Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

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    Hallo Master Tom,


    seit ich von den 120 bis 160 ml AS gelesen habe, bin ich am Grübeln. Wie ich oben beschrieben habe, befülle ich den Nassenheider mit ca. 250 ml AS mit mittlerem Docht (Ableger 150 ml und kleiner Docht), um eine lange Verdunstungszeit mit moderater Konzentration zu haben. Die Idee dahinter ist, dass eine Behandlung im Sommer genügt. Genügt aber nicht immer, bei anschließend zu hohem natürlichem Milbenfall kommt noch eine zweite Behandlung mit weniger AS (ungefähr Deine Mengen) und gleichem Docht.


    Und nun zu meinem Grübeln. Wenn bei Deiner geringen Menge eine Behandlung genügt, dann könnte ich stark reduzieren. Wenn ich einmal behandle und Du zweimal, dann kommt es ungefähr auf die gleiche Gesamtmenge raus. Allerdings lege ich manchmal mit einer zweiten Behandlung nach, dass meine Gesamtmenge wieder deutlich höher ist. Mein Schluss: Ich müsste die Menge reduzieren können und würde das natürlich auch gerne tun. Dazu noch ein paar Fragen:


    1. Bist Du in den letzten Jahren schon öfter mit dieser geringen Menge und einmaliger Behandlung in den Winter gegangen? Wie lange machst Du das schon?

    2. Wie lange dauert es bei Dir, bis der natürliche Milbenfall sich wieder eingestellt hat? Wenn Deine Behandlung gleich lang nachwirkt wie meine und die Konzentration die gleiche sein dürfte bei gleichem Docht, ist es eine Überlegung wert, ob die höhere Menge überhaupt einen Nutzen hat...

    3. Die letzte Frage, die sich mir stellt... Kann man noch weiter reduzieren?


    Herzliche Grüße,
    Thanaidh


  • Hallo Martin,


    AS wirkt ja in die verdeckelte Brut hinein und tötet bzw. schädigt die Milben in den Zellen. Wenn das so ist, ist es eigentlich nicht nötig so lange zu behandeln.


    Wenn man den Liebig-Dispenser nimmt, der genauso erfolgreich wirkt wie der Nassenheider, kommt der ja auch mit 3 bis 4 Tagen Behandlungsdauer und 100 ml AS aus. Und nimm das Schwammtuch, das wirkt auch. Da bringt man auch keine 290 ml AS auf. Im Ergebnis scheint es wichtig zu sein über relativ wenige Tage eine ausreichende Verdunstung der AS (in der ERB ca. 25 ml/Tag) sicherzustellen. Alles darüber hinaus, ist verzichtbar und bringt wohl auch keinen großen Effekt, außer das es den Bienen elend geht und unnötig AS verbraucht wird.


    Die Dosierung in der Nassenheider-Anleitung ist wahrscheinlich die auf Nummer sicher Menge. Der Herr Becker, welcher den Nassenheider entwickelt hat, verzichtet ja wohl auf eine Winterbehandung und macht alles mit AS im Herbst (http://www.bienen-becker.de/20601.html). Ich wiederum sprühe bei Brutfreiheit noch mind. einmal MS. Da ist es mir ja eigentlich egal, ob die AS jetzt zu 80 % oder 95% gewirkt hat. Den Rest erwischt die MS.


    Vor der zweiten Behandlung mache ich noch eine Windelkontrolle. Danach entscheidet sich, was ich tue.

  • Hallo Thanaidh,


    Martin habe ich schon etwas zur Behandlungsdauer geschrieben (s.o.). Kurz: ich glaube nicht, dass man durch Dauerverdunstung etwas erreicht.


    Zu 1.: Ich imkere ja erst seit 2014. Von daher habe ich keine ewig langen Erfahrungswerte. Was ich aber sagen kann, ist dass ich noch nie mehr als 160 ml AS eingesetzt habe. Einfach weil ich dafür den Verdunster hätte nachfüllen müssen. Dazu war ich zu faul. Ich habe ihn einfach nur rausgenommen. Beim MS-Sprühen im Herbst/Winter sieht man ja dann was an Milben in den Völkern geblieben ist. Man kann das dann zurückrechnen und bekommt eine ungefähre Aussage zur Wirksamkeit der AS-Behandlung. Ich habe es immer geschafft mit der geringeren Menge AS die Restmilbenzahl weit unter 1000 zu drücken. Bei allem kann man aber nicht immer auf eine 2. AS - Behandlung verzichten. Wenn das Volk extrem vermilbt war, oder bei Kontrolle der Windel noch viele Milben fallen, muss man noch einmal behandeln.


    2.: Rund 2 Wochen nach Ende der AS-Behandlung, sollten alle AS-geschädigten Varroen gefallen sein. Ich denke, dass die höhere Menge bei mir keinen Nutzen hat. Das mag aber auch vom Standort, Klima, etc. abhängig sein.


    3.: Ich könnte mir vorstellen, dass 100 ml AS eigentlich reichen müssten. Mehr werden im Liebig-Dispenser auch nicht eingesetzt. Das sind dann 4 Tage Verdunstungsdauer. Noch kürzer wird dann wahrscheinlich auch unsicherer. Man müsste es mal testen.

  • Es wäre nicht schlecht, wenn ihr auch die Konzentrationen der AS dazuschreibt.

    Beim Dispenser wird ja wohl 85%-ig empfohlen. Beim Nasenheider 60%-ig.

    Es gibt auch Imker, die beide mischen um über 60% zu kommen.

  • Es wäre nicht schlecht, wenn ihr auch die Konzentrationen der AS dazuschreibt.

    Beim Dispenser wird ja wohl 85%-ig empfohlen. Beim Nasenheider 60%-ig.

    Es gibt auch Imker, die beide mischen um über 60% zu kommen.

    Danke für den Hinweis. Ich nehme nur AS 60%. Ob 85 gegenüber 60 irgendwelche Vorteile bringt, ist ja ziemlich umstritten. Ich persönlich glaube nicht, dass es die 85 braucht.

  • Hallo Master Tom,


    danke für die Infos. Seit 2014, das sind fünf Jahre, die Bienen würden längst nicht mehr leben, wenn es nicht funktionieren würde. Es reizt mich, an die Behandlungszeit von vier Tagen zu gehen. Ich hatte ein Jahr, in dem ich die Behandlung mit Schwammtuch probiert habe. Die Idee war, dass ich damit weit unter der Menge des Verdunsters bleibe. Ich hatte damals den Eindruck, dass diese doch eher Schockbehandlung viel belastender für die Bienen war und gleichzeitig viel zu wenig Milben gefallen sind. Ich schloss daraus, dass die längere Zeit der Behandlung den Effekt bringt und die Ameisensäure doch nicht so gut in der Brut wirkt. Wenn ich nun Deine Erfahrungen höre, kommt mir in den Sinn, dass eine gewisse Zeitspanne notwendig ist, vielleicht auch um in die Brut wirken zu können, diese aber bei weitem nicht so lang sein muss, wie ich bisher angenommen habe bzw. auch in den Beschreibungen des Nassenheider Verdunsters angegeben sind.


    Auffällig ist, dass meine Behandlung länger nachwirkt. Ich habe drei bis vier Wochen erhöhten Milbenfall, das meiste fällt aber in den ersten beiden Wochen, was auch eher für die kurzen Behandlungen spricht, eine zweite Behandlung nachlegen kann man immer.


    Dieses Jahr ist durch, ich werde im nächsten Jahr die 100 ml über vier Tage ausprobieren und je nach Milbenfall dann entscheiden, wie es weiter geht. Danke für‘s Wachrütteln :).


    Herzliche Grüße,

    Thanaidh



  • Hallo zusammen,


    kurze Nachfrage:


    Auf wie vielen Waben sollten 2019er-Jungvölker (Naturschwarm/Ableger) in der Dadant Hoch-Einraumbeute zur Einwinterung mindestens sitzen?


    Meine beiden Jungvölker sitzen auf jeweils 6 Waben, der Naturschwarm hat allerdings (trotz Fütterung) zwei Rähmchen nur zur Hälfte ausgebaut, die auch nur wenig gefüllt sind. Nach Abzug der Freiflächen komme ich auf 4-4,5 voll besetzte (und gefüllte) Waben.


    Das kommt mir etwas wenig vor. Würdet Ihr im September einfach so viel füttern, dass die beiden halben Waben noch komplett gefüllt werden?


    Oder sicherheitshalber (für besseren Wärmetransport im Winter) noch einen neuen Rahmen mit Mittelwand für Ausbau und Einlagerung einsetzen? Gegen letzteres spricht, dass eigentlich kein Bautrieb mehr praktiziert wird im Herbst.


    Wie würdet Ihr vorgehen?


    Lg

  • Moin, moin,


    wie sieht denn der Brutstatus aus? Und wann wurde der einlogiert? Wie groß war der da?

    Gruß Clas

    Hi,


    der Naturschwarm wurde Ende Mai eingefangen (ich schätze ca. 1,5-2kg) und auf drei leere Rähmchen (Naturbau plus einen Rahmen mit MW für die Baurichtung) gesetzt und anschließend nochmal durch zwei leere Rähmchen erweitert.


    Den Vorsprung des Ablegers konnte der Naturschwarm nie aufholen.


    Durchsicht/ Brutstatus ist schwierig zu erkennen, da die voll ausgebauten Waben immernoch massigst voll mit Bienen sind wie zu besten Hochsommerzeiten. Wollte jetzt aufgrund der Jahreszeit nicht unnötig abstoßen o.ä.


    Sehen konnte ich viel verdeckelte Brut als auch vereinzelte offene Brut, es wurde zuletzt auch Pollen (bzw. Pollenreste) eingetragen, es muss also relevante Anzahl an offener Brut vorhanden sein.


    Genaueres zum Brutstatus kann ich leider nicht sagen.


    Aktuell tendiere ich dazu, eine halb ausgebaute, aber leere Wabe zu entfernen und nochmal eine MW zum Komplettausbau reinzugeben. Zeitgleich mit ordentlich Zuckerwasser und Bienenbrot zufüttern, damit die Wabe ausgebaut und befüllt werden kann.


    Die zwei halb ausgebauten Waben stören mich auch aufgrund der zu befürchtenden eher schlechten Wärmeregulation im Nest. Der Wärmeschied kommt ja erst nach den zwei „halben“ Waben, was im Winter im unteren Bereich eine Kältebrücke wäre. Da sorge ich mich schon.


    Oder nimmt den Bienen eine neue MW im September zu viele Reserven für die Herbst-/ Winterphase?

  • Hallo Apfeltasche,


    wie Keinimker oben schreibt, ist ein so lahmarschiger Naturschwarm doch sehr merkwürdig. Normalerweise baut der Schwarm schon in den ersten Tagen 5, 6 Waben zügig aus. Übers Jahr dann noch mehr. Aber vielleicht waren die Bedingungen nicht gut. Eine Kö scheint ja drin gewesen zu sein, sonst gäbe es das Volk ja nicht mehr. Aber irgendetwas ist, oder war, faul. Die Entwicklung ist verzögert.


    Eine Mittelwand ans Brutnest hängen und füttern (flüssig) kann nicht schaden. In einigen Tagen sollte die MW ausgebaut sein. Wenn ja, hänge noch eine daneben und füttere weiter. Wenn die MW nicht angerührt wird, ist etwas grundsätzlich faul.


    Wenn Du die MW einhängst, schau mal nach Kö und Brut. Das sollte bei so wenig Waben nicht schwerfallen. Brutflächen sind wirklich leicht zu erkennen, auch ohne Bienen abzustoßen. Wenn noch Brutflächen (Arbeiterinnen) vorhanden ist, scheint ja alles OK. Wenn nicht, könnte mit der Kö was nicht stimmen.


    Halbausgebaute Waben sind übrigens am Rand des Wabenwerkes normal. Lass sie einfach drin. Die werden nächstes Jahr weiter ausgebaut.

  • Moin, moin,


    wenn man die in die Kiste schubst, ist das auch nichts Schlimmes, und eben zur Klärung der Frage nicht unnötig. Jedenfalls stimmt(e) da was nicht, und als Imker solltest Du dem auf den Grund gehen. Also Brutstatus und verdächtige Zellen untersuchen, aus meiner Sicht, als nächster Schritt.

    Möglich auch, dass die nochmal still umgeweiselt haben, und jetzt ist alles in Ordnung. Aber wissen solltest Du es.

    Wo imkerst Du denn? Wie war da die Tracht im Verlauf?


    Gruß Clas

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