Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

  • Hallo Berggeist,

    Aber das nur am Rande und o.T..

    geh´ doch ´mal auf die Bergspitze / das Bergplateau , lass´ Dich dort in aller Ruhe nieder und genieße die 360 ° Rundumsicht . Da gibt´s ganz viel Interessantes und Schönes zu entdecken, wenn man

    sich die Zeit dafür nimmt.

    Oder gibt´s da soviel Bäume, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht ?;)

  • Da hat uns die Mellifera Einraumbeute doch mit Abstand am meisten beeindruckt

    Kannst Du Dich noch erinnern - 2011 / 2012 ist ja nun eine Ecke her- was Euch da im Vergleich

    so beeindruckt hat ? ( Master Tom schätzt das ja anders ein ). Gegebenenfalls wäre ich auch dankbar

    für einen link oder link Hinweise, will hier nicht den Faden zerkrümeln ;).

  • Ich finde bei Einraumbeuten die Temperaturverteilung auf Grund der großen Oberfläche zum Kopf hin ungünstig.

    Da so ein System für mich nur beschränkt flexibel war (Platzbedarf Grundfläche, Gewicht, Zubehör, Erweiterbarkeit und Kombinierbarkeit), habe ich meine 2 (nicht mellifera) später wieder zerlegt und etwas anderes draus gebaut.


    Liebe Grüße Bernd

  • Hallo zusammen ,

    Ich möchte zur Honigernte meiner Einraumbeuterähmchen hier meine Erfahrung beitragen .

    Also , ich schleudere die Honigrähmchen der ERB in meiner Schleuder genauso wie auch die

    HR -Zander 159mm Rähmchen meiner Zadant Beuten .

    Ich habe eine Siegerland M604 Tangentialschleuder ( 60cm Kesseldurchmesser )mit großem Wabenkorb mit einer Gitterfläche von 35x46 cm .

    Auch von Fritz u. Logar giebt es diese großen Wabenkörbe , es ist nur wichtig einen 60cm Kesseldurchmesser zu haben .

    Ich kann 2 oder 4 Rähmchen gleichzeitig schleudern , dabei wird die erste Seite nur bis zur

    Stufe 1 angeschleudert , umgedreht und auf eine etwas höhere Dehzahl geschleudert

    ( Schleudergeschwindigkeit 1,5 ),dann wieder beide Seiten gewendet und mit normaler Schleudergeschwindigkeit fertiggeschleudert .

    2 bis 3 kg Honig pro Rähmchen ist schon gewaltig , man muß aber auch mit einem gewissen maß an vorsicht schleudern um die Naturbaurähmchen ( gedrahtet) nicht zu beschädigen .


    Einen schönen Feiertag,


    Bertram

  • Da hat uns die Mellifera Einraumbeute doch mit Abstand am meisten beeindruckt

    Kannst Du Dich noch erinnern - 2011 / 2012 ist ja nun eine Ecke her- was Euch da im Vergleich

    so beeindruckt hat ? ( Master Tom schätzt das ja anders ein ).

    Warum sehe das anders? Ist wohl ein Missverständnis. Ich meinte nur das mir die Änderungen der Mellifera Einraumbeute von 2015 (als 2.0) nicht ganz einleuchten. Mit der Ursprungsversion (1.0), eine andere gab es 2011/12 noch gar nicht, imkere ich selbst und finde diese sehr gut. Mit "Mellifera Einraumbeute" meine ich übrigens nicht, dass die bei Mellifera e.V gekauft wurde, sondern vom Aufbau dieser entspricht.


    Bei einem Vergleich von Warre, TBH, Bienenkiste, Bienenbox und Mellifera Einraumbeute, wäre bei mir auch die Mellifera Einraumbeute vorne.

  • Ich finde bei Einraumbeuten die Temperaturverteilung auf Grund der großen Oberfläche zum Kopf hin ungünstig.

    Da so ein System für mich nur beschränkt flexibel war (Platzbedarf Grundfläche, Gewicht, Zubehör, Erweiterbarkeit und Kombinierbarkeit), habe ich meine 2 (nicht mellifera) später wieder zerlegt und etwas anderes draus gebaut.


    Liebe Grüße Bernd

    Die Temperaturverteilung ist mir noch nicht negativ aufgefallen. Mir scheint die Oberfläche auch nicht größer als bei einem Magazin, da die ERB im Winter ja halb leer ist.

  • Die ERB im Frühjahr:

    Im Januar und Februar gibt es nichts zu tun.


    Wenn im März die Temperaturen steigen, sollten die Mäusegitter ab. Die Bienen können Mäuse jetzt wieder selbst vertreiben. Wartet man länger mit dem Entfernen, wird das Gitter ein Hindernis beim Polleneintrag. Den Totenfall kann man rauskratzen. Wenn nicht, machen gesunde Völker das auch selbst. Weiterhin mache ich die Böden (waren den Winter über offen) jetzt zu, weil so die junge Brut besser vor kalten Nächten geschützt wird.


    Wenn die Völker Pollen eintragen, ist i.d.R. alles in Ordnung, d.h. die Königin ist da und hat angefangen zu legen. Ich wiege die Kisten, um den Futterverbrauch bzw. den noch vorhandenen Vorrat abschätzen zu können. Im März sollte man nur in die Beute schauen, wenn das Wiegen ergeben hat, dass das Futter knapp ist, oder sie an sehr warmen sonnigen Tagen nicht fliegen.


    Die erste Durchsicht mache ich an einem Tag mit mind. 15 Grad und Sonnenschein, meist Ende März, oder Anfang April. Dann nur kurz schauen, ob Brut zu sehen ist und Futter ausreicht.

    Mehr zu tun gibts dann im weiteren Verlauf des April.

  • Naturwabenbau:

    Wie schon gesagt, arbeite ich ausschließlich im Naturwabenbau. Das erspart mir alle Beschäftigung mit dem Thema Mittelwände und Wachskreislauf. Außerdem finde ich es paradox Bienen beim Wabenbau zu helfen, wenn sie das selber können. Natürlich kann ich im Naturwabenbau den Drohnenbau nicht in extra Rähmchen lenken und diese ausschneiden. Also lasse ich das Drohnenbrutschneiden. Ein Nachteil ist mir daraus bisher noch nicht entstanden und gerne täte ich es ohnehin nicht.


    Selbstverständlich ist der Naturwabenbau nicht immer ganz unkompliziert. Manche Völker bauen ohne Wenn und Aber schön gerade die Rähmchen aus, manche sind echte Schlampen und bauen krumm und schief. Man kann das Verhalten der Schlampen aber lenken, indem man ein Leerrähmchen (wie o.g. verwende ich Rähmchen mit Schiffsrumpf, gedrahtet) immer zwischen zwei bereits schön ausgebaute Waben gibt. So zwingt man die Bienen gerade zu bauen. Das klappt bei mir eigentlich immer. Krumme, dicke oder halbausgebaute Waben kommen dann am Ende des Winters, oder bei der Honigernte raus. Irgendwann ist dann halbwegs Ordnung. Nach einiger Zeit hat man sich gut daran gewöhnt die Völker so zu lenken.

  • April:

    Im April wird bei mir in der ERB das erste Mal erweitert. Dann steht die erste große Tracht, die Obstblüte, bevor. Meine Völker sitzen nicht mittig in der ERB, sondern immer rechts (könnte auch links sein) an der Beutenwand. Das Flugloch ist auch rechts vorne. Ich erweitere mit einem gedrahteten Leerrähmchen direkt neben dem Brutnest auf der der Beutenwand abgewandten Seite. Bei der nächsten Durchsicht, meist 2 Wochen später, ist dieses Rähmchen voll ausgebaut (meist wird es für Brut verwendet) und es kommt wieder ein neues hinzu.

    Der genaue Verlauf der Erweiterung ist natürlich stark wetterabhängig und jedes Jahr verschoben. Um nicht überrascht zu werden, nutze ich deshalb gerne:

    https://www.dwd.de/DE/leistungen/phaeno_akt/phaenoakt.html

    Über den Statistikaufruf oben recht kann man auch in die Vergangenheit schauen.


    Mai:

    Anfang Mai klingt die Obstblüte aus und es kommt der Raps hinzu. Jetzt erweitere ich zügiger mit zwei Rähmchen pro Eingriff. Eins wie oben beschrieben und eins neben das Brutnest auf der Seite der Beutenwand. Diese werden bei guter Tracht zügig ausgebaut. Die Erweiterung wird natürlich gleichzeitig mit der Schwarmkontrolle (wöchentlich) vorgenommen.


    Die Schwarmkontrolle ist nicht viel anders als bei anderen Systemen. Ich bilde gerne Königinnenableger mit ein bis zwei Brutwaben und einer Futterwabe. Im Mai gebildet kommen die zum Herbst auf 8 Waben. Starke Völker bekommt man so am besten aus dem Schwarmtrieb. Andere Methoden gehen natürlich auch.


    I.d.R. liefert jedes Wirtschaftsvolk bei mir einen Ableger. Da ich die nicht alle behalten kann, gebe ich diese dann an Anfänger/Imker ab.

  • Juni:

    Anfang Juni ist die Kiste dann mit Ihren 21 Rähmchen voll bestückt. Links und rechts des Brutnestes haben die Bienen den Honig eingelagert. Anders als bei Mellifera beschrieben (auf der Schwäbischen Alp ist die Tracht scheinbar nicht so stark), schleudere ich jetzt zwischen, um den Schwarmtrieb zu senken, das Kristallisieren des Rapshonigs in den Waben zu vermeiden und Platz für die Lindentracht zu schaffen. Dazu entnehme ich eine Woche nach Ende der Rapstracht den Wirtschaftsvölkern alle Honigwaben die die Spritzprobe bestehen (Waben mit Brut/Stiften sind natürlich tabu). Das sind so 4 bis 7 Waben, also 10 bis 15 kg Frühtrachthonig. Entdeckeln und Schleudern ganz normal, die leergeschleuderten Rähmchen werden den Völkern für die nächste Tracht zurückgegeben.


    Juli:

    Mitte Juli ist die Linde durch. Es folgt die zweite und letzte Schleuderung. Wieder ist das Ergebnis in etwa 10-15 kg Sommertracht (Linde) pro Wirtschaftsvolk. Die Waben werden nur zum ausschlecken noch einmal kurz in die Völker gehangen und dann ausgesondert oder aufgehoben. Im Juli ist der Schwarmtrieb meist erloschen. Die Völker bekommen nach der Ernte schon mal ein paar Liter Sirup und ich schiebe die Windeln (geölt) unter.

  • Varroabehandlung:

    Anfang August erfolgt die erste Varroabehandlung der Wirtschaftsvölker mittels 60%iger AS und dem im Rähmchen eingebauten Nassenheider-Verdunster. Ich verwende den mittleren Docht und hänge den Verdunster zwischen Brut- und Futterwaben. Windel rein, Flugloch offen. 180 ml Säure sind nach ca. 1 Woche verdunstet. Dann kommt der Verdunster raus, bevor er abgeschrotet wird.

    Mit dem Ergebnis der Juli-Windelkontrolle kann ich abschätzen wie viel Milben fallen müssten. Das passt meist ganz gut. Es fallen dann je nach Volk mal 2000, mal 5000 Milben.


    Ableger behandle ich im August noch nicht, da ich sie bei Erstellung mit MS eingesprüht hatte und die Hauptmilbenlast ohnehin in den Muttervölkern zurückbleibt.


    Mitte/Ende September, wenn das Wetter passt, wiederhole ich die Behandlung der Wirtschaftsvölker, die Ableger kommen zum ersten Mal dran. Jetzt fallen meist weniger als 1000 Milben.


    Im Dezember behandle ich wie o.g. mit MS.


    Durch die beschriebene Behandlung konnte ich bisher Völkerverluste vermeiden. Trotzdem finde ich den Einsatz der AS nicht ideal. Momentan fällt mir aber auch nichts Besseres ein.

  • Im August und September ist außer der Varroabehandlung und der Einfütterung nicht mehr viel an den Völkern zu tun. Im September könnte man gut umweiseln, wenn es nötig sein sollte.

    Im Oktober schließ sich der Kreis. Und es könnte unter Nr. 9 wieder anfangen.


    Gruß

  • Bei einem Vergleich von Warre, TBH, Bienenkiste, Bienenbox und Mellifera Einraumbeute, wäre bei mir auch die Mellifera Einraumbeute vorne.

    Hmm, da würden mich mal die Gründe interessieren. Ich habe ja nun eine Bienenbox ausprobiert und das Ding ist doch - bis auf das kleinere aber dafür als Standardmaß erhältliche Rähmchenmaß doch "das selbe in Grün", oder? Eine Kiste, hintereinander sortierte Rähmchen, Deckel... eben analog zur Thematik "DNM-Beute vs. Langstroth-Beute".


    Kann verstehen, dass die TBH im Handling schwieriger ist (ungerahmter und damit sturzempfindlicher Naturbau) und die Bienenkiste mit dem Hochwuchten auch so ihre Spezialitäten hat aber Bienenbox/Einraumbeute unterscheiden sich doch eigentlich kaum noch voneinander?


    Aber lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen - welche Vorzüge hat nun ERB gegenüber Bienenbox?


    M.