Erhaltungtherapie bei der Hyposensibilisierung ohne Aluminiumhydroxid ?

  • woran hapert es denn als Imker, sich NACHDEM die Unempfindlichkeit erreicht ist, regelmäßig stechen zu lassen?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Ich kann meine normalen Bienen immer so schwer von den dafür benötigten "Normbienen" für eine gleichbleibende Giftdosis unterscheiden... :P:D

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • @ rase: Am Mut, an der Schmerzempfindlichkeit, an der Schreckhaftigkeit; da kann es die verschiedensten Gründe geben. Auch vielleicht an der Tierliebe; was weiss ich.


    Hier ist eine Fachinformation zum Präparat von Reless. Auf Seite 5 steht, dass eine Änderung von Depot zu wässrig theoretisch gehen würde. Obwohl mir eine der Allergologinnen gesagt hat, dies sei keinesfalls möglich. - Also, man muss wohl selbst erst Spezialist werden, damit man den Ärzten sagen kann, was geht.


    https://portal.dimdi.de/amispb…602817-spcde-20151201.pdf

  • rase :

    Das musst du mich nicht fragen, ich werde zwar weniger gestochen als zu Anfang, aber dennoch relativ regelmäßig. Trotzdem weiß ich ohne das Laborergebnis nicht, wie die objektive = medizinische Unempfindlichkeit tatsächlich ist. Ein "NACHDEM" gibt es als festen Zeitpunkt nicht.


    Aber es gibt Werte, ab denen man davon ausgeht, dass man das "NACHDEM" als erreicht ansehen kann. Und das ist individuell unterschiedlich, genauso wie ein Stich bei mir an der Hand anders wirkt, als ein Stich am Hals oder am Bein - isso.


    Man könnte natürlich bequem hingehen, die Traube aufscheuchen und Stiche provozieren oder sich einzelne Kletterbienen von oberhalb der Folie als Tester rauspicken. Kann man alles machen. Würde ich aber niemandem empfehlen, der trotz Therapie immer noch ernsthafte Kollapse zu erwarten hat.


    Gruß Andreas

  • Obwohl mir eine der Allergologinnen gesagt hat, dies sei keinesfalls möglich. - Also, man muss wohl selbst erst Spezialist werden, damit man den Ärzten sagen kann, was geht.

    Das würde ich Dir keinesfalls empfehlen.


    Die Frage lautet doch: Worin liegt das Problem mit dem Adjuvans Aluminiumhydroxid ?

    Es ist tausendfach angewendet, es wird vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) - immerhin die Expertise in unserem Staat für Impfstoffe schlechthin - erklärt und begründet, dass davon keine toxische Wirksamkeit, auch nicht durch Kumulation ausgeht, weil bei der Nahrungsmittelexposition mehr aufgenommen wird, als durch die Therapie.


    Zur Aussage der Ärztin noch folgende Überlegung: Wenn das Antigen (das Insektengift) durch ein Adjuvans adsorbiert / gebunden wird, ist es nicht wirksam, d.h. es verursacht keine Immunkaskade mit ggf. allergischen Reaktionen. Erst die sukzessive Freisetzung aus diesem subkutanen Depot verursacht die gewünschte Desensibilisierung. Das ist der Grund für die Verwendung von Adjuvantien; aber das ist Dir sicher klar.


    Diesen sensiblen Prozess der sukzessiven Freisetzung mittels direkter Insektengiftinjektion nachzubilden, dürfte schwierig sein; denn man kennt die exakten Freisetzungsbedingungen nicht, kann somit die Dosierung ganz schlecht extrapolieren. Die Gefahr von Nebenwirkungen - in dem Falle u.U. eben die zu vermeidende allergische Kaskade - wäre mir zu hoch. Insofern weicht man eben nicht so gern ab vom erprobten Verfahren. Das ist der Grund, warum klinische Studien gemacht werden und die Anwendungsprotokolle strikt eingehalten werden ...


    Ich empfehle übrigens auch nicht den Selbstversuch mit Bienenstichen - das kommt der vorbeschriebenen direkten Injektion gleich mit den entsprechenden Folgen.


    Meine Meinung


    Rainer

  • beemax

    Dass das Risiko eines anaphylaktischen Schocks bei einer nichtadjuvansgebundenen Allergengabe (Kaskade) leuchtet mir ein. Und damit könnte man auch zufrieden sein, und die Alupille schlucken.


    Dennoch bleibt die Frage zurück, wieso in der Medikamenteninfo im Beitrag #16 ausdrücklich beschrieben ist, wie eine Rückumstellung von Depot => Nichtdepot gelingen kann. Da wird ja genau das beschrieben, nämlich Dosierung extrapolieren, was Du in Abrede stellst. Warum hat die medikamenterzeugende Firma das dann hingeschrieben, wenn es doch im Grunde ein Wahnsinn wäre, es zu versuchen ?


    Es muss da einen Grund geben. Und vom Helmholtzzentrum in München hat mich der Hinweis erreicht, dass es tatsächlich auch so praktiziert zu werden scheint. Deswegen frage ich hier im Forum, ob es Leute gibt, die genau damit Erfahrungen gemacht haben. Nämlich auch die späteren Spritzen mit wässriger Lösung zu erhalten. - Denn Hinweise sind natürlich so eine Sache, nebulös und man weiss auch nicht wirklich, was dahinter steckt. Eine gemachte und mitgeteilte Erfahrung kann da schon etwas geerdeter sein.


    Viele Grüsse von Benjabien

  • Benjabien

    Bitte genau lesen: Ich stelle eine Umstellung auf direktes Antigen ohne Adjuvans nicht in Abrede, sondern habe auf die dabei möglichen Risiken hingewiesen. Warum soll ein Allergologe und dessen Patient diese eingehen, wenn die üblichen Mittel doch funktionieren ? Ich bin ein risikoscheuer Mensch, wenn's um meinen body geht...


    Nochmal - wo liegt das Problem mit der Standardtherapie ?


    Beste Grüße


    Rainer

  • Das Problem mit der Standard-Therapie liegt in der unnötigen zusätzlichen Aluminiumexposition, wenn es auch einen Weg ohne Alu gibt. - Wer da kein Problem hat, soll das gerne machen; es ist ja sein body. - Die entsprechenden vier Jahre alten Hinweise vom PEI überzeugen mich nicht wirklich. Ein bischen muss ich da sogar an folgenden bestimmt unzulässigen Vergleich denken: Befrage mal eine Zigarettenfabrik zur Schädlichkeit des Tabaks. - Kann sein, dass ich etwas wenig Vertrauen habe. Aber letztenendes folge ich meinem Bauchgefühl. - Viele Grüsse von Benjabien

  • Mich würde brennend interessieren ob ihr die Allergie schon vor dem Start der Imkerei hattet oder ob sich diese erst im Laufe der Zeit eingestellt hat. Ich habe nämlich die Befürchtung dass sich diese Bienengiftallergie durch die verstärkte Exposition mit Bienengift "entwickelt"....

    Oder liegt es wie bei den Mücken die ja heutzutage auch unnormale Reaktionen hervorrufen können an Umweltgiften, Pestiziden etc.... ?

    Danke

  • Zitat

    Das Problem mit der Standard-Therapie liegt in der unnötigen zusätzlichen Aluminiumexposition, wenn es auch einen Weg ohne Alu gibt.

    Das ist bekanntlich der Grund für die alufreie Behandlung - ich verliere gerade den Überblick...

    Was ist jetzt der eigentliche Grund für deine Ursprungsfrage, bzw. worauf willst du hinaus?


    Ist die Behandlung mit dem wässrigen Mittel kein Standard? Mir hat man beide Mittel als Standard beschrieben. Bei mir fiel der Beginn der Behandlung mit dem Bekanntwerden dieses Themas bei Deosprays vor etwa 4-5 Jahren zusammen, so dass die ärztliche Begründung nicht nur mir, sondern auch der PKV direkt einleuchtete. Und nein, auch eine PKV akzeptiert nicht pauschal alles, was ein Arzt verschreibt, das ist ein weitverbreiteter Irrtum...


    Willst du deinen Arzt/deine Kasse überzeugen, für das alufreie Mittel zu entscheiden, was bisher nicht zur Debatte stand? Da wird dir niemand wirklich helfen können und Erfahrungen anderer wird deinen Arzt/deine Kasse kaum interessieren... Arzt oder Versicherung/Kasse wechseln wäre noch zu überlegen...


    Gruß Andreas








  • Mich würde brennend interessieren ob ihr die Allergie schon vor dem Start der Imkerei hattet oder ob sich diese erst im Laufe der Zeit eingestellt hat.

    Bei mir ist die allergische Reaktion erst nach einigen Monaten aufgetreten. Bis dahin bin ich ca. 6mal mit nur lokalen Reaktionen gestochen worden. Ich kenne aber viele Imkerkollegen, die schon Jahre imkern und die trotz vieler Stiche nie allergisch reagiert haben. Ist wahrscheinlich auch eine Veranlagungssache.

  • @ AndreasH

    Die Weiterbehandlung mit wässriger Lösung scheint - nach allem, was ich gelesen und gehört habe - durchaus kein Standard zu sein, sondern die Ausnahme. Warum auch immer. Das scheint man hier im Forum nicht erfahren zu können, wann und warum wässrig weiterbehandelt wird. Das hätte mich sehr interessiert.


    Dagegen ist die Aufsättigungsbehandlung - also der stationäre Aufenthalt mit wässriger Lösung wohl das Normale. - Vielleicht variiert das von Behandler zu Behandler oder auch von Landstrich zu Landstrich; keine Ahnung... Ich denke aber nicht, dass die unterschiedliche Vorgehensweise in den diversen Krankenkassen begründet liegt.


    Seit letztem Jahr reagiere ich allergisch auf Bienenstiche, die Jahre zuvor nicht. Demnach hat sich die Überreaktion mit der Zeit entwickelt.


    Viele Grüsse von Benjabien

  • Entwicklung sog. Überreaktionen des Immunsystems sind leider nicht absehbar. Man kann jahrelang Bienengift ausgesetzt sein und außer lokaler Schwellung etc. passiert nix. Und plötzlich - ein Stich und man reagiert über mit ggf. allergischer Reaktion; kann passieren - Ursachen sind mannigfaltig.


    Bei manchen kündigt sich das aber auch an, z. B. Stich am linken Arm - größere Schwellung, Rötung und das auch am linken Arm - ohne Stich. Bei symmetrischen Körperreaktionen ist Vorsicht geboten...


    Beste Grüße


    Rainer

  • @ Benjabien

    Aah OK :)
    Dann schließe ich daraus, dass du noch nicht in der Desensibilisierung bist, sondern möglichst umfangreich Informationen sammelst, bevor du evtl. zum Arzt gehst. Kann funktionieren, aber die reinen "Netto"-Infos besagen nicht, ob das für dich speziell so zutrifft. Es sind eben nur die allg. Informationen zur Sache, die auch verunsichern können...


    Nach der Einleitung der Therapie in der Klinik bin ich direkt mit der wässrigen Lösung weiterbehandelt worden. Allerdings hat mein behandelnder Arzt das mit der Klinik abgesprochen, für mich ist oder war es daher Standard. Da werden auch noch andere Individualfaktoren berücksichtigt.


    Gerade heute kam das Laborergebnis aus Münster. Der spezifische IGE-Wert ist wieder etwas geringer geworden. Nicht so ein großer Sprung wie vor zwei Jahren, aber trotzdem niedriger als vorher. Vllt. sollte ich doch mal eine Kletterbiene von über der Folie schnappen... Ich sehe das in dem Zusammenhang allerdings sportlich = freiwillig, kann man, muss man aber nicht.


    Gruß Andreas