Völker verkaufen ohne Gesundheitszeugnis

  • nein, kein Zittern, sondern Wut über Ignoranz und mangelnde Sorgfalt von einzelnen Imkern , denn die Auswirkungen und Schäden haben am Geschäft Unbeteiligte im späteren Sperrgebiet zu tragen.

    Wer Tiere verkauft, hat auch den Nachweis zu führen, das sein Bestand gesund ist- da gibt es nichts zu diskutieren.

    Beim Kunstschwarm haben Bienen und Weisel bekannte Herkünfte, beim Schwarm dagegen nicht.

  • Kleines Update:

    Die Amtstieärztin war letzte Woche da und ziemlich begeistert, wie voll und doch friedlich die Völker waren. Wir hatten allerdings oft das Problem, das auf den randvollen Brutwaben kaum Futterkränze zu finden waren... ^^, da hat sie dann eben weiter unten ein paar Drohnzellen zermatscht und mit in die Probe getan.


    Freitag Abend haben wir schon mal 4 Völker für den Verkauf in ihre neuen Beuten umgesetzt. Bei einem mußte ich ewig die Königin suchen, so das wir beim letzten schon eine Stehlampe dazustellen mußten:



    Da das neue Beutenmaß anders ist haben wir jeweils 2-3 Waben randvoll mit Brut an die größeren Oberträger geschraubt und mit der Königin umgehängt. Dann wurden sämtliche Bienen des Volks dazu abgestoßen. Bei der Menge wird die neue Kiste beim Käufer sicher auch bald den ersten Honigraum bekommen müssen...:)

    Gestaunt habe ich darüber, wie friedlich sich die Bienen sogar im dunkeln verhalten haben. Einen Stich in die Finger (eingeklemmt) gab es dann aber doch noch beim anschrauben der neuen Trägerleiste mit dem Akkuschrauber ... (DNM an Zadant - das funktioniert erstaunlich gut!)


    Meine Bienenleeren Kästen mit Restwaben wurden mit Mittelwänden aufgefüllt und jeweils einem anderen Volk als 1. Brutraum über ASG aufgesetzt. Zwei Tage später konnte ich mit den besten 9 Restbrutwaben, die inzwischen wieder Bienenbesetzt waren einen super Sammelbrutableger bilden, ohne dafür Völker zu schwächen, im Gegenteil, 4 Völker haben zwar ein paar Bienen abgeben müssen, dafür aber ausgebaute Rähmchen, Honigvorräte und etwas schlüpfende Restbrut erhalten, die können direkt durchmarschieren und den 2. Honigraum (meinen:)) befüllen, denn der erste bleibt ja für sie drauf.


  • nach gut 2 Wochen ist das Zeugnis nun angekommen. :)

    Rechnung lag auch bei... 98,18 € ||

    1. Zwei Wochen ist i.O. Das Labor benötigt allein für die Anzucht von Sporen der AFB (Aufkochen der Probe, Herstellen des Nährbodens aus frischen Bienenlarven bzw. frischem Blut; Auskeim- und Wachstumsphase evtl. Sporen, bei Unklarheit (z.B. Überwuchern durch andere in der Probe enthaltenen Lebewesen) ggf. nochmaliger Probenansatz, Auswertung) mindestens 7 - 10 Tage.


    2. Die Rechnung ist höher als in Amtsbezirken, in denen im Zuge des AFB-Monitoring die Daten des Gesundheitszeugnisses vom Amt "angekauft" werden mit einer entsprechenden Kostenstützung. Die Rechnungshöhe finde ich trotzdem aufwandsgerecht - wieviel zahlt man bspw. für einen simplen Handwerker- oder gar Schlüsseldiensteinsatz, für den weitaus niedrigere Fachqualifikation, technische Ausstattung und Arbeitsteilung erforderlich sind?

    Und: Auf wieviel Völker-, Kunstschwarm- und Kö.verkäufe ist das Zeugnis während seiner Gültigkeitsdauer anwendbar -> anteilig umlegbar?

    Vielleicht hilft ein Vergleich weiter: Wer ein gebrauchtes Kfz erwirbt, muß sich auch selbst um sein neues amtliches Kennzeichen bemühen - außer, der Verkäufer übernimmt das für ihn. Den Mehraufwand läßt sich der Verkäufer - ob offen oder verdeckt - auch bezahlen.

  • 1. hast du recht, schneller geht sowas auf keinen Fall, eher dauert es noch länger.

    2. hast du auch recht, die Arbeitszeit und die Laboruntersuchung verursacht wahrscheinlich sogar mehr Kosten als uns Imkern in Rechnung gestellt wird.


    Darum frage ich mich eben auch, ist es wirklich nötig in einem Faulbrut-freien Gebiet solch einen Aufwand zu betreiben? Das scheint ja bundesweit durchaus sehr verschieden gehandhabt zu werden. Da reicht oft schon die Tatsache, das der Kreis seuchenfrei ist, für das "kleine" Gesundheitszeugnis aus.


    Aber gut, in Berlin ist halt auch die Imkerdichte recht hoch, also schärfere Kontrolle wohl auch sinnvoll, trotzdem, mir tat es doch irgendwie leid, die wertvolle Zeit der Amtstierärztin mit der Beschauung und Beprobung von Völkern zu verschwenden, die vor Gesundheit ganz offensichtlich geradezu nur so strotzen, währen sie mit der afrikanischen Schweinepest eigentlich gerade ganz andere Sorgen hatte. Die sind da gerade voll im Streß mit dem Thema und dann kommt so ein Hobby Imker mit ein paar Völkern... :/

  • Dann Verkauf doch einfach ohne...haben die in meiner Region auch gemacht...war ja seuchenfrei. Jetzt habe ich drei Sperrbezirke vor der Türe die stetig ausgeweitet werden. Worf mal einen Blick nach Dresden. Da kommen die Veterinärs und BSVs in Stress.

    Seh es doch als dein Beitrag zum Monitoring an.

    Was die strotzenden Völker betrifft. Die Unterschiede zwischen ERIK I und II sind dir bekannt?


    Du kannst auch im April den Völkern 10l Sirup begeben...der Honig wird eh nicht kontrolliert. Sprüh doch einfach OX mal nach der Frühtrachtschleuderung, senkt die Milbenlast und bis zur nächsten Ernte ist das weg.


    Es gibt Sachen, die gehören zur GIP und andere nicht.


    Kopfschüttelnde Grüße

  • Chris des ist echt unnötig und nicht besonders intelligent getrollt.


    Kruppi einfach bei der Senatsverwaltung die Nummer raus suchen und sagen hey, ich brauch nen Gesundheitszeugnis und dann nen Termin ausmachen oder wie läuft des ab?

  • Aber gut, in Berlin ist halt auch die Imkerdichte recht hoch, also schärfere Kontrolle wohl auch sinnvoll

    Hab`s ja eingesehen, aber über den Stress zur Zeit, mit der afrikanischen Schweinepest hat sich die Amtstieärztin tatsächlich bei mir beklagt, da bekommt man schon das Gefühl, sie von wichtigerer Arbeit abgehalten zu haben.


    Eigentlich wollte ich nur noch die Rückmeldung geben, das ihr mich überzeugt habt, das Zeugnis jetzt angekommen ist, und den Interessierten mitteilen, womit man preislich rechnen darf.

  • Darum frage ich mich eben auch, ist es wirklich nötig in einem Faulbrut-freien Gebiet solch einen Aufwand zu betreiben?

    Ja find ich schon! Ein Gebiet ist schließlich nur solange als „faulbrutfrei“ zu deklarieren, bis mal das Gegenteil durch solche aufwendigen Probenahmen bewiesen ist. Nur weil wir uns eben nicht in einem AFB-Sperrbezirk befinden, heißt das nicht, dass keine Sporen im Umkreis sind. Sie sind ledliglich nur „nicht bekannt“.


    Dr. Schierling hat in einem Vortrag extra nochmal drauf hingewiesen, dass es letzteren Endes im Interesse aller Imker und der Bienen ist, Faulbrutsporen schon vor dem klinischen Ausbruch und dem noch viel größeren Aufwand eines Sperrbezirks festzustellen. Und diese Sporen lassen sich ganze 2 Jahre vorher finden. So können bei einer frühzeitigen Feststellung weniger aggrssive Maßnahmen ergriffen werden, um das Problem zu beheben. Z.B Mittels Kunstschwarmbildung. Hr. Schierling empfiehlt das Monitoring (in Bayern 1x jährlich kostenfrei) mind. alle 2 Jahre in Anspruch zu nehmen.