Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

  • Hallo Apfeltasche,


    tut mir Leid, dass das Zurückhängen der Honigwaben bei dir zu Räuberei geführt hat. Man kann das zu einem gewissen Grad vermeiden, wenn man die Waben am Abend zurückgibt. Wenn man schwache Völker am Stand hat, ist es ggf. besser gleich auf das Ausputzen lassen der Waben zu verzichten.


    Deine ERB 1 und 2 scheinen ja im grünen Bereich. Bei 3 würde ich übers Auflösen nachdenken.

  • Hallo zusammen,


    Ich habe bei der Durchsicht Mitte Juli in einer Einraumbeute feststellen müssen dass das Volk keine legende Königin hat. Ich habe keine Brut gefunden.


    Also habe ich Mitte Juli eine Weiselprobe mit einer Wabe mit frischen Stiften gemacht. Am 24 Juli habe ich nachgesehen und es wurde keine Weiselzelle gezogen. Es schien also als ob eine Königin im Volk ist, die aber noch nicht legt.

    Nun habe ich letztes Wochenende wieder nachgesehen und es ist immer noch keine frische Brut in der Beute. Ich habe jetzt noch einmal eine Weiselprobe begonnen. Ich befürchte aber, das auch dieses mal keine neue Königin gezogen wird. Mal abgesehen davon, das eine neue Königin wohl kaum noch begattete würde.


    Was kann da los sein? Und wie löse ich das Problem? Ist da eine unbegattete Königin im Volk? Dann würde auch das zusetzen einer neuen Königin nicht helfen. Die würde ja nicht angenommen.


    Martin

  • Hallo Martin,


    Geduld... Wenn bei der Weiselprobe keine Weiselzellen gezogen werden, dann wird da schon eine Königin drin sein. Manchmal dauert es mit der Begattung und Beginn der Eilage etwas länger. Waren auf deiner Weiselprobe Mitte Juli nur Stifte, oder auch jüngste Brut? Und war dann bei der Kontrolle am 24.7. auf der Weiselprobe verdeckelte Brut?


    VG

    Ron

  • Mal eine kurze Zusammenfassung der letzten Monate:


    Honigernte: Die war wirklich gut, wobei die Frühjahrsernte überwog. Die 3 Wirtschaftsvölker lieferten in Summe 62 kg Honig. Für meinen Bedarf mehr als genug.


    Vermehrung: die Standvermehrung hat bei 2 Altvölkern gut funktioniert. Die Kö sind inzwischen auch schon von mir gezeichnet, damit ich sie im Frühjahr für den nächsten Kö-Ableger gut finde. Ein Volk hatte keine neue Kö gezogen und war drohnenbrütig geworden. Es war ohnehin immer etwas mickrig. Ich habe es deshalb abgekehrt, bevor die anderen Völker auf das Räubern verfallen sind.


    Von meinen 3 Königinnenablegern habe ich 2 abgegeben und nur einen behalten. Ich gehe also mit 3 Völkern (2 Wirtschaftsvölker mit neuer Kö und ein Kö-Ableger mit Kö vom letzten Jahr) in den Winter.


    Varroa: war echt eklig. Die beiden Wirtschaftsvölker habe ich Mitte Juli mit AS im Langzeitverdunster behandelt, wegen Urlaub einige Wochen früher als sonst. Vor der Behandlung hatten die Völker je 3V/Tag natürlichen Abfall. Nach der Behandlung fielen je 1000 tote Milben. Passte gut zusammen und ich wähnte mich auf der sicheren Seite.


    Eine Kontrolle Anfang September ergab dann bei beiden Völkern einen nat. Abfall von 25 V/Tag. Sofort habe ich nochmal 180 ml AS im Nassenheider verdunstet. Ich hatte Glück, das Wetter war sommerlich warm. Im Ergebnis sind in den Völkern je 3000 bis 4000 Milben gefallen. Das war höchste Eisenbahn. Jetzt geht es den Völkern gut. Sie sind stark und nehmen das Futter gut ab. Ich hoffe das sie keinen Knacks bekommen haben.


    Was lief falsch? Vermutlich war die erst AS-Behandlung zu früh und hat wegen des starken Brutgeschehens nur Teile der Milben getötet. Pia A. schrieb im letzten Bienenjournal, dass bei frühen Behandlungen 50 % der Milben davonkommen können. Das passt ganz gut. Auf 1000 tote Milben kamen also 1000 Überlebende. Die haben sich bis September wieder auf 4000 vermehrt. Das nächste Mal mache ich die ersten Behandlung wieder später (Mitte August), oder die 2. Behandlung dann eben früher. Auf jeden Fall ist die Varroa-Diagnose über die Windel super geeignet solche Extremfälle zu erkennen.


    Mein Kö-Ableger liegt sehr gut bei 1 V/Tag. Der bekommt im Winter eine MS-Sprühbehandlung.


    Einfüttern: dieses Jahr muss ich mehr einfüttern als gewohnt. Irgendeine späte Tracht fiel wohl aus. So musste ich jedem Volk noch 10 Liter Sirup füttern um auf das richtige Überwinterungsgewicht zu kommen.


    Die Völker sind jetzt auf 9 bis 12 Waben eingeengt. Noch einmal werde ich füttern und dann abschließend wiegen. Mitte Oktober kommt das Mäusegitter. Im November werde ich eine zweifache MS-Sprühbehandlung durchführen. Da wird sich schon mal zeigen was die Varroa angerichtet hat.

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  • Hallo Master Tom,

    danke für deine Zusammenfassung.

    Musste etwas schmunzeln, weil es bei mir ebenfalls sehr turbulent zuging. Das lag aber hauptsächlich an meiner Unerfahrenheit. Habe aber viel gelernt.

    Aus meinem Startvolk von 2019 wurde ein Ableger, ein Schwarm, ein Schwarm vom Schwarm (dieser wurde drohnenbrütig) und ein Schwarm vom Ableger (abgeflogen).

    Dank Kurzarbeit durch Corona konnte ich vieles wieder ausbügeln.

    Der ganze Kuddelmuddel lag an Fehlern von mir - Schwarmzellen übersehen, zu spät erweitert, Rähmchen an falscher Stelle, Räuberei, eine Zelle zu viel herausgebrochen usw.

    Habe ebenfalls nochmal sehr nachfüttern müssen, da im August und September schon wieder viel Futter verbraucht war. Habe mich schon gewundert.


    Hatte Anfang August im WV ebenfalls 25 V/Tag und mit 2 AS-Behandlungen 5600 Milben herausbekommen.

    Bin genauso unsicher, ob die Bienen das gut überstanden haben. Im Moment sieht es aber gut aus.

    Volk 2 (Schwarm) hatte mit 1 AS-Behandlung nur 1070 Milben und Volk 3 (Ableger) hatte 2400 Milben und liegt jetzt aber noch bei 3 bis 4 V/Tag.

    Ich habe vor die beiden letzten kein zweites Mal zu behandeln. Erst wieder, wie du, zweimal mit MS ab November.


    Thorsten - Das mit der MS hat im letzten Jahr auch bei mir super funktioniert (Ende Dezember <0,5 V/Tag).


    Was meint ihr, sollte ich bei 3-4 Milben am Tag jetzt doch nochmal mit AS quälen?

  • Man kann auch Oxalsäure sprühen, da hast Du völlig recht. Das soll sogar die etwas bessere Wirksamkeit haben. Ich nehme MS, weil die für den Anwender recht harmlos ist und auch noch gut wirkt. Geht beides.

    Hallo,


    nach vielen Berichten hier im Forum und einigen Auswertungen „soll“ die Oxalsäure gesprüht nicht nur besser sein, sondern ist es wohl auch. Möglichst brutfrei gilt ja für beide.


    Gesprüht ist die Oxalsäure nicht so gefährlich wie bei der Sublimation, Aufnahme und Hautkontakt sind natürlich zu vermeiden.