Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

  • Spricht etwas dagegen, Rauch in das Volk zu geben, dass die Bienen ihre Honigmagen füllen, dann die Königin mit ausreichend Bienen zu entnehmen und nach einer Kellerruhe, wie den Naturschwarm in eine Kiste nur mit Anfangsstreifen einzuschlagen und am dritten Tag (nach Entnahme aus dem Volk) dünnflüssig zu füttern?

    Dieses Verfahren läuft bei der Demeter-Imkerei unter Schwarmvorwegnahme und funktioniert natürlich.

    Die Gefahr von Nachschwärmen bleibt aber, wenn nicht alle Weiselzellen bis auf eine gebrochen werden. Das es bisher gut ging, muss nicht heißen, dass es so bleibt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Natürlich kannst Du auch den Schwarm vorwegnehmen, dagegen spricht nichts. Ich mache Königinnenableger, weil ich nicht täglich am Bienenstand bin. Da ist ein Verfahren gut, dass einfach und schnell vonstatten geht, um nicht mehrfach anfahren zu müssen. Wenn ich die Bienen am Haus hätte, würde ich auch anders verfahren. Ist aber leider nicht.


    Das mit den Nachschwärmen kann passieren (ich hatte es schon), muss aber nicht. Ein Nachschwarm ist ja sehr mobil. Raus und weg. Nach 5 Minuten sind die über alle Berge. Du musst schon daneben stehen, um das mitzubekommen. Ohnehin würde ich behaupten, dass die Mehrheit der Schwärme abgeht ohne, dass es irgendjemand mitbekommt. Wer steht denn schon den ganzen Tag neben den Beuten?

  • Das es bisher gut ging, muss nicht heißen, dass es so bleibt.

    Das ist natürlich richtig, es bleibt immer ein Restrisiko. Allerdings passiert es meiner Erfahrung nach eher nicht als dass es passiert. Ich breche ja auch alle Schwarmzellen, die ich finde, nur möchte ich eben diese eine Wabe, mit der Schwarmzelle, die stehen bleibt, nicht abschütteln und damit kann natürlich eher eine weitere Zelle übersehen werden.

    Wer steht denn schon den ganzen Tag neben den Beuten?

    Mein Nachbar, Rentner, beobachtet alles und jeden und wartet nur darauf, anderen an den Karren fahren zu können, ein Schwarm wäre ein gefundenes Fressen. Dem entgeht das nicht und spätestens am Abend wüsste ich dann auch Bescheid. Natürlich würde ich selbst das eher nicht mitbekommen.


    Danke für die Infos. Ich hatte bei der Schwarmvorwegnahme irgendwas mit geschleuderten Waben in Erinnerung. Keine Ahnung, wo ich das nun wieder her habe.


    Was ist beim Königinnenableger einfacher und schneller? Ich vermute, die Kellerruhe und die Tätigkeiten im Anschluss. Wie hoch wäre das Risiko, dass die Bienen wieder abhauen, wenn ich die Schwarmvorwegnahme ohne Kellerruhe durchführen würde? Dazu kommt, dass ich am gleichen Stand bleibe. Das hat mit den Ablegern mit einem Hindernis vor dem Flugloch immer wunderbar funktioniert.


    Gibt es sonst noch einen Nachteil bei der Schwarmvorwegnahme gegenüber dem Königinnenableger, den ich gerade übersehe?


    Beste Grüße,

    Thanaidh


  • Die Bildung des Königinnenablegers dauert wenige Minuten: Waben mit Kö aus dem Muttervolk raus und gleich daneben in eine neue Beute rein. Keine Kellerhaft.


    Mellifera empfiehlt ja die Schwarmvorwegnahme. Das ist eben etwas mehr Aufwand, weil es bei der Bildung etwas länger dauert und dann Kellerhaft (kühler und dunkler Ort) empfohlen wird. Ich habe am Stand aber keinen. Müsste ich die Schwärme also nach Hause mitnehmen, dann wieder mit denen zurück. Alle einlogieren. Das macht sich sicher gut, wenn am Stand alle Voraussetzungen da sind, was bei mir leider nicht der Fall ist. Der Kö-Ableger ist eine rein praktische Sache, um es mir leicht zu machen.


    Ob es auch ohne Kellerhaft geht, kann ich nicht sagen. Es wäre aber einen Versuch wert. Ich denke ein Teil der Bienen bleibt bei der Kö, die Flugbienen kehren zurück. Sicher auch nicht so viel anders als bei einem Ableger am selben Stand.

  • ...ein Vorteil beim Königinnenableger dürften die mitgegebenen Waben und die Brut sein, die die Bienen vom Wiederauszug abhalten. Ohne dies und mit gefüllten Honigmagen sitzen die natürlich eher auf gepackten Koffern. Aber wie Du sagst, vielleicht einen Versuch wert... Vielleicht schreibt hier noch jemand mit Erfahrungen dazu.

  • Habe nur mit einem vorweggenommenen Schwarm bisher Erfahrung:

    Zur Mittagszeit hab ich zwei Drittel der Waben über einen Trichter in die Beute mit Anfangsstreifen geschlagen. Es war bewölkt und hatte maximal 15 Grad.

    Der Schwarm kam an den gleichen Stand aber vlt 20 Meter entfernt mit geschlossenem Flugloch.

    Am Abend bemerkte ich durchs Sichtfenster dass einige Bienen aufgeregt an den Wänden umher liefen. Also machte ich das Flugloch auf. Natürlich strömten dann einige Bienen nach draußen. Sie zogen dann spiralförmige Kreise um die Beute. Manche kehrten zum Ursprungsvolk zurück aber manche flogen auch wieder zur neuen Beute.

    Die Tage darauf wurden dann kalt und meist bewölkt und somit gab es kein Flugwetter. Ich denke dass das dazu beigetragen hat dass nicht allzu viele Bienen zurückgeflogen sind.
    Nach knapp 3 Wochen sind trotz kaltem Wetter aber beständiger Fütterung mit Sirup 7 Dadant hoch Waben zu einem Drittel ausgebaut.


    Ich hab auch zwei Königinnenableger gemacht. Der Große Vorteil vom Vorweggenommenen Schwarm ist der Start auf neuem Wabenwerk. Der Nachteil daß es bissl länger dauert bis neue Bienen schlüpfen. Aber dann muss man halt dem Ursprungsvolk etwas mehr Bienen nehmen... Apropos Ursprungsvolk: Durch die noch schlüpfende Brut ist das Volk schon bald so stark wie vorher. Und die Prinzessin wird wahrscheinlich heute Ihren Hochzeitsflug machen.

  • Ich hab mal eine ganz dumme Frage als Anfänger. Sorry, bitte verprügelt mich nicht gleich. 🙂. Hab seit 4 Tagen einen vorschwarm in der Einraumbeute (Janisch) rechte Seite einlogiert. Trennschied - Futterzarge(Sirup) und 6 Rähmchen mit Schiffsrumpf. Sie haben auch schon angefangen drei Rähmchen zu bebauen. Wenn die dann zu 70% ausgebaut sind würde ich an der Futterzarge um ein Leerrähmchen erweitern. Ist das bisher soweit alles richtig?

  • Sorry, bitte verprügelt mich nicht gleich. 🙂.

    Hier wird niemand verprügelt. Lediglich fallen Antworten auf Fragen manchmal nicht so aus, wie der Fragesteller sich das wünscht. Das ist was anderes.


    Ich kann nichts fehlerhaftes an deinem Vorgehen finden.

    Wenn du den Schwarm (den Naturschwarm) gleich am ersten Tag gefüttert hast, hast du Glück gehabt, dass er nicht wieder ausgezogen ist. Das kommt dann manchmal vor.

    Haben die Bienen wesentlich angefangen zu bauen, kann man füttern.

    Die Dadantwaben der Einraumbeute sind recht groß. Wenn jetzt auf 3 Waben gebaut wird, werden 4 Waben zunächst mal reichen. Ich würde erst mal wieder 2 Rähmchen rausnehmen, sonst ist das Schied sinnlos. Dann mit einzelnen Rähmchen nach Bedarf über den Sommer erweitern. Es wird auch bald einen Ausbauknick geben.

    Alles gut.

  • Danke für die schnelle Antwort. Was ich auch noch nicht ganz verstanden habe ist wann ich die zweite Fluglochöffnung öffnen soll oder ob man das überhaupt braucht bzw. nur braucht wenn man gleichzeitig zwei Jungvölker darin ziehen möchte, was ich aber nicht vorab. Aktuell hab ich nur das rechte Flugloch (verkleinert) geöffnet. Das linke ist zu. Hab zwar einen Imker der sich aber mit der Einraumbeute auch nicht auskennt. Deswegen bin ich etwas verunsichert zur Vorgehensweise im allgemeinen 🙄

  • Lass mal besser noch zu. Die müssen sich erstmal einrichten und das Volk neu aufbauen. Da reicht ein Flugloch zum Verteidigen, damit sie sich auf den Ausbau der Inneneinrichtung konzentrieren können.


    Wenn dann irgendwann mal die 4 Waben bebrütet und geschlüpft sind, kannst du sicherlich auch das zweite Flugloch aufmachen, dann haben sie genug Mannschaft. Bei nem Magazin lässt man kleinen Einheiten (Ableger, neue Schwärme, etc.) auch nur ein kleines Flugloch, bei entsprechend starken Völkern kann man dann den Keil entfernen und die gesamte Breite aufmachen.


    Grüsse, Robert

  • Danke für die schnelle Antwort. Was ich auch noch nicht ganz verstanden habe ist wann ich die zweite Fluglochöffnung öffnen soll oder ob man das überhaupt braucht bzw. nur braucht wenn man gleichzeitig zwei Jungvölker darin ziehen möchte, was ich aber nicht vorab. Aktuell hab ich nur das rechte Flugloch (verkleinert) geöffnet. Das linke ist zu. Hab zwar einen Imker der sich aber mit der Einraumbeute auch nicht auskennt. Deswegen bin ich etwas verunsichert zur Vorgehensweise im allgemeinen 🙄

    Hallo Kasmodiah,


    bei der Janisch ERB gibt es zwei Flugschlitze damit, wie Du richtig vermutest, zwei Ableger in der selben Kiste geführt werden können. Man muss dann den Raum natürlich vorher durch ein bienendichtes Schied trennen.

    Wenn Du nur ein Volk in der ERB hast, bleibt der zweite Flugschlitz (z.B. links) immer zu. Den rechten, dort wo Dein Volk sitzt, öffnest Du erst nur wenige cm. Wenn sich der Schwarm in einigen Wochen gut etabliert hat, kannst Du den Schlitz vergrößern und groß lassen.


    Gruß

  • Feuchtigkeistprobleme in der Einraumbeute?


    Hier und in anderen Foren taucht immer mal wieder der Vorwurf auf, die Einraumbeute hätte ein zu feuchtes Innenklima und die Waben würden schimmeln. Probleme mit Feuchtigkeit sind aber nicht „Schuld“ der Kiste, sondern rühren m. M. nach meist von Fehlern in der Betriebsweise her.

    Um Feuchtigkeitsprobleme in der ERB zu vermeiden sollte man daher:

    1. Den Blechdeckel Sommer wie Winter ein paar cm hinterlüften, indem man z.B. Leisten unter den Deckel legt. Ohne Hinterlüftung würde sonst das aus dem Volk aufsteigende Kondenswasser am kalten Blechdeckel kondensieren und durch die Abdeckung (Faserplatte) ins Volk zurück tropfen.
    2. Zur Einwinterung nur 8 bis 10 Waben in der ERB belassen. Mehr Waben werden für Volk und Futter im Winter nicht benötigt und werden von den Bienen auch nicht begangen und in Schuss gehalten.
    3. Mit offenem Boden (der Boden ist nicht wirklich offen, sondern noch ein bienendichtes Gitter vorhanden) überwintern. Das Überwintern mit offenem Boden klappt sehr gut. Feuchtigkeit und Schimmel treten so nicht auf. Anders ist das bei geschlossenem Boden. Gerade die starken Völker atmen so viel feuchte Luft aus, dass das Wasser an den kalten Beutenwänden kondensiert und sich dann die Brühe auf dem Bodenschieber sammelt.

    Beachtet man 1 bis 3 und ist auch der Standort der Beuten bienengerecht, hat man mit Feuchtigkeit keinerlei Probleme.