

    Normalerweise bemerke ich einen deutlichen Unterschied zwischen einmaliger oder zweimaliger Ameisensäurebehandlung. Es könnte also sein, dass eine einmalige Lithiumgabe eine vergleichbare Wirkung wie eine Ameisensäurebehandlung hat.

    Natürlich ist die Aussagekraft gering. Dazu war die Völkerzahl zu niedrig.

    Gruß vom Harry

    Die schärfsten Kritiker der Elche

    waren früher selber welche

  • Hallo Harry!

    Wer hat Dich auf diese Idee gebracht einen "Lithiumversuch" zu starten?

    Und was hast Du erwartet?

    Verwunderte Grüße Eisvogel;(

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • @ Eisvogel: Die hier vorgestellten Forschungsergebnisse in Verbindung mit der Überlegung, dass LiCl in HEILWASSERKONZENTRATION natürlich Vorkommenden Verhältnissen (zwar nur sehr regional) entspricht.


    @ Jan: nein, ich zähle keine Milben. Nur überlebende Völker

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  • Mal kurz über den Thread geschaut...

    Das nächste Posting mit einer Warnung könnte doch mal warten, bis hier jemand den Anschein erweckt ohne Zulassung bei den Völkern schon mal testen zu wollen.

    Ein "Test" mit sparsamer Datenerfassung ist nun erfolgt.

    D.h. vor dem Frühjahr 2019 wird sicher keine Aussage getroffen werden können, also im besten Fall wird im Winter 2019/20 mit Lithiumchlorid behandelt.

    Jaja.

  • Wenn ich das Futter mit Paulsquelle-Heilwasser angerührt hätte, wäre die gleiche Li-Konzentration beim Bien gelandet. Das war für mich eine wichtige Überlegung. "Ohne Zulassung testen zu wollen" naja. Heilwasser haben möglicherweise sogar Zulassung...


    Ich schätze das IF sehr.

    JedeR macht so seine/ihre Erfahrungen und wir tauschen das hier aus.

    Wäre schön, wenn das auf dieser Ebene bliebe.


    Im Übrigen ist LiCl nicht mein größtes Hobby. Mit der Winterfütterung bin ich eigentlich schon nahe Null. Behandlungsarm Imkern ist meine Richtung. Und LiCl ist auch eine Behandlung, also bestenfalls ein Zwischenschritt.


    Wenn man sich mal überlegt, mit wie wenig Völkern die Bieneninstitute arbeiten... Wenn dann viele Wege nach Rom führen... Das kriegen die doch in 100 Jahren nicht abgearbeitet... Ich glaube schon, dass auch wir Beiträge leisten können.


    Jedenfalls habe ich hier schon viel lernen können. Mit eigenen Input kann ich mich ggf auch zurückhalten


    Gruß vom Harry

    Die schärfsten Kritiker der Elche

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  • Lasst mich nicht dumm sterben: was zum Henker ist Heilwasserkonzentration?


    Bislang war Heilwasser für mich irgendein Mineralwasser, dem heilende Wirkung zugesprochen wird, weil vor Jahrhunderten irgendjemandem (vermutlich aufgrund Konsums bewusstseinsverändernder Drogen) ein Heiliger erschienen ist. Der Placebo-Effekt sorgt dann im Nachgang dafür, dass eine gewisse Heilwirkung tatsächlich zu beobachten ist.


    Dass "Heilwasser" eine spezifische Zusammensetzung haben sollen/müssen ist mir neu.

  • Ich fang Morgen mit Gesundbeten an. Vorher natürlich Weihwasser...Und runter auf die Knie.

    Tut mir leid, hoffendlich kommt ein Mitleser nicht auf die dumme Idee deinen .......... Versuch zu wiederholen.

    Ich versuch mich ja auch in Behandlungsfrei, aber nich so Blauäugig:(

    Da fällt mir schon Besseres ein

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Lasst mich nicht dumm sterben: was zum Henker ist Heilwasserkonzentration?

    OT : "Heilwasserkonzetration ist gleich der Anzahl von Regenbogenfarben im Einhornstaub" ;)


    So nach dem OT weiter im Text ...


    Wie zum Guckguck kommt man als Tierhalter, in dem Fall ein Imker, auf die besch...eidene Idee irgendwas, was nicht mal im Ansatz zu Ende erforscht wurde, selbst mal nebenher mit irgendwelchen "Heilwässerchen" an lebenden Tier zu testen ??? :/:/


    Würde man das gleiche in der Nutztierhaltung, Heimtierhaltung, bei der Kuh, Schwein, Hund, Katze e.t.c veranstalten ? Und was wäre wenn dabei ein oder mehrere Tiere draufgehen ??


  • Naja, irgendjemand muss ja mal den ersten Versuch starten.


    Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Methoden wie AS/OS/MS/etc/pp allesamt bei den Instituten entwickelt wurden. Die Institute haben auch nur geschaut, was drüben, im damaligen Ostblock, bereits praktiziert wurde. Das wurde dann noch verfeinert und auf die eigene Fahne geschrieben.


    Die Frage ist viel mehr: muss man [b]selbst{/b] den ersten Versuch machen? Ich denke: nein. Nachtrag: schon gar nicht bei einem Tier zur Lebensmittelgewinnung.

  • Natürlich ist die Aussagekraft gering. Dazu war die Völkerzahl zu niedrig.

    Und die Zeitdauer zu gering.


    Trotzdem vielen Dank, dass du den Mut hast, das zu probieren und dich im IF dazu zu bekennen. Der ja von wissenschaftlicher Seite kommende Hinweis auf die Wirksamkeit von LiCl wurde nun leider aufgrund deiner Wortwahl "Heilwasserkonzentration" in den Bereich Placebo, Feenstaub, Weihwasser gedrängt. Schade!