Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

  • Habe gestern aus meinem ERB-Volk einen Ableger gebildet und eine junge Reinzucht-Königin zugesetzt.


    Mich plagt noch immer der Wildbau im Ursprungsvolk. Überlege nun, zum Trachtende ca. 11. Juli eine totale Brutentnahme durchzuführen und dabei alle Brutwaben, insbesondere aber die alten völlig verbauten, in einer Brutscheune zu sammeln.


    Da ich noch nie eine so späte TBE durchgeführt habe, dazu eine kleine Frage:


    Überlege aus dem durch TBE gebildeten Brutableger noch ein eigenes Jungvolk zu bilden. Der Brutableger wird ja eine Nachschaffungszelle anlegen, die nachgeschaffene Jungkönigin müsste dann ja Anfang August in Eilage gehen. Fliegen so spät noch genügend Drohnen für eine Standbegattung? Oder bietet es sich an, für diesen Zweck bereits eine Königin bereitzuhalten?


    Habe eine beim Züchter reserviert, aber die käme schon Ende Juni, entsprechend einen Monat zu früh. Meine Bienenmasse reicht u.U. nicht, für einen Monat übergangsweise noch ein "Königinnen-Übergangshotel" anzulegen.


    Wie würdet Ihr vorgehen? Einfach Nachschaffungskönigin ziehen lassen oder zu Ende Juli eine fertige Jungkönigin zusetzen (der genaue Zeitpunkt des Einsetzens wäre da schwierig, da ja auf Brutfreiheit geprüft werden soll. Es wäre also nur ca. eine Woche Zeit, in der die Königin bereit stehen müsste...).

  • Wie würdet Ihr vorgehen? Einfach Nachschaffungskönigin ziehen lassen oder zu Ende Juli eine fertige Jungkönigin zusetzen (der genaue Zeitpunkt des Einsetzens wäre da schwierig, da ja auf Brutfreiheit geprüft werden soll. Es wäre also nur ca. eine Woche Zeit, in der die Königin bereit stehen müsste...).

    Ende Juli bzw. August wird die Nachschaffungskönigin schon noch befruchtet werden. Die Frage scheint mir aber, ob sie überhaupt danach noch zeitlich in der Lage wäre ein ordentliches Volk aufzubauen. Wir haben jetzt bald Sommersonnenwende, danach lässt die Dynamik bei den Bienen nach und die Tracht wird weniger.


    Wenn Du unbedingt noch vermehren willst oder musst, würde ich eine begattete Königin nehmen. Aber eigentlich würde ich es lieber ganz lassen.

  • Moin Apfeltasche,

    vielleicht ist das ein gangbarer Weg:

    bilde doch ende Juni deinen brutableger mit der Königin und wenn du die TBE machst hängst du die brutwaben dazu.

    Oder, du lässt die Brut auslaufen behandelst die und vereinigst danach das ganze (Ableger und Brutscheune). Das Volk hat dann in drei Wochen überwinterungsstärke.

    VG

    Martin

  • Danke für eure Anregungen!


    Habe jetzt zwei Jungköniginnen organisiert, die in den nächsten Tagen hoffentlich begattet werden. Der TBE-Brutableger bekommt dann zeitnah eine der beiden Königinnen direkt hinter einem Absperrgitter als Bannwabe.


    Kurze Frage noch zum Thema "Absperrgitter": Habe jetzt mal zum testen (eigentlich nur zur Vorbereitung der Bannwabe in der TBE) ein selbst gebasteltes vertikales Absperrgitter eingehängt, um die letzten drei Waben (Honigraum / kleiner Brutnest-Rest) vor einer Neubestiftung zu schützen (Vorbereitung Honigernte). Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Bienen das ASG überhaupt nicht verstehen bzw. nicht durch passen. Habe einen Holzrahmen genommen und dort ein handelsübliches Kunststoff-ASG zugeschnitten und eingefügt (vertikale Ausrichtung der Löcher). Habe es etwas beobachtet und die Bienen sind kein einziges Mal durch das ASG gekrabbelt (es sieht für mich auch sehr eng aus, aber gut, habe noch nie mit ASG gearbeitet.


    Kann es sein, dass Absperrgitter in der ERB nur mit Metallstäben vernünftig funktionieren? Und dass man ggf. noch die Ausrichtung ändern muss?


    Oder brauchen die Bienen etwas Eingewöhnungszeit? Soll kein Dauerzustand sein, sondern eigentlich nur für Ernte und für eine TBE-Bannwabe wenige Tage im Volk sein. Aber ich will die Bienen ja nicht einsperren.

  • Hallo,

    mein ERB-Ableger vom 03.05. hat mich ausgetrickst und ist am Samstag geschwärmt. Hätte nicht gedacht, dass auch Ableger so schnell schwärmen.

    Am Tag zuvor habe ich die Schwarmzellen zwar bemerkt, aber meine gezeichnete Königin nach mehrmaliger Durchschau nicht gesehen. Bin also davon ausgegangen, dass die alte verloren gegangen ist und habe deshalb alle Zellen stehen gelassen.

    Der Ableger hatte 5 voll ausgebaute Waben und eine sechste wollte er nun seit zwei Wochen nicht mehr ausbauen (viele Drohnenzellen).

    Das letzte Rähmchen hatte ich erst dann dazugehängt, nachdem die anderen zu 95% ausgebaut waren.

    Bisher hatte ich immer zu früh erweitert und deshalb unvollständige Waben. Wollte es eben diesmal anders machen.

    Habe ich zu spät erweitert? Was meinen die alten Hasen?

    Viele Grüße

  • Apfeltasche

    Metall-ASG werden besser passiert als gestanzte oder gegossene. Bei den mir bekannten - Bienenbox/Golz - liegen die Durchlässe horizontal übereinander und es sollte der Beespace eingehalten werden.

    Förderlich zur Gewöhnung ist ein Grund zum Durchgang- das kann Futter (zerstörte Verdeckelung- bei Gitter-Boden Räubereigefahr) und offene Brut sein.

  • Das letzte Rähmchen hatte ich erst dann dazugehängt, nachdem die anderen zu 95% ausgebaut waren.

    Bisher hatte ich immer zu früh erweitert und deshalb unvollständige Waben. Wollte es eben diesmal anders machen.

    Habe ich zu spät erweitert? Was meinen die alten Hasen?

    Ja, Du hast wohl zu spät erweitert. Gerade früh gebildete Ableger entwickeln bei entsprechender Tracht eine große Dynamik und bauen auch mal 10 Rähmchen aus. 5 Rähmchen sind da nicht ausreichend. Und was für uns Menschen 95% sind, ist für die Biene schon längst fertig. Die sind da nicht so pedantisch.


    Ich erweitere spätestens wenn 50% des letzten freien Rähmchens ausgebaut sind. Das liegt bei mir aber auch daran, dass ich i.d.R. nur einmal wöchentlich, oder seltener in die Völker schaue. Da muss ich die Entwicklung vorwegdenken, um nicht überrascht zu werden. Wer öfter nachschaut, kann ggf. noch etwas warten.

  • Hallo zusammen,


    brauche mal euren Rat.


    Habe letzte Woche bei meinem ERB-Wirtschaftsvolk eine TBE durchgeführt und gleichzeitig Honig geerntet. Sind ca 10kg geworden, plus nochmal ca 2kg, der in den Brutwaben verblieb.


    Was mir bei der TBE direkt auffiel, war, dass zwar noch recht viel verdeckelte Brut vorhanden war, aber kaum erkennbare offene Brut. Als hätte die Königin zur Sommersonnenwende bzw Anfang Juli aufgehört zu brüten.


    Mittlerweile sind alle gegebenen Rähmchen/MW wieder ausgebaut, es werden auch viel Pollen und Vorräte eingetragen. Auch die alte Kö läuft über die frischen Waben. Nur kann ich (eine Woche nach TBE) noch keine frische Brut sehen.


    Frage daher: Würdet Ihr noch warten auf eine neue Eilage? Könnte es sein, dass die Kö tatsächlich trotz Platz und Pollen ihre Bruttätigkeit so stark runtergefahren hat? Oder ist sie vielleicht alt und sind ihre Vorräte verbraucht? (ist aus einem 2018er Naturschwarm, Kö also vmtl aus 2017). Vielleicht jetzt lieber noch umweisel ?


    Der aus der TBE gebildete Brutsammler hat übrigens nicht richtig funktioniert. Keine Nachschaffungszellen gebildet (scheinbar keine frische Brut, siehe oben) und dann noch einer Räuberei zum Opfer gefallen. Mittlerweile sind nur noch ca 200 traurige Bienen im Brutsammler. Überlege, ihn aufzulösen. Kann mir nicht vorstellen, dass die Brut noch fertig wird.


    Außerdem noch am Stand ein ERB-Ableger aus diesem Jahr. Hatte eine Zuchtkönigin bekommen, läuft grds auch gut, viele Vorräte, wird auch noch viel Pollen eingetragen. Aber auch hier konnte ich bei Durchsicht gestern keine frische Brut erkennen. Die gezeichnete Kö konnte ich auch nicht entdecken. Hatte Angst, dass hier eventl auch etwas geräubert wurde und die Kö dabei drauf ging, aber Nachschaffungszellen gibts aber auch keine.


    Das stimmt mich ratlos.


    Die Magazinbeute ist noch durchgehend (keine TBE) in Brut.



    ERB1: Wirtschaftsvolk mit mehrjähriger Kö. TBE letzte Woche durchgeführt, Waben wieder aufgebaut. Kö vorhanden, aber augenscheinlich keine frische Brut. Pollen wird in großen Mengen eingetragen.


    ERB2: Starker Ableger aus Mai. Bis vor zwei Wochen war noch eine Kö da. Verdeckelte Brut vorhanden, keine frische Brut erkennbar. Kö nicht auffindbar. Keine Nachschaffungszellen. Volk aber ruhig (wirkt weiselrichtig, nur ohne Brut).


    ERB3: Brutsammler aus erb1. Augenscheinlich keine offene Brut mitgenommen, daher keine Nachschaffungszellen. Hat einige Tage Räuberei hinter sich, Bienen stark dezimiert. Bienen unruhig (hoffnungslos weisellos).


    Was meint Ihr? Auf das Bild „Polleneintrag“ vertrauen und hoffen, dass die ERB-Kö‘s wieder in Eilage gehen? Oder Umweiselung vorbereiten?


    Und würdet Ihr den Brutsammler nochmal verstärken und mit neuer Kö einen Ableger probieren? Oder lieber auflösen, einschmelzen und abfegen? Habe Zweifel, dass die verdeckelte Brut bei der geringen ansitzenden Bienenmasse noch fertig wird.


    LG

  • Die Waben werden nur zum ausschlecken noch einmalkurz in die Völker gehangen

    Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und bin im ersten Jahr mit der Einraumbeute unterwegs.

    Soweit bin ich gut durch das Frühjahr und den Sommer gekommen. Am Wochenende steht die "kleine" Honigernte an.

    Hierzu nun meine Frage zum ausschlecken der geschleuderten Waben. Wenn ich die "leeren" Waben zum auschlecken nun in die Beute hänge, wie kann ich vermeiden das Sie in diese Waben keinen Honig eintragen sondern nur ausschlecken/reparieren? Oder kann ich das nicht vermeiden sondern nur begrenzen in dem ich die Waben dann nach 1-2 Tagen wieder raus nehme?


    Danke und Grüße

    Armin

  • Die leeren / ausgekratzten Rähmchen einfach hinter das Einengschied hängen. Dann wird alles sauber gemacht. Mangels Verbindung zum Brutnest werden die Waben dort nicht repariert.


    (Sidefact: Dadurch war mein ERB-Volk (siehe oben) spitz auf Honig und hat sich die Reste aus dem Brutsammler geholt. Hab damit quasi die Räuberei proviziert. War ein #fail)


  • Nachtrag:


    ERB1 (WV nach TBE) macht sich gut. Alte Kö hat wieder schöne frische Brut angelegt.


    ERB2 Königin ist auf den Waben unterwegs. Vertraue darauf, dass sie das Volk in Überwinterungsstärke kriegt.


    ERB3 der Brutsammler ist ziemlich traurig, von außen kommen auch regelmäßig Räuberbienen. Werde morgen mit Puderzucker testen, woher die Räuber kommen. Sofern von meinem Stand, muss ich die Kiste notfalls umstellen. Um die traurigen Bienen zusammenzuhalten bekommt die ERB3 noch eine Jungkönigin, im Zweifel auch nur zum Zwischenparken.