Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

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    Notfütterung im Winter mit Sirup funktioniert nicht. Der erfahrene Berufsimker Bernhard Heuvel hat die Alternative hier gut erläutert und bebildert (#36):

    Bienen jetzt noch auffüttern


    Trotzdem muß man festhalten: Notfütterung ist - wortwörtlich - eine Not-Lösung, darf nicht zur Regle für imkerliche Nachlässigkeit werden.

  • Aus Sorge vor dem ersten Winter:

    Mach Dir nicht zu viele Sorgen! :) Du hast (hoffentlich) alles in Deiner Macht Stehende getan, um den Bienen zu helfen, sich optimal auf den Winter vorzubereiten. Jetzt kannst Du (fast) nichts mehr tun. Sorgen ändern daran nichts. Die Bienen sind viel härter im Nehmen, als man denkt.

    Lässt sich im Winter irgendwie von außen erkennen, ob Futterknappheit droht? Um dann ggf eine Notfütterung vorzunehmen? Funktioniert eine Notfütterung im Winter überhaupt (ohne den Deckel abzunehmen... schließlich wären unten stehende Futterschalen außerhalb der Wärmetraube) ?

    Du kannst mit einer Federwaage wiegen. Aber selbst das solltest Du nicht zu häufig tun. Wichtig ist jetzt für die nächsten Monate, dass die Bienen möglichst ungestört sind. Du könntest jetzt einmal wiegen und das als «Nullwert» notieren. Dann könntest Du z.B. Ende Dezember nochmals wiegen und schauen, wie viel Futter in diesen zwei Monaten verbraucht worden ist. Wenn Du allerdings sicher bist, dass mehr als 15kg Futter in der Kiste sind, solltest Du gar nicht mehr wiegen. Pro Monat verbraucht ein Bienenvolk aktuell lediglich etwa ein Kilogramm Futter. Das wird sich bis Ende Januar nicht mehr gross ändern, falls nicht irgendetwas gröber schief liegt im Bienenvolk. Einen allfälligen Futterabriss (zu grosse Distanz zwischen Traube und Futter) kannst Du allerdings von aussen eh nicht feststellen.

    Und Stichwort Milchsäure zur brutfreien Zeit: Ein ehemaliger Mentor (DNM) hat zur Winterbehandlung im Dezember einfach den Deckel geöffnet und rein aufgrund des Kalenders eine Brutfreiheit zwecks Behandlung angenommen, da nach der Wintersonnenwende schon früh wieder Brutbetrieb einsetzen könne. Gibt es so früh schon äußere Zeichen dafür, dass die Kö wieder stiftet? Es gibt ja noch keinen Flugbetrieb. Und schadet die Deckelöffnung zur Winterbehandlung nicht doch auch den Bienen? (In dem Zusammenhang ggf die Futterreserven grob in Augenschein nehmen und ggf füttern? Oder schadet nachfüttern im Winter zu sehr?)

    Die Deckelöffnung zur Winterbehandlung schadet! Aber sie ist oft das kleinere Übel. Warte auf die ersten echten Nachtfröste, notiere Dir das Datum und führe dann drei Wochen später die Winterbehandlung durch. Deckel auf, träufeln (oder was auch immer), Deckel zu, fertig. Nicht durchsehen, nicht nachfüttern!


    Selbst bei uns im voralpinen Raum gibt es Ende Dezember und Ende Januar fast schon regelmässig einige warme, sonnige Tage. Wenn Du einen begründeten Verdacht auf eine akute Futterknappheit hast, kannst Du an einem solchen Tag die Kiste kurz öffnen und schauen, ob noch genügend Futterwaben drin sind und ob diese sich nah genug an der Traube befinden. Tu das nur im Notfall! Auch das schadet, ist aber im Vergleich zum Verhungern ebenfalls ein kleineres Übel. Im Voraus kaufst Du Dir Futterteig (z.B. Apifonda), den Du dann im Fall der Fälle sofort direkt auflegen kannst. Vergleiche dazu den von ribes verlinkten Beitrag.


    Und merk Dir: Wenn eine Notfütterung erforderlich ist, hast Du Dich im Jahr davor nicht ausreichend um Deine Bienen gekümmert. Diesfalls gilt: Dieses Jahr besser machen! :)


    (Übrigens verhungern Völker eher im März/April als im Dezember/Januar; im März/April kann man allerdings schon wieder besser nachhelfen, aber auch das sollte nicht notwendig sein.)


    Ich wünsche Dir einen guten Schlaf für die kommenden Monate! :) Als ich zu imkern begonnen habe, habe ich ein, zwei Winter lang sehr schlecht geschlafen … ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Bei meinem Ableger fielen auch relativ wenige Milben bei der 2. Behandlung mit AS im September. Das Wetter war ziemlich schlecht und ich machte mir deshalb Sorgen. In den darauffolgenden Wochen fielen zwischen 5 und 1 Milbe pro Tag - aber Tendenz abnehmend. Ich werde deshalb ca. 3 Wochen nach dem Frost der letzten Tage, wie Master Tom, nur mit Milchsäure behandeln. Ich denke das reicht auch bei mir oder?


    Habe heute mal einige Bilder mit einer Wärmebildkamera von meiner "Janisch" Einraumbeute gemacht. Ich als Anfänger, bin noch ziemlich aufgeregt, begeistert und neugierig. Das ist ja fantastisch anzusehen, was die Bienen leisten. Die meiste Wärme geht an der Stirnseite verloren. Ich denke, zur Zeit ist der Wärmeverlust gar nicht so ungünstig, damit die Bienen aus der Brut gehen. Wenn ich dann mit Milchsäure behandle werde ich mein normales Sperrholzschied, welches jetzt sowieso nicht gebraucht wird, an dieser Stirnseite innen als Zusatzdämmung platzieren. Der Boden ist offen.

    Man kann gut erkennen, wie das Wärmeschied in der Mitte den Raum trennt.

    Der Holz/Weichfaser-Deckel und das Flugloch strahlen kaum ab (habe den Blechdeckel abgenommen). Schön zu sehen, die Traube sitzt noch ganz unten auf der Dadant- Hochwabe.


  • Climmo : Wenn Du zur Restentmilbung unbedingt ein Sprühverfahren anwenden willst -> Verwende besser Oxalsäure. Die hat auch im Sprühverfahren einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Milchsäure. Bei jedem Sprühverfahren muß man aber genau auf die Dosierung achten und darauf, die Bienen keinesfalls zu durchnässen, sondern nur fein zu benetzen (feiner Sprühnebel, also schnell pumpen, mit max. Druck auf die Sprühdüse).

  • Du hast (hoffentlich) alles in Deiner Macht Stehende getan, um den Bienen zu helfen, sich optimal auf den Winter vorzubereiten. Jetzt kannst Du (fast) nichts mehr tun. Sorgen ändern daran nichts. Die Bienen sind viel härter im Nehmen, als man denkt.

    Na, das habe ich aber ganz anders wahrgenommen, bei mir waren sie es beileibe nicht. Anfällig bis weit über den Anschlag. Die Winterverluste meiner ersten Imkerjahre waren eine echte Herausforderung für meine Motivation weiterzuimkern. Noch heute weiß ich nicht, woran das lag, habe aber inzwischen die bestimmungsgemäße (!!) Anwendung der Ameisensäure im Verdacht.

  • Noch heute weiß ich nicht, woran das lag, habe aber inzwischen die bestimmungsgemäße (!!) Anwendung der Ameisensäure im Verdacht.

    So ähnlich ist es mir auch gegangen.

    Der erste Schritt war von dem Schwammtuch weg. Dann habe ich Nassenheider hori eingesetzt. Auch unbefriedigend!!

    Jetzt gehts richtig gut! Nur OX.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Moin, moin,

    ich bin kein Freund von Ameisensäure, aber dass der bestimmungsgemäße Gebrauch die Überwinterungsergebnisse in's Katastrophale wende, kann ich nicht behaupten.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Aus Sorge vor dem ersten Winter:


    Lässt sich im Winter irgendwie von außen erkennen, ob Futterknappheit droht? Um dann ggf eine Notfütterung vorzunehmen? Funktioniert eine Notfütterung im Winter überhaupt (ohne den Deckel abzunehmen... schließlich wären unten stehende Futterschalen außerhalb der Wärmetraube) ?


    Und Stichwort Milchsäure zur brutfreien Zeit: Ein ehemaliger Mentor (DNM) hat zur Winterbehandlung im Dezember einfach den Deckel geöffnet und rein aufgrund des Kalenders eine Brutfreiheit zwecks Behandlung angenommen, da nach der Wintersonnenwende schon früh wieder Brutbetrieb einsetzen könne. Gibt es so früh schon äußere Zeichen dafür, dass die Kö wieder stiftet? Es gibt ja noch keinen Flugbetrieb. Und schadet die Deckelöffnung zur Winterbehandlung nicht doch auch den Bienen? (In dem Zusammenhang ggf die Futterreserven grob in Augenschein nehmen und ggf füttern? Oder schadet nachfüttern im Winter zu sehr?)

    Hallo Apfeltasche,


    Swissmix hat Deine Fragen schon bestens beantwortet. Dem kann ich mich nur anschließen:


    Nachgefüttert habe ich noch nie. Wenn, dann ist es erst im Frühjahr ein Thema. Jetzt schadet es mehr als es nützt. Ob es nötig sein könnte, verrät am ehesten die Kofferwaage.


    Der Eintritt der Brutfreiheit ist an jedem Standort und ggf. jedem Volk abweichend. Wenn kleine Reste Brut noch oder schon wieder vorhanden sind, geht die Welt nicht unter. Du wirst trotzdem die überwiegende Zahl der Milben erwischen. Ich sprühe MS an einem möglichst milden Tag im November. Man kann auch OX träufeln, oder sprühen. Es gibt da viel Für und Wider. Wichtig ist, dass Du überhaupt im Winter behandelst und Erfahrungen sammelst.


    Es wird schon.

  • Hallo zusammen,


    lieben Dank für eure Antworten und eure Geduld! Werde die Winterbehandlung vornehmen, sobald wir die Tage (hoffentlich) nochmal >= 10 Grad bekommen.


    Nochmal eine andere Anfängerfrage:


    Hatte euch ja letzten Monat berichtet, dass eins meiner Jungvölker nach einer größeren Dosis AS und Anflugbrett-Entfernung zahlreiche Bienen verloren hat, die in großer Anzahl tot vor der Beute lagen und das Volk reduziert hatten.


    Heute habe ich durch die Wartungsöffnung in die Beute geschaut und gesehen, dass etliche tote Bienen unter dem Brutnest liegen. Beim „geschwächten“ Jungvolk sind es ca 150, beim stärkeren Jungvolk liegen nur ca 20-30 tote Bienen. Temperaturbedingt verlassen die Arbeiterbienen zum aufräumen jetzt ja auch nicht mehr ihre Traube. Ist so ein Bild daher jetzt im Herbst mit den ersten Nächten unter 0 Grad (tagsüber einstellig) noch „normal“? Oder muss ich mir Sorgen machen, dass das Volk zu schwach sein könnte und nicht über den Winter kommt?


    Dass im Herbst die Volksstärke zurück geht, ist mir bewusst. Aber solche Anblicke vor Augen sind dann immer noch etwas anderes... Bei meinem Paten ist mir das letztes Jahr so nicht aufgefallen. Ist das im Herbst/Winter normal?


    Bei stärkeren Völkern würde ich mir gar keine Gedanken machen, nur das geschwächte Volk ist eh schon Sorgenkind...

  • Ja, Totenfall ist völlig normal. Ein gesundes Volk verliert im Winter bis zu ein Drittel seiner Bienenmasse. Bei 10.000 Bienen sind das 3.000 Tote. Ein ordentlicher Haufen. Dieser Wert schwankt allerdings extrem. Es gibt sogar Völker die nur ganz minimale Verluste haben.


    Jedenfalls ist Dein Foto kein Grund zur Beunruhigung. So ähnlich sieht es in meinen Beuten auch aus.

  • Bevorzugt Ihr OX-Sprühen oder Träufeln? Verspreche mir vom Sprühen einerseits eine bessere Wirkung, aber man muss das Brutnest auseinanderziehen. Und da meine Naturbauwaben teilweise miteinander über verbunden sind, droht ein Auseinanderreißen der Waben im Winter - denkbar schlecht. Das OX-Träufeln geht aber, wenn ich das richtig gesehen habe, nur mit diesem Set, wo ich bei nur zwei Völkern sehr viel überschüssige Säure habe, die danach unbrauchbar ist (Tausch-Abnehmer in unmittelbarer Umgebung habe ich leider nicht).


    Tendiere zum Schutz der Waben eher zum Träufeln, auch wenn ich lieber sprühen würde...