Ist der verkauf im DIB-Glas Verkaufsfördernd?

  • Hallo,

    hab schon lang nichts mehr geschrieben, aber jetzt ist es doch mal wieder Zeit.

    Die Diskussion "Neutralglas - DIB-Glas" ist eher müßig. Jeder hat seine Erfahrungen gemacht.

    Ich hab am Anfang auch im Neutralglas Honig abgefüllt - bin aber innerhalb eines halben Jahres auf das DIB-Glas umgestiegen.

    Die Gründe dafür:

    1. Glasrückläufer - alle möglichen Sorten (Neutralglas mit Plastik, Twist-Off, Industriehonig-

    glas ...) - hab ich auch zurückgenommen - um keine Kunden zu vergraulen (als Anfänger wichtig).

    Bei diesem Sammelsurium von Deckeln und Gläsern begann ich nachzudenken - ist das umweltfreundlich - abgesehen vom Generve beim Deckelzusammenklauben.

    2. Die Honigkunden (Haustürgeschäft) wissen von wem der Honig kommt. Honigprämierung

    - in Bayern - nur DIB-Glas - ist Werbung (ich konnte dadurch meinen Honigabsatz - verdoppeln)

    3. Etiketten vom DIB - auch wenn "angestaubt" ist besser als manch selbst schlecht gemachtes

    "Etikett" das diesen Namen nicht verdient, weil die Rechtsgrundlagen nicht beachtet wurden.

    Geht's mal mit offenen Augen auf die Märkte ( auch auf Flohmarkt, Jahrmarkt ...).

    Da wird viel mit "einfachen Aufklebern - nur Preis + Honigsorte" verkauft.

    4. In Bayern können DIB-Etiketten übers Internet bestellt werden (Online-Mitgliederverwaltung - Teilnahme am Honigkurs muss natürlich hinterlegt sein). Funktioniert.

    5. Nach über 8 Jahren Bienenhaltung und Verkauf - Das DIB-Glas hat seine Berechtigung

    Glas lange haltbar, guter Gläserrücklauf und Stammkunden lassen das Etikett einfach drauf

    (Glas ausgeschwenkt) oder es ist picobello sauber. Das alles ohne Pfand.


    So jetzt könnt's wieder weiter diskutieren.

    VG Ruth

  • Hallo,


    meiner Meinung nach hat das DIB-Glas schon einen Wert, da es eine lange Tradition symbolisiert und für die Kunden einen hohen Wiedererkennungswert hat. Mit dem DIB-Glas verknüpft der Verbraucher eine gewisse Erwartung an Qualität. Andererseits ist das Design des DIB-Glases etwas aus der Zeit gefallen und erlaubt nicht genug Differenzierung in der Präsentation des Produkts. Heute möchten aber viele Imker ihr eigenes Glas auswählen und Etikett gestalten und hier im Imkerforum habe ich schon viele gelungene Beispiele gesehen.


    Ich kann nachvollziehen, dass der DIB das DIB-Glas nicht aufgeben will. Meine Empfehlung wäre es, zweigleisig zu fahren, also das DIB-Glas bestehen zu lassen und zusätzlich ein Siegel (oder Gewährverschluss) anzubieten, das in eigene Designs integriert werden kann (ähnlich wie ein Bio-Siegel). Dann könnte man ein Neutralglas verwenden und dem Kunden signalisieren, dass der Honig den Qualitätsvorgaben des DIB entspricht. Die Konsequenz wäre eine Abstimmung mit den Füßen zwischen DIB-Glas und eigenen Designs mit DIB-Siegel.


    Wir haben uns für ein eigenes Design entschieden, würden aber gerne kenntlich machen, dass wir mit dem DIB verbunden sind und unser Honig die DIB-Vorgaben erfüllt. (Wir sind Vereinsmitglieder und haben Grund- und Honigkurs gemacht.)


    Michael

  • Ist es den verboten, das individuelle Etikett mit dem Satz „Dieser Honig erfüllt die DIB Qualitätsrichtlinien.“ zu ergänzen?

    Hallo, ganz frech gesagt, ja. Ich klebe ja auch nicht an mein Auto einen aufkleber, dieses Auto entspricht den TÜV Richtlinien und fahre damit, ohne das der Tüv es gesehn und geprüft hat.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Meiner Meinung nach NEIN.

    Solange man keine geschützten Markenzeichen verwendet, kann man auf sein Etikett schreiben, was laut Auszeichnungsrichtlinie rauf muß und zusätzlich was nach Gutdünken raufpasst, solange damit die Auszeichnungsrichtlinie nicht ausgehebelt wird.


    Ob dies jetzt sinnvoll ist oder nicht, das ist eine andere Frage.


    Ich denke mir dabei, entweder zum DIB mit allem drum und dran committen oder nicht.


    Selbst eine Zweigleisigkeit verursacht dann wieder mehr Kosten.

    Das Argument von Beirut ist zu verinnerlichen, doch geht es im Moment um verkaufsfördernd.


    Persönlich meine ich nach meiner beschränkten Erfahrung im Kleinverbraucherumfeld bringt es keine Vorteile. Da ist es den Kunden augenscheinlich egal, da der Verkauf durch den Auftritt, die Nähe und die Symbolwirkung der Person gesteuert wird.


    Liebe Grüße Bernd

  • Ist es den verboten, das individuelle Etikett mit dem Satz „Dieser Honig erfüllt die DIB Qualitätsrichtlinien.“ zu ergänzen?

    Hallo, ganz frech gesagt, ja. Ich klebe ja auch nicht an mein Auto einen aufkleber, dieses Auto entspricht den TÜV Richtlinien und fahre damit, ohne das der Tüv es gesehn und geprüft hat.

    Bis bald

    Marcus

    Ok, dann doch ausführlicher.

    Es ist logisch, dass die Aufschrift nur erlaubt sein kann, wenn der Honig die DIB Qualitätsrichtlinien erfüllt.

    Also wenn er sie erfüllt, ist es dann erlaubt?

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Hallo, nein die Richtlinie ist nicht erfüllt, weil der DIB keine Möglichkeit der Kontrolle hat. So meine Meinung. Sonst schreibe ich auch überall BIO drauf, weil ich mich ja an die Regeln von Demeter halte......

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • meines Erachtens ist es aber wichtiger, daß sich der Imker, der das DIB Glas nutzt zu einer höheren Qualität verpflichtet als der Imker der im Neutralglas ohne Verbandsmitgliedschaft verkauft. Bei Wassergehalt, HMF und Diastase, Invertase sind die Anforderungen deutlich über der Honigverordnung, dem Mindeststandard für jeden Honig der in D in Verkehr gebracht wird. Wenn mein Honig diesen Kriterien nicht genügen würde könnte ich ihn immer noch im Neutralglas vermarkten, solange er wenigstens die Honigverordnung einhält. Das sage ich auch meinen Kunden. Ich hatte etwa alle 4-5 Jahre eine Kontrolle vom DIB.

    Im DIB-Glas habe ich schon entmischte Frühtracht, weißen "Heidehonig", "Eibenhonig", "Manukahonig", Honig mit blauen Papierschnipseln...usw. gesehen. Die Qualitätskriterien sind zwar strenger, aber eine Kontrolle gibt es doch fast garnicht. Alle 4-5 Jahre bittet der Vereinsvorsitzende einen mal das beste Glas aus dem Keller zu holen - DIB-Kontrolle.

    Wer lässt denn von jeder Charge HMF, Invertase und Diastase bestimmen, um dann zu entscheiden, ob der Honig ins DIB-Glas darf?

    Das Argument der höheren Qualität ist doch nur vorgeschoben. Mit einer guten imkerlichen Praxis erreiche ich die Anforderungen auch so, lediglich beim WG muss man aufpassen, aber das muss man sowieso...und geprüft wird ja eigentlich nicht.


    Ich vermarkte nur noch im TO-Glas und mit eigenem Etikett. Für die Qualität und auch die Fehler stehe ich genauso gerade, die Fehler der anderen belasten aber nicht meine "Marke".

    Erst letzte Woche kam ein Nachbar, der nur im DIB-Glas kauft, und bat mich um Rat. Seine 12 DIB-Gläser im Keller laufen über und der Imker will die nicht zurücknehmen wegen irgendwelchen Bakterien in den Gläsern.:rolleyes:


    Trotzdem ist natürlich der weit größte Teil der Honige im DIB-Glas vollkommen in Ordnung. Genauso wie die meisten Honige im Neutralglas, TO-Glas oder Blecheimer. Schwarze Schafe und Schmierfinken sind bei allen vertreten.


    Was die Vermarktung angeht, habe ich unterschiedliche Erfahrungen. Gerade ältere Kunden fragen nach dem DIB-Glas. Denen erkläre ich, dass ich andere Gläser nutze, zeige meine DIB-Silber-Urkunde und fertig - zur Not empfehle ich einen Kollegen um die Ecke.

    Bei dem Verkauf in einem Veranstaltungshaus bot ich zu Beginn beides an. TO mit entsprechendem regionalem Etikett und DIB-Glas. Auf ein DIB-Glas kamen etwa 7 verkaufte TO-Gläser.

    Mein Fazit: Das DIB-Glas ist bei einigen noch immer eine Art Qualitätsversprechen. Wer aber seinen Honig als regionales Produkt vermarktet, der kann unter Umständen mit einer anderen Aufmachung besser fahren. Wenn ich auf Märkten oder so verkaufen würde, dann würde ich wohl beides anbieten.

    So ein 220ml deep-TO-Glas macht schon rein optisch viel mehr her als DIB- und Neutralgläser.

  • Ist es den verboten, das individuelle Etikett mit dem Satz „Dieser Honig erfüllt die DIB Qualitätsrichtlinien.“ zu ergänzen?

    Hallo, ganz frech gesagt, ja. Ich klebe ja auch nicht an mein Auto einen aufkleber, dieses Auto entspricht den TÜV Richtlinien und fahre damit, ohne das der Tüv es gesehn und geprüft hat.

    Bis bald

    Marcus

    Es spricht doch nichts dagegen, dass der DIB den Honig genau so prüft, als wenn er in DIB-Gläsern wäre. Funktioniert ja auch bei anderen Labeln/Siegeln, die ja meist keine Verpackung vorschreiben.

  • Ist es den verboten, das individuelle Etikett mit dem Satz „Dieser Honig erfüllt die DIB Qualitätsrichtlinien.“ zu ergänzen?

    Hallo, ganz frech gesagt, ja. Ich klebe ja auch nicht an mein Auto einen aufkleber, dieses Auto entspricht den TÜV Richtlinien und fahre damit, ohne das der Tüv es gesehn und geprüft hat.

    Bis bald

    Marcus

    Es spricht doch nichts dagegen, dass der DIB den Honig genau so prüft, als wenn er in DIB-Gläsern wäre. Funktioniert ja auch bei anderen Labeln/Siegeln, die ja meist keine Verpackung vorschreiben.

    Braucht er doch nicht. Das habe ich schon schwarz auf weiß. —>> Honiganalyse

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Ist es den verboten, das individuelle Etikett mit dem Satz „Dieser Honig erfüllt die DIB Qualitätsrichtlinien.“ zu ergänzen?

    Mach an deinen Skoda den Hinweis: Erfüllt die Qualitätsrichtlinien von Daimler. Die Abmahnung von Daimler wäre dir sicher.

    Aber du solltest dir mal das Deutsche Lebensmittelbuch mit der Neufassung der Leitsätze für Honig zu Gemüte führen.

    Ich vermarkte meinen Honig im DIB-Glas. Wenn mich Kunden bzgl. Honigqualität ansprechen erkläre ich diesen den Unterschied der geforderten Qualitätskriterien von Honig im Neutralglas und DIB-Glas. Und dann ist das meiste Geredet. Natürlich kauft die Hauskundschaft den Honig von Fritz weil man Fritz kennt und nicht weil er das XY-Glas verwendet.

    Wegen der Etiketten: Rücklaufgläser mit Papierresten werden in einem Eimer mit Wasser "eingeweicht". So gibt es auch keine Papierreste am Sieb in der Spülmaschine.

  • Regierungsvertreter werden gewählt und natürlich bezahlt (und wesentlich besser als der DIB zahlt, I guess...gerade erst wieder die Diäten erhöht!) und wenn ich in einen Verband gehe, tue ich das in der Regel freiwillig (ich wähle also den Verband) und auch da werden Mitarbeiter bezahlt...wenn auch sicherlich nicht gerade fürstlich; vieles passiert auf Ehrenamtsbasis.


    Daher passt der Vergleich durchaus.


    Sicherlich gibt es lautere, entschiedenere und bessere Stimmen gegen die Chemielobby...aber da der DIB eben genauso altbacken am Glas klammert wie der Bauernverband an seiner Chemie und antiquierten Vorstellungen (siehe auch https://www.nabu.de/wir-ueber-…ino-des-jahres/index.html) kommt er nicht so weit wie er es könnte mit so vielen Mitgliedern. Besser geht also immer....schlechter aber auch! Etwas besser finde ich besser als gar nix und daher braucht es DIB, DBIB, mellifera und Co!


    M.