4 Jahre hintereinander Völker verloren. Ist das die Realität ?

  • Ich schließe daraus messerscharf, dass in diesem Forum die Crème de la Crème der deutschen Imkerschaft zu finden ist. Oder?

    Du interpretierst da etwas falsch.. Das es im Durchschnitt "pro Imker 15-20% Verlust" gab, ist eben nicht gleich bedeutend mit "Der durchschnittliche Imker hat 15-20% Verlust". Würde man die Statistik weiter aufschlüsseln, gebe es vermutlich ein ganz ähnliches Bild, wie in der Schweiz. Hier sind ca. 75% der Imker zwischen 0-10% Verlusten. Dass man dann am Ende doch irgendwie bei gesamthaften 20%, 25% oder 30% (je nach dem, was als Verlust betrachtet) ist, wird vorwiegend durch einen kleinen Teil der Imkerschaft verursacht.

  • Die von Bienenlude zugrunde gelegten Zahlen finde ich in seinem Link nicht wieder, weder den Winter 2016/17 oder die 11.500 Imker, noch die Verlustmeldungen 15 - 20%. Hier jedoch wurden auf S. 3 - 5 ähnliche Zahlen genannt.

    http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/95889FBDD5104D05C125811700265978/$FILE/Infobrief_2017_08.pdf

    Im Vorjahr wurden in der Mayener Umfrage durchschnittlich nur 3,9% Verluste gemeldet! Dennoch lag die damalige Prognose für 2016/17 erstaunlich genau bei den dann ein Jahr später gemeldeten Verlustzahlen.

    Hier findet sich eine spezielle Information mit Erklärungsansatz für Bayern:

    https://www.bayern.landtag.de/…20Anfragen/17_0011768.pdf

  • Habe gerade in den Unterlagen wegen Verlusten nachgeschaut. 1978 mußte ich meinen Stand wegen der Milbe abschwefeln. Nach meinem heutigen Erkenntnisstand waren damals Bienenläuse gefunden worden. Ich war im 4. Jahr Jungimker und der Verein hat bestimmt was gemacht wird. Der 2. Totalverlust war 2006 da hatte der Bauer die Wiese vor meinem Bienenstand totgespritzt um sie dann neu einzusäen. Das habe ich aber zu spät bemerkt, es blieb eine Handvoll Bienen übrig. Ich würde sagen das 1 Volk Verlust normal ist, warum auch immer. In den letzten Jahren habe ich festgestellt, das wenn Verluste auftreten, sie schon im Spätherbst zu merken sind, da kann man eingreifen (vereinigen). Winterverluste sind für mich Völker die eingefüttert und entsprechend stark im November waren und sich dann auflösen.

    2016 0% Verluste, 2017 30% Verluste, 2018 ein Volk Verlust wahrscheinlich von 15 Völkern und dazu noch ein Schwaches Volk wären rund 10% Verlust.

    Deutschlandweit sehe ich einen Verlust an Bienenvölkern von 25-30% als realistisch an, da die Ursachen sehr unterschiedlich sind (Faulbrut, PSM, Wachs, sehr späte Tracht, usw.) und wie Viele melden ihre Verluste erst gar nicht.

    Ohne die Imker die einen geringeren Völkerverlust haben, würde der durchschnittliche Verlust noch steigen. Ich würde das alles locker sehen.;)

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Noch mal zu ursprünglichen Frage. Ja das gibt es. Allerdings liegt es in dem Fall, den ich kenne ausschliesslich am Imker/Bienenhalter.

    Hier frage ich mich auch schon einige Zeit, warum er sich jedes Jahr neue Völker zulegt.

    Imkerpate betreut seit 5 Jahren.... Tacheles wäre angesagt, aber wer will das heute schon.

  • Oft sind es doch auch immer die gleichen Verdächtigen die im Frühling Völker suchen.

    Ich hatte da mal den Vorschlag gemacht diese sollten doch einfach im Herbst ihre Bienen verschenken- neue kaufen müssten sie ja im Frühling eh.

    Seitdem schau ich immer erst unter meinen Bus bevor ich von der Versammlung heim fahre....

    Pech kann jeder MAL haben, aber ständig einen großen Teil der Bienen verlieren und dann immer so weiter machen find ich schon schwierig!

  • ohne die Imker, die mehr als 10 Völker haben und geringe Verluste, würde die %-Rechnung noch schlechter aussehen. Ein Fehler kann immer passieren oder das man zur notwendigen Zeit, nicht die keine Zeit oder Material hat, um es optimal zu erledigen.
    - wenn ich dann nur 1 Volk hatte, Totalversager, 1 von 4 hört sich doch als Verlust besser an.

    10% Verlust über Winter und 10% geflohene Schwärme sehe ich für Hobby-Wochenendimker unproblematisch, das ist dann nur betriebswirtschaftliches Tuning der Einnahmen, weil weniger im Frühjahr verkauft werden kann.

    Gruß Fred

  • M.E. kommt es entscheidend darauf an, dies eben nicht nur betriebswirtschaftlich zu sehen. Eine solche Engführung halte ich für verheerend im vollen Sinne dieses Wortes.