Lithiumchlorid

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    Dann stimmt nicht mal der erste Satz im Artikel?


    Wie bitte? Ist keine andere Forschergruppe, alle in Hohenheim tätig! Sollte man richtig lesen, bitte!

    Oh, danke für den Hinweis.


    Dadurch das im Originalartikel stand, dass die Rückstandproblematik noch untersucht werden muss und der deutsche Artikel schon so vollmundig davon spricht dass es kein Anzeichen dafür gibt, ging ich davon aus, dass der deutsche Artikel nur eine Nachrichtenmeldung war.


    Kommt ja leider immer wieder vor, dass im wissenschaftlichen Artikel irgendeine kleine Kuriosität beschrieben wird und in der Presse ist das dann sofort die neue Wunderwaffe. Akkus sind da immer ein gutes Beispiel. Wenn man die Artikel, welche die Durchbrüche in der Akkutechnik zelebrieren, zusammenzählt müsste eine heutige Knopfzelle ganz Mitteleuropa für mindestens drei Tage mit Strom versorgen können.

  • Die Applikation geht sicher und ausschließlich durch die Biene.

    Bei kurzzeitiger Fütterung (1-5 Tage) kommt es zu keiner höheren Bienensterblichkeit.

    Bei Dauerfütterung sterben die Bienen eher (z.B. nach 19 Tagen).

    Es gab keinen einzigen Test mit Brut.

    LiCl wird sich eher nicht im Wachs ablagern, da es nur wasserlöslich ist.

    Die Auswirkungen auf den Honig müssen untersucht werden.

    Die Wirkung in den getesteten Kunstschwärmen ist schon merklich schwächer, als bei der Einzelfütterung von Käfigbienen. Wie gut wirkt LiCl in kompletten Völkern mit Brut?


    beemax

    Mehr als Zweifel hast du nicht? Der Orginalartikel hätte viele deiner Fragen beantwortet.

    Das teilweises Zitat meine Postings hat eine völlig andere Aussage, als mein Posting.

    4 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Ich hatte damals die Beschreibung so verstanden, dass die Bienenbrut das Lithium nicht verträgt.

    Ich bemühe mich, meine Aussagen auch mit Belegen zu unterfüttern.


    Es gab keinen einzigen Test mit Brut.

    Gab es nicht? Im Patenttext schon:

    Ich zitiere aus der Patentschrift:

    "Table 5 summarizes the results expressed as survival rate of larvae or pupae. All larvae were lost within 72 hours implicating a strong lethal effect of LiCl on larvae. Since 25 mM LiCl is tolerated by bees very well but larvae viability is crucially impacted already at 10 mM LiCl, it follows that LiCl should ideally be applied when egg laying is decreased. Such a phase naturally occurs between the calender start of summer6 and the overwintering period."


    "a strong lethal effect of LiCl on larvae." Also ein starkter tödlicher Effekt von Lithiumchlorid auf Larven.

    Ok, es waren wieder nur Fütterungsversuche in der Petrischale. Das ist schade. Man sollte meinen, dass es für Hohenheim nun wirklich kein Problem gewesen wäre, nebenher ein paar Beobachtungsvölkchen zu füttern.

  • In dem was ich gelesen habe, steht nichts von Tests an Brut. Das Patent habe ich nicht gelesen.

    Das passt aber zu der beschriebenen Perspektive mit LiCl Paketbienen zu behandeln.

    4 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Jetzt sollte man beobachten und nicht gleich sein Bedenkenkasperle hinter dem Vorhang hervorholen. Aus der Ölsache ist ja nichts geworden. Das L. soll ja in der Applikation einfacher sein. Ein Gramm Wirkstoff zu 5 Cent wird dann um 20 € Verkauft. Seid ruhig Freunde, legt Vorräte an, bei Perizin und Oxalsäure waren die Jungs sehr schnell. :)Allerdings wurde für ersteres der Wirkstoff für Massenanwendung bei Schafen sofort vom Markt genommen. Es geht um den Profit und nicht um das Wohl der Bienen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Die Applikation geht sicher und ausschließlich durch die Biene....

    Wie gut wirkt LiCl in kompletten Völkern mit Brut?

    ...

    Der Orginalartikel hätte viele deiner Fragen beantwortet.

    Immer langsam - ich zweifle nicht an den Ergebnissen. Ja, es ist ein (Zufalls)Befund bei der versuchsweisen Nutzung von RNAi-Technik, mit der sicher etwas bewirkt werden könnte; ein Zwischenbericht - mehr nicht.


    Ich stelle Fragen, die mich in dem Zusammenhang interessieren. Die wesentliche Frage zu den Begleiterscheinungen muss halt noch beabreitet werden. Und da scheidet sich Spreu von Weizen - abwarten und Tee trinken.

    Es geht um den Profit und nicht um das Wohl der Bienen.

    :daumen: Das lässt sich sicher jetzt schon ableiten.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hi,


    und da fragen sich einige doch tatsächlich warum keine Arzeneimittel für unsere


    Bienen entwickelt werden. Man hat eventuell etwas gefunden, und die Reaktion der Imker:


    - zu teuer

    - zu gefährlich

    - hilft ja eh nicht zu 100%


    Und das alles ohne irgendetwas genaueres zu wissen.


    Gruss Joachim

  • und da fragen sich einige doch tatsächlich warum keine Arzeneimittel für unsere

    Bienen entwickelt werden. Man hat eventuell etwas gefunden, und die Reaktion der Imker:


    - zu teuer

    - zu gefährlich

    - hilft ja eh nicht zu 100%

    Du bist jetzt gefühlt der zehnte, der sich über kritische Anmerkungen ärgert. Das k***t mich sowas von an, wenn ich das ausschreiben würde, was ich darüber denke, müsste Hartmut mich vermutlich rausschmeißen.


    Deshalb versuche ich es ganz mühsam nochmal in der 'Schonversion':


    Diese Art der Kritik und 'des Nörgelns' ist normal! In der Wissenschaft ist Unzufriedenheit und vor allem Anzweifeln sogar eine Hauptzutat. Ohne Anzweifeln keine Wissenschaft!


    Und wie stelltst du bzw. die anderen 'Anti-nörgler' (die damit übrigens auch nörgeln...) dir das eigentlich vor, glaubt ihr die Patentanmelder oder auch die potentiellen Medikamentenentwickler würden sagen "ach nööö, im Imkerforum haben welche nicht laut genug Hurrah geschrien, da wurden sogar Bedenken geäußert, dann entwickeln wir lieber keine Medikamente für Bienen." !?


    Etwas neues zu entwickeln und das erstmal evtl. in rosigen Farben darstellen ist normal und notwendig.

    Das neu entwickelte zu kritisieren und an der rosa Farbe zu kratzen ist auch normal und ebenfalls notwendig.

    Diese Kritik und das an-der-rosa-Farbe-kratzen als Problem anzusehen ist dagegen sinnlos.


    Wenn etwas wirklich gut ist, dann kann Kritik leicht widerlegt werden oder einfach von der (erfolgreichen!) Praxis überrollt.

  • Übrigens, falls das irgendwie falsch rübergekommen sein sollte:

    Ich sehe zwar noch keinen Grund Hurra zu rufen und nörgle auch rum (z.B. darüber, dass Hohenheim nicht gleich ein paar Tests an freifliegenden Völkern beschrieben hat).

    Das heißt aber nicht, dass ich mit den Erkenntnissen nichts zu tun haben will oder sie ablehne. Ich habe längst eine Packung Lithiumsalz im Schrank, und es könnte schon passieren, dass ich mal irgendwann mit Mineralzusätzen im Bienenfutter experimentiere...


    Ich habe mir außerdem ein paar Artikel über die Wirkung von Lithiumverbindungen auf Mensch und Tier besorgt und einige auch schon gelesen. Etwas davon hatte ich in dem anderen Thread vor sechs Wochen angedeutet, z.B. dass Lithiumchlorid bei Versuchen an Wirbeltieren als Modellsubstanz eingesetzt wird, um körperliches Unwohlsein zu studieren.

    Aber wie immer gilt 'die Dosis macht das Gift'. Bei der beschriebenen Anwendung gegen Varroa habe ich in der Hinsicht keine Bedenken.

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  • Hi,


    ich habe nichts gegen Kritiker, absolut nicht. Wie Du geschrieben hast gehört eine


    gesunde Kritik dazu. Aber ich lese, gefühlt, in allen Foren nur Kritik. Vor allem über die


    Wirkung und den Preis. Beides kann, zumindest in meinen Augen, nicht seriös kritisiert werden.


    Beides ist noch gar nicht bekannt. Aber schon mal laut aufschreien das es zu teuer sein


    wird, kann man ja durchaus schon mal. ´


    Natürlich lesen die Hersteller und Entwickler auch in den Foren. Und das gelesene wird mit an


    Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch deren Entscheidung beeinflussen.


    Denn auch das sind nur Menschen.


    Gruss Joachim

  • Wenn es gute Wissenschaftler sind, werden sie die Kritik aufgreifen und dies in einem Behandlungskonzept berücksichtigen (Rückstände im Honig oder Winterfutter, Beeinträchtigung der Brut usw.). Keinesfalls würden sie sich von Posts in Imkerforen entmutigen lassen und Versuche aufgeben, wenn sie von dem Erfolg der Idee überzeugt sind.


    Gruß vom Apidät

  • Eines der wichtigsten Dinge in der Wissenschaft ist der Zweifel. Nor wenn die aktuellen Theorien und Ergebnisse angezweifelt werden, gibt es Raum für Fortschritt.

    Jeder ernst zu nehmende Wissenschaftler nimmt Kritik und Zweifel dankbar an und wird entsprechende Versuche anstellen, um sie zu prüfen.

    Du musst nicht alle deine Völker behandeln, nur die die du behalten möchtest.