Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

  • Ich beobachte eine Woche vor der Behandlung den natürlichen Totenfall. Bei weniger als 0,5 Milben pro Tag behandle ich nicht. Diese Völker stehen im Folgejahr unter genauerer Beobachtung, bisher unterschieden sie sich nicht von den anderen. Bei mehr als 0,5 Milben pro Tag träufle ich Oxalsäure, wie psycain89 beschrieb, rühre ich soviel an wie ich benötige, ohne Zucker ist die Oxalsäure über mehrere Jahre haltbar. Herr Rübengrün schrieb vor einiger Zeit, dass er die Oxalsäure ohne Zuckerzusatz träufelt. Ich spiele mit dem Gedanken, es in diesem Jahr so zu versuchen. Bin noch auf der Suche nach für und wider. Bei tiefen Temperaturen möchte ich das Brutnest nicht auseinanderreißen, außerdem hätte ich beim Sprühen Bedenken wegen meiner Gesundheit.


    Herzliche Grüße,

    Thanaidh

  • Bei weniger als 0,5 Milben pro Tag behandle ich nicht.

    Und genau das sollte man m.E. nicht unterlassen.


    Wegen des (zunächst) exponentiellen Wachstums der Milbenpopulation in einem jeden Bienenvolke bedeutet letztlich jede Milbe im Verlaufe des Jahres, vor allem in der zweiten Jahreshälfte, eine deutliche Zusatzbelastung von etlichen bis vielen Milben.


    Deshalb ist eine konsequente Restentmilbung so wichtig. Tat man diese, kann man sich die Milbenzählerei eigentlich sparen, und wenn man sie doch tut - man möchte doch wissen, wie es seinen kleinen Schätzchen geht - kann man das ohne Anspannung und Lampenfieber tun. Denn die Gesetze des Lebens und der Mathematik können auch die Milben nicht überwinden, gar überlisten.

  • ...es ist nicht nur zunächst exponentiell, es ist immer exponentiell. Das mache ich seit Jahren so und spannenderweise haben, wie bereits geschrieben, genau diese Völker im Folgejahr nicht mehr Milben als die behandelten. Ich habe weder Anspannung noch Lampenfieber, sondern eher das Gefühl, mit jeder Behandlung, die ich nicht getätigt habe, den Bienen etwas Gutes getan zu haben.


    Beste Grüße,

    Thanaidh

  • Zitat

    Denn die Gesetze des Lebens und der Mathematik können auch die Milben nicht überwinden, gar überlisten.

    Da müsste man aber für jedes Volk, jede Herkunft, jeden Beutentyp und jede Raumgröße, für jeden Beutenboden, für jede Aufstellungsweise, für jede Betriebsweise und jeden Standort etc. etc. eine andere Formel anwenden.

    Selbst, wenn sich die Milben an mathematische Gesetze halten würden, so würde es nichts über die Fähigkeit der Bienen aussagen, mit ihnen umgehen zu können. Auch ist das Einbringen dieser Schadstoffe kaum berechenbar.

    Ich scheue mich, Säuren und andere Chemie in die Völker zu pumpen, weil es mir plausibel erscheint, dass nicht nur die Milben getötet werden, sondern auch das gesunde Mikrobiom und andere Abwehrmechanismen gegen Viren, Bakterien und Pilze.

  • Hallo Apfeltasche,

    ich bin im ersten Jahr der Imkerei und habe mich bisher strikt an die Empfehlungen von Master Tom und z.T. an Thanaidh gehalten.

    Habe am 10.11. bei 7° C mit Milchsäure besprüht. Nach 24 Stunden waren ca. 100 Milben gefallen.

    Die Bienen haben sich schnell beruhigt und der Totenfall der Bienen war sehr gering. Zur Zeit liegt der Milbenfall bei 1 Milbe in 3 Tagen (davor war der nat. Milbenfall bei 3 bis 5/Tag). Wenn das bis Dezember so bleibt, mache ich nichts mehr.


    Eine Frage habe ich auch noch an alle:

    Muss jetzt wirklich das Anflugbrett ab? Habe festgestellt, dass die Bienen ohne Brett ewig brauchen, bis sie das Flugloch gefunden haben. Sie laufen meist suchend unter die Beute.

    Ich habe es wieder angesteckt und werde es nun erst bei Schnee entfernen.


    Viele Grüße

  • ...es ist nicht nur zunächst exponentiell, es ist immer exponentiell. Das mache ich seit Jahren so und spannenderweise haben, wie bereits geschrieben, genau diese Völker im Folgejahr nicht mehr Milben als die behandelten. Ich habe weder Anspannung noch Lampenfieber, sondern eher das Gefühl, mit jeder Behandlung, die ich nicht getätigt habe, den Bienen etwas Gutes getan zu haben.


    Beste Grüße,

    Thanaidh

    Das ist eine aktuelle Beobachtung.

    Ich habe meine Völker in zwei Gruppen geteilt, teils aus technischen, hier nicht relewanden, Gründen.

    Eine Gruppe habe ich im Sommer mit Säure behandelt und die zweite Gruppe ohne.

    Vor den Winterbehandlung habe ich den Milbenfall erfasst. KEIN Unterschied zwischen den Gruppen, ausgenommen ein Ausreißer in der ersten Gruppe.

    Da der tägliche Milbenfall bei >1 lag habe ich die erste Gruppe wieder mit Säure behandelt, die zweite ohne Säure.

    Im Frühjahr werde ich mehr wissen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Zitat

    Denn die Gesetze des Lebens und der Mathematik können auch die Milben nicht überwinden, gar überlisten.

    Da müsste man aber für jedes Volk, jede Herkunft, jeden Beutentyp und jede Raumgröße, für jeden Beutenboden, für jede Aufstellungsweise, für jede Betriebsweise und jeden Standort etc. etc. eine andere Formel anwenden.


    Selbst, wenn sich die Milben an mathematische Gesetze halten würden,

    1. Keine "andere Formel", sondern nur verschiedene Parameter/Konstanten.


    2. Milben "halten" sich nicht an Gesetze (völlig falsche, sogar abwegige Betrachtung), sondern die Gesetze gelten auch für Milben.

  • Ich scheue mich, Säuren und andere Chemie in die Völker zu pumpen, weil es mir plausibel erscheint, dass nicht nur die Milben getötet werden, sondern auch das gesunde Mikrobiom und andere Abwehrmechanismen gegen Viren, Bakterien und Pilze.

    Zunächst einmal soll es sogar eine imkerliche Behandlungspflicht geben.


    Was ist jedoch die Alternative? Die Bienen ohne "Chemie" sich selbst überlassen. Die bisherigen Ergebnisse (nicht Erfolge) dieser rein natürlichen Toleranzzüchtung waren alle ziemlich ernüchternd, wenn nicht sogar ein völliges Scheitern.

  • Moin, moin,

    welche Säure hast Du denn; genommen, und was bedeutet Behandlung ohne Säure bei Dir? Im Sommer und zumal im Winter?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich scheue mich, Säuren und andere Chemie in die Völker zu pumpen, weil es mir plausibel erscheint, dass nicht nur die Milben getötet werden, sondern auch das gesunde Mikrobiom und andere Abwehrmechanismen gegen Viren, Bakterien und Pilze.

    Zunächst einmal soll es sogar eine imkerliche Behandlungspflicht geben.

    Ja, da hast du Recht.

    Bedeutet aber nicht, dass man automatisch eine Winterbehandlung machen muss.

    Es gibt ja auch eine Sommerbehandlung.

    Was ist jedoch die Alternative? Die Bienen ohne "Chemie" sich selbst überlassen. Die bisherigen Ergebnisse (nicht Erfolge) dieser rein natürlichen Toleranzzüchtung waren alle ziemlich ernüchternd, wenn nicht sogar ein völliges Scheitern.

    Über die Alternativen wurde hier im Forum schon genug geschrieben ohne die Bienen sich selbst zu überlassen.

    Die bisherigen Ergebnisse (nicht Erfolge) dieser rein natürlichen Toleranzzüchtung waren alle ziemlich ernüchternd, wenn nicht sogar ein völliges Scheitern.

    Von wann ist dein Wissensstand?

    Ich denke, da ist von einigen fleißigen Truppenteilen nicht nur in Deutschland in den letzten Jahren einiges passiert. Aber es ist sicher noch viel Arbeit in der Breite zu leisten.

    Auch alles hier im Forum nachzulesen:thumbup: