Völker verkaufen ohne Gesundheitszeugnis

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    Nachdem ich voriges Jahr das erste mal Völker zukaufen mußte (aus Berlin, ohne Gesundheitszeugnis), bahnt sich dieses Jahr ein kleiner Überschuß an. Ich bin mir nur noch nicht sicher, wie ich die dann anbieten soll, ob schon ab März als Wirtschaftsvolk mit Rähmchen oder lieber als Kunstschwarm im April, weil ich auch kein Gesundheitszeugnis dazu anbieten kann?

    Gibt es da eigentlich irgendeine rechtliche Vorschrift?

    Zumindest der Kunstschwarm braucht dieses Zeugnis ja sicher nicht?


    Es ist in Berlin nicht besonders einfach und auch nicht ganz billig dieses Zeugnis zu bekommen und auch in jedem Stadtbezirk etwas anders. Den Aufwand macht sich hier darum auch fast niemand, zumal das Wandern mit den Bienen in der Stadt zum Glück nicht nötig ist.


    Faulbrut haben wir im Moment zum Glück auch nicht in der Nähe:

    http://apisnetz.de/fbk.php?id=…cbeac6da3e46087de27b2d721

  • Natürlich kaufen viele Menschen Völker auch ohne Zeugnis (weil sie den Imker kennen oder sonst warum). Rechtlich greift die Pflicht für Völker, die woanders hin gebracht werden, und dann ein Zeugnis haben müssen. Denn am neuen Ort muss das (theoretisch) vorgelegt werden. In vielen Amtsgebieten ist es aber üblich, dass ein Zeugnis beim Verbringen innerhalb des Bezirkes nicht erwartet wird.


    Naturschwärme brauchen naturgemäß kein Zeugnis...

    Auslegungen in Bezug auf Kunstschwärme, die ja aus bestehenden Völkern gewonnen werden, erwarte ich jetzt mal hier!

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Grundsätzlich gilt wie immer folgendes:
    Der Verbringer (in dem Fall der Käufer) muss sich über die Regularien in dem Land/Bundesland/Staat erkundigen und diese beim Import von Waren eben auch beachten.
    Bei dem Verbringen von Bienenvölkern kommt es ebenfalls auf das Land oder Bundesland an, in welches die Völker verbracht werden sollen. Auch die Strafen sind abhängig vom Land / Bundesland.


    Möglich ist ebenfalls ein Verfahren bei Nichtbeachtung für den Verkäufer, z.B. dann wenn dieser sich nicht über den Gesundheitszustand der Bienen im Klaren war und diese trotz Krankheitserscheinungen verkauft hat (Vorsatz).

    Aber man kann die meisten dieser Risiken ganz einfach umgehen, indem man eine Futterkranzprobe in ein Labor einschickt und das Testergebnis beim Verkauf der Völker als Kopie mitgibt. Das erfüllt sicherlich nicht die Regularien aller Länder, gibt aber Auskunft über den Gesundheitszustand und auch über den guten Willen des Verkäufers. Vorsatz ist somit kein Thema mehr und es ist jetzt höchstens ein Verfahrensfehler beim Import.
    Der Preis für eine Futterkranzprobe hält sich in Grenzen (20 - 30 Euro) und ist auch von Berlin aus möglich. Allerdings ersetzt das Testergebnis natürlich nicht das tierärztliche Gutachten.

  • Bei mir hat sogar einmal die zuständige Stelle im Landratsamt keins ausstellen wollen als ich Völker an einen Kollegen verkauft habe, der im selben Kreis wohnt, weil sie ja für verstellen im Kreis auch keins haben wollen...:rolleyes:

    Nachdem die letzten Tage alle Völker geflogen sind, werde ich voraussichtlich auch dieses Jahr wieder in den Genuss des Verkaufs kommen. Mal sehen, ob ich dann eins bekomme, wenn ich ein Volk außerhalb des Landkreises verkaufen will.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Der Verbringer (in dem Fall der Käufer) muss sich über die Regularien in dem Land/Bundesland/Staat erkundigen und diese beim Import von Waren eben auch beachten.

    Die Bienenseuchenverordnung ist Bundesrecht. Hier gibt es keine Unterschiede je nach Bundesland.


    Das erfüllt sicherlich nicht die Regularien aller Länder, gibt aber Auskunft über den Gesundheitszustand und auch über den guten Willen des Verkäufers.

    Ein solches nicht amtliches Gesundheitszeugnis ist Quark, weil die Biernenseuchenverordnung ausdrücklich ein amtliches Zeugnis verlangt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • wer würde Kunstschwärme direkt aus einem Gebietmit gerade erolgter Faulbrutsanierung oder KBK kaufen, wenn ihm das bekannt wäre? Aus einem bestehenden Sperrgebiet darf ich keinerlei Bienen- egal ob mit oder ohne Waben oder Beute entfernen!


    Wenn die Quelle durch Kauf bekannt ist, verlangen die Veterinäre ein Gesundheitszeugnis vor der Verbringung in ihren Bereich.

    Ob dieses Zeugnis vom Standort des Importeurs einen Cent wert ist, denn die Exportgenehmigung vom Verkäufer aus Frankreich oder Italien wird der Käufer wegen Geschäftsgeheimnis nicht bekommen. Faulbrut (und auch Kleiner Beutenkäfer) fährt gerne Auto (Guido Eich)

    Wer regelmäßig Königinnen oder Kunstschwärme verkauft, wird schon aus Selbstschutz AFB-Futterkranzprobe +Gesundheitszeugnis nachweisen. Für die Beschickung von Belegstellen wird es auch gebraucht.

    Es macht sich nicht gut, ohne Gesundheitszeugnis zu verkaufen, wenn beim Käufer kurz darauf positive Futterkranzproben oder Faulbrut festgestellt werden. Berlin ist zwar momentan sperrgebietsfrei, aber jedes Jahr immer wieder neu. In MV sind momentan 3? Sperrgebiete in ca 30-50km Entfernung von unseren Ständen- da sind wir wieder im kostenlosen Monitoring.


    Gruß Fred

  • Hallo Zusammen,

    für mich gilt hier "Die gute imkerliche Praxis".

    Bienenvölker abgeben/verkaufen ohne Gesundheitszeugnis geht gar nicht, Dies glit für mich auch für eigene Kunstschwärem aber auch für eigene Schwärme ohne Kunst.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Der Verbringer (in dem Fall der Käufer) muss sich über die Regularien in dem Land/Bundesland/Staat erkundigen und diese beim Import von Waren eben auch beachten.

    Die Bienenseuchenverordnung ist Bundesrecht. Hier gibt es keine Unterschiede je nach Bundesland.

    Wenn man mit wirklicher Absicht auf das Verstehen des Textes an das Lesen heran geht, sieht man das dort die Eingrenzung nicht auf Bundesland liegt. Sondern darauf, das der Verbringer von Waren das geltende Recht einhalten muss und das Unabhängig davon, wer der Herausgeber der Gesetze ist. Aber ich korrigiere den Text, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.

    Ebenfalls weise ich darauf hin, dass eben diese Vorgehensweise nicht ganz korrekt ist. Und definitiv ist eine Futterkranzuntersuchung niemals "Quark". Für meinen Bezirk ist diese sogar Ausreichend für die Austellung einer Amtlichen Bescheinigung. Nur in einzelnen Fällen kommt der Arzt nochmal gucken.


    Daher Wolfgang, muss ich unterstellen, dass du keine konstruktive Kritik einbringen wolltest.


    Es ist leider nicht für jeden sinnvoll eine komplette Wanderkarte zu beantragen...

  • Korrektur meines Textes von weiter Oben:

    Grundsätzlich gilt wie immer folgendes:

    Der Verbringer (in dem Fall der Käufer) muss sich über die Regularien in dem Land erkundigen und diese beim Import von Waren eben auch beachten.

    Bei dem Verbringen von Bienenvölkern kommt es ebenfalls auf das Land an, in welches die Völker verbracht werden sollen. Auch die Strafen sind abhängig vom Land.



    Möglich ist ebenfalls ein Verfahren bei Nichtbeachtung für den Verkäufer, z.B. dann wenn dieser sich nicht über den Gesundheitszustand der Bienen im Klaren war und diese trotz Krankheitserscheinungen verkauft hat (Vorsatz).

    Aber man kann die MEISTEN dieser Risiken ganz einfach umgehen, indem man eine Futterkranzprobe in ein Labor einschickt und das Testergebnis beim Verkauf der Völker als Kopie mitgibt. Das erfüllt sicherlich NICHT die Regularien aller Länder, gibt aber Auskunft über den Gesundheitszustand und auch über den guten Willen des Verkäufers. Vorsatz ist somit kein Thema mehr und es ist jetzt höchstens ein Verfahrensfehler beim Import.

    Der Preis für eine Futterkranzprobe hält sich in Grenzen (20 - 30 Euro) und ist auch von Berlin aus möglich. Allerdings ersetzt das Testergebnis natürlich NICHT das tierärztliche Gutachten.

  • Eine gängige Abkürzung ohne das Hin und Her dieses Fadens: einfach mal den Gesetzestext von § 5 I BienSeuchVO lesen:

    "§ 5

    (1) Der Besitzer oder die mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege der Bienenvölker betrauten Personen haben für Bienenvölker, die an einen anderen Ort verbracht werden, unverzüglich nach dem Eintreffen der für den neuen Standort zuständigen Behörde oder einer von ihr beauftragten Stelle eine Bescheinigung des für den Herkunftsort zuständigen beamteten Tierarztes vorzulegen. Aus der Bescheinigung muss hervorgehen, dass die Bienen als frei von Amerikanischer Faulbrut befunden worden sind und der Herkunftsort der Bienen nicht in einem Faulbrut-Sperrbezirk liegt. Die Bescheinigung darf nicht vor dem 1. September des vorhergehenden Kalenderjahres ausgestellt und nicht älter als neun Monate sein."


    Die Bescheinigung enthält also das Ergebnis von 2 Sachprüfungen: a) Befundergebnis der reisenden Völker und b) Lage ihres Herkunftsortes außerhalb eines AFB-Sperrbezirks. Wie das Herkunfts-VetA den Befund erhebt, ob es eine Futterkranzprobe als ausreichend ansieht oder doch noch eine zusätzliche Befundung vor Ort erhebt, liegt in dessen Ermessen.


    Schon das Nicht-Vorlegen des Gesundheitszeugnisses beim Ankunfts-VetA ist als Ordnungswidrigkeit definiert: § 26 Zf. 5.

  • Die Durchführungsbestimmungen können naturgemäß nichts an den Eckpunkten der BienSeuchVO ändern, sondern sie nur weiter konkretisieren. Sie ändern nichts an dem seuchenrechtlichen Grundsatz: Keine Bewegung von Bienenvölkern ohne Prüfung der beiden sachlichen Voraussetzungen: negative AFB-Diagnose des Herkunftsstandes + Sperrbezirksfreiheit, die dann im erforderlichen Gesundheitszeugnis bescheinigt werden.

    An diese so geregelte "gute imkerliche Praxis" (Danke, Eisvogel!) sollten sich die Imker aus verschiedensten Gründen - nicht zuletzt im Interesse ihrer Völker und der Wanderfreiheit - auch halten. Vorausschauende Planung/Antragstellung dürfte rechtzeitige Gesundheitszeugnisse erwirken. Ob das in Berlin anders ist, kann ich nicht beurteilen.

  • Hallo,

    ein Volk besteht aus Bienen, Waben und Kiste. Ein Gesundheitszeugnis braucht man daher weder für einen Natur- noch für einen Kunstschwarm.

    L G

    Doro

    Mit dieser Argumentation wirst du im Ernstfall nicht durchkommen. Eine schafherdbesteht auch nicht aus Schafen, Pferch und Hund. Ein Bienenvolk besteht aus Bienen und Königin. In manchen Ländern wiehert da schon der Amtsschimmel. Mit Futterkranzproben etc. In BW genügt der Besuch des BSV.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: