4 Jahre hintereinander Völker verloren. Ist das die Realität ?

  • Imker scheinen auch "Produzenten" von "alternativen Fakten" (das Unwort des Jahres 2017 in Deutschland!) zu sein.

    Ich glaube den Angaben der einzelnen Imker einfach nicht mehr. Zwischen den Worten und den Fakten am Bienenstand bestehen doch manchmal enorme Diskrepanzen.

    Die Imker, welche es im Frühjahr so stark im Finger juckt, sich bei einer anonymen (!!), freiwilligen Umfrage mit möglichst tiefen Verlusten zu brüsten, müsstest du mir dann noch zeigen...

    Und selbst wenn es ein paar wenige schwarze Schafe bei den Angaben gibt, das Endresultat beeinflusst das höchstens ganz gering.

    Bei den klassischen, Trump'schen, "alternativen Fakten" ist dann am Ende eher der, der vor solchen Zahlen dann sagt: "Das glaub ich nicht!"

  • Im Vorjahr wurden in der Mayener Umfrage durchschnittlich nur 3,9% Verluste gemeldet!

    Die von Bienenlude verlinkte Tabelle, in der die 3,9% stehen, bezieht sich auf Sommerverluste, wenn ich das richtig sehe. Nicht mit den Winterverlusten durcheinanderwürfeln!

  • Persönlich vermute ich eine Vergiftung mit Pestiziden (die Völker liegen komplett tod auf dem Boden.

    Ich wohne zwar auf dem Land, bin aber kein Landwirt. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch nie gesehen oder gehört, dass in den Monaten Nov. und Dez. irgendwo Pestizide gespritzt werden.

    Die wahrscheinlichste Ursache dürfte doch ein Varroa- Virenschaden gewesen sein.

    Welches Winterfutter hast Du gegeben?

  • Persönlich vermute ich eine Vergiftung mit Pestiziden (die Völker liegen komplett tod auf dem Boden.

    Ich wohne zwar auf dem Land, bin aber kein Landwirt. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch nie gesehen oder gehört, dass in den Monaten Nov. und Dez. irgendwo Pestizide gespritzt werden.

    Die wahrscheinlichste Ursache dürfte doch ein Varroa- Virenschaden gewesen sein.

    Welches Winterfutter hast Du gegeben?

    Hallo Bienenlude, Du solltest Dich vielleicht doch mehr mit Bollitik beschäftigen!

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Die wahrscheinlichste Ursache dürfte doch ein Varroa- Virenschaden gewesen sein.Welches Winterfutter hast Du gegeben?

    Beim starken Varroa Befall verlassen die kranken (Viren infizierten) Bienen den Stock und fliegen zum Sterben heraus. Typisches Zeichen eine Varroose ist der leerer Stock, wo man sich wundert, wo die Bienen geblieben sind. Liegt das Volk innerhalb kurzer Zeit komplett tod auf dem Beutenboden scheidet diese Ursache schon mal für mich aus.

    Das Futter könnte es natürlich auch sein. Hier besteht in der Tat eine Verbindung zum einem der weiteren betroffenen Imker, da wir den selben Futterlieferanten haben. Ob ich das noch untersuchen lasse, weiß ich nicht. Dies müsste erstmal auf eigene Kosten erfolgen und der Lieferant bezieht es aus Frankreich. Bedeutet: stimmt was mit dem Futter nicht, ist eigentlich der französischer Produzent haftbar. Hier habe ich aber beim Futterkauf eine Kopie einer Laboruntersuchung bekommen die die Unbedenklichkeit des Futters bescheinigt. Natürlich werden solche Untersuchungen nur an wenigen ausgewählten Proben gemacht und es ist durchaus möglich, dass nur eine Charge nicht in Ordnung war. Dann wäre der Verursacher eh nicht zu ermitteln, da die Ursache im Transport, Lagerung oder Herstellung liegen könnte.

    In meinem Fall (kein direkter Verdacht auf eine Spritzaktion) wäre die toxikologische Ermittlung der Ursache sehr aufwendig und voraussichtlich sehr teuer. Und auch wenn der Grund dann bekannt ist, ist der Verursacher höchstwahrscheinlich nicht zu ermitteln um z.B. Schadenersatz einzufordern. Also werde ich mich mit meinen Schicksal abfinden müssen und in der Zukunft die Bienengesundheit engmaschiger und genauer überwachen, um solche Vergiftungserscheinungen rechtzeitig zu erkenne. Dann besteht vielleicht eine reelle Chance die Ursache bzw. den Verursacher zu ermitteln.

  • Beim starken Varroa Befall verlassen die kranken (Viren infizierten) Bienen den Stock und fliegen zum Sterben heraus. Typisches Zeichen eine Varroose ist der leerer Stock, wo man sich wundert, wo die Bienen geblieben sind. Liegt das Volk innerhalb kurzer Zeit komplett tod auf dem Beutenboden scheidet diese Ursache schon mal für mich aus.

    Kommt auf's Wetter an. Wenn's knackig kalt ist, fliegen die nicht, sondern fallen. Bei lauter Sommerbienen findest Du beim Auswaschen nichtmal übertrieben viele Milben. Die Luft hat dann einfach nicht gereicht bis zum Frühjahr.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Futter könnte es natürlich auch sein...Dies müsste erstmal auf eigene Kosten erfolgen und der Lieferant bezieht es aus Frankreich...eigentlich der französischer Produzent haftbar...

    ...wäre die toxikologische Ermittlung der Ursache sehr aufwendig und voraussichtlich sehr teuer.

    1. Dir gegenüber haftet der Futterhändler. Der muß Deine Mangelrüge prüfen -> nötigenfalls Futter/Rückstellproben untersuchen lassen. Was der gegenüber seinem französischen Lieferanten durchsetzt, kann Dir egal sein.

    2. Wenn PSM die Todesursache waren, müssen sie durch Flugbienen eingetragen worden -> in Wabenwerk, eingesammelten Futter (Pollen, Nektar), stehengebliebener Brut/Futtersaft noch nachweisbar sein - direkt oder Metabolite davon.

    3. Die Prüfung der Spritzdokumentation der infrage kommenden LW-Betriebe aus den Überschneidungsflächen der betroffenen Flugkreise ist zunächst nur eine Verwaltungssache, erfordert weder besondere Gerätschaften, noch teure Analysen.

  • "Kommt auf's Wetter an. Wenn's knackig kalt ist, fliegen die nicht, sondern fallen. "

    Da gebe ich Dir Recht. Davor waren ein paar kalte Tage da, wo die Bienen nicht fliegen konnten. Trotzdem: es sind auch Völker betroffen die noch kurz davor sehr stark waren und der Varroafall gemessen übers Jahr sehr klein war.

    Ich persönlich glaube nicht an die Theorie der Varroose, da auch das klinische Krankheitsbild bei mir komplett fehlt das mit den diagnostizierten Viren korreliert. So habe ich nicht eine einzige verkrüppelte Biene im Laufe des Jahres entdeckt. Ebenso keine Durchfallerkrankungen bzw. zitternde Bienen beobachtet. Meine Völker waren noch im Oktober putzmunter und stark. Im Zuge einer im Spätsommer durchgeführten Faulbrut "Vorsorgeuntersuchung" hat auch der Bienensachverständiger mir starke, gesunde und vitale Völker attestiert.

    Und in den letzten Jahren hatte ich immer wieder einzelne, relativ stark mit Milben befallene Völker, die fast alle immer den Winter überlebt haben.

    Man hat da schon bisschen Erfahrung im Laufe der Jahre gesammelt und kann denke ich als Imker erkennen, ob ein Vorfall völlig aus der Reihe fällt. Speziell wenn man die eigenen Bienen oft aufsucht und beobachtet. Im Sommer bin ich fast jeden Tag am Stand. Im Winter mindestens einmal pro Woche. Man entwickelt da schon ein Gewisses Gefühl für das Wohlbefinden der Damen und erkennt ziemlich schnell wo der Schuh drückt. Natürlich, lernen tut man immer was dazu.

  • Ich weiß jetzt nicht, ob es schon geschrieben stand.

    Wie sieht den das Futter in den Zellen aus, noch flüssig oder auskristallisiert?

    Viele Grüße aus der Westlausitz


    "Was tausend Wichte sagen, bekommt Gewicht" - Johann Nepomuk Nestroy

  • Hallo Donaldo,

    ich begebe mich jetzt in den Bereich des Ratens - aber vielleicht hilft es dir weiterzusuchen.

    Wie sah im Spätsommer bei dir das Pollenangebot aus? Eine Alternativerklärung könnte über mangelndes Pollenangebot, deswegen schlecht gefütterte und dementsprechend nicht ausreichend langlebige Winterbienen laufen. Ich weiss aber leider nicht, ob man z.B. die ausreichende Entwicklung des Fettkörpers deiner Bienen jetzt noch untersuchen kann.

    Um die These - es war nicht die Varroa - zu unterstützen, solltest du den "Soldatenfriedhof" nach Guido Eich, einmal legen. Wenn er nicht die typischen verkümmerten Bienen zeigt, wärest du diagnostisch schon einen Schritt weiter. Wobei Pollenstress wohl auch zu verkümmerten und insbesondere zu leichten Bienen (beim Schlupf) führen kann.


    Ich drücke die Daumen, dass du einen Erklärungsansatz findest. Wenn es nicht an der Varroa liegt, ist sonst die Gefahr groß, dass das Problem erneut auftritt.


    Gruß

    Ludger

  • Ich hatte vor einigen Jahren das Phänomen, dass mir einige Völker Mitte Juni zusammenbrachen. Von einer Woche zur anderen war der Bienenbestand in diesen Völker mehr als halbiert, Ursache eindeutig Varroa.

    Damit will ich ausdrücken, dass ein Zusammenbruch starker Völker durch Varroa sehr schnell (innerhalb von 1-2 Wochen) gehen kann.

    Gruß Ralph

  • Diese Erfahrungen durfte ich auch machen. Und als ich's gerafft hab, kam jede Hilfe immer ein klitze-kleines Bißchen zu spät. Und bei schlecht aufgezogenen Winterbienen braucht es ja keine Varroen mehr, die sterben durch Zeit.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • alles genannte richtig-abhängig vom Standort auch an Bienenfrevel z.B. mit Insektenspray denken! Passiert meist im Sommer, aber wenn abgeräumt wird ohne Bienenprobe, weil der Imker nur immer Varroa und eignes Versagen auf dem Schirm hat, kann man auch nichts mehr ins Labor schicken! Die Untersuchungen auf Vergiftungen sollten kostenlos sein.


    Gruß Fred

  • ...die Varroa Behandlung 2017 nach dem Stand der Technik durchgeführt habe, muss ich feststellen, dass es auch äußere Widrigkeiten gibt auf die wir Imker kaum Einfluss haben.

    Also Ameisensäure im August bei ungünstigem Wetter?


    Typisches Zeichen eine Varroose ist der leerer Stock, wo man sich wundert, wo die Bienen geblieben sind. Liegt das Volk innerhalb kurzer Zeit komplett tod auf dem Beutenboden scheidet diese Ursache schon mal für mich aus.

    Im späten Herbst bei kühlem Wetter bleibt da auch ein großer Haufen Bienen auf dem Gitterboden liegen.


    Das gleiche durfte ich 2016/17 erleben. An verschiedenen Ständen, also auch Spraydosen kommen da nicht in Frage. Auch im Sommer fast keine Milben gesehen. Behandlung erst ab Ende August (das war der Fehler!) und auch nur in einem Volk gab es ein paar wenige Bienen mit Krüppelflügeln (das war auch als erstes hin...).


    Dieses Jahr bis jetzt keine Verluste, Null, weil 2017 schon ab mitte Juli, gleich nach der Linde behandelt wurde.


    Vergiß die ganzen Verschwörungstheorien, Gift im Futter... :confused: das war`s mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht!