4 Jahre hintereinander Völker verloren. Ist das die Realität ?

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    Also wer sich Bienen anschafft, der sollte sich bewußt sein, das man Bienen nicht nebenbei halten kann. Mit Bienen hat man einen ganzjährigen Nebenjob und man muss bereit sein, immer neues dazu zu lernen und die eigenen Fehler zu erkennen und nicht zu wiederholen. Sonst ist besser man hält keine Bienen.

    Bienenhaltung erfordert Demut und Leidensfähigkeit.

    "Fehlerfreie" Imker suchen sich beizeiten eine andere Beschäftigung, garantiert!!!

  • Weil Rinder so gehalten werden wie es den Bedürfnissen entspricht.Zumindestens annähernd.

    Müssten wir die Bienen auch so halten, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden.🤭

    Da warst Du aber noch nie in einem konventionellen Stall!? Schau mal in einen Boxenlaufstall mit Melkrobotter und überleg Dir ob Du das gut finden würdest (als Rind). Da ist nix mit grüne Wiese und so, zu fressen gibt`s auch nur Sauerkraut und Soja aus Amerika...

  • Wenn man darüber nachdenkt und sich manche Situation vor Augen hält sind 25% nicht gleich ein super Gau oder wie so mancher schreibt blankes Entsetzen. Nehmen wir an wir Wintern 20 Völker ein und 15 aus, da von den 5 welche gestorben sind welche vom Futter abreißen, oder die Maus reinkommt, Drohnenbrütig, Königin gestorben (warum auch immer), vielleicht auch eins an Varroa. Und es gibt bestimmt auch andere Ursachen an denen nicht immer gleich der Imker schuld ist, z.B. Wettereinflüsse, Wildtiere (Dachs, Waschbären, Marder, Maus....), oder auch Mitmenschen, Jugendliche.......

    Ich will damit nur sagen wenn ich als Hobbyimker von 20 eingewinterten Völkern 15 im Frühjahr noch ordentlich durch das Bienenjahr führen kann ist das nicht gleich zum aufschreien oder gar ein GAU. Ich tu mir manchmal schwer eine alte Königin welche mich schon 2 Jahre super begleitet hat abzudrücken. Was manchmal dann sicher auch zum Verlust oder dann im Frühjahr zu einem schwachen Volk führenkann, ist dann leider so.

    Als ich mit der Imkerei anfing habe ich in einem Winter auch alles verloren, 10 Völker tot.

    Ich gebe das zu , war mein Fehler falsches Varroa Konzept. Es gibt mit Sicherheit genügend erfahrene Imker wo jedes Jahr mit Ausfällen kämpfen müssen welche höher sind als erwünscht. Und Biene und Kuh miteinander zu vergleichen?

    Kühe werden relativ selten totgespritzt im Vergleich zu Bienen , auch sind Krankheiten bei Kühen mit Sicherheit noch einfacher zu behandeln wie bei der Bien.


    Und zum Schluß noch der Spruch von meinem Chef : Es ist nie alles kaputt, wenn dir die Kuh stirbt hast du immer noch die Kette.😉

  • ... 25%

    ... es gibt bestimmt auch andere Ursachen an denen nicht immer gleich der Imker schuld ist, z.B.

    Sicher gibt es die. Aus dem Startbeitrag geht nur nicht hervor, wie hoch nun die Verlustquote tatsächlich gewesen ist. Nach dem zweiten Verlustjahr sollte sich der Imker aber fragen, was zweimal hintereinander falsch gelaufen ist. Im dritten Jahr sollte er dann wenigstens ansatzweise konkreter ausschließen können, woran es nicht lag. Und wichtig ist, zu notieren, was man gemacht hat!


    Ohne die Person zu kennen, aber vllt. leidet sie nicht unter den Verlusten, wie ribes schrob. Ich leide schon, wenn ein Schwarm ausbricht, den ich nicht aus dem Baum pflücken kann, obwohl ich ein neues Volk erhalte und vorher der Ansicht war, die richtigen Maßnahmen ergriffen gehabt zu haben.


    Und auch der Standort muss hinterfragt und sollte ggf. geändert werden, sofern der Imker das kann und will. Mein Arbeitskollege hat ein ähnliches Problem und zweifelt mittlerweile an seinen Fähigkeiten, dabei liegt es bei ihm auf der Hand, woran es liegt: Am Standort und zu hoher Völkerdichte am Standort.


    Gruß Andreas

  • Ich habe 2014 hier im Forum mal eine Umfrage zu "Winterverlusten" durchgeführt. Eine der Auswertungen, die ich gemacht habe, stellte auch den Zusammenhang zwischen Imkereigröße und prozentualem Winterverlust dar:

    Nun ist diese einzelne Umfrage sicherlich nicht repräsentativ. Aber dort zeichnet sich schon das Bild ab, dass die größeren Imkereien, Verlustquoten deutlich unter 25%, und auch deutlich unterhalb des Durchschnittswertes aller Imkereien zeigen.

    Imkereien zwischen 20-50 Völkern liegen eher im Gesamtdurchschnitt. Ich vermute, dass man hier einerseits den Effekt der recht versierten Imkerei und anderseits den Spagat zwischen Imkerei und Hauptberuf und das damit verbundenen hohen Arbeitsaufkommen am Ende der Bienensaison sieht.

    Kleine Imkereien streuen ungemein, von 0-1 Verlust, bis zu 80% ja 100%.


    Gruß

    Ludger

  • Sicher muß man im konkreten Fall die Todesursachen differenziert betrachten. Entscheidend ist m.E. jedoch die Grundhaltung, die der Tierhalter gegenüber dem ihm Anvertrauten einnimmt. Da haben es Insekten scheinbar bei Manchem schwerer, dessen Herz zu erreichen (die könn´ auch nicht so emotional kucken wie eine Kuh mit ihren großen, lang bewimperten, braunen Augen).

    Ich habe als Kind eine Zeit miterlebt, in der jeder Kuh ein Vorname gegeben war und Szenen, als das Großvieh aus den Privatställen getrieben und zur LPG geschafft wurde. Und einer der Bauern hing in seiner Scheune, deswegen...

  • Ich habe als Kind eine Zeit miterlebt, in der jeder Kuh ein Vorname gegeben war und Szenen, als das Großvieh aus den Privatställen getrieben und zur LPG geschafft wurde

    Diese Zeit und diese Szenen sind auch mir noch gut in Erinnerung sowie die sich daran anschließende individuelle (Klein-) Wirtschaft. Damals habe ich begeistert Karnickel gehalten und geschlachtet. Was wir da taten war machbar, zielgerichtet und notwendig und es machte rundum Spaß und Freude.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

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  • Nach einer Umfrage des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen, bei der rund 11.500 Imkerinnen und Imker mitgemacht haben - das entspricht etwa einem Zehntel der deutschen Imker - liegt die Verlustrate von Bienenvölkern im Winter 2016/17 je nach Region zwischen 15 und 20 Prozent über der normalen Sterblichkeitsrate von zehn Prozent.


    • Es gibt in Deutschland etwa 115.000 Imker.
    • Ein Prozent davon tummelt sich hier im Imkerforum.
    • Davon erklären fast alle dass ihre Völkerverluste weit unter 25% liegen.

    Ich schließe daraus messerscharf, dass in diesem Forum die Crème de la Crème der deutschen Imkerschaft zu finden ist. Oder?

  • Redet's Euch doch schön, Ihr seid dann halt die besseren Menschen. Bei regelmäßig <10% Ausfall müßte ich halt wieder Schrankwände bauen. Das motiviert halt.


    :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife