Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

  • ...wenn ich das wüsste, wie ich diese kleine Quadratur des Kreises hinbekomme, würde ich das längst tun. Wenn ich das richtig verstehe (ich habe noch nie mit Magazinen geimkert), wandern die Bienen in Magazinbeuten von unten nach oben und ich kann unten die Zarge mit den ältesten Waben entfernen, ohne in das Brutnest einzugreifen. Und nun frage ich mich, ob es in meiner Einraumbeute mit 18 1½ Zander Waben hintereinander nicht die Möglichkeit gibt, darauf Einfluss zu nehmen, dass die Bienen wandern, und die alten Waben freigeben, Platz gibt es genug... Ich habe es noch nicht geschafft, aber vielleicht gibt es ja einen Trick...

  • Moin, moin,

    Bücher lesende Bienen tun das vielleicht so; meine eher selten, bei den Versuchen, zweizargig zu überwintern, die ich bisher unternahm. Beim einzargigen Betrieb steht man vor dem selben Problem, abgesehen von dem Vorteil, sicher zu wissen, in welchem Teil der Beute die Königin ist. Meine Bienen geben die alten Waben nicht frei, sie lieben sie. Da muss ich dann eben tätig werden.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ...ich hab's auch aus Büchern :) Die Bienen lieben die alten Waben, den Eindruck habe ich auch manchmal.


    Was mich hier überhaupt ins Grübeln brachte war, dass Master Tom beim Erweitern in Frühjahr anders vorgeht als ich, und er damit mein Problem vielleicht schon gelöst hat. Ich erweitere mit dem ersten Rähmchen an der fluglochnahen Seite des Brutnestes, mit allen anderen dann an der fluglochabgewandten Seite (Richtung Honigbereich). Er erweitert die ersten beiden Rähmchen an der fluglochabgewandten Seite des Brutnestes und danach beidseitig und damit wandern diese alten Waben natürlich Richtung Beutenmitte. Aber welche Folgen hat das? Natürlich wandert dann auch das Brutnest mit, und wird zumindest vorerst weiter in der Beutenmitte sein. Wandert es danach wieder zurück oder dehnt es sich zigarrenförmig aus? Dies soll ein Problem bei Einraumbeuten sein, hält sich bei mir aber bisher in Grenzen. Und wieweit besteht dann die Gefahr, dass der Honig dadurch in bebrüteten Waben eingelagert wird? Dies scheint manche nicht zu stören, ich möchte es nicht... Fragen über Fragen... aber das macht es ja spannend...


    Grüße,
    Thanaidh

  • Hallo zusammen ,

    also bei meiner ERB habe ich von hinten gesehen immer das rechte Flugloch geöffnet .

    Dadurch ist das Brutnest immer recht`s , am Flugloch , link`s Fluglochfern lagern sie immer den

    Honig ein !! Diesen Winter habe ich auf 9 Waben überwintert , bei der ersten Durchsicht habe ich

    zwei alte Waben ( die keine Brut hatten ) entfernt , und ich gebe immer auf Position 2 ( von recht`s hinter der Beute gesehen ) ein neues Rähmchen . Das Rähmchen wird ausgebaut , oben wird meist schon bestifftet wärend unten noch gebaut wird , dann hänge ich ein weiteres Rähmchen auf Position 2 ein ( manchmal eine Honigwabe vom letzten Jahr , und schneide bis auf 5 - 10 cm das Rähmchen aus ) dadurch verschiebt sich das Brutnest Richtung mitte , und die dunklen Rähmchen laufen aus dem Brutnest und können raus .

    Der Baurahmen kommt an die linke Seite des Brutnestes . So wie " Gerdes " seinen Brutraum anpasst , so mache ich es auch in der ERB .


    Jetzt um diese Zeit setze ich ganz links eine Honigrähmchen aus dem letzten Jahr und ein leeres Rähmchen ein damit sie bauen können und wenn Tracht eingetragen wird auch hier einlagern können !!! Ich verwende für meine Honigernte keine alten Rähmchen , und wenn sie doch einmal eins befüllt haben bleibt es drinn !!!

    Ich komme im Frühjahr so um 9 - 10 Rähmchen dann so kurz vor der Honigernte auf 16 - 17 - 18 Rähmchen .

    Jeder wird es ein bischen anders machen , und das ist auch ganz O.K. so, wenn es funktioniert,

    ich versuche so wenig wie möglich die Bienen zu stöhren .


    Grüße , Bertram

  • Hallo Bertram,


    vielen Dank für deine Beschreibung, ich hab`jetzt in diesem Jahr das erste mal die "Aufgabe" des Erweiterns und doch noch ein paar Fragen.

    Meine Wabenanordnung ist wie bei dir. Darf ich nochmal rekapitulieren:

    Das erste Rähmchen an der Beutenwand beim Flugloch enthält meist /immer?) nur Futter. das lässt du einfach stehen und setzt dein Leerrähmchen an Platz 2. Bauen deine Bienen darin sowohl Arbeiterinnen-als auch Drohnenbrut ? Wann hast du das gemacht in diesem Jahr? Ich hab`mich erst letzten Sonntag getraut, das erste Mal in die Beute zu schauen. Dann kommt das nächste Rähmchen wieder auf Position 2. Was meinst du mit vorjähriger Honigwabe? Leergeschleudert? Schneidest du vor dem Einhängen aus oder schneidest du nach dem Bebrüten Drohnenbrut?

    Wann kommt der nächste Baurahmen links ans Brutnest? Erst wenn die beiden "Flugloch"rähmchen ausgebaut sind?

    Du schreibst, dass das Brutnest Richtung Mitte wandert. Dehnt sich das Brutnest dann wieder Richtung Beutenwand aus oder entnimmst du im Herbst oder irgendwann (Futter?)Waben an der Fluglochseite?


    Viele Grüße


    Monika

  • Hallo,

    ich gehe in meinen Warre-Naturbau-BR so vor: Rechts nehme ich eine Wabe weg, schiebe alle anderen Waben nach rechts, bis auf die erste und ev. zweite Wabe von links und setze in die Lücke ein Rähmchen. So ähnlich geht das auch bei der Brutentnahme zur Ablegerbildung. Aber immer am Brutnestrand. Bisher kein Problem.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo Bertram,


    vielen Dank für deine Beschreibung, ich hab`jetzt in diesem Jahr das erste mal die "Aufgabe" des Erweiterns und doch noch ein paar Fragen...

    Hallo Monika,


    die Erklärungen von Bertram klingen sehr praxisnah. Aber eigentlich ist die Vorgehensweise sehr "normal" - das ist in fast allen anderen Beutentypen genauso! Deshalb wundere ich mich warum hier öfter von einer speziellen ERB-Betriebsweise geschrieben wird.

    Das Prinzip ist überall das gleiche, weil die Bienen immer fluglochnah brüten und fluglochfern den Honig lagern möchten. Dann gibt es noch Effekte bei der Brutnestausdehnung, die Reizzone usw.

    Diese Zusammenhänge werden in dem Buch von Wolfgang Pfefferle sehr anschaulich beschrieben. Das Buch ist zwar schon etwas älter und enthält auch Tipps, die ich nicht 100% übernehmen würde, ist dafür aber frei von weltanschaulichen Dogmen.


    Gruß Jörg

  • Guten Morgen Jörg,


    ja, die ERB ist eine Trogbeute mit ungeteltem Brutraum, hohen Waben und mobilen Rähmchen. Nicht mehr und nicht weniger. Aber ich mach`das Erweitern halt zum ersten Mal und die vesrchiedenen Vorgehensweisen dazu verwirren ein bisserl. Nächstes Jahr denke ich mir vielleicht schon: macht eh keinen Unterschied ;- ). Wie ist denn der Titel des Buchs von Herrn Pfefferle?

    "Frei von weltanschaulichen Dogmen" klingt wunderbar....

  • Hallo Botanica,

    das Buch von Karl Pfefferle heißt "Unser Imkern mit dem Magazin" in der ersten Auflage (ca. 1980). Pfefferle beschreibt seine Imkerei im Zander-Magazin mit neun Waben- die Zentralwabe war ihm sehr wichtig. Er ist auch der "Erfinder" des heute nicht mehr sehr gebräuchlichen Ruck-Zuck-Ableger-Kasten.

    Seine Imkerlichen Erfahrunge ie er in seinem Buch beschreibt sind für mich immer noch aktuell.

    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Hallo zusammen ,

    hallo botanica, wie Jörg es dargelegt hat sehe ich auch keinen zu großen Unterschied zu anderen

    Betriebsweisen in Einzargenbeuten. In der ERB wird der Honigraum einfach an die linke Seite ,

    nach dem Brutnest , in den Leerraum der Beute erweitert

    ( den die Bienen erkennbar abgrenzen ), und natürlich 100 % Naturbauwachs !!

    Ich habe vor ca. 2 Wochen bei schönem Wetter die Beute geöffnet und den Boden gereinigt , machdem sie auch Pollen eingetragen hatten , habe ich rund um das Brutnest den ersten Eingriff

    gemacht . Das Brutnest verändere ich " nie " , ich rücke es nur sls Block nach link`s weg wenn ich auf Position 2 ein Rähmchen gebe , sobald ca. 2/3 verbaut sind gebe ich das nächste .

    Die Königin legt hier Arbeiterinnenbrut an

    und das Brutnest bleibt sozusagen auf der " Stelle " obwohl sich die Rähmchen verschieben , und die alten schwarzen können dann wenn die Brut ausgelaufen ist in den Sonnenwachsschmelzer !!!

    Die Rähmchen die ich auf Position 2 gebe sind überwiegend Leerrähmchen , ich nehme aber auch ältere ( ausgeschleuderte , eingelagerte ) Honigrähmchen die zu schade für den Sonnenwachsschmelzer sind , schneide den unteren Teil der Wabe heraus ,wenn ich merke das sie wenig zu bauen haben . Wenn man 100% Naturbau betreibt , und den Baubienen keine Arbeit zukommen läst , bauen sie an Stellen die ich nicht will , oder sie gehen aus den

    " Modus Bauen " .

    So mitte bis ende April nimmt die Bruttätigkeit extrem zu , das Volk expandiert und sie wollen auch Drohnenbrut anlegen ( die ich nicht ausschneide) , dann muß der Baurahmen

    ( Leerrähmchen ) schon an der linken Brutnestseite sein ( es wird nur ein Baurahmen für Drohnenbrut pro Jahr gegeben ).

    Für den sogenannten Honigraum verwende ich nur saubere , unbebrütete Rähmchen oder Leerrähmchen .

    Jeder wird es ein bischen anders machen , und über die Jahre seine Bertiebsweise finden !!;)


    Grüße,


    Bertram

  • ...vielen Dank für die vielen Gedanken und Anregungen, vor allem auch Dir Bertram. Zwischen den Zeilen habe ich gelesen, dass meine Bedenken, dass sich das Brutnest zu weit in den Honigraum ausdehnt, wohl unbegründet sind. Ich werde es ausprobieren.


    Herzliche Grüße,

    Thanaidh

  • Hallo Thanaidh,


    Bienen.Bertl hat die Lösung Deines Problems hier gut beschrieben. Im Grund mache ich es auch so. Es funktioniert.


    Gruß