Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

  • Beim Schwärme einschlagen sollte keine Beute mit etablierter Königin in unmittelbarer Nähe sein, sonst könnten Bienen in diese Richtung abbiegen! Auch beim Kunstschwärme einschlagen haben sich 2-3m Entfernung als sinnvoll erwiesen,

    Ansonsten finde ich die Idee gar nicht so schlecht- bis zu 10 hohe DD-Brutwaben dürften ausreichend sein, um mit 2 Flachzargen überschüssigen Honig ernten zu können. Lassen sich dann gut ausschleudern.

    Man kann für den Preis auch 2 DD-Magazine anschaffen, aber wenn sie dann schon mal da ist.

  • Habt Ihr Erfahrungen dazu, die ERB mittels Trennschied zu teilen und zwei Völker einzusetzen (zumindest im ersten Jahr)?

    Hallo Apfeltasche,


    ich vermehre meist über Königinnenableger. Da mache ich es tatsächlich so, dass ich eine ERB mittig teile und jeder Ableger auf eine Seite kommt. Funktioniert sehr gut für Ableger. Denke aber daran, dass Du nie die vollen 11 Waben pro Seite hineinbekommst, da der Platz für Trennschied, Futtertasche bzw. AS-Behandlungsrähmchen und Arbeitsraum noch abgeht. Praktisch gehen also eher 9 als 11 Rähmchen rein. Das reicht aber für Ableger zu.


    Mit Honigräumen habe ich keine Erfahrung. Letztlich kannst Du die einsetzten, hast dann aber die ERB zu zwei Dadanthochbeuten umgenutzt. Da ist man mit "normalen" Dadantbeute sicher besser bedient. Mein Tipp: jedes Wirtschaftsvolk in eine eigene ERB und damit arbeiten und erst wenn es Dir nicht gefällt die Honigräume nutzen.

  • wie überwintert ihr auf Honig? Honig füttern oder reicht der Vorrat über dem Brutnest? Und wie hoch fallen eure Ernten aus oder die Ernte, wenn ihr nur einmal erntet?

  • wie überwintert ihr auf Honig? Honig füttern oder reicht der Vorrat über dem Brutnest? Und wie hoch fallen eure Ernten aus oder die Ernte, wenn ihr nur einmal erntet?

    Ich habe das große Glück, dass sich eine Überwinterung auf Honig bei mir von selbst ergibt. Nach der letzten Ernte im Juli (Linde) schaffen es die Wirtschaftsvölker bis Oktober den benötigten Wintervorrat selbst einzutragen. Ich vermute es ist Nektar vom Drüsigen Springkraut vom nahen Fluss. Ich weiß es aber nicht.


    Nennenswert füttere ich vor dem Winter nur die Ableger ganz normal mit Flüssigsirup bis das Zielgewicht erreicht ist. Honig füttern finde ich im Übrigen unpraktisch: warum soll man den Honig erst mühsam ernten und schleudern und dann wieder in die Völker geben? Wenn man auf Honig überwintern wöllte, könnte man auch gleich entsprechend weniger ernten (mal abgesehen von Problemen mit Melezitosehonig).


    Bei der Honigernte kommen bei mir i.d.R. Anfang Juni 10 kg Frühtracht (Obst, Raps) und Anfang Juli 10 kg Sommertracht (Linde) pro Wirtschaftsvolk zusammen. Das schwankt natürlich von Jahr zu Jahr. Es kann auch mal doppelt, oder nur halb soviel sein.


    Aber: Das ganze Thema Honigernte und Einfütterung ist stark vom jeweiligen Standort geprägt. Das kann bei Dir komplett anders sein als bei mir. Es gibt auch Standorte die bei der Tracht einfach komplett versagen. Da helfen nur eigene Erfahrungen.

  • Schwarmzeit: Schon Ende April haben meine beiden Wirtschaftsvölker trotz großzügiger Erweiterung Weißelzellen angelegt. Ich habe mit mittlerweile abgewöhnt die Völker zu schröpfen und die Zellen immer wieder zu brechen. Zumindest bei mir bekomme ich durch solche Maßnahmen den sehr ausgeprägt Schwarmtrieb nicht unter Kontrolle. Schnell ist eine Zelle übersehen und dann ist der Schwarm doch weg.


    In meinen Augen praktikabler ist der Königinnenableger: sobald ich die ersten Schwarmzellen entdecke, entnehme ich dem Volk die Königin (bei mir markiert) und zwei Brutwaben (hier werden alle Weißelzellen gebrochen), dazu eine volle Futterwabe und ein Leerrähmchen. Diese 4 Rähmchen kommen in eine halbierte ERB. Im Muttervolk (jetzt ohne Mutter) breche ich alle Weißelzellen bis auf eine. Ich markiere mir das Rähmchen auf dem sich die ausgewählte Zelle befindet mit einer Reißzwecke. Der Ableger steht bei mir am gleichen Stand wie das Muttervolk. Deshalb verliert er in den nächsten Tagen etwas an Bienenmasse, was aber durch schlüpfende Jungbienen schnell kompensiert wird. Wenn man es in der Hand hat, sollte man Ableger allerdings nicht vor Schlechtwetterperioden bilden. Die haben es dann unnötig schwer den Wärmehaushalt aufrecht zu erhalten.


    Man sollte nach ein paar Tagen das Muttervolk noch einmal durchschauen, weil die Bienen weitere Weißelzellen ausgezogen haben. Ich breche nochmal alle bis auf die eh schon markierte. Lässt man mehr als eine Zelle stehen, kommt es u.U. zu einem oder mehreren Nachschwärmen.


    Durch die Bildung der Königinnenableger hat sich der Schwarmtrieb dann erledigt. Die Muttervölker ziehen sich neue Königinnen. 3 bis 4 Wochen nach Bildung der Königinnenableger sind diese in Eiablage (so das Wetter mitspielt). Wenn doch mal was schief geht, kann ich den Königinnenableger mit dem Muttervolk rückvereinigen.


    Im Herbst sitzen die Königinnenableger dann auf ca. 8 Waben. Ideal zu einwintern. Angenehmer Nebeneffekt: Die Brutpause der Muttervölker dämpft den Varroadruck.


    Besser wäre eigentlich nur noch die Vermehrung über den Naturschwarm. Da ich aber zu selten vor Ort bin, wären die in den meisten Fällen über alle Berge.

  • Ein Dadant-R#hmchen kpl. mit Futter voll wiegt etwa 4 kg. Dann kannst du extrapolieren wie viel Futter im Volk ist. Zum Überwintern benötigen die Völkern zwischen 12 und 20 kg, je nach Stärke und Zeitpunkt der jeweiligen Schätzung. So kannst du extrapolieren ob die Futterkränze reichen. Meistens jedoch nicht.

  • über dem Brutnest ist doch ein Futterkranz. Ist das bei 10 Rähmchen nicht genug als Vorrat für den Winter?

    Immenreiner hat Recht: Für den Winter werden die Futterkränze nicht reichen.


    Aber die Futterkränze bzw. das Wabenmaß Dadant-Hoch sind ein Vorteil der ERB: Die Bienen können im Brutnest auf jeder Wabe 5 bis 10 cm Futter über Kopf ablagern. Dieser Vorrat kann nicht abgeerntet werden. Dadurch kommt man mit der ERB nie in die Situation, dass nach der Honigernte und Trachtlücke Hunger ausbricht. 5 bis 10 kg Futter sind einfach immer in der Kiste. Nur wenn die Trachtlücke zu lang andauert, ist auch dieser Vorrat irgendwann aufgebraucht. Die Futterkränze sind auch der Hauptgrund für die verringerten Erntemengen in der ERB. Ich gönne es den Bienen.

  • ...

    Besser wäre eigentlich nur noch die Vermehrung über den Naturschwarm. Da ich aber zu selten vor Ort bin, wären die in den meisten Fällen über alle Berge.

    ...ich handhabe das bisher genauso wie von Dir beschrieben. Den abgehenden Schwarm möchte ich verhindern, trotzdem würde ich dem gerne ein bisschen näher kommen. Spricht etwas dagegen, Rauch in das Volk zu geben, dass die Bienen ihre Honigmagen füllen, dann die Königin mit ausreichend Bienen zu entnehmen und nach einer Kellerruhe, wie den Naturschwarm in eine Kiste nur mit Anfangsstreifen einzuschlagen und am dritten Tag (nach Entnahme aus dem Volk) dünnflüssig zu füttern?


    Einen kleinen Unterschied gibt es zu Deinem Vorgehen: Ich mache die Kiste nicht mehr auf, um nochmals neu angelegte Zellen zu brechen, habe trotzdem keine Nachschwärme. Die Wabe, auf der die Schwarmzelle stehen bleibt, schüttle ich nicht ab, um Erschütterung zu vermeiden. Ich vermute, dass ich deswegen immer wieder weitere Schwarmzellen übersehe. Auch hier habe ich keine Nachschwärme, zumindest bisher nicht.


    Beste Grüße,

    Thanaidh